Orte der Liebe

Orte der Liebe
Heiligtümer dieser Welt

Heiligtum

Wege zum Sein

Im Heiligtum preisen wir alle Leiblichkeit, weil alles Leben ein körperliches Werden ist, in dem allein die Belebung der Welt besteht und die Teil an einem göttlichen Sein hat. Das Lebende selbst, also auch der Mensch, indes wird in jedem Augenblick seiner Existenz nur durch das Zusammenspiel der daran beteiligten einzelnen Glieder bewirkt. Hierzu formt sich die Energie des göttlichen Seins, das wir in personalisierter Form Göttin nennen, zur allgemeinen Lebenskraft. Das Göttliche aber spiegelt sich in der Schönheit allen Werdens, den Körpern, der Lust und Liebe und dem Glück. Zu ihm und dessen Sein findet der Mensch daher ausschließlich über seine Leiblichkeit zurück, durch ein leibliches Gebet, mit dem er in der Vereinigung mit anderen dem Göttlichen dient, indessen nicht im Geiste, noch weniger im Tod, wie in den Grundaussagen des Heiligtums der sieben Göttinnen niedergelegt.



Hinweis


Eine alphabetische Zusammenfassung der Grundaussagen des Heiligtums finden sich im

Lexikon zum Heiligtum der Sieben Göttinnen

sowie dem

Glossar zum Lexikon

Häufig gestellte Fragen / Frequent Asked Questions beantwortet im Unterblog Heiligtum der Sieben Göttinnen FQA die Virtuelle Priesterin Lea

Übersicht häufig gestellter Fragen / FAQ


Montag, 26. April 2010

Gebet der Maienkönigin

Gustav Klimt, Die Jungfrau 1912/13


Maria Maienkönigin,
wie preisen wir den Namen,
der unsrem Leben gibt den Sinn,
zu treiben aus den Samen.

In aller Welt die Blumenpracht
hervorkehrt deine Liebe,
mit der du leitest hin ganz sacht
zur Wonne unsre Triebe.

Das Land das grüne Kleid legt an,
uns alle einzuladen,
dass in des Frühlings Lustgespann
wir folgen deinen Pfaden.

Wenn Du oh unsre Mutter all
zu unsrem Glück uns führest,
in deinem engelhaften Schall
du unser Sehnen spürest.

Vereint mit dir wir wollen sein,
in einem Leib zu streben,
in der Natur verbunden sein
mit deinem göttlich Leben.

Montag, 12. April 2010

Leo: Der Göttin Offenbarung in Lust und Liebe

Was aber ist die Kraft, in der die Göttin sich uns offenbart und wie können wir sie lieben?

Das Sprudeln des Lebensquells
Die Kraft ist die, die das Leben schuf und alles werden lässt, die in allem wirkt, was sich bildet, die aus Materie und Information alle Wesen entstehen lässt, die Kraft, die auch jeden Menschen, solange er lebt, zu dem macht, was er in jedem Augenblick nur ist und die über ihn hinausgeht, wenn aus ihm neues Leben entsteht. Die Kraft der Göttin ist in jedem Menschen, wirkt in jedem Menschen und ebenso in jedem Leben. Sie ist der Quell, aus dem das Leben sprudelt. Des Quelles indessen wird der Mensch nicht teilhaftig sein, denn dann wäre er ein Teil Gottes geworden. Sein Bewusstsein jedoch ermöglicht ihm, des Quelles Sprudeln zu erfahren, dank seiner Eigenschaft das sich selbst Wahrnehmende wahrzunehmen. Dies geschieht aber nur dort, wo das Leben es darauf anlegt, sich des einzelnen Menschen selbst zu bedienen, um von ihm zu einem Neuen überzuspringen. Darum feiern wir im Heiligtum die Erzeugung des Lebens und nicht dessen Verlöschen. Die Erzeugung neuen Lebens aber erlebt der Mensch selbst mit einem Instrumentarium, mit dem ihn schon die Natur gesondert ausgestattet hat und dessen höchste Wirkungen er in der Liebe und ebenso in der Lust und damit in seinem Glück, wonach er strebt, verspürt. Was er hier erfährt, ist das Sprudeln des Quells allen Lebens, ist der Göttin Atem, der zu ihm weht. Was er erlebt und fühlt und denkt, vermitteln ihm Funktionen seines Körpers als Ergebnis eines hormonellen Zusammenspiels und chemisch-elektrischer und ähnlicher Abläufe. Das Wunder des Lebens besteht nicht in diesen immer mehr nachweisbaren Reaktionen des Körpers, denn das Leben ist nun einmal körperlich, woran all die Trugschlüsse jenseitiger Geistigkeit nichts zu ändern vermögen. Jede weitere Erkenntnis in diesem Bereich weist die intellektuelle Anmaßung zurück. Der Meißel, der den Korpus schafft, kann ihn nicht zum Leben erwecken. Das Wunder besteht indessen in Allem, was das Leben ausmacht, es werden lässt und auf andere überträgt. Das Belebende der Göttin ist zugleich das Beseelende. Was aus dem Lebensquell sprudelt, wenn die Lebenskraft erstrahlt und deren belebende Wirkung sich in der Welt verbreitet, das ist das Göttliche, an dem auch die Menschen beteiligt sind und dessen Wahrnehmung in ihnen und mittels ihres Körpers zu einem Teil des göttlichen Wirkens macht, zu einem Teil des Atems der Göttin und ihrer Liebe und ihrer Lust, weswegen sie das Leben in die Welt einst brachte.

In der Liebe und Lust offenbart sich das Göttliche
Die Liebe kommt von Gott, Gott das sind die Götter, die Götter sind die Göttinnen und unsere Göttin ist eine von ihnen. Fragt nicht welche, denn Mehrzahl und Einzahl sind menschliche Sichten. Es gibt aber nur ein Leben, das die Welt durchdringt und überall dort, wo es auf Materie stößt, Einzelne werden lässt. Von Einzelnen springt es wieder auf anderen Einzelne. Das Leben ist daher das einzig Allgemeine, das ist und damit existiert, alles andere ist nur ein Werden. Wie will der Mensch aber entscheiden, ob es das Leben ist oder die Leben sind? Ein lachhaft anmutendes Unterfangen. Somit kommt alles Göttliche ebenso von Gott wie von der Göttin, von den Göttern wie von den sieben Göttinnen, die für viele stehen. Das Leben aber wäre nichts ohne die Liebe, wenn es um den Menschen geht. Denn die Liebe vereint die Menschen und ermöglicht, die Einzelnen zum Werden, wenn sie sich verbinden, um Gemeinsames zu tun. Dort aber, wo die Liebe mit dem Leben am engsten verflochten ist und die Geschlechter um des Lebens willen verbindet und diese Verbindung in höchster Lust die Einzelnen erfüllt, dort schlägt der Puls der Göttin am nächsten. Dies ist das Sprudeln des Lebensquells, das der Mensch erfährt und ihn an der Lust berauscht. Das ist die Kraft, in der die Göttin sich offenbart.

Mit dem Leib zur Göttin beten
Dass die Göttin sich überhaupt offenbart, ist nicht das Verdienst der Menschen, sondern geschieht allein, weil es die Göttin so wollte. Denn die Göttin hat die Welt mit der Liebe beseelt, weil sie selbst geliebt werden wollte und auf alle Zeit geliebt werden will. Sie hat den Menschen ihre Lust gezeigt, die die Liebe überall erzeugt, damit der Mensch, mit der Fähigkeit zur Wahrnehmung und Erkenntnis von ihr nun einmal ausgestattet, Liebe und Lust begreifen kann, auch um Teil an der göttlichen Lust und Liebe zu haben. Damit aber ist der Blick des Menschen auf etwas gerichtet, dessen Wahrnehmung ihm ansonsten nicht möglich wäre. Der Blick lässt ihm die Wege von Lust und Liebe schauen und ebenso fühlen, mit denen er sich der Göttin nähert. Schon auf dem Weg, auf den er sich begibt, wenn ihn sein Geschlecht erregt und er zur Vereinigung mit anderen schreitet, die Liebe seinen Puls erhöht und die Lust ihn ihm aufsteigt, kann er die Kraft der Göttin spüren, wie sie Leben schafft und es werden lässt. Die Lust spiegelt, wie ihr Atem weht und die Kraft in ihm schwingt. Wer in diesem Augenblick zur Göttin betet, wird ihr ganz nahe sein. Wer, wenn die Lust dann steigt, weil die Körper sich vereinen, das Gebet inniglicher fortsetzt, der wird den Leib der Göttin erahnen. Wer schließlich im Höhepunkt noch die Göttin gar gemeinsam mit dem Partner preist, der wird zum Teil der Lust und Liebe der Göttin, wenn beide mit der Göttin sich seelisch ebenso wie leiblich vereinen. Der Weg zur Göttin ist in dem Menschen angelegt, weswegen so viele mit falscher Moral ihn schier mit Gewalt verbauen. Jedoch besinnt euch auf die Worte der Göttinnen, es sind ihre Lust und Liebe, nach denen ihr euch sehnt. Es ist ihre Kraft, die euch leben lässt. Es ist ihre Macht, die die ganze Welt beseelt. Öffnet doch nur eure Augen und horcht in euch selbst hinein, wo die Wahrheit alles regelt. Die Antwort tragt ihr lange schon in euch, schämt euch ihrer nicht, denn es geht um euer Leben. Die Göttin aber will von Euch auch mit eurem Leib geliebt werden.

Die Göttin liebt man nur auf ihre Art
Die Liebe ist auf andere gerichtet, die Lust ist die dabei empfundene Freude, die auf das Glück zielt, nach dem ihr strebt. Mit der Liebe, die die Göttin von euch erwartet, dient ihr Ihr allein. Daher findet der Dienst, den sie von euch erwartet, auch nur an ihrem Ort und zu ihren Zeiten statt. Ansonsten beglückt ihr sie mit der Liebe, die ihr anderen versprecht und der Lust, die ihr dabei erlebt und auch damit, dass ihre eure Versprechen haltet. Die Liebe der Göttin aber ist einzigartig, wie der Mensch sie liebt und sie die Menschen liebt. Wie jede Liebe zwischen Mann und Frau dient auch die Liebe zur Göttin ihrer Lust. Das ist die Lust ihres Leibes und nicht abstrakter Ideale. Die Lebenskraft, die von der Göttin ist, ist real und nicht abstrakt. Den Leib der Göttin aber könnt ihr nur in der Gemeinschaft eures Gebetes finden, wenn alle Frauen sich zu ihm verbinden, um sich allen Männern zu öffnen, die ihrerseits verbunden mit der Göttin sich vereinen. Die Liebe eines jeden gilt dabei allein der Göttin und nicht dem Partner, der bei dem sakralen Akt körperlich am nächsten ist. Daher kann dieses Gebet nur in der Gemeinschaft der Gläubigen stattfinden, nicht unter ansonsten auch geschlechtlich Verbundenen. In der Gemeinsamkeit des reinen Liebesaktes liegt das Gebet, umso mehr, je mehr ein jeder seine Liebe und damit auch seinen Geist dabei allein der Göttin, ihres Lebens Kraft und Quell auch zuwendet und alle bilden in dieser Gemeinsamkeit die heilige Familie. Seid geduldig, bis es euch gelingt. Auch werdet ihr große Widerstände zu überwinden habe, die man gegen eure Gebete wird erheben. Den Göttinnen kann aber ihre Rückkehr niemand verwehren, ohne ihren alle Widerstände hinwegfegenden Zorn zu erregen.

