Orte der Liebe

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Heiligtümer dieser Welt

Heiligtum

Wege zum Sein

Im Heiligtum preisen wir alle Leiblichkeit, weil alles Leben ein körperliches Werden ist, in dem allein die Belebung der Welt besteht und die Teil an einem göttlichen Sein hat. Das Lebende selbst, also auch der Mensch, indes wird in jedem Augenblick seiner Existenz nur durch das Zusammenspiel der daran beteiligten einzelnen Glieder bewirkt. Hierzu formt sich die Energie des göttlichen Seins, das wir in personalisierter Form Göttin nennen, zur allgemeinen Lebenskraft. Das Göttliche aber spiegelt sich in der Schönheit allen Werdens, den Körpern, der Lust und Liebe und dem Glück. Zu ihm und dessen Sein findet der Mensch daher ausschließlich über seine Leiblichkeit zurück, durch ein leibliches Gebet, mit dem er in der Vereinigung mit anderen dem Göttlichen dient, indessen nicht im Geiste, noch weniger im Tod, wie in den Grundaussagen des Heiligtums der sieben Göttinnen niedergelegt.



Hinweis


Eine alphabetische Zusammenfassung der Grundaussagen des Heiligtums finden sich im

Lexikon zum Heiligtum der Sieben Göttinnen

sowie dem

Glossar zum Lexikon

Häufig gestellte Fragen / Frequent Asked Questions beantwortet im Unterblog Heiligtum der Sieben Göttinnen FQA die Virtuelle Priesterin Lea

Übersicht häufig gestellter Fragen / FAQ


Sonntag, 20. November 2011

Der Götterschlund


Luis Ricardo Falero, The Moon Nymph (1883)


Womit beschreiben wir die Lust und Liebe,
das Licht, das Glück, das wir dabei erfahren,
dass alles nur in unsrer Seele bliebe
und wir der Göttin Gegenwart bewahren,
wenn wir im Rausche unserer Gefühle,
was uns hier zwingt und an die Erde bindet,
verlassen und in uns es nichts aufwühle,
was nicht sich bei den Göttern wiederfindet?

Das größte, höchste aller der Begehren,
deren Gewalt uns jemals hat erfasst
und deren Glut sich konnte nichts erwehren,
verbrannt hat unsres Lebens Pflichten Last,
erblassen würde die Erfüllung hier,
wenn angesichts der Götter Sehnen
in deren unermesslich tiefen Gier
die Menschen ihre Lust auf sie ausdehnen.

Die schönsten Wesen auf der ganzen Welt,
der Blumen Kelche süßestes Erduften,
und wenn Gesang erfüllt das Himmelszelt,
in Auen Berge glätten ihre Kluften,
die Leiblichkeit hervorkehrt ihre Seele,
die unsrer Erde Schönheit lässt entstehen,
das Leben schaffend Kraft man nicht verfehle,
wer in dem Götter Sein will dort aufgehen.

Verschlungen ist der Leib an Arm und Beinen,
erregend öffnen, heben die Geschlechter sich,
die Wellen wild die Körper zwingen sich zu einen,
dass sie verschmelzen abenteuerlich
zu einem einzigen die Glieder alle,
die Öffnungen zu einem großen Mund,
allein so wie der Göttin es gefalle,
zu sinken in den dürstend Götterschlund.

Dort wo das Göttliche tief in uns dringt,
ein Meer von Lust in unsrem Leib sich weitet,
und fest der Glieder Wonne eng umschlingt,
Entzücken in den Körpern sich  ausbreitet
und von den Lenden steil zur Stirn ansteigt,
um wieder tosend in den Steiß zu stürzen,
der Göttin Blick begehrlich  uns anzeigt,
ihr Schmachten mit der Liebe heiß zu würzen.

Wenn alle Zeit in Gegenwart nur mündet
und selbst des Raums Gefüge nicht mehr trennt,
wenn jedes Fühlen nur auf Liebe gründet
und Streben stets in Leidenschaft entbrennt,
seid ihr vom Schoß der Göttin schon umfangen,
in ihrem Innersten seid aufgenommen,
durch ihre Gier und Glut müsst ihr gelangen,
dann seid im Götter Sein ihr angekommen.


Wenn Leib und Seele mit dem Allgemeinen
der Götter werden eins
und alle miteinander sich vereinen
zur Lust des Götter Seins,
erfühlen sie, wie einst die Göttin schuf
der Welten lebend Wesen,
als überall erschall ihr Himmelsruf,
vom Tode zu genesen,
sich ihr zur Liebe und zu ihrer Freude
gemeinsam zu verbinden,
die Zeit des Werdens niemand dort vergeude,
einander rasch zu finden,
des Lebens Kraft der Göttin führt sie an,
das Werden zu betreiben,
ihr Licht indes erinnert sie daran,
der Liebe treu zu bleiben,
im Menschen wandelt sich das Licht zur Lust,
zur Liebe und zum Glück,
womit die Göttin Menschen macht bewusst,
sie weist den Weg zurück
zu ihr, als sie mit ihrer Energie
die ganze Welt belebte,
daher dem Menschen niemals sie verzieh,
der nicht nach Glück nur strebte,
dorthin jedoch die Lust und Liebe führen,
zu preisen in Gebeten,
die unsrer Götter Ehre nur gebühren,
um in ihr Reich zu treten,
da gibt es stets ein Fühlen und Erspüren
im Zentrum aller Liebe,
wo Menschen Götterleiber selbst berühren,
dass ihr Begehren bliebe,
wo unsre Göttin gibt den Menschen kund,
das Leben zu verheißen,
das sprudelnd quillt hervor aus ihrem Schlund,
dem Tod uns zu entreißen.
© Karsten Cascais