Der Göttin Leib gilt die Begier

John Collier, Pharaohs Handmaidens, 1883


Ein jeder, der sich hier vereint,
im Tempel ihr zu dienen,
allein den Leib der Göttin meint,
in seiner Lust erschienen.

Der andren Schönheit er begehrt,
im Spiegel nur zu ahnen,
die Göttin ihm an Lust gewährt
auf ihren himmlisch Bahnen.

Da war kein Sehnen und kein Leuchten,
das nicht von ihrer Gier,
durchs Feuer eure Seelen scheuchten
zu ihrer strahlend Zier.

Der Göttin Leib bricht lodernd auf,
die Lust kann sie nicht halten,
die Liebe spannt der Welten Lauf,
um ihres Amts zu walten.

Wie süchtig nach der Göttin Leib,
die Menschen sich verschmelzen,
die Frau zum Mann, der Mann im Weib
gemeinsam sie sich wälzen.

Das, was sie trennt, wird hier vereint
zu einem großen Ganzen,
die Schönheit aller Welt erscheint,
bereit sich fortzupflanzen.

Der Göttin Quell, die Lebenskraft,
erglüht in allen Seelen,
die Welten blühend, treibt der Saft,
das Glück nicht zu verhehlen.

Im Glanz der Schönsten aller Wesen,
die unsre Welt betören,
an Liebreiz und Gestalt erlesen,
der Göttin wir gehören.

Oh meine Göttin, preisen wir,
in deiner Lust wir sieden,
wir opfern unsre Seele dir,
dass nichts von dir geschieden.

Ein Licht, kein Raum und ohne Zeit,
uns ohne Grund erleuchte,
kein Diamant strahlt je soweit,
dass solchen Glanz er bräuchte.

Mittwoch, 7. April 2010

Leo: Von der Macht der Lebenskraft, von Lust und Liebe

Wenn unser geschlechtliches Begehren viele unserer Wahrnehmungen und Entscheidungen auch bestimmen und seine Stärke unbestreitbar ist, können wir uns von ihm doch nicht versklaven lassen! Will das Heiligtum dies befördern?

Ein Feuer aus dem Himmel und nicht aus der Hölle

Das HDSG befördert eure Geschlechtlichkeit, indessen um euch zu befreien und die Fesseln, die euch vor zweitausend Jahren und mehr angelegt worden sind, wieder zu sprengen. Auch Deine Formulierung ist nicht frei von dieser euch angetanen Gewalt. Die Kraft des sexuellen Begehrens, das treibende Interesse an allem, was darauf gerichtet ist, die konnte niemand leugnen. Konnte zu jeder Zeit ein jeder sie doch erleben. Man stempelte sie aber zu einer dunklen Kraft im Menschen, die tief in ihm schlummerte und deren wilder Ausbruch zur Verderbnis führe. Sie tauge nur, so lehrte man euch -wenn man sie nicht gar von Anbeginn verdammte- eingedämmt und zu anderen Energien gewandelt, nach strengen normativen und ethischen Vorgaben. Die pure Lust, die die sexuelle Macht verschafft, sie war des Teufels, wie alles was damit zusammenhing, selbst das Wort Lust schon glich einer Expressfahrkarte direkt zur Hölle. Und doch, so wussten die meisten zu berichten, wenn die Lust auf die von anderen traf, gab es kein Halten und alle Zeit und Raum und jedes Wenn und Aber entschwanden, kein noch so wohlbedachter Ratschluss hielt dem stand. Eure wissenschaftlichen Versuche zeigen es: bringt die Körper nur nahe genug zusammen, allein die Zeit wird sich unterscheiden, wie lange es dauert, bis 80 % aller am Experiment Beteiligten miteinander ihre Lust austauschen. Das ist in der Tat ein Feuer, das sich gegenseitig entflammt, indessen nicht aus der Hölle stammt, sondern vom Himmel fällt und der Atem der Göttinnen facht es heftig in euren Seelen an.

Verneinung des Glücks, um den Tod zu preisen

Nichts, was euch umgibt, ist frei von dieser Kraft. Und alles, was euch beschäftigt, ist ein Spiel mit ihr. Die Anziehung der Geschlechter durchzieht überall euer Tun, unterschiedlich ist zumeist nur das Maß. Schönheit wäre ohne diese Kraft nicht vorstellbar. In der Liebe nimmt sie von euch Besitz und nicht weniger in der Lust. Ohne sie wäre alles, was ihr tut, nur leblos und fad. Mit ihr aber erstrahlt alles in den buntesten Farben und spannt eure Gefühle und Empfinden lockend an. Nirgendwo in eurem Leben, an keiner Stelle und zu keiner Zeit stoßt ihr nicht auf sie, findet ihr keine Zeichen von ihrem Wirken. Selbst euer Verstand muss sich ihr beugen, wenn nicht gar vor ihr verbeugen, ganz gleich wie hoch seine Abstraktionen von Stockwerk zu Stockwerk empor eilen. Ihre Macht ist nicht zu bezweifeln und nie konnte jemand sich ihr ohne tiefe Konsequenzen entziehen – ob in Lust oder auch im Leid. In Lust, wenn ihr euch ihr bereitwillig fügt, im Leid, wenn ihr denen und ihren Geboten folgtet, die der Macht der Lebenskraft vorgeben zu trotzen. Eine jede Macht, der man zu trotzen versucht, bringt Leid und führt zur Verletzung. Das Leben aber kann niemals erfolgreich seiner es erzeugenden Kraft widerstehen. Daher schlägt der Widerstand gegen des Lebens Lust und Liebe so tiefe Wunden, die Leib und Geist entstellen. Wen mag es da noch wundern, dass diejenigen, die die Heiligkeit der Lebenskraft leugnen und das Helle von Lust und Liebe zur dunklen Kraft, die alles Gute im Menschen verzehrt, erklären, zugleich die Qualen, Schmerzen und Verunstaltungen, die sowohl dem Leib wie auch der Seele zugefügt werden, als das Wirken ihres jenseitigen Gottes und als den sichersten Weg zu ihm und zu seiner Ewigkeit preisen. Das aber ist kein anderer Weg zum Glück, den man euch da zeigt. Vielmehr ist er die Verneinung der Lebenskraft, die Verneinung von Lust und Liebe, die Verneinung von allem Glück, die Verneinung des Lebens überhaupt, die Verneinung von allem, um den Tod zu preisen. Die Lebenskraft mit ihrer Lust nach Glück und Liebe kann euch niemals versklaven, ihre Verneinung aber und die gleichzeitig als Lohn von Verzicht und Leiden in Aussicht gestellten himmlischen Freuden sind die Fesseln, die euch die Freiheit rauben und euch zu Sklaven fremden Willens machen. Deine Sprache, dass eure Lust euch versklave, kann verräterischer kaum sein.

Zum virtuellen Kontinuum gebändigt
Keine Frage, die Macht, mit der das Leben alles voran treibt, ist riesig, nichts Stärkeres kann man je erfahren. Das ist der Grund, warum niemand, ohne Schaden an Leib oder Seele zu nehmen, sich den in den Menschen von der Lebenskraft gesetzten Begierden und Begehrlichkeiten auf Dauer wiedersetzen kann. Das HDSG sieht darin das Wirken der Göttinnen, weil sie die Welt befruchteten. Diese Macht ist nichts anders als die sich in der Welt ausbreitende Kraft der Göttinnen, sie ist die Schöpfungsmacht schlechthin. In der Natur unterliegt alles ihrem kraftvollen Wirken ganz von allein, will es nicht ausscheiden und dem frühen Tod erliegen. In der virtuellen Welt, die die Menschen sich mittels ihrer Absprachen schaffen, wenn sie gemeinsam am vorgesehenen Ort zur vorgesehen Zeit das Vorgesehene tun, da speist sie nicht weniger alles hiervon ausgehende Virtuelle, das heißt das durch das abgestimmte Tun erzeugte gesellschaftliche Leben, das nur in dem jeweiligen Zusammenfügen der es bewirkenden Handlungen Einzelner für diesen Punkt allein entsteht. Hier bedarf alles der Form, denn nur über Formen könnt ihr euch verständigen und zusammenwirken. Dies gilt auch für die in jedem von euch brodelnde Lebenskraft, die ihr als Lust und Liebe empfindet. Diese Formen des Zusammenlebens und des Austauschs beruhen allesamt auf der Verlässlichkeit eines jeden am gemeinsamen Handeln teilnehmenden Menschen. Dies gilt auch für die gemeinsame Lust und Liebe, wenn sie aufeinandertreffen. Das ist der Grund, dass Treue sich in jeder Kultur findet, ganz besonders in geschlechtlichen Dingen. Da aber keine Kraft stärker ist als die, die das Leben bildet, gewinnt auch die Treue als besondere Form der Verlässlichkeit bei der Lust und Liebe ihre besondere –auch kulturelle- Bedeutung. Die Kraft drängt elementar in alle Richtung nach Vereinigung, der Göttin Liebesgaben ziehen einen jeden an, je mehr um so schöner sie ihm nur erscheinen. Das ist das Schöne an der Lebenskraft und ihre berauschende Wirkung auf alle. In eurem Zusammenleben reiht ihr aber virtuell Punkt für Punkt zur Zeit und deren Räume aneinander und so, wie das Bewusstsein die Gegenwart schafft, zieht ihr alles, was ihr gemeinsam bewirkt, zu einer gesellschaftlichen Form mit ihrer eigenen Zeit und Gegenwart, zusammen. Das geschieht alles nur virtuell. Aber alles Virtuelle erhält unter den Menschen mit seiner Anerkennung Wirksamkeit. Es wandelt sich zu einem Kontinuum, als Summe der Verlässlichkeit, ohne das es keine Gesellschaft geben könnte. Euer individuelles Sein, eure Triebe, eure Gefühle, eure Lust und Liebe ordnen sich dort ein. So gewinnt Verlässlichkeit und damit Treue auch hier die Oberhand und fügt sich zu dem virtuellen Kontinuum. Das Kontinuum besteht als virtuelles Wesen nur, solange die es Bedenkenden es auch wollen. Auch die Treue hält nicht länger und ebenso wenig die Verlässlichkeit, alles endet, wenn ihr es nicht mehr wollt. Die Information aber, der Gedanke daran, der euch zeigt und lehrt, was ihr bewirken könntet, bleibt. Die Lebenskraft bedarf der Formung, um ein Kontinuum, etwas zeitlich und örtlich virtuell Beständiges, zu begründen. Da alles Virtuelle aber von Eurem Willen abhängt und nicht mehr wirken kann, wenn ihr es nicht mehr wollt, unterliegt es auch eurem Streben nach Glück und damit der Lust und Liebe. Das ist das Wechselspiel mit euren Begierden und Gefühlen und den anderen Menschen, mit denen ihr euch zusammentut, die nicht weniger als ihr nach ihrem Glück nur streben und ihre Lust und Liebe suchen.

Wiederentdeckung der Richtung und der Tugend der Verlässlichkeit

Dieses unvermeidbare Zusammenspiel verführte die einen, die die Macht über andere ausübten, dazu, die Beiträge der von ihnen zu Beherrschenden zu der Grundlage ihrer Macht dadurch zu verfestigen, dass man –auch dies wiederum virtuell- die Richtung des Glücksstrebens der zu Beherrschenden umdrehte und das eigene Glück, und damit auch die eigene Lust, zum Laster erklärte, zur Tugend aber allein dasjenige machte, was die Herrscher zu ihrem Inhalt setzten. So bemächtigte sich das Virtuelle des tatsächlichen individuellen Lebens. Hierin bestand der eigentliche Akt der Versklavung, den es zu erkennen gilt. Habt ihr ihn erkannt, dann findet ihr auch die Richtung wieder, die man euch abhandenkommen ließ. Die Lebenskraft, die in euch wirkt und euch auch die Lust und Liebe bringt, die Richtung eures Strebens nach Glück bestimmt, ist das wirkliche Leben, nicht das, was ihr glaubt, aufgrund eurer Absprachen gemeinsam gegen sie zu bewirken. Die Lebenskraft bedarf unter euch der Formung, aber nicht ihrer Vernichtung und die Umkehrung aller Energien. Im Zusammenleben bedarf es der Verlässlichkeit des Zusammenwirkens, ganz besonders bezüglich der individuellen Lebenskraft, ihrer Äußerungen und all der göttlichen Liebesgaben. Aber es sind Liebesgaben und keine Schandtaten, die aus euch quellen und euch einander anziehen und immer wieder binden. Nicht in ihnen liegt das Übel, wenn sie euch verführen, sondern in dem gebrochenen Wort, das zu halten ihr einem anderen gegeben habt. Das müsst ihr wieder lernen. Das ist die eine Seite unseres Heiligtums.

Der Allgemeine Lebenskraft zu dienen
Die andere Seite geht darüber weit hinaus. Sie ist die Seite, die unsere Göttinnen zusammen mit der allgemeinen Lebenskraft schufen, das Leben, das sich über das Leben eines jeden von euch hinaus erstreckt, das einzig Allgemeine und nicht Virtuelle unter, zwischen und über euch. Denn auch wenn ihr nicht mehr wollt, wird es diese Kraft geben, ihr allein werdet aus der Welt verschwinden. Das Leben auf der Welt ist nicht von eurem Willen abhängig. Diese allgemeine Lebenskraft, deren Teile die Lebenskraft eines jeden Einzelnen, der lebt, ist, die aber über alle Einzelne der Welt hinausgeht, ist ein Teil der Göttin. Ihr gegenüber aber bedarf es keiner Formen und Symbole, mit der Göttin seid ihr real verbunden durch die Wahrheit. Alle Hitze und Erbeben, alles Begehren, Suchen und Erfüllen, alle Lust und Liebe, die ihr tief in euch spürt, bringt ihr der Göttin direkt, ohne Zwischenschaltung von Medien, Vermittlern, Ideen, Gedanken, Informationen, ohne alles dar. Ihr gehört alles von euch, was ihr fühlt und seid, vor allem aber euer Glück und dann auch alle Lust und Liebe. Die Liebe zur Göttin ist da und muss nicht erst begründet werden und nichts anderes gilt für die Lust. Denn ihr seid mit eurem Leben und seiner Kraft ein Teil der Göttin und ihre in die Welt gebrachte Kraft, als sie einst das Leben schuf, ist euer Leben. Das allgemeine Leben verehrt ihr im Glück und in der Wahrheit und damit in der Göttin, wenn ihr euch allein ihr zu Ehren gemeinsam vereint. Da brennt das Feuer ungeformt und alles dient allein der Liebe der Göttinnen. Es ist das Schönste, das Beste, das Immerwährende und Grundloseste, das ihr ihr bieten könnt. Denn allein darum seid ihr kraft ihrer Macht geschaffen. Ihr gliedert sich alles an und ein, was ansonsten Ziel eurer Liebe ist. Daher könnt ihr nie die anderen geschuldete Treue und Verlässlichkeit brechen, wenn ihr der Göttin dient.

Der Göttin Dienst an ihrem Ort zu ihrer Zeit
Die Lust und Liebe der Göttin ist unendlich wie ihre Lebenskraft, der alles frühere, heutige und künftige Leben auf der Welt entstammt. Für den Menschen und für alle Wesen der Erde ist sie allumfassend. Nichts Besseres kann es geben, als in ihrer Kraft nach ihren Wünschen zu leben, ihrer Lust und ihrer Liebe zu dienen. Darin würde aber auch ein jeder Mensch aufgehen. Denn er würde nach nichts anderem streben, als mit der Göttin beisammen zu sein, und jedes Streben endet, wenn er das Beisammensein erlebt. Die Lebenskraft, die die Göttinnen in die Welt brachten, aber erschöpft sich auf den Einzelnen bezogen nicht darin, ihr allgemein zu dienen. Dies allein ist das Ziel der Lebenskraft als solcher, der allgemeinen Lebenskraft. Der Einzelne aber steht in der Kette des immer weitergegebenen Lebens, wie es bereits die Natur durch die Erhaltung der Art vorgibt. Als Einzelner lebt er dabei mit anderen nach den Grundsätzen der Verlässlichkeit und Treue in ihrem zivilen Leben, wie wir es zur sprachlichen Unterscheidung von dem Dienst der Göttin nennen. Auch dieses Leben ist seine der Göttin gegenüber geschuldete Pflicht, weswegen jeder Mensch mit seiner Treue im zivilen Leben zugleich der Liebe zur Göttin dient. Das zivile Leben aber käme zum Erliegen, seine Strukturen würden zerbrechen, gäbe sich der Mensch allein der Lust und Liebe seiner Göttin hin. Daher hat die Göttin seinen Dienst auf die von ihr und nach ihren Regeln festgelegten Sakralräume beschränkt. Sowohl die räumliche wie auch die zeitliche Festlegung dieser Räume werdet ihr noch erfahren, soweit es zeitlich nicht schon erfolgt ist. Es gibt öffentliche Sakralräume und private Sakralräume, alle müssen der Göttin geweiht sein. In ihnen finden an den allgemein festgelegten Tagen von einmal wöchentlich und sieben mal sieben Wochen der Gottesdienst, beziehungsweise die Andachten statt. In den Metropien aber, das sind sieben in der Welt verteilte Tempel (eine ist heute bereits gegründet), finden die Gottesdienste auch an allen vom Träger des Wortes oder den obersten Priestern bestimmten Tagen statt, auf dass der Göttin ewige Liebe und Lust nicht vergehe. In den Tempeln der Göttinnen findet der Einzelne seine Kraft für sein Leben, wozu auch seine Verlässlichkeit gehört. Allein auf der siebten Stufe wird er mit der Göttin eins sein können und die Sakralräume werden ihre Begrenzung dabei verlieren, eine Gnade derer nur Heilige teilhaftig sein werden.

Sonntag, 4. April 2010

Versuchungen
















Gustav Klimt, Judith, 1901




Der Göttin Schönheit spiegelt sich in jedem Leib,
der in den Straßen lustvoll seine Formen schwingt
und auf den Plätzen allen sagt, ich bin bereit,
mit jedem er die Melodie der Göttin singt.

Im Tanze aneinander sich die Körper schmiegen,
wenn der Musik Gesang sie zueinander trägt,
im Schein vereint verschlungen miteinander wiegen
die Leiber sich, als wären sie von Lust geprägt.

Erheischend sich die Blicke gegenseitig suchen,
die Augen stechend einer in den anderen dringt,
um dessen Lust begierig selbst sich zu verbuchen,
soviel Begehren Fremder uns dabei umringt.

Ein Duft bezaubert unser Fühlen und Verlangen,
ein Schatten streicht erregend über unsere Haut,
sofort hinweg zusammen wären wir gegangen,
wenn hätten wir uns unsre Lust nur zugetraut.

Allein der Stimme Klang bereitet uns Erzittern,
und was gesprochen, taucht in göttlich Farben ein,
des Körpers Lust erhebt sich über unsren Gittern,
doch sie zu brechen, das Gewissen sagt uns nein.

Obgleich wir anderen uns längst versprochen haben,
so hitzig die Versuchung nach uns lüstern greift,
denn alles sind der Göttin herrlich Liebesgaben,
mit denen sie des Menschen Seele wonnig reift.

Freitag, 2. April 2010

Leo: Allein der Göttin Leben ist unsterblich

Wie soll das Leben den Tod aufwiegen?

Der Tod und nicht das Werden ist Fiktion
Das kann es nicht. Doch seid getrost, der Tod, den es aufzuwiegen gelte, den gibt es nicht, mag er euch auch noch so sehr beschäftigen. Der Tod ist die begriffliche Verneinung des Lebens, das ihr erfahrt, in dem sich seine Äußerungen in eurem Bewusstsein spiegeln. Euer Leben ist ein Prozess, der von allem, was daran beteiligt ist, veranstaltet wird. Entweder ist ein Prozess oder es ist kein Prozess und fehlt es an ihm, so ist auch kein Leben. Denn nur was wird, kann im Augenblick des Entstehens sein, schon im nächsten Augenblick ist etwas anderes geworden und die Verbindung des einen mit dem anderen ist nur virtuell, im Bewusstsein wie digitalisiert. Das Bewusstsein verknüpft das jeweils Werdende für eine kurze Spanne zur Gegenwart, gaukelt gewissermaßen ein gegenwärtiges Sein sich selbst vor. Damit aber wird das so Verknüpfte nicht zu einem real existierenden Sein, dessen Verneinung nur der Tod sein könnte. Das vom Menschen zweifellos empfundene Sterbliche ist das Wissen von dem Transienten des Werdens, des Voranschreiten von Punkt zu Punkt im Werden. Alles ist vergänglich, erfährt der Mensch, denn überall, wo Leben ist, erkennt er das Vorübergehende des Werdens. Denn Leben ist ausschließlich ein Werden und nie ein Sein. Nur dem was ist, also einem Sein, könnte ein Tod gegenübergesetzt werden. Was der Mensch an seiner Sterblichkeit beklagt, ist das ihm fehlende Göttliche, dass er ein Werden und kein Sein ist. Das einzige Göttliche aber ist das Leben, denn es lässt immer wieder Materie und Energie, Staub und Erde, Moleküle und Atome zu einem Teil von ihm werden. Ein jeder kann an der Unendlichkeit des Lebens teil haben, aber niemand kann losgelöst von diesem allumfassenden Leben seine Endlichkeit überwinden. Die Wandlung des Werdens zu einem Sein, des Lebens zu einer Ewigkeit, kann nur dort erfolgen, wo alles geschehen kann, beliebig, wie man will, im Abstrakten und Begrifflichen, dem nichts in der Welt je entspricht. Wer sich in diese Beliebigkeit versteigt, der mag dort bleiben, läuft indes Gefahr, das Einzige, was ihm zu eigen ist, zu opfern, sein Leben, wie es die Natur ihm schuf und die Göttin ihm darüber hinaus ermöglicht.