Montag, 14. November 2011

Der Göttin heilige Familie

@ Leo - Heideg Sieben

Familenbande
Die heilige Familie, das sind wir alle, die der Göttin versprochen sind und sie preisen, wenn wir uns vereinen, um ihre Gegenwart zu spüren. Denn die Göttin ist das Göttliche, das die Welt belebt und der auch wir unser Leben verdanken und dessen Teil wir zugleich sind. Mehr wissen wir nicht von ihr, von den Göttern oder vom allgemeinen Göttlichen, mehr können wir allein nur fühlen, wenn aller Verstand mit aller begrifflichen Erkenntnis und aller Logik und allen Kategorien angesichts des Glücks, der Lust und Liebe jede Bedeutung verliert. Dann suchen wir nicht mehr nach Gründen, auch nicht nach dem Grund des Lebens, sondern wir  s i n d - bespiegelt vom göttlichen Sein. Hierin sind wir mit dem Göttlichen zum Leib der Göttin vereint, ein Leib und eine Seele, Eins in Vielem, in Vielem Eins. Und die Lust und Liebe der Göttin verbindet alles. Was kann es noch mehr geben, um eine Familie zu bilden, als sich im leiblichen Gebet zu einen. Es ist die allgemeine Lebenskraft, die der die Welt belebenden göttlichen Kraft entstammt, ihre Lust und Liebe, die die Familie bindet.

Erstarken der Bindungskraft
Auf diesen Familienbanden beruht unser Dienst im Tempel, der Göttin Haus wie die Statt von allem Göttlichen. So wie die Liebe zwischen zwei Menschen im zivilen Leben die Gemeinsamkeiten begründet, auch die der geschlechtlichen Lust,  gründen auf diesen Banden einer heiligen Familie die Gemeinsamkeiten aller Menschen, sie zusammenzubringen, die Göttinnen und Götter zu ehren und sie in der Vereinigung im leiblichen Gebet zu preisen. Es ist diese Gemeinsamkeit, die die Menschen verbindet, der auch die sozialen Grundtugenden entstammen, wie die Verantwortung, die Gerechtigkeit und  das, was andere Nächstenliebe nennen. Denn was verbindet mehr als das gemeinsame Erlebnis der Verleiblichung unserer Göttin! Die Liebe lässt mit Lust sich binden, so auch die Liebe der Göttin und unsere zu ihr. Das ist kein Abstraktum, wie es viele Soziallehren zuhauf feilbieten, sondern konkrete erfahrbare Realität eines jeden Einzelnen, der sich auf den Weg ins Heiligtum begibt. In der Galaktisierung, der Verallgemeinerung der Lust und Liebe des Einzelnen zu der gemeinsamen göttlichen Lust und Liebe, erfährt ein jeder die die Welt belebende Kraft der Verbindung, eine Erfahrung die zur Bindungskraft des Einzelnen erstarkt. Sie ist eine Eigenschaft des allgemeinen Lebens, das auch unseres ist, aber weit darüber hinaus weist.

Nur der Liebe Bindung kennt keine Grenzen
Die Bindungskraft des Einzelnen erst ermöglicht es den Menschen auch im zivilen Leben verantwortungsvoll und gerecht zu entscheiden und den Belangen anderer Menschen von sich aus hierbei Rechnung zu tragen. Wie die Liebe, der sie in der allgemeinen göttlichen Form entstammt, führt die Bindungskraft aber nicht zur Selbstaufgabe, vielmehr zur Selbstverwirklichung. Daher taugt sie nicht zur Kollektivierung des Einzelnen, die ihm, wie im Sozialismus, seinen Selbstwert nur über eine konstruierte Zugehörigkeit zum Kollektiv zuweist. Denn die soziale Bindungskraft stellt nie das Streben des Einzelnen nach seinem Glück infrage, wirken kann sie nur im Rahmen dieses Strebens. Wie in einer Familie muss Raum für jeden sein, zu einem Verzicht hierauf können auch nicht die sozialen Tugenden Anlass geben. Nur das, was dem eigenen Streben nach Glück noch zuträglich ist, kann anderen zugewandt werden. Mehr findet ihr nur in der Liebe der Göttin, wo ihre Lust alles vergilt. Hier wie dort kennt allein die Liebe keine Grenzen. Lieben aber kann man nur aus freien Stücken, sie versagt sich jeder Pflicht und Forderung, warum alle kollektivistischen Gesellschaftslehren, die vom Zwang zur Solidarität und gar zur Liebe getragen werden, scheitern müssen. In der Liebe selbst aber ist alles möglich.

Unerschöpflicher Quell des Lebens
Dies kann auch gar nicht anders sein. Jedes Glücksstreben hat ein Ziel, derer es soviele gibt wie Menschen, die nach ihrem Glück suchen. Ganz gleich aber, wessen Inhalt das Ziel ist, der Weg selbst ist nur einer. Dieser wird begleitet durch die Lust und Liebe, mit der die Welt belebt wird. Nur im Glück, der Lust und der Liebe findet der Mensch eine Antwort auf sein Leben, sein andauerndes Werden. Liegt hierin aber der Grund alles Lebens, so gibt es nichts Besseres und Höheres und Anderes, als diese Lust und Liebe der Göttin, die sie in die Welt brachte, zu erfahren und zu leben. Oder anders gesagt, es gibt kein Ziel, das zu erstreben lohnenswerter erscheint, als die Lust und Liebe der Götter. Das heißt, das Ziel der allgemeinen, also göttlichen Lust und Liebe, rechtfertigt alles andere, was hierhin zu gelangen man auf sich nimmt. Hierauf beruht die nahezu unbeschränkte Weite alles dessen, was aus Liebe wir zu tun bereit sein können. Der Göttin Lust und Liebe erweist sich demnach als unerschöpflicher Quell für alles Leben, sei es real oder virtuell. Sie vereinen uns daher alle zur heiligen Familie.