Fromme Lüge
Die Vorstellung eines Weiterlebens nach dem Tod führt zur Selbsttäuschung. Zuerst einmal aber erleichtert sie das Leben und vor allem das Ableben in der Annahme der Unsterblichkeit, denn, um nach dem Tode weiterzuleben, bedarf es nur einer (begrifflich) kleinen Wandlung vom Diesseitigen zum Jenseitigen, das Durchschreiten eines virtuellen Tores, und schon geht es weiter in alle Ewigkeit. Eine scheinbar fromme Lüge, niemals zu wiederlegen, denn, wie schon Epikur den Mensch beruhigte, bist du, ist nicht der Tod, ist der Tod, bist nicht du- wer also sollte die Lüge entlarven. Warum indes soll man den Menschen die Hoffnung nehmen, wenn sie ihren ohnehin unvermeidbaren Weg in den Tod beschreiten? Da kann es nur einen einzigen Einwand geben: weil es der falsche Weg ist. Denn wer glaubt, seines Lebens Heil in der Ewigkeit nach seinem Tod zu finden, der wendet sich notgedrungen von der Göttin und ihrem Atem, der stets das Tote zum Leben erweckt, ab. Eine Liebe ist nur rein, wenn sie einem gilt und nicht nach Bedarf beliebig auf viele erstreckt werden kann. Man kann nicht das aus toter Materie geschaffene Leben unserer Welt preisen und zugleich den Strang dieses sich in der Welt fortsetzenden Lebens verlassen, um sein privates Leben nach dem Tod weiterzuführen. Das sind Widersprüche, wie auch die herrschenden Religionen der letzten Jahrtausende belegen, indem sie konsequent den Akt, Leben zu zeugen und zu empfangen, verleumdet haben. Wer den Göttinnen glaubt, der kann nicht die Einbahnstraße in die Ewigkeit nach dem Tode verfolgen. Er kann sich nur dem von ihnen der Welt eingehauchten Lebensquell unterstellen und das Leben preisen, niemals aber den Tod.

Nur im Leben findet der Mensch die Ewigkeit

Nur das Leben ist, nicht der Tod. Das Leben, dessen Teil der Einzelnen Leben ist, selbst ist ewig und bedarf nicht einer Ewigkeit, sollte es einmal nicht mehr sein. Denn es ist ein Teil der Göttin. Daher ist das ganze Leben auch ein Sein, das das Leben Einzelner werden lässt. Strebt der Mensch nach Ewigkeit, dann kann es nur dieses Leben sein, dass die Göttin in die Welt brachte. In dieses Leben kann der Einzelne sein Leben einbringen, es unterstellen und begreifen. Gelingt ihm dies, dann wird er mit der Göttin eins. Je mehr und je öfter seine Seele dabei in ihre aufgeht, je mehr ein Mensch spürt, dass es der Göttin Seele ist, die in ihm ist, um so mehr nimmt er an ihrer Unsterblichkeit teil. Denn unsterblich kann der Mensch allein durch sein Leben, nicht aber durch sein Sterben werden. Wer bei seinem Tod die Unsterblichkeit der Göttin Seele noch nicht in sich hat, der hat die Ewigkeit längst verloren. Jedesmal aber, wenn ihr der Seele der Göttin näherkommt, eure mit der ihren vereint, euer Leben als Teil des der Welt von den Göttinnen geschenkten Lebens erlebt, um so mehr schlägt der göttliche Puls der Ewigkeit des Lebens in euch. Ein Leben aus der Göttin Seele ist ein erfülltes Leben. Wer indessen auf ein erfülltes Leben blickt, der hat den Tod nicht mehr zu fürchten. Er sieht denen, die er hinterlässt, zufrieden in die Augen und preist ihnen sein Leben, von der Göttin und ihrer Seele Lust und Liebe erhöht und Teil des Lebens der ganzen Welt geworden.

Ewigkeit in der Göttin Arme
Leben ist Ewigkeit von Gottes Willen, womit die Göttin die Erde befruchtete. Ein Leben in jenseitiger Ewigkeit ist eine Kapitulation vor dem diesseitigen und dennoch göttlichen Lebensquell, deren Kraft zu nutzen nicht gelang, eine Ausflucht in die Beliebigkeit der Begriffe. Die Beliebigkeit lässt sich mit allem füllen, weswegen sie sich, einmal in eine Form gefügt, unter Herrschern und Beherrschern allergrößter Beliebtheit stets erfreute. Der Würde und Freiheit des Einzelnen aber und damit auch seiner Verantwortung und Liebe allein angemessen ist jedoch nur die Ewigkeit, die die Göttin uns verschaffte, als sie die Welt beseelte und uns die Kraft verlieh, aus uns neues Leben zu schaffen, dass sich selbst in gleicher Weise fortpflanzt. Das ist die vis vitalis perennis unserer Göttin. Daher fürchtet nicht den Tod, fürchtet euch jedoch vor einem leeren Leben, dessen Leere den Tod euch so bedrohlich nur erscheinen lässt. Erfüllung aber findet ihr umso mehr, je näher ihr der Göttin seid, erfüllt seid ihr, wenn ihr der Göttin heftige Leidenschaft in euch schlagen spürt. Auf diesem Weg könnt ihr Teil ihrer Liebe werden, wozu auch ihre Lust gehört. Im himmlischen Vergnügen werdet ihr euch ihrer Seele nähern und damit auch dem Glück der Götter. Euer Leben wird sich dem göttlichen Leben angleichen und geht einst gar in ihm auf, dann seid ihr am Ziel und nichts trennt euch mehr von der Göttin Liebe. Das ist das Glück, das ihr in eurem Leben allein nie werdet erreichen können. Wer das Glück je gesehen hat, bedarf nicht mehr seines individuellen Lebens. Damit seid ihr aller Sterblichkeit enthoben. Denn von nun an werdet ihr ein Sein und seid nimmer mehr ein Werden. Dies aber findet ihr nur in der Seele unserer Göttin.

Der Tod anderer

Und noch eins muss ich euch erklären. Von eurem Tod müsst ihr den Tod der anderen unterscheiden, den ihr anders als den eigenen Tod erleben könnt. Der Tod der anderen gibt euch zwar Beispiel, hat indes nichts mit eurem Tod gemein, wenn auch die Todesgläubigen alles in ein Jenseits werfen mit dem Versprechen eines allseitigen individuellen Wiedersehens. Doch bedenkt hierbei kritisch bereits eure eigene Wahrnehmung. Alles was ihr wahrnehmt, ist nur eine Annäherung an Vergängliches. Dazu gehören auch die anderen Menschen, denn ihr könnt nur ihr Werden begreifen, alles andere ist Fiktion und virtuell. Alles ist ein Kommen und Gehen. Das Bleibende und Unveränderliche existiert allein in eurer Einbildung, auf die Wirklichkeit hat das unmittelbar keinen Einfluss. Erst durch die Tugend der Verlässlichkeit kann die Einbildung auf Wiederhall bei anderen hoffen. Nur eines können die Menschen darüber hinaus miteinander zu einem Ganzen verbinden, das Leben dessen Teil sie alle sind, der Odem der Göttin, die alles wachsen und leben lässt. Ein jeder, der für sich nach der Göttin Liebe strebt, sich mit ihrer Seele zu vereinen, der findet dabei auch die anderen, denn auch deren Leben wird dabei zum Teil des von der Göttin eingehauchten Lebens und erst diese Gemeinsamkeit verbindet die Menschen über alle Fiktion und Virtualität hinaus. Den individuellen Verlust beim Tod eines geliebten Menschen kann dies indes nicht vermeiden, jedoch ähnlich wie der Einzelne gelassen von seinem individuellen Leben lässt, je mehr er des Allgemeinen der Göttin teilhaftig war, findet der allein gebliebene Trost in den Spuren des Lebens, das sich in dem Werden Einzelner fortsetzt.

Der Göttin Gnade
Um dir ganz klar zu antworten: das Leben kann schon seinen Voraussetzungen nach zwar nicht den Tod aufwiegen, es kann ihn aber entkräften. Soweit die Sterblichkeit dich betrifft, überwindest du sie mit einem erfüllten Leben dort, wo der Atem der Göttin weht und Leben schafft. Denn nur im Leben liegt die Ewigkeit und gerne begibst du dich in ihre Arme, wenn ihre Lust und Liebe, das ganze Glück dir scheinen. Vor ihrer Seele, dem Leben aller und der Göttin Glück und Licht verliert dein eigenes Leben jegliche eigene Bedeutung und du bist am Ziel. Bei den Lebenden mildert der Lebensquell, den die Göttin speist, die Erfahrung des Todes, umso mehr, je mehr und umso öfter alle Betroffenen bei der Göttin weilten. Die Grundeigenschaften des Menschen sind indessen niemals aufzuheben, der Mensch ist und bleibt ein Mangelwesen, den nur der Irrtum zur Erkenntnis gelangen lässt und der in jedem Augenblick –dabei des göttlichen Odems teilhaftig- ein Werden ist. Alles andere ist die Gnade der Göttin.

Freitag, 19. März 2010

Im Angesicht der Göttin
















Gustav Klimt, Nudas Veritas, 1899




Mit kühlem Blick die Göttin heiß erglühend
sich bebend bahnt den Weg zu deiner Brust,
der Liebe Kraft im Rausch ganz rasch erblühend
schwillt an, in deinem Herzen größte Lust,
mit Leib und Seele dich hineinzustürzen
in Tiefen, dir die Göttin lüstern schuf,
die prallen Lenden beißend scharf zu würzen
mit ihrem honigsüßen lockend Ruf.

In ihrem Dienst bist du von ihr bereitet,
auf dass die Liebsten fest von dir umschlungen,
dein brennend Leib zu einem Meer geweitet,
in das in heißen Wellen kühn gedrungen
das Beste, das die Göttin einst gegeben,
als Männliches zum Weiblichen sie fügte,
zu einem Einzigen nur hinzustreben,
dass göttlicher Begierde es genügte.

Und aller Universen Sonnen sieden,
verdampfen tiefgefroren Urgestein,
vereinen selbst, was ewiglich geschieden,
nichts übrig bleibt, das wäre nicht gemein,
und Licht dringt gleißend durch die Seelen aller
die Körper sengend, wohlig sie verschmelzen,
die Glieder straff verflochten berstend praller
ergießen schäumend sich, in Lust zu wälzen.

Ein Feuer blendend zieht am Himmel auf,
nur Schemen können eure Augen sehen,
doch Blitze, Strahlen schießen überall zuhauf,
der Göttin Atem spüren alle wehen,
wenn aus den Flammen quillt ihr Leib hervor,
in aller Pracht und Schönheit göttlich prangend,
mit eurem Körper zieht sie euch empor
zur Göttin Lust und Liebe ihr gelangend.

Dienstag, 16. März 2010

Leo: Nur in allgemeiner Lust findet man der Göttin Liebe

Warum muss es die allgemeine Lust und Liebe sein und reicht nicht die, wenn zwei sich lieben?

Verlässlichkeit ist der Liebe Trumpf

Im HDSG gibt es eine strenge Trennung zwischen dem Verhalten der Gläubigen an den Orten und zu den Zeiten der Göttinnen und dem zivilen Leben der Gläubigen außerhalb des Heiligtums. Die Göttin ist in jeder Liebe gegenwärtig und jede Liebe ist von ihrer Kraft beseelt. Nichts anderes gilt auch für die Lust. Jede Liebe gilt und verpflichtet die Liebenden zu ihrer Treue, soll sie nicht verraten werden. Es gibt kein soziales Werden ohne Verlässlichkeit, daher fordert die Göttin von Menschen Verlässlichkeit als eine der wichtigsten Tugenden. Kein einziges Zusammensein würde sich bilden, gäbe es nicht die Verlässlichkeit. Nur wer sicher ist, dass der andere auch sein Versprechen hält, kann darauf selbst bauen. Die Liebe aber ist einer der wichtigsten Schlüssel zur Verlässlichkeit, denn man erfüllt das dem anderen Versprochene dabei oft sogar mit Lust. Somit ist der Göttin die Treue der sich Liebenden nicht weniger heilig, als jedes Gebet zu ihr. Das gilt ebenso für den Austausch der geschlechtlichen Lust zwischen den durch die Liebe Verbundenen. Die geschlechtliche Treue folgt dem Willen der Göttin. Hierüber können nur die verfügen, die die Versprechungen betrifft. Nichts anderes obwaltet in den Tempeln der Göttin an ihren Tagen, in ihren Sakralräumen (wie sie das Heiligtum nach Ort und Zeit definiert). Nur mit einem Unterschied: Im Heiligtum gilt die ganze Liebe und ebenso die ganze Lust allein der Göttin. Im Heiligtum wiegt nur die der Göttin geschuldete Treue. Dort treffen sich die Gläubigen aus einem ausschließlichen Grund: sich der Göttin und ihrer Lust und Liebe hinzugeben. In der Hingabe beten sie leiblich zu ihr und vereinen alle ihre Körper zu dem Zustand, den die Göttin schuf, als sie die Erde einst erstmals belebte.

Das Allgemeine hebt den Menschen an zur Göttin
Die Suche der Menschen nach dem Göttlichen war immer eine Suche nach dem Allgemeinen, nach etwas, was jenseits der eigenen Begrenzung lag und deren Teil man dennoch war, allein um sich damit zu identifizieren. Das einzige Allgemeine, dessen jeder Einzelne sich sicher sein kann, ist das ihn umspannende und über ihn hinaus greifende Leben. Im Heiligtum öffnet er sich diesem allgemeinen Leben, um es zu finden und dabei ins Angesicht der Göttin zu blicken. Mit ihrem Angesicht aber enthüllte die Göttin zugleich ihre Lust und Liebe, als sie die Welt belebte und seither an sie gebunden ist. Der Mensch weiß, dass die Göttin auch seine Lust und Liebe braucht, um ihre zu erhalten. Das verpflichtet den Menschen, sich der Göttin dadurch hinzugeben, dass er die Hingabe in der Allgemeinheit seiner Mitgläubigen sucht. Nur diese Allgemeinheit der Hingabe entspricht dem Allgemeinen des Lebens. Und nur auf diese Weise kann sich der Einzelne mit dem allgemeinen Leben verbinden, das sich auf diese Weise aus dem Zusammenfügen der Lust und Liebe Vieler zur einzigen göttlichen Lust und Liebe wandelt. Keine Pflicht aber wiegt höher als die, die der Mensch der Göttin schuldet. Die Menschen finden hier ohne jene Absichten, die sie ansonsten leiten oder auch gegenseitig binden, sei es aus gegenseitiger Liebe oder nur aus der privaten Lust, zusammen, um dabei auf die Lust und Liebe der Göttin und auf die Quelle ihrer Kraft, die alles Leben in der Welt erzeugt, zu treffen. Das Beispiel der der Göttin geschuldeten Treue begleitet die Menschen indes ebenso, wenn sie aus den Tempeln nach Hause zurückkehren, wo sie nichts anderes ihren Partnern schulden. Wer hier betrügt, betrügt nicht weniger die Göttin und einen hierdurch besudelten Leib mag auch Göttin in ihrem Haus nicht lieben. Nichts aber geht über die Lust und Liebe der Göttinnen selbst, die eine jede Liebe mit umfasst.

In der Liebe Aller liegt der Gottesdienst
Die Liebe zwischen Menschen ist heilig, jede Liebe ist heilig. Denn alle Liebe kommt von der Göttin und sie heiligt sich im Leben der Menschen. Im Tempel der Göttin zu ihrer Zeit geht es jedoch um etwas anderes und auch mehr: fernab von dem eigenen leiblichen Begehren eines Menschen nach Lust und Liebe allein die Göttin mit Lust zu lieben, um sie mit ihrem Leib und ihre Seele in aller von den Menschen vereint dargebotenen Liebe in der Welt zu materialisieren. Dies geschieht nur in Gemeinschaft mit allen und nicht nur mit einem anderen allein. Kommen zwei gemeinsam in den Tempel der Göttin, um zu ihr gemeinsam mit ihren Leibern zu beten, dann können sie es nur, wenn sie sich mit anderen dabei leiblich vereinen. Denn es geht nicht um ihre zweisame Liebe, sondern um die Liebe aller. Dies ist der Dienst an die Göttin, der Gottesdienst im Heiligtum. Im Sakralakt liebt der Mensch die Göttin und nicht einen anderen Menschen. Denn in ihrem Heim will die Göttin von allen geliebt werden, sie allein ist das Ziel einer jeden Begierde. Hier will die Göttin nicht ihre Lust und Liebe mit anderen teilen, soll ihre Eifersucht nicht entbrennen. Der Mensch kann sich dabei nur dann der göttlichen Liebe öffnen, wenn er die Göttin allein und keinen anderen sucht und begehrt. Dabei taucht er in die Allgemeinheit der in ihrem Dienst Versammelten ein. Im Haus der Göttin ist zu ihren Zeiten nur Raum für die ihr geschuldete Treue.

Sonntag, 14. März 2010

Leo: Grundaussagen des Heiligtums

Jetzt werde ich eine Zeit lang Fragen beantworten, die ihr mir stellt.

Was lehrt das Heiligtum der Sieben Göttinnen uns denn?

Schöpfungsakt durch die Göttin

Im Zentrum des Heiligtums steht der Schöpfungsakt, mit dem im Universum unbelebte Materie sich zu einem Werden organisierte und so das Leben in die Welt trat. Damit trat etwas Neues und Anderes in das Geschehen, das der ehemals toten Materie die Information vermittelte, sich so zu verhalten, dass Leben wird. Allein die Information vermochte das Tote nicht zu beleben, vielmehr das so Belebende  der Atem der Göttin, ihre zur Kraft gerichtete Energie. Die Göttin steht als personalisierte Form des Göttlichen für den göttlichen Akt der Belebung. Als solche erkannten die Menschen die Göttin seit je.

Fortschreitendes Leben
Der Göttin Atem, das Belebende, lässt ein jedes Wesen werden. Darin erschöpft sich sein Wirken jedoch nicht, vielmehr greift er über jedes einzelne Wesen hinaus, indem er das allgemeine Leben entstehen lässt, das Einzelne aneinanderreiht und aus dem Leben der Einzelnen neues Leben Einzelner schafft und so hinfort. Damit erweist sich das Leben eines jeden Einzelnen als Teil des allgemeinen Lebens, das die Göttin der Materie einhauchte. Das einzelne Leben ist Teil des allgemeinen Lebens mit der Eigenschaft, sich von einem Einzelnen zu einem anderen fortzupflanzen. Der Göttin Atem, das Belebende, steckt in jedem Einzelnen, denn es ist sein Leben. Da der Einzelne in seinem Leben damit identisch ist, kann er es nicht unmittelbar als Eigenschaft der Göttin wahrnehmen. Das ist nur dann möglich, wenn er das Belebende unabhängig von seinem eigenen Leben wahrnimmt, das ist in der Geburt –wenn der Einzelne die Welt betritt- und bei der Fortpflanzung –beim Empfangen und Zeugen. Hier schreitet der Göttin Atem, das Belebende, ihre Seele, von einem Einzelnen zum anderen.

Der Göttin gegenübertreten
Das Heiligtum versteht als Göttliches etwas, dessen Teil der Mensch ist, das aber über ihn hinausweist, und das dessen Teil von allem war, was jemals existierte, und von allem sein wird, was jemals sein wird (existieren wird). Das Leben ist ein Werden und kein Sein, es sei denn infinitesimal. Der Göttin Atem und ihre Kraft indes ist allein ein Sein. Seine Lebenskraft gewinnt der Einzelne nur aus dem Belebenden, der Göttin Atem. Daher steht im Zentrum des Heiligtums das Bemühen des Menschen, dem Göttlichen zu begegnen, dass die Göttin ihm entgegentritt, auf dass sie dem Einzelnen die Lebenskraft gebe und verstärke. Der Göttin gegenüberzutreten, ist dem Menschen nicht mit seinem eigenen Leben möglich, denn sein eigenes Lebens das ist er selbst und sich selbst kann man nicht gegenübertreten. Dem allgemeinen Leben, das über ihn hinausweist und nicht mehr mit ihm identisch ist, und damit dem Belebenden, dem Sein, und der Göttin Atem kann der Mensch daher nur gegenübertreten, wenn der Atem zu ihm kommt und wenn er ihn weitergibt, wenn seine Existenz sich zu einer Bahn der durch die Welt lodernden Lebenskraft der Göttin formt. Beim Weitergeben löst sich der göttliche Funken von seiner Seele und springt über auf das neugeschaffene Leben, das ist der Göttin belebende Kraft, die dort wirkt und ihr kann der Mensch begegnen.

Sakralakt

Damit gewinnen die Eigenschaften, Bedingungen, Bestimmungen des Menschen, die in ihm für die Weitergabe des Lebens bestehen und sich gebildet haben und immer wieder bilden, an entscheidender Bedeutung, dass dasjenige, mit dem die Göttin die Welt durchdringt, vom Einzelnen wahrgenommen werden kann, dass ihm die Göttin hier begegne. Es ist nicht sein Verstand, sein Deduzieren und Abstrahieren, sein Folgern und Urteilen, was ihm das Göttliche eröffnet, das alles sind Gespinste beliebiger Natur. Es ist das in ihm angelegte Werden, das ihm ermöglicht, am Spiel der Göttin, nach Raum und Zeit die ganze Welt zu beleben, als handelndes und erkennendes Wesen teilzunehmen. Das geschieht durch die geschlechtlichen Eigenschaften des Menschen und alledem, was damit zusammenhängt und das zuerst einmal die Natur in ihm geschaffen hat, wie alles, was er hat und selbst ist. Das ist die Spur der Göttin in ihm, der Abdruck, den sie an seinem Leib und seiner Seele und als Schönheit in der Welt hinterließ. Hier finden sich die Sinne, mit denen der Mensch das Göttliche begreift, sein sich seiner selbst bewusstes Bewusstsein, damit saugt er den Atem der Göttin in sich ein, wenn dieser ihn erleuchtet. Der Akt, den die Göttin schuf, als sie die Welt belebte, vom Menschen als Geschlechtsakt wahrgenommen, steht daher im Mittelpunkt des Heiligtums. Im Zentrum steht dabei die Liebe und ihre verbindende Wirkung. Es ist jedoch eine wirkliche, eine leibliche Liebe und keine leere Idee von Liebe, eine Liebe, die sich im Sakralakt, dem ausschließlich der Göttin, den Göttinnen und Göttern geweihten leiblichen Gebet in Form des Geschlechtsakts, verallgemeinert und dabei das Göttliche manifestiert. Der Mensch selbst ist die verleiblichte Kraft der Göttin, das heißt das jeweilige Ergebnis ihrer entsprechend gerichteten Energie, deren universelle Plastizität sich in dessen Freiheit spiegelt. 