Der heiligen Familie allgemeines Werden
Die Familie erfüllt als Verband die Aufgabe, dass die allgemeine die Welt belebende Kraft nicht endet und Leben stets von einem auf das nächste übertragen wird. Dies zu gewährleisten, treibt uns unsere Sexualität. Wahrscheinlich entwicklungsgeschichtlich bedingt erleben wir indessen die sexuellen Akte nicht als auf die Vermehrung gerichtete Handlungen, sondern als Wirkung der allgemeinen Lebenskraft, als Teil der allgemeinen Lust und Liebe und des allgemeinen Lebens - dies nur, weil unser Bewusstsein auch den Odem der Göttin wahrnimmt. Das heißt, unser allein auf das Werden, das unser Leben ist, gerichteter Akt, löst eine allgemeine und über jedes Werden hinausgehende Wahrnehmung aus, der des göttlichen Lichts. Wir können dies nicht erklären, sondern nur hinnehmen, das ist der Weg der Göttin, mit dem sie uns auch ihre Liebe eröffnet hat. Und genau diesen Weg gehen wir zurück, wenn wir durch die Verallgemeinerung unserer Lust und Liebe bei der Galaktisierung im Heiligtum an dieses uns eröffnete allgemeine, also göttliche Erlebnis anknüpfen und gemeinsam auch ihren Leib erfahren. Es ist diese Verallgemeinerung von Lust und Liebe, die ein allgemeines Werden begleitet. Ein allgemeines Werden aber führt anders als ein konkretes Werden zu etwas vollkommen Neues in Form eines Schöpfungsaktes. Das einzige Neue, was der Mensch schaffen, also schöpfen kann, ist ein neues Leben durch Zeugung und Geburt. Dies ist der Grund, warum allgemeine Lust und Liebe uns dabei begleiten. Alle übrigen Schöpfungen sind nur virtuell, wie auch die dabei empfundene Lust und Liebe sich in ihrem Empfinden nur an die allgemeine Lust und Liebe der Göttin anlehnen können. Einzig als Allgemeines real ist das Göttliche, die Kraft der Göttin, die wir als allgemeine Lebenskraft ihrer hierauf gerichteten Energie und damit auch als allgemeine Lust und Liebe wahrnehmen. In dieser Weise bilden wir in der  Galaktisierung auch eine allgemeine Familie, hier als heilige Familie bezeichnet. Ihre Aufgabe ist alles Werden schlechthin, mithin allgemein.

Galaktisierung allein zur Verehrung der Göttin
So wie dem allgemeinen Leben die einzelnen Leben zugrundliegen, ohne sich darin zu erschöpfen, liegt dem allgemeinen Werden, das wie alles Allgemeine eine Eigenschaft des Seins ist, jedes einzelne Werden zugrunde. Die Verallgemeinerung der Lust und Liebe zur göttlichen enthält ebenso jede einzelne Lust und Liebe, die ein jeder selbst erfährt. Diese sind und bleiben Teil seines eigenen -einzelnen- Werdens.  Dieses Werden ist gewissermaßen die biologische  Grundlage. Dabei handelt es sich um keine andere biologische Voraussetzung als die, die auch der einzelnen durch Sexualakte ausgelösten Lust und Liebe zugrunde liegen, auch hinsichtlich ihrer Eignung zur Schaffung neuen Lebens. Der Unterschied besteht hinsichtlich etwaigen bei der Galaktisierung gezeugten und empfangenen neuen Lebens in dem auslösenden Allgemeinen, indem die körperlichen Handlungen nicht der individuellen Vereinigung und den hierbei obwaltenden Lüste dienen, sondern der Verehrung des Göttlichen. Empfängnis und Zeugung sind daher Ausfluss eines realen allgemeinen Vorgangs, bei dem sich der Leib der Göttin in der Verbindung und Vereinigung aller beteiligten Leiber materialisiert. Da aber das Ziel dieser Vereinigung nicht die Übertragung von Leben, sondern allein die Verehrung der Göttin ist, zu der die Beteiligten Zugang über deren allgemeinen Lust und Liebe finden, unterscheidet sich eine hierbei stattfindende Zeugung und Empfängnis nicht von der sonstigen Weitergabe des Lebens bei der geschlechtlichen Vereinigung Einzelner - nur im Allgemeinen. Es ist der identische Vorgang, der sich allein aufgrund der biologischen Vorgaben einstellt. Daher sind die am gemeinsamen leiblichen Gebet Beteiligten auch vollkommen frei, wie sie sich hinsichtlich der möglichen biologischen Auswirkung ihrer körperlichen Vereinigung verhalten, einschließlich der Vermeidung biologischer Konsequenzen. Für den Vorgang der Verallgemeinerung von Lust und Liebe kommt es ausschließlich auf diese Wahrnehmung selbst an. Das ist gerade das Besondere: dieses Erlebnis dient nur der Verehrung des Göttlichen und damit der Göttin, die zwar die Lust und Liebe zur Belebung der Welt mit der Fortpflanzung eng verbunden hat, worin sich aber diese Eigenschaften der Göttin keineswegs erschöpfen. Im Gegenteil, die Lust und Liebe könnten alles und jedes andere auch bewirken, soweit ihnen nur die entsprechende Richtung von der Göttin gegeben würde. Erst durch die von ihr gewählte Verbindung bei der Belebung der Welt erhalten Lust und Liebe auch ihre sexuelle Bedeutung.

Kinder allgemeiner Lust und Liebe
Dieser klare Vorrang aller göttlichen Verehrung führt indessen nicht dazu, dass der Tatsache der Zeugung bei der Verallgemeinerung von Lust und Liebe keinerlei Bedeutung zukommen würde. Denn so wie durch die Verallgemeinerung auch eine allgemeine Familie gegründet wird, sind hierbei empfangene Kinder Kinder dieser heiligen Familie. Historisch entspricht dies dem Zustand, bevor die Männer ihre Vaterschaft erkannten und alle Kinder als die einer Mutter galten, für die die Männer dieser Gruppe generell sorgten. Die Männer waren somit die Väter aller Kinder, wie auch die Frauen Mutterpflichten selbstverständlich auch auf Geschwisterkinder und Kinder anderer Mitglieder der Gruppe erstreckten. Diese Gruppe bildete die Familie. In diesem gruppenspezifischen Zusammenhang entwickelten sich auch unsere sozial bedeutsamen Gefühlskonstellationen, die es uns heute noch ermöglichen, unter gruppenspezifischen Gesichtspunkten familiäre Erweiterungen, wie durch Adoptionen oder sonstige Kinderannahmen, nahezu problemlos emotional zu bewältigen. Das entscheidende ist der Gruppenzusammenhalt und deren Identifikation. Es gibt aber keine vollkommenere Gruppe als die durch Galaktisierung gebildete heilige Familie, so dass es unbeschadet der grundsätzlichen Sorgepflicht dieser (allgemeinen) Familie eine für jeden Betroffenen selbstverständlich Pflicht aus der der Göttin erwiesenen Liebe ist, im eigenen zivilen Leben in der dortigen Familie etwaige Kinder der allgemeinen Liebe als Kinder der Göttin wie eigene anzunehmen. Denn alles ist der Göttin, wenn auch die Göttin mit ihrer Lust und Liebe nicht erwartet oder gar fordert, solche Kinder zu zeugen und zu empfangen. Dies hängt allein von der freien Entscheidung der am leiblichen Gebet Beteiligten und deren Verhalten ab. Der Göttin geht es nur um Lust und Liebe. 