Die Göttin offenbarte ihre Lust und Liebe

Die Liebe nämlich schuf die Göttin, als sie die Welt belebte. Die Liebe entstammt ihrer eigenen Seele und sie pflanzt sich seither auf Erden und im Universum fort. Jedoch war er es nicht allein die Liebe, als die Göttin auf die Welt traf und sie belebte, es war nicht weniger ihre Lust. Lust und Liebe trieb die Göttin an, die Welt zu befruchten und seither kommt die Lust einher mit der Liebe und die Liebe einher mit der Lust, wenn Menschen regelmäßig unterschiedlichen Geschlechts aufeinandertreffen und der göttlich Funke sie antreibt, ihn auf ein neues Wesen überspringen zu lassen. So wie die Göttin einst die Welt befruchtete und ihr das Leben schuf, machen es ununterbrochen alle Wesen, die kraft des göttlichen Aktes selbst geworden sind und werden. Die Göttin tat es aus Liebe und Lust und übertrug dabei beides auf die Welt. Seither wiederholen alle Einzelnen, die den Schöpfungsakt in der ihnen von der Natur ermöglichten Art, Neues zu beleben, ausführen, nichts anderes als das, was einst die Göttin tat und dies mit der Göttin Mittel, ihrer in die Welt gebrachten Lust und Liebe. Die Lust und Liebe gründeten auch tief im Menschen und richteten sein ganzes bewusstes Leben aus, indem sie ihn, bei allem was er tut, allein nach Glück streben lassen. Das ist das Licht der Göttin, womit sie dem Menschen leuchtet. Daher leitet das Heiligtum die Menschen zur reinen Lust und Liebe an, um hierüber mit der der Göttin eins zu sein. Die Liebe ist das Mittel, mit dem Göttliches Getrenntes bindet, sie ist von  gleicher Qualität, wenn auch geringerer Intensität, wie die Kommunikation, deren Bindungskraft überhaupt erst die Verbindung des Einzelnen mit anderen eröffnet.

Sich selbst spiegelnde Spiegel: das Geheimnis des Lebens

Die Liebe Gottes als solche, die dem Menschen seit langer Zeit versprochen wird, ist nichts anderes als deren eigene Liebe und die, wonach sie sich sehnen. Denn Liebe muss auf den Körper treffen, sich verleiblichen, und dort findet sie stets die Lust und auch das Glück leuchtet hoch am Himmel. Die Lust und Liebe, mit der im Heiligtum die Menschen zur Göttin in Leib und Seele geführt werden, ist aber nicht allein die Lust und Liebe, die die Menschen finden, wenn sie sich gegenseitig Treue versprechen oder auch nur vergnügen wollen. Sie ist weit mehr und im Gegensatz zur ersteren Lust und Liebe von allgemeiner Natur. Sie ist das einzig real existierende Allgemeine, von dem der Mensch ein Teil ist. Dass der Mensch dies überhaupt begreifen kann, verdankt er seinem Bewusstsein als einem Spiegel, in dem sich nicht nur alle Lebensvorgänge, die Teil des Werdens eines jeden Einzelnen sind, spiegeln und dabei die Vorstellung von einer Gegenwart wachrufen, sondern auch das Wahrgenommene sich selbst als wahrnehmend spiegelt. Dies erst gibt seinem Verstand eine eigene Dimension und schafft ihm Erkenntnis. Denn so nimmt er auch wahr, was er denkt und ebenso, dass er dies wieder selbst wahrnimmt. Alles wird gespiegelt, auch jede einzelne Spiegelung, die wieder selbst spiegelt. Erst damit begreift der Mensch, dass es Einzelnes und Allgemeines geben kann – das aber ist und bleibt nur eine Eigenschaft seines Bewusstseins und seines Verstandes und schafft nicht Entsprechendes in der Wirklichkeit. Denn Allgemeines findet sich an sich nur im Begrifflichen. Alle Information ist begrifflich, auch die, die die Regeln für das Werden beinhaltet, und hier regiert das Allgemeine. Im Leben aber findet sich der Mensch einzig mit seinem Leben dem Allgemeinen Belebenden gegenüber, einem Leben, dessen Teil auch nur sein Leben ist, ausgestattet mit der Eigenschaft es zu empfangen und weiterzugeben. Sein Bewusstsein spiegelt auch dieses allgemeine über ihn hinausreichende Leben und hierbei vermag er, der Göttin Lust und Liebe zu erkennen, denn auch sie spiegelt sich in der endlos sich spiegelnden Reihe von Spiegeln. Es ist das einzige reale Allgemeine, das sich dem Menschen offenbart, eine Offenbarung, die seitens der Göttin ebenso leichtfertig wie für den Menschen essential war. Denn der Mensch erkennt sich als Teil der Lust und Liebe der Göttin, eine Selbst- und Fremderkennung zugleich. Die Fremderkennung offenbart ihm indes, dass die Göttin und damit das Göttliche auf die Lust und Liebe des Menschen angewiesen sind – solange die Göttin in unserem Universum weilt. Die Göttin sehnt sich nicht weniger nach Lust und Liebe als alle Menschen es tun, denn das ist das Leben, man mag es auch als sein Geheimnis bezeichnen. Allein um dieser Liebe willen hat die Göttin dem Menschen die Freiheit gegeben, denn Liebe kann nicht ohne Freiheit sein.

Lust und Liebe befruchten biologisches wie geistiges Leben

In der Natur hat alles Geschlechtliche nur den Sinn und die Aufgabe, die Art durch Vermehrung zu erhalten. Das ist der biologische Teil der göttlichen Belebung. Über die Biologie hinaus im Zusammenleben der Menschen und der dabei von ihnen durch Zusammenwirken sich schaffenden virtuellen Formen wirkt nichts anderes, auch hier ist es der göttliche Atem, der den Einzelnen antreibt, ihn über sein Glücksstreben steuert und Gesellschaftliches als virtuelle soziale Systeme sich bilden lässt. Wohl fehlt es an der vorgegebenen Eindeutigkeit der das Leben, Überleben und Ausscheiden bestimmenden biologischen Prinzipien. Denn man kann mit allem nach Glück streben, ohne dass die Inhalte sich alleine wegen des Strebens scheiden würden. Und doch entscheidet auch hier der Erfolg über Irrtum und Wahrheit. Nur finden sich in der Kultur, die das Zusammenleben regiert, wie in einer Art Zeitraffer schon allein im Überblick alle sich biologisch erst in Jahrmillionen einstellenden Mutationen, einschließlich der großen Mehrheit, die verworfen wird. Der Irrtum ist dabei die Regel, ihm allein verdankt der Mensch seine Erkenntnis. Lust und Liebe indessen treiben den Menschen dort nicht weniger an, wie es die Natur ihn tun lässt. Jenseits der engen Regeln der Natur sind für den Menschen die Irrtümer grenzenlos. Die Geschichte gesellschaftlicher Systeme belegt dies zur Fülle. Das Heiligtum gedrängt von der Einsicht in das Wirken der Göttin durch ihre Lust und Liebe, will den Menschen an den Punkt führen, wo er noch das Wirken der biologischen Prinzipien der belebten Natur begreift, andererseits aber auch schon das göttliche Wirken von Lust und Liebe bei seiner Freiheit verspürt, wenn es um seine Handlungen und deren Verknüpfung mit anderen geht, wo allein das Glück sein Handeln ausrichtet. Hier entfaltet sich die Macht der Göttin zu ihrer Gänze, ihre Lust und Liebe erfasst den Körper des Menschen in beide Richtungen: das muss auch sein und kann nicht anders sein, weil das Leben allein, ob biologisch unbewusst dirigiert oder selbstbewusst wahrgenommen und gesteuert, allein auf dem Akt der Befruchtung der Welt durch die Göttin beruht.

Wiedergeburt der Heiligen Hochzeit

Dieser Punkt, zu dem das Heiligtum den Menschen steuert, will ihn zum Erlebnis des Göttlichen führen, hat er allein dies vor Augen, findet er nicht nur den Sinn des Lebens in der Natur, sondern diesen Sinn auch in seinem bewusst gestalteten Leben. Der Punkt enthebt ihn aller Natur, nicht nach deren Nöten und Zwecken soll er sich im Heiligtum richten, auch nicht der Aufgabe der Vermehrung widmen. Er enthebt ihn aber ebenso aller Versprechungen und Verpflichtungen, die sein bewusstes Leben ihn gestalten lassen. Der Gläubige betritt das Heiligtum und deren öffentliche Tempel nur zu einem Zweck: die Lust und Liebe der Göttin zu begreifen, die sie mit ihrer Tat der Belebung auf die Welt brachte. Die Liebe meinen die Menschen, allein mit dem Verstand im Wege der Erkenntnis auch greifen zu können, jedoch weit gefehlt. Schon die frühere Vorstellung, man liebe mit dem Herzen, lag sehr viel näher, denn auch das Herz ist Teil des Leibes. Schon die Liebe und erst recht die Lust, können nur mit dem Leib ergriffen werden, um das Bewusstsein zu erleuchten. Daher führt der Weg zur Lust und Liebe der Göttin nur über die leibliche Verbindung der Gläubigen in ihrer Lust und Liebe zur Vereinigung im heiligen Sakralakt. Dort geht es nicht um das Begehren des einen Leibes durch den anderen, sondern in der Vereinigung ausschließlich um das gemeinsame Erleben von Lust und Liebe, um sich der Göttin un damit ihrem Sein zu nähern. Alles andere, sei es die Biologie der Vermehrung oder die gegenseitige Liebe zweier durch sie verbundener Personen, wendet den Blick in diesem Augenblick im Heiligtum von der Göttin ab. Daher treffen sich im Sakralakt Menschen, die allein die Suche nach der Lust und Liebe der Göttin zusammenfügt. Auf diese Weise steht heute die Heilige Hochzeit, die die Menschen Jahrtausende zuvor zur Verehrung der Göttinnen feierten, wenn auch mit neuer allgemeinerer Bedeutung wieder auf.