Samstag, 5. November 2011

Die Lust - der Göttin Pfad

Luis Ricardo Falero, Vision of Faust, Detail (1878)

Als wäre es ein Feuer, brennt die Lust
in meinem Körper wild und heftig,
ein tiefes Beben schüttelt meine Brust,
hervorbricht das Begehren kräftig,
mit allem Schönen uns jetzt zu verbinden,
dass Leiber, Seelen sich vereinen,
im Anderen das Eigene zu finden,
das Selbst mit Fremdem zu bescheinen.

Gemeinsam suchen wir das Allgemeine,
das unser Werden überhöht
und führt hinein uns in die Götter Haine,
wo unsrer Göttin Thron fest steht,
von hier aus ihre Kraft die Welt durchflutet,
dass jedes Leben wächst und blüht,
das Herz mit ihrer Liebe für uns blutet
und alle Lust  in uns erglüht.

Der Körper Schönheit, die das Auge fesselt,
der Sanftheit Führung ihrer Schemen,
der Formen Pracht ihr niemals mehr vergesset,
verzehrend werdet ihr euch sehnen,
das was ihr seht und fühlt und spüret,
nichts anderes die Welt belebt,
der Göttin Kraft zur eigenen erküret,
wenn nach Vereinigung ihr strebt.

Es ist der Götter Willen, dem ihr folgt
gefesselt auf der Schönheit Spuren,
und das Begehren ihrer Wonne hold
den Menschen in die Glieder fuhren,
kein Plan, kein Rat und kein Entschluss mehr kann
des Weges Richtung wieder ändern,
wer erst einmal der Göttin Licht gewann,
verfangen ist in gülden Bändern.

Das Leben zieht die Bahnen ihrer Kraft
und es verlockt mit allem Schönen,
die Lust erweckt, nimmt euch in ihre Haft,
der Liebe Unfreiheit zu krönen,
denn wenn ihr euch auf ihren Pfad begebt,
verlasst ihr alles, was euch bindet,
was jemals war und einst ward dort gelebt,
der Göttin Sturm euch jetzt entwindet.

Der Wonne Strudel und des Glückes Sog
könnt niemals ihr entkommen,
nur was einmal der Götttin Plan bewog,
das haben Menschen je erklommen,
was euch ergreift und das Begehren weckt,
entstammen ihrer Lust und Liebe,
die gierig sie auf uns allein erstreckt,
wenn sie erweckt der Menschen Triebe.

Begehren, das durch euren Körper wallt,
des Geistes Losung Kraft entschwindet,
der Göttin lockend Liebesruf erschallt,
ein jeder sich mit ihr verbindet,
der Lust kein Mensch sich widersetzen kann,
sie treibt voran die Kraft des Lebens,
die Jeden zieht  in ihren Liebesbann,
dass niemand lebte einst vergebens.
© Karsten Cascais