Göttlicher Lust und Liebe auf der Spur

Die Heiligen Hochzeiten, die heute im Heiligtum gefeiert werden, sind andere, denn die Geschichte des Patriarchats und die Entwicklung der Gesellschaften, genauer die der ihnen zugrunde liegenden Informationen, können nicht mehr zurückgedreht werden. Die jungstein- und bronzezeitlichen Heiligen Hochzeiten, auch die noch an der Schwelle der Antike, feierten eine Vereinigung mit den Göttinnen, um dem jahreszeitlichen Lauf der Natur und damit auch des Lebens ein sicheres Gerüst zu geben. Sie waren Zeichen der engen Einbindung der Menschen in die natürlichen Abläufe, ganz der Fruchtbarkeit der Natur verbunden. Die zeitlich noch weiter zurückweisenden Zeichen der Verehrung des Geschlechtlichen bezogen sich unmittelbar auf das Wunder des geborenen, zumeist wohl wiedergeboren Lebens aus dem Schoß der Frauen. Das Weltverständnis der Menschen hat sich seither gewandelt, die Spur von Schrift und Abstraktionen ist infolge der Verschriftlichung der Welt weit gezogen. Heute spielt sich das Leben der Menschen weitaus mehr in einer selbst geschaffenen Umwelt ab, mit allen Problemen eines nur Erzeugten. Denn alles Erzeugte, alles das was wird, hängt ab von den den daran Beteiligten gegebenen Informationen. Gemäß diesen Informationen verhalten sich die Menschen und bilden das so vorgegebene Erzeugte. Aller Irrtum erweist sich dabei erst im Zusammenbruch des dabei Erzeugten. Dazwischen lebt der Mensch. Wenn er heute zur Heiligen Hochzeit im Heiligtum eingeladen ist, so ist er dem Jahreszyklus, dessen fester Teil einst die geschlechtliche Verbindung der Gläubigen war, weit entfernt. Das Wirken der Göttin Atem und ihrer Lebenskraft scheint im Glück so vieler Menschen auf, dass es kaum möglich ist, sie auf einen göttlichen Willen hin zu einen. Zu vielfältig sind die Gestaltungen und auch die daran beteiligten Willen. Die Heiligen Hochzeiten im Heiligtum wollen die Menschen, die so weit in ihre fiktiven, allein durch abgesprochenes Werden gestalteten virtuellen Welten und deren Umstände vertrieben sind, zurück zur Nahtstelle von bewusstem und biologischem Leben holen, zurück zu den natürlichen Grundsätzen, von denen alle Ideen und Ideale abzuleiten sind. So findet die Lust und Liebe, auch über die natürliche, wieder zur göttlichen.

Der Weg der Weihe

Der Weg der Gläubigen im Heiligtum verläuft über sieben Grade, denen zwar auch funktional ein bestimmte Bedeutung zukommt, die aber als spirituelle Kategorie gradlos verlaufend allen offenstehen und die im siebten Grad in der dauerhaften Vereinigung mit dem Göttlichen enden, wenn das Ziel in Form der höchsten Weihe eines oder einer allgemeinen Geliebten erreicht ist und man der sich in Zeit und Raum sowie Grund und Ursache ausdrückenden Bedingungen enthoben ist. Dem Menschen ist es kraft seines der Erkenntnis fähigen Bewusstseins nicht möglich, das Allgemeine des Göttlichen zu erfassen, das gilt auch für das Sein, die Wahrheit, das Glück, von denen er nur eine Idee, eine Vorstellung hat, die aber ausreichen, hierauf gründend seine kulturelle und gesellschaftliche Welt zu bewirken, selbst nur mit einem fiktiven Sein und einer fiktiven Wahrheit. Sein Selbstbewusstsein reicht aber mit seiner jede Erkenntnis wieder selbst erkennenden Erkenntnis weiter und offenbart dem Menschen im Blick auf das Allgemeine der durch die Kraft der Göttin erfolgenden Belebung der Welt, wie sich aus dem Sein die Kraft des Lebens richtet. Sein Weg fortschreitender Erleuchtung führt ihn immer näher an die Quelle allen Werdens, dort wo das Sein und seine Energie noch ungerichtet kraft der universellen Plastizität eine jedwede Richtung einzuschlagen vermag, so wie der freie Willen noch nicht gebildet alles zu wollen vermag. Im Stande der höchsten Erleuchtung greift der Mensch angesichts des Seins in diese Ungebundenheit und er schöpft aus der universellen Plastizität seinen Willen. Jetzt kann er fern aller Notwendigkeiten des durch Informationen bedingten Werdens Neues schaffen und außerhalb seines Erkenntnisvermögens doch erkennen. So hebt die Göttin die Erleuchteten über alle anderen an. 


Mittwoch, 10. März 2010

Leo: Leibliche Verehrung der Göttin

Die Göttin hat sich uns enttarnt
Somit liegt das Göttliche zum Greifen vor uns, wenn es um unsere Zugehörigkeit zum Allgemeinen des Lebens geht. Unsere Glieder, mit denen wir die Göttin fassen, sind dabei nicht unser Verstand und seine Deduktionen, sondern sind zu allererst dasjenige, was uns von Natur aus gegeben wurde, um uns mit dem Allgemeinen Leben zu verknüpfen. Das ist unser Leib, ist unsere Geschlechtlichkeit und ihre Organe, ist unsere Lust und ist dann vor allem unsere Liebe. Dazu gehört die Fähigkeit zum Orgasmus ebenso, wie den eng verbundenen Partner zu lieben und diese Liebe auf die so erzeugten Kinder zu übertragen. Hier schlägt das Herz der Göttin, hier weht ihr Atem und hier wallen ihre Hitzen durch unsere Adern. Die Natur hat die Wege festgelegt und ausgestaltet und die Menschen können dem nur folgen. Tun sie es nicht, ist es allein zu ihrem Schaden. Die Göttin aber hat dem Menschen weit mehr gegeben. Denn als sie dem Menschen ermöglichte, ihren Atem auf der Welt im sich dort stets verbreitenden Leben zu verspüren, hat sie sich ihm zugleich enttarnt. Denn alles was der Mensch wahrnimmt, spiegelt sich in seinem Bewusstsein als dem sich selbst wahrnehmenden Wahrnehmden, eine Quadratur des Kreises, die alles, was sich im Menschen und in dem ihn andauernd schaffenden Prozess spiegelt, auf eine neue Ebene hebt, wo sich virtuell die Ergebnisse aller Prozesse wiederholen, nunmehr aber gleichsam digitalisiert und auf dieser Ebene nicht nur gesondert begreifbar, sondern auch zu verarbeiten, was heißt, Teile neuer Prozesse zu werden. Hierin gründet die Freiheit des Menschen. Auch das Göttliche, das in die Welt trat, um das Leben zu organisieren und das sich selber im Leben aller Wesen fortsetzt, wird nunmehr im Bewusstsein des Menschen gespiegelt, wie alle Prozesse und alles was sie schufen oder auch nur steuern. Das heißt der Mensch wurde etwas ansichtig, was nicht sein bloßer Teil war, sondern was das Leben aller schuf. Damit brannte ein Licht in seiner Seele, das nicht aus den ihn herstellenden Prozessen gespeist wurde, sondern indem unserer Göttin mittels ihrer Kraft ihre Strahlen unmittelbar in ihn warf. Dieses Licht erst gab dem Menschen Orientierung und damit Wahrheit und ebenso Sinn in Form des Glückes. Die Zugehörigkeit des Lebens eines jeden Einzelnen zum Allgemeinen des sich in der Welt fortpflanzenden Lebens wurde hierdurch auf die Ebene des Bewusstseins und damit der eigentlichen menschlichen Existenz gehoben.

Der Göttin Licht strahlt auch in die virtuelle Welt hinein
Einmal nur der Göttin Licht gesehen, wandelt sich das Leben eines jeden Menschen. Wie kann es auch anders sein, der Mensch kann nicht anders, als nach Glück zu streben und sich dabei an der Wahrheit zu orientieren, alles vorgegeben durch den göttlichen Schein tief in seiner Seele. Damit wird die Göttin auch zur Herrscherin seines virtuellen Lebens, das sich in seinen Gedanken und Urteilen, Entscheidungen und Wünschen, in seinem Willen und Begehren und seinen Absprachen mit anderen bildet. Dort, wo die Programme entstehen, die das Zusammenwirken mit den anderen steuern, dass sie am vorgesehenen Ort zur vorgesehenen Zeit das Vorgesehene tun und damit die sozialen Prozessen erzeugen, nicht anders als die biologischen Prozesse sein Leben werden lassen. Die Komplexität der Systeme nahm stets zu, in der Evolution nicht weniger als in der Gesellschaft. Mit zunehmender Komplexität aber werden nicht nur die durch die Prozesse erzeugten Systeme instabiler, sie entfremden nicht weniger die sie betreibenden Menschen ihrer inneren Basis. Dies aber erfahren die Menschen als zunehmende Kluft zwischen den gesellschaftlichen Anforderungen und den inneren Strukturen, die nach wie vor allein durch das Licht der Göttin erleuchtet sind. Das heißt, dass dem Menschen geholfen werden muss, damit das in ihm strahlende göttliche Licht auch auf seinen Wegen leuchtet. Verehrten wir die Göttin anfangs in ihrer das biologische Leben erzeugenden und es organisierenden Qualität, hebt sich die Verehrung nun auf die virtuelle Ebene des Bewusstseins und der hiervon ausgelösten Prozessen. Durch die Verehrung der Göttin bringen wir ihr Licht in der Seele des Menschen nachhaltig zum Lodern. Ihr Licht speist zudem des Menschen Freiheit und zeigt ihm nicht weniger seine Verantwortung. Die Verantwortung lehrt den Menschen, dass er für sein Handeln verpflichtet ist, das Leben anderer und die Auswirkungen seines Verhaltens hierauf zu bedenken, um es zu seinem eigenen Leben in eine Balance zu bringen. Hier siedeln die alten Tugenden an, Verlässlichkeit und Treue, Aufrichtigkeit und Achtung. Nicht weniger siedelt hier das unveräußerliche Recht eines jeden, sich gegen Angriffe auf sein Leben und dessen Wirklichkeit zu wehren. Im Licht der Göttin stellt sich ein Ausgleich von selbst her. Dieses Licht kann durch nichts ersetzt werden, auch nicht durch gemeinschaftliche – und wäre es staatliche- Gewalt einer Mehrheit. Denn die Beschlüsse der Herrschenden hierzu, müssen sich, auch wenn es die Mehrheit wäre, im Licht der Göttin beschienen in den Seelen der hiervon betroffenen Menschen rechtfertigen. Diesen Umstand vergessen leider viele.

Die Göttin liebt man leiblich
Kommt es somit in Allem und auf allen Ebenen der Leben und Systeme erzeugenden Prozesse auf das Licht der Göttin an, so wie es in der Welt sich überall verbreitet, dann rückt in die Mitte eines jeden Lebens die Notwendigkeit, sich der Göttin soweit und so oft wie möglich zu näheren, allein um ihren Atem, ihren Duft, ihre Lust und ihre Liebe, alles das, was sie in Welt brachte, zu spüren. Der Orden vom Heiligtum der Sieben Göttinnen bereitet deswegen die Rückkehr der solange Zeit in den Unter- und Abgrund verdrängten Göttinnen vor, um ihrer Verehrung wieder weiten Raum und weite Zeit zu schaffen. Dies dient dem Menschen und schützt seine Freiheit und Würde vor der um sich greifenden Funktionalität des Lebens, die das Leben eines jeden Einzelnen nur im Hinblick auf den Nutzen, den es anderen oder den ihm vorgegebenen Systemen und den sie konstituierenden gesellschaftlichen Prozessen bietet, qualifiziert und definiert. In der Verehrung der Göttin wird der Einzelne wieder zu seiner ursprünglichen Macht zurückfinden, die ihm seit langer Zeit durch eine Moral genommen wurde, in der man das in ihn brennende Feuer der Göttinnen wenn nicht zum Erlöschen so doch nur noch zum faden Glimmen und bloßen Schwelen brachte. Im Heiligtum der Sieben Göttinnen wird der Mensch wieder zur Quelle seines Lebens und das aller anderen finden, wenn das Licht der Göttin strahlt und ihr Atem ihn umweht. Dabei nähern wir uns der Göttin auf dem Weg, wie sie sich der Welt näherte, als sie einst mit ihrem Leib die Erde befruchtete. Denn strahlt das Licht der Göttin auch in der virtuellen Welt, so finden wir zu ihr doch nur auf dem Weg, wie auch sie zu uns kam. Dies ist der Weg der Lust und Liebe. Allein dort trifft man auf das Göttliche in unserer Welt, ganz gleich in welcher Weise es dort weiter wirkt. Alles geht von der Lust und Liebe aus, mit der die Göttin das Leben in die Welt brachte und Materie zu einem Werden organisierte. Dewegen müssen auch die Menschen sich ihrer Lust und Liebe zuwenden, wenn sie die Göttin in ihrer Leiblichkeit suchen. Dies geschieht in den Häusern der Göttin und zu ihren Zeiten und ausschließlich mit dem Ziel, die Göttin zu verehren. Daher vereinigen sich ihr zu Ehren die Gläubigen mit anderen Gläubigen im leiblichen Gebet, nicht wegen der Liebe und des Begehrens zwischen diesen selbst, sondern allein in der Liebe zur Göttin und um ihre Lust zu erregen. Im Orden ist die geschlechtliche Treue ein hohes Gut und die Göttin beglückt mit hohem Lohn diejenigen, die sie achten. Wer sie beschmutzt, der beschmutzt seinen Leib und mit einem so beschmutzten Leib wird die Göttin ihn nicht empfangen. Im Tempel der Göttin bringe ein jeder nur seinen sauberen Leib ein, um ihn der Göttin zu ihrer Lust und Liebe im Gebet anzubieten. Der Göttin aber sind wir alle zur höchsten Treue verpflichtet, jede andere Treue leitet sich hiervon ab. Daher sind wir alle an ihren Tagen und in ihren Tempeln von allen anderen Schwüren und Pflichten entbunden, allein die Göttin im Sakralakt mit unserem Leib zu lieben. Wir vereinigen uns mit anwesenden Brüdern oder Schwestern, wie wir sie dort zum Gebet bereit vorfinden, und werden Teil des göttlichen Leibes, wenn unsere Lust und Liebe am höchsten gegen Himmel lodert. Es ist die Gemeinschaft der mündigen, freien und verantwortlichen Gläubigen, die in geschlechtlich seelischer und körperlicher Verbindung die Göttin verehrt und preist, nicht eine Gemeinschaft von zwei Menschen, in gegenseitiger Liebe verbunden. Alle bilden so eine heilige Familie, deren Zweck nicht die Zeugung von Kinder, sondern allein die Verehrung der Göttin bildet, die aber dennoch Gezeugte in ihre Mitte aufnimmt. Wer diesen Unterschied begreift, der lege sich nunmehr das Amulett des Ordens um und bereite sich darauf vor, in Zukunft auch das Mal zu tragen.

Leo: Überwindung der Vereinzelung

Vereinzelung des Menschen
Mehr Allgemeines, habe ich euch gesagt, als ihr im Augenblick der Vereinigung mit der göttlichen Lust und Liebe erlebt, werdet ihr nie erfahren. Denn mehr hat die Göttin nicht auf die Erde gebracht. Doch das ist gewaltig viel! Denn ihm entstammt alles Leben. Alles was dem Leben aber entstammt, ist göttlich, denn es unterscheidet sich dadurch vom Toten. Nichts aber findet ihr auf Erden, was auf ein Leben deutet, das von den irdischen Naturgesetzen entbunden wäre wie ein Leben nach dem Tode, mit Ausnahme des Wunsches der Menschen, nicht zu sterben. Ihr sterbt aber und alles, was einmal lebt, wird sterben. Denn euer Leben ist nichts anderes, als eine Veranstaltung auf Zeit. Euer Leben ist in jedem Augenblick das Ergebnis eines Werdens, es entsteht dadurch, dass die an seiner Erzeugung Beteiligten, wie Zellen und Organe, entsprechend der sie beherrschenden Information sich verhalten. Es ist ein Prozess und ein Prozess hat per definitionem einen Anfang und ein Ende. Die tote Materie organisiert sich und in dem Zusammenwirken entsteht das Leben. Euer Bewusstsein spiegelt euch die Ergebnisse des Prozesses, ihr nehmt euch selbst wahr. Euer Verstand verarbeitet nach ihm vorgegebenen Grundsätzen die Information und ermöglicht euch, an dem Prozess teilzunehmen, indem ihr mit eurem Verhalten auf ihn wiederum einwirken könnt. Auch euer Denken ist nichts anderes als ein Ergebnis des Prozesses des Werdens. Und alles ist zu Ende, wenn auch der Prozess endet. Euer Denken ist von keiner anderen Qualität als die, die den Prozess entstehen lässt und begleitet. Wie solltet ihr denn über dasjenige, was den Gedanken erst herstellt, wiederum hinausdenken können! Es ist alles Wunschdenken und Wunschdenken ist euch möglich, weil es die Effizienz des Prozesses verbessert, wenn der Mensch sich herzustellende Zustände vorstellen kann, die über das sich augenblicklich Einstellende hinausgehen. Dass er dabei aber die Voraussetzungen und Bedingungen seines Werdens verlassen könnte – um jenseits unserer Welt liegende Zustände zu bewirken-, ist nichts als blühende Phantasie. Denn durch die abstrakten Prinzipien unseres Denkens können wir zu jedem Möglichen auch das Unmögliche hinzudenken, ohne indessen damit auch nur die geringste Aussage über seine Realisierbarkeit damit zu verbinden. Somit lebt und beginnt und endet der Mensch ausschließlich im Rahmen seiner prozessualen Möglichkeiten. Daher kann er sich auch nur seiner selbst sicher sein, schon jede Wahrnehmung eines anderen oder Äußerung einem anderen gegenüber verliert an Authentizität. Wahrgenommen wird nur das, was die zur Verfügung stehenden Sinne vermitteln, zudem nur soweit es in den vermittelten Formen fühl- und denkbar ist. Andererseits kann sich ein jeder Mensch nur insoweit äußeren, soweit er dabei auch wahrgenommen wird. Wahrgenommen wird er von anderen wiederum nur im Rahmen deren Sinne und ihrer Verarbeitung, unter den gleichen Beschränkungen, unter denen man selbst nur wahrnehmen kann. Authentisch und damit real ist daher ein jeder Mensch nur vereinzelt, das heißt vollkommen sicher kann er nur seiner selbst sein. Er kann dieser Vereinzelung nur zeitweise und meist auch nur zum Scheine, also virtuell, entkommen, wenn er mit anderen zusammenwirkt, um soziale Prozesse und Gesellschaftliches zu bewirken. Er fällt aber stets auf seine Vereinzelung zurück, so dass der Mensch als das wirklich Reale dauerhaft nur sich selbst erleben kann. Dies ist zwar auch nur eine Fiktion des Werdens, die ihm sein Bewusstsein schafft, indessen eine solide Fiktion, da sie den Menschen als Individuum ausmacht. Alles aber ist stets ein Prozess mit einem Anfang und einem Ende.

Das Leben als einziges Allgemeines des Menschen
Ein Allgemeines, das über diese Vereinzelung hinausgeht und Gültigkeit auch ohne den konkreten den Einzelnen erzeugenden Prozess hat, ist das Leben als solches. Denn das Leben kommt von anderen zu jeden Menschen, der es weitergibt an seine Abkömmlinge, es existiert mithin über ihn hinaus. Das Leben ist das Einzige, von dem der Einzelne ein Teil ist, ohne dass diese Eigenschaft (dem allgemeinen Leben anzugehören) in dem ihn erzeugenden Prozess ausschließlich gründet. Dies beruht auf der Tatsache seiner Geburt und seiner Möglichkeit zur Vermehrung durch Empfangen und Zeugen, seiner Sexualität. Das Leben eines jeden Einzelnen ist in den allgemeinen Ablauf des Lebens durch Geburt und Vermehrung, der auf der Erde das Leben am Leben erhält, eingegliedert. Zugleich greift der allgemeine Zusammenhang des Lebens über jedes einzelne Leben hinaus. Er gibt eine Richtung vor, der sich der Einzelne um des Lebens willen nicht entziehen kann, der er sich wohl um den Preis des Todes verweigern kann. Dieser Tod beendet zwar nicht den sein individuelles Leben gerierenden Prozess, jedoch besiegelt er die Entwicklung seines Lebens zu einer Sackgasse des allgemeinen Lebens. Die Teilhabe am allgemeinen Leben, wodurch auch in Zukunft die Erde bevölkert werden wird, kann ein jedes Individuum nur dadurch sicherstellen, dass es seinen Gesetzen folgt. Mithin findet der Einzelne allein dort Zugang zu einer natürlichen Überwindung seiner Vereinzelung. Das allein gibt ihm Richtung und Maßstab vor, nicht anders als die Natur in ihrer Entwicklung die Richtung (zu überleben) vorgab und auf alle Zeit vorgibt. Daher findet der Mensch die natürliche Überwindung seiner Vereinzelung und die Teilhabe an einem Allgemeinen nur auf den vorgezeichneten Wegen zu seiner Vermehrung. Hierdurch erfährt er eine Richtung und so die Wahrheit. Denn Wahrheit bedarf der zuverlässigen Orientierung, die Sicherheit der Orientierung findet man aber nur in einem Punkt, der nicht sein eigen ist, das heißt, der nicht im Einzelnen selbst begründet und Teil eines sein Leben erzeugenden Prozesses ist, sondern außerhalb von ihm existiert. Dieser Punkt ist das allgemeine Leben als Eigenschaft aller Wesen und nicht nur die von einigen Einzelnen, auch nicht deren bloßen Summierung, sondern in Bezug auf alles Leben, das war und ist und noch kommen wird, er bestimmt die Richtung. Das Allgemeine in einem jeden Menschen beruht somit auf seiner Eigenschaft, Glied des allgemeinen Lebens zu sein, das ihm Richtung und auch das Ziel vorgibt, eines Zieles, das der Mensch als Glück und zudem als einen Prozess in Form seines Strebens nach dem Glück erfährt.

Göttliches Allgemeines
Wie aber kommt das Allgemeine zum Einzelnen? Auch das mag man als reine Definition begreifen, kann sich dabei dennoch nicht dem verschließen, dass das Allgemeine hier von anderer Qualität als das von ihm eingebundene Einzelne nur sein kann, denn wie könnte ansonsten neues Leben (und könnten damit wiederum Einzelnes) aus ihm entstehen. Im Heiligtum der Sieben Göttinnen glauben wir, dass das Allgemeine zum Einzelnen nur durch einen göttlichen Akt kommen konnte, indem das Leben als sich stets erneuernder und fortpflanzender Prozess einst von den Göttinnen in die Welt gebracht wurde und dass sich in dieser Schöpfung der Atem und der Geist und die Lust und die Liebe der Göttin erhalten haben und so unsere Welt beseelen. Daher glauben wir, das Göttliche allein dort wiederfinden und dem Menschen greifbar (und damit auch begreifbar) machen zu können, wo das Herz der Göttin am Heftigsten schlägt, beim Fortschreiten des Lebens zwischen den einzelnen Menschen.