Mittwoch, 12. Oktober 2011

Virtualisierung allgemeiner Lebenskraft zu Gesellschaft und Kultur


Aus der Predigt der TdWs zum Ende der Heiligen Woche 


Spiegelung göttlicher Macht
Unserer Lehre liegt die Erkenntnis zugrunde, dass alle Lebenskraft eins ist und nur auf einer außerhalb des Universums oder eines jeden vergleichbaren Systems, innerhalb dessen sie wirkt, vorhandenen Energie beruhen kann. Energie können wir nur wahrnehmen, wenn sie eine bestimmte Form einnimmt, sie mithin formiert und damit gerichtet ist. Gerichtete Energie aber definieren wir als Kraft. Mittels der Kraft entfaltet die Energie die in ihrer Formierung festgelegte Wirkung. Eine solche Wirkung der Energie stellt die Belebung der Welt dar, dieser Wirkung entnehmen wir den Namen für diese Kraft, mithin den einer allgemeinen Lebenskaft. Allgemein nennen wir sie, weil sie alles Einzelne zum Leben erweckt, mithin über Eigenschaften verfügt, die zwar jedes einzelne Lebende umfasst, aber weit darüber hinausgeht und auch nicht von irgendwelchen Bedingungen eines Einzelnen abhängt, auch nicht von den räumlichen und örtlichen Empfindungen des oder aller vorhandenen Einzelnen. Als Wirkendes beinhaltet sie aber einen Beginn und ein Ende, Kennzeichen eines jeden Werdens, als das wir auch das Leben begreifen. Wir können nicht wissen, ob jede Formierung dieser Energie, also eine Kraft, stets nur als ein Werden, also mit einem Beginn und einem Ende, erfolgen kann. Was außerhalb unserer Welt ist, können wir nicht erkennen, auch nicht begreifen, sondern nur umschreiben, wie dasjenige, das ohne Anfang und Ende ist, nur ein Sein sein kann. Für unsere Welt aber und mehr noch für unser Leben ist Energie nur als zeitlich und räumlich mit einem Beginn und einem Ende umgrenzte Kraft -worin ihre Wirkung besteht-, wahrnehmbar und erfahrbar. Für uns ist die Energie selber eine göttliche Eigenschaft und ihre belebende Kraft bezeichnen wir als die Kraft der Göttin. Dank unseres Bewusstseins, eine unmittelbare Wirkung dieser Kraft, können wir diese Kraft selbst erkennen. Das Bewusstsein, das unsere Wahrnehmungen scheinbar endlos spiegelt, ist selbst eine uns vermittelte göttliche, das heißt jenseits unseres Lebenssystems stehende Eigenschaft. Jedes Leben ist in jedem Augenblick das Ergebnis des gemeinsamen Bewirkens aller beteiligten einzelner Glieder, also eines Werdens. Ohne Bewusstsein würde es sich in einer bloßen Aneinanderreihung solcher gewordenen Wirkungen darstellen. Erst durch das Bewusstsein und hier vor allem mit seiner Fiktion einer Gegenwart als Verknüpfung nachfolgender Wirkungen und Zustände als gleichzeitig oder zeitlich einheitlich entsteht eine Vorstellung von etwas Bleibendem. Dies ist zwar nur scheinbar und nicht real, aber nur deswegen möglich, weil sich hier eine Eigenschaft des Seins, also der Göttin oder des Göttlichen, spiegelt, was übrigens ebenso für die Eigenschaft des Bewusstseins gilt, sich in der eigenen Wahrnehmung wieder selbst wahrzunehmen (ähnlich einem sich selbst bewirkenden Wirkenden) - aus einem Werden heraus undenkbar, als Eigenschaft eines Seins aber selbstverständlich. Daher sprechen wir im Heiligtum davon, dass sich im Bewusstsein die Einkreuzung des allgemein Göttlichen mit dem nur werdenden Weltlichen oder Irdischen zeigt. Die allgemeine Lebenskraft, nach unserer Terminologie die Kraft der Göttin, entfaltet ihre belebende Wirkung durch die Verbindung von Einzelnem und Getrenntem, indem diese nach einer vorgegebenen Information sich jeder in bestimmter Weise abgestimmt verhalten. In dieser verbindenden Wirkung liegt eine der wesentlichen Eigenschaften der allgemeinen Lebenskraft, wie wir sie in der Kommunikation und dann in der Lust und Liebe selber erleben, die sich aber nicht auf die belebte Natur beschränkt, sondern in Form der auch ihr zugrunde liegenden Bindungskraft die unbelebte Welt bewirkt. Die Verbindung erfolgt allein im Werden, also mit einem Beginn und einem Ende - was selbstverständlich ist. Denn mehr als das Leben haben wir nicht. Aber auch hier, wie wir schon beim Bewusstsein gesehen haben, spiegelt sich die göttliche Eigenschaft eines Seins, über das Werden eines jeden Einzelnen hinauszuweisen und etwas scheinbar Bleibendes - hier für die Dauer der Verbindung - zu schaffen. Im Zentrum des Belebenden nehmen wir den Beginn und die Weitergabe des einzelnen Lebens wahr. Dies ist auch die Haupteigenschaft eines jeden Einzelnen in Bezug auf die allgemeine Belebung der Welt, mithin einer Eigenschaft der uns betreffenden Wirkung der allgemeinen Lebenskraft, also der Kraft der Göttin. Es kann daher kaum verwundern, dass diese Wahrnehmungen mit Gefühlen und somit mit weiteren Wahrnehmungen verbunden sind, die außerhalb unserer sonstigen verstandesmäßigen oder auch rationalen Wahrnehmungen stehen. Diese Gefühle umschreiben wir als Lust und Liebe und die dabei vorgegebene Richtung als das Streben nach dem Glück. Die Empfindungen stehen außerhalb von Raum und Zeit, und entziehen sich jedem Fragen oder auch Begründen. Vielmehr sind sie selbst Antwort und Grund. Damit erweisen sie sich als Teil der allgemeinen Lebenskraft, mithin - in unserer Deutung - als göttliche Eigenschaften. Tatsächlich wurden sie in uns gesetzt, um die mit der Belebung der Welt in uns gelegte Richtung zu erkennen. Sie sind göttlichen Ursprungs. Ihrer Macht können wir uns nicht entziehen. Wir erkennen sie etwa an der Geschlechtsmacht, mit der Sexuelles unsere Vorstellungen und unser Handeln bestimmt. Denn hier äußert sich nichts anderes als die die Welt belebende Kraft. Sie ist die Belebung und das sexuelle Begehren ist Ausfluss der göttlichen Bindungskraft. Auch die Schönheit gründet hierauf ihre Herrschaft über uns.

Virtualisierung allgemeiner Lebenskraft
Wir können uns dem nicht entziehen, denn die Richtung ist unser Leben und sie ist uns vorgegeben. Ob wir sie indessen gewissermaßen instrumentalisieren können, mag eine andere Frage sein. Unsere Geschichte, soweit wir sie als Grundlage unseres heutigen Lebens und aller virtuellen Einrichtungen von Gesellschaft und Kultur kennen, jedenfalls scheint dafür vielfältige Beispiele zu  geben. Die belebende Wirkung der allgemeinen Lebenskraft ist eine unmittelbare Eigenschaft der Energie, die Wirkung selbst folgt aus der Formierung zu einer Kraft, die Energie indessen, die dem Leben den Impuls gibt, also die eigentliche Belebung darstellt, ändert sich nicht. Die Energie selbst ist der Quell des Lebens. Ihre Ausrichtung zur Lebenskraft ist Folge der Formierung, also der Richtung, die sie erhält und worin die Wirkung besteht. Wenn auch die Energie selbst kraft ihrer universellen Plastizität jedwede Richtung nehmen kann, gibt sie der allgemeinen Lebenskraft eine ganz bestimmte Richtung. In unserem Denken können wir die Wirkung, also das die Belebung Bewirkende, als Vermittlung der zugrunde liegenden Energie begreifen. Die Energie selbst bleibt Teil des Seins und damit nach unserer Meinung des Göttlichen. Wir werden uns ihrer bewusst durch das Glück, nach dem wir streben und dem wir letztlich unsere Vorstellung von einem Sein und damit von Gott oder einer Göttin entnehmen. Ähnliches gilt für die Erfahrung der Lust und Liebe, der Freude und selbst noch des Behagens, denn alles ist nichts anderes als das Licht, das die Energie uns wirft, damit wir die Richtung in Allem erkennen - etwas, dessen wir wegen unseres freien Willens ähnlich eines Kompasses benötigen. Wenn wir nun von einer Instrumentalisierung dieser Wirkungsmechanismen sprechen, so meinen wir nicht die Vereinnahmung der göttlichen Energie zu einem anderen und bestimmten Zweck. Denn wie sollte es möglich sein, die Götter zu missbrauchen? Vielmehr beschreiben wir damit den Vorgang, dass das Glücksstreben des Menschen und die ihm zugrunde liegenden Mechanismen Teil eines eigenen Wirkungszusammenhangs werden und somit anderen als den eigentlichen Zwecken, wie sie sich allein aus den individuellen Bedürfnissen ergeben, dienen. Die Inhalte dieser Instrumentalisierung können beliebig sein, wie eine Form mit jedem Inhalt ausgefüllt werden kann, er darf sich nur nicht der vorgegebenen Morphologie widersetzen. Das heißt, die Instrumentalisierung kann durchaus auch für das Leben des beteiligten Einzelnen sinnvollen Zwecken dienen, genauso aber kann sie Zwecke verfolgen, die ausschließlich andere begünstigen. Jedes virtuelle Sein, also alle gesellschaftlichen oder sonstigen kulturellen Einrichtungen, beruht, ungeachtet des Bereichs und Grads seiner Wirkung, auf dieser Instrumentalisierung, die darin besteht, die das individuelle Glücksstreben der betroffenen Einzelnen bestimmenden Ziele zu verallgemeinern, also zu abstrahieren und damit naturgemäß zu entgegenständlichen, sie somit zu virtualisieren. Damit bedient sich die Instrumentalisierung der bindenden Wirkung des Glücksstrebens, also eines Mechanismus, der an sich der Belebung der Welt dient, ohne indessen hier unmittelbar auf der an sich hierdurch geformten göttlichen Energie zu gründen, beziehungsweise gründen zu müssen. Das Glücksstreben besitzt als Teil der allgemeinen Lebenskraft diese Einzelnes verbindende Eigenschaft. Entgegenständlichte Ziele können aber keine Ziele des individuellen Glücksstreben sein, das nur einzelne, das heißt gegenständliche Ziele kennt. Somit muss auf einer späteren Stufe dieses verallgemeinerten Strebens das abstrakte wieder in ein gegenständliches Ziel gewandelt werden (zum Beispiel das Ziel der Nahrungsgewinnung muss sich beim Einzelnen in einem konkreten Verzehr fortsetzen), soll das Ziel und damit das gesamte Streben nicht im nur Scheinbaren, also Virtuellen verbleiben und enden. Davon ist die Trickkiste vieler Politiker und anderer Verführer übervoll, kann aber dennoch ebenso Gegenstand vernünftiger - das heißt im Sinne der betroffenen Beteiligten liegender- Menschenführung sein. Denn im letzteren Fall erweist sich die Virtualisierung des Zieles eines Glücksstreben, mithin dessen Verallgemeinerung und Entgegenständlichung und damit Entfremdung, im Ergebnis (das heißt bei der konkreten Wirkung auf die Lebensverhältnisse des Einzelnen, wenn die Wirkungen des verfolgten und erreichten Zieles sich für ihn vergegenständlichen) als für ihn selbst unmittelbar, das heißt real, sinnvoll und vorteilhaft. Der beteilige Einzelne hat gewissermaßen über die Virtualisierung und Vergemeinschaftung eines Zieles einen Umweg genommen, um doch nach seinem eigenen Glück zu streben. Die erwähnte Geschichte bietet indessen weitaus mehr Beispiele der für den betroffenen Einzelnen weiterhin im Schein endenden abstrakten Ziele gemeinschaftlichen Strebens, weil sie  in Wirklichkeit nie seinen eigenen Bedürfnissen zu dienen bestimmt waren. Denn mit der Virtualisierung allgemeiner Lebenskraft geht wie bei jeder Abstrahierung das Konkrete, hier die formierende Richtung, verloren. Die Virtualisierung bedient sich nur der die Welt belebenden Methode der allgemeinen Lebenskraft, die ihm als Muster dient.

Die Beliebigkeit der Richtung gemeinschaftlichen Strebens
Wir wollen uns jedoch, ohne dabei zu werten, diesem Mechanismen und seiner Instrumentalisierung, näher zuwenden. Mit der Abstrahierung und Verallgemeinerung der Ziele eines gemeinschaftlichen Glücksstrebens geht eine weitere Beschneidung individueller Partizipation einher. So wie jedes Streben von der Lust des Werdens begleitet wird, kann der Mensch die allgemeine Lebenskraft als eigene Lebenslust empfinden. In der Lust und Liebe erfährt der Mensch die Gegenwart der göttlichen Energie und damit unmittelbar auch die Richtung, die jedem Leben gewiesen ist. Diese aber, das ist gerade Inhalt der Instrumentalisierung, ist zumindest nicht unmittelbar Gegenstand des verallgemeinerten Strebens (und kann es auch nicht sein). Durch die Virtualisierung des Ziels und der damit verbundenen Entgegenständlichung wird der Zusammenhang zum allgemeinen Leben vielmehr unterbrochen. Die allgemeine Lebenskraft richtet zwar jedes individuelle Glücksstreben stets zum Leben, was aber nicht für abstrakte Ziele gilt, denen gerade diese autonome Richtungsgebung abgeht. Die das Werden begleitende Lust steht daher auch in keinem Zusammenhang mehr mit dem zur gemeinsamen Aufgabe verallgemeinerten Streben und dem damit verfolgten virtuellen Werden, sondern begründet vielmehr den eigentlichen Konflikt zwischen dem individuellen konkreten und einem verallgemeinerten, virtuellen Ziel. Das fehlende Erlebnis von Lust und Liebe steht daher oft auch als Unlust einem gemeinschaftlichen, virtuellen Streben entgegen, die etwa durch die Pflicht zur Verlässlichkeit, die dem virtuellen Streben zugrunde liegende Information umzusetzen, überwunden werden soll. Somit wendet sich die Pflicht zur Verlässlichkeit gerade gegen die Lust und Liebe als individuelle Form des Wohlbefindens. Dabei geht es jedoch noch um mehr. Denn die Lust und Liebe sind das Licht der Göttin, oder auch das Strahlen ihres Seins, mit denen der Einzelne einen raum- und zeitlosen Zustand, also außerhalb eines Werdens, erfahren kann. Hierauf gründet sich seine Würde, seine Freiheit, sein Leben. Diesem unmittelbaren Zusammenhang wird der Einzelne bei der Virtualisierung der Ziele seines Glücksstrebens typischerweise entrissen. Die beim Werden, wie bei der unmittelbaren Beteiligung am Streben nach dem eigenen Glück, ihn unmittelbar belohnende Lust geht bei der Virtualisierung der Ziele verloren. Mit dieser Entfremdung geht eine Sozialisierung einher, die, ist sie einmal erreicht, die Wirksamkeit der Instrumentalisierung und die freie Austauschbarkeit der allgemeinen und abstrakten Ziele wesentlich, oft bis zur Beliebigkeit erweitert. Auf der anderen Seite werden mittels der Verallgemeinerung des Glücksstrebens, gesellschaftliche Einrichtungen geschaffen, deren Wirkungen konkret, also wiederum vergegenständlicht, das Leben vieler Einzelner verbessern. Hierauf beruht schließlich unsere gesamte Zivilisation. Das Entscheidende des Mechanismus, das Glückstreben des Einzelnen zu virtualisieren, indem die Ziele abstrahiert, mithin entgegenständlicht werden, besteht aber gerade darin, dass diesem Vorgang als solchem nicht die Richtung seiner Wirkung auf den beteiligten Einzelnen entnommen werden kann. Der Zweck der Instrumentalisierung ist in seinen Wirkungen, wenn diese wieder gegenständlich beim beteiligten Einzelnen ankommen, aus sich heraus unbestimmt. Anders als beim konkreten gegenständlichen Glücksstreben, das immer auf das Leben des Einzelnen ausgerichtet ist, kann das entsprechende Streben in virtueller Form jeden beliebigen Zweck verfolgen, auch solchen, die nicht den gemeinsamen Belangen dienen. Dem virtuellen Streben muss stets willentlich eine Richtung gegeben werden, wer sie gibt und wessen Richtung dies ist, ist beliebig. Dies aber macht es erforderlich, dass der Einzelne, bei seinen Beiträgen zum gemeinschaftlichen und virtuellen Streben, sich einmal dieser bei der Verallgemeinerung der Ziele eintretenden Neutralität stets bewusst ist. Zum anderen muss die ihm hierzu erteilte Information auch die Bewertung enthalten, wie das verallgemeinerte Ziel sich wieder in ein konkretes in dem Sinne vergegenständlichen kann, dass es zu einem Ziel des beteiligten Einzelnen werden kann, nach dem er wegen seiner eigenen Belange strebt. Denn die Virtualisierung des Glücksstrebens kann ein Segen wie auch ein Unglück für die beteiligten Einzelnen sein, da sie selbst ohne Richtung ist und diese nur durch anderes erlangen kann. Dieses Andere aber gilt es zu erkennen. 

Nur die allgemeine Lebenskraft weist auch virtuell die Richtung
Gesellschaft und Kultur, damit alle Zivilisation beruhen auf der Instrumentalisierung der allgemeinen Lebenskraft, indem die das individuelle Streben (von der Willensbildung bis zur Lust und Liebe und dem Glück)  bedingenden Umstände verallgemeinert und virtualisiert werden. In der allgemeinen Lebenskraft ist dies als sozialer Aspekt des allgemeinen Lebens bereits angelegt, wie die Tugenden der Verlässlichkeit und auch der Treue zeigen. Dieser Tugenden bedarf es gerade deshalb, um die gegenläufigen Kräfte zu stimulieren. Wer in der Erfüllung seiner Versprechen, wie bei der Liebe, zugleich die Lust erfährt, muss nicht durch eine Pflicht zur verlässlichen Umsetzung des Versprochenen angehalten werden. Weist aber die Lust und damit das Streben nach eigenem Glück in eine andere Richtung, als was zu tun versprochen war, erwächst den genannten sozialen Tugenden eine eigene korrigierende Kraft, um die Richtung der allgemeinen Lebenskraft beizubehalten oder wiederherzustellen – wir im Heiligtum sprechen hier auch von dem Willen der Göttin. Die Verlässlichkeit ist selbst eine wesentliche Eigenschaft der Einzelnes verbindenden Wirkung der allgemeinen Lebenskraft. Hierauf beruht auch die bindende Kraft von Versprechungen, die der Einzelne anderen Einzelnen im Hinblick auf sein Verhalten macht und von denen er  sich (im zivilen Leben) grundsätzlich nur unter den formalisierten Voraussetzunger einer Scheidung oder Trennung befreien kann. Auf der anderen Seite aber muss sich der Einzelne ebenso gegen die Usurpation dieser Bindung durch andere zu Wehr setzen, die sich dieser Instrumentalisierung und ihres Mechanismus bedienen, um Verhalten Einzelner zumeist im eigenen Interesse zu manipulieren. Diesen Konflikt kann der Einzelne nur bewältigen, wenn er sich der allgemeinen Lebenskraft, die er gegenständlich erfahren kann, bei allem, was er tut, stets bewusst ist, wenn er, in der Sprache unseres Heiligtums der Göttin dient. Denn deren Lust und Liebe und das ihm scheinende Licht ihres Wesens, das Glück, werden ihm mithilfe der in ihm gesetzten Wahrheit immer den Weg weisen und ihm auch zeigen, ob die von ihm verlangte Richtung, die er bei einem gemeinschaftlichen Streben einschlagen soll, ihre Richtung des Lebens, die der allgemeinen Lebenskraft ist. Hierzu bedarf es nicht mehr, aber auch nicht weniger, als ihre Liebe zu erfahren, nicht anders als wir die Göttin im Heiligtum bei unseren Gottesdiensten verehren. Denn im leiblichen Gebet einer Vereinigung erleben wir unmittelbar der Göttin Kraft als allgemeine Lebenskraft. gp

Dienstag, 27. September 2011

Der Göttin Meditation


Sandro Botticelli, La Primavera, Auschnitt, 1478

Der Blick hinüber streift zu jenem Ort,
von dem man weiß, dass er ihn bindet,
verharrend vor der offnen Pforte dort
man einen Hauch von ihr nur findet,
wenn Göttersein zur Welt hinab sich beugte,
mit einem Haar sie nur berührte,
den Quell des Lebens ewiglich erzeugte,
zur Lust und Liebe uns verführte.

Vor diesem Tor beginne ich den Tag,
mein Auge tief hinein versunken,
der Weisheit Zentrum oft schon vor mir lag,
von allem Wissen ward ich trunken,
das in mich strömt, solang mein Blick dort weilt,
der Wahrheit Geltung zu befördern,
und deren Früchte weit hinaus sie treibt,
wenn Ären sprießen aus den Körnern.

Zur Kraft gerichtet Energie dringt ein,
durchflutet zweie meiner Chakren,
das eine öffnet sich der Götter Sein,
das andere treibt an die Wackren
bei ihrem Werden, alles zu bewirken,
was aufgegeben wurde ihnen,
gedeihen in den weitesten Bezirken
der Göttin Macht, uns ist erschienen.

So trete hin ich vor der Götter Tor,
das endlos fern hinaus sich weitet,
in Zeit und Raum die Grenze sich verlor,
als dieser Ort uns war bereitet,
kein Fragen, Gründen wird es für uns geben,
wenn in das Sein wir eingedrungen,
die bloße Macht der Götter wir erleben,
wenn erst hinauf wir sind geschwungen.

Vor Pracht erstarrt beginne ich zu beten,
das immer schon mir ward gelehrt,
schlicht vor dem Höheren nur hinzutreten,
zu sprechen was von ihm begehrt,
den Göttern sind die Worte alle gleich,
die Menschen betend an sie richten,
für sie zählt nur die Macht im Götterreich,
der Menschen treulich sich verpflichten.

Das Wort gesprochen, das Gebet vorschreibt,
der Sinn jedoch, wo kam er her,
geschrieben nimmer bei den Wörtern bleibt,
durchdrungen von dem Quell so sehr,
dass die Bedeutung ist von Anbeginn
das Ziel, nach dem sich alles richtet,
der Götter Liebe bildet den Gewinn,
dem im Gebet wir sind verpflichtet.

So spreche ich die alt gelernten Weisen,
die einstmals Gottes Mutter galten,
nun aber ihren Schoß sie sollen preisen,
aus dem das Leben fließt verhalten
nach ihrer Kraft und ihres Willens Plan
von einem fort zum nächsten andern,
beschreitet jedes nun der Göttin Bahn,
wenn unsre Seelen wieder wandern.

Nach Ort und Zeit den Namen wandelten
die Göttinnen, doch nicht ihr Sein,
wann immer auch die Götter handelten,
ihr Handeln war stets allgemein,
mit Schönheit, Liebe, Lust und Glück sie weisen
den Menschen heute noch den Weg,
weswegen wir sie mit dem Körper preisen
in ihrem eigenen Gebet.

Der Göttin unverhüllten Leib erstrahlend
zum Abschied wendet sie uns zu,
bevor an ihrer Seele wir uns labend
versinken in der Götter Ruh,
und unser innigstes Gespräch wir führen,
in Worten, Gesten und Gedanken,
das raumlos Ewige wir in uns spüren,
von dem wir einst geboren tranken.

Den Weg, den ihre Kraft gewählt zum Leben,
nun schreite ich zurück zum Licht
und tauche in der tiefen Erde Beben
ein in der Masse Urgewicht,
wenn dessen Dichte laufend mich verkleinert,
so schneller komme ich voran,
doch mein Empfinden ständig sich verfeinert,
die Lust des Seins ich fühlen kann.

Des Universums Weite kehrt sich um,
die Zeit zurück fliegt gegen Null,
der Explosionen Knall verhallt ganz stumm,
als Kraft uns weich umfängt wie Mull,
die Reise diesen Tag nun zu beenden.
die Macht der Göttin ward gefunden,
wo unsre Lust und Liebe wir verschwenden,
mit Sehnsucht werden wir gebunden.

Die Schönsten hat sie für uns ausgewählt,
erregt betreten wir ihr Haus,
mit ihrer Pracht sie das Begehren quält,
zu brennen in der Liebe Schmaus,
ich öffne alle sieben Chakren weit,
dass Energien mich durchfluten,
bin für der Göttin Liebesakt bereit,
mich hinzugeben allem Absoluten.

Das ist der Götter Sein, das wir durchschreiten,
Begriffe, Worte liegen brach,
allein Gefühle können uns hinleiten,
wo einst des Lebens Zentrum lag
und heute noch die Seelen sich erweitern,
wenn Raum und Zeit dort krümmen sich,
des Werdens Sphären überall verbreitern,
wo Lust und Glück ergreifen dich.

Die Brust geschwollen von der neuen Kraft
hervor wir treten aus dem Leben
dorthin, wo unsre Liebe Macht erschafft,
wenn wir der Göttin uns hingeben,
ihr Sehnen nach den Menschen sich erfüllt,
und unsre irdischen Begehren
als göttlich werden sie von ihr enthüllt,
dass nie wir ihrer uns erwehren.

Mit ihrem Segen, im Gebet von uns erbeten,
den andren wenden wir uns zu,
wohin ihr Atem unsre Schwingen wehten,
die Richtung wies sie uns im Nu,
wofür wir mit bekannten Worten danken,
und öffnen unsre Male ihr,
nun diese hoch zum Himmel lüstern ranken,
mit allem sie nun preisen wir.

Das erste göttlich Bild, das mir erschienen,
reißt weit den Himmel für uns auf,
die Gnade, uns erwiesen, wir verdienen
im allgemeinen Lebenslauf,
im Zentrum bei den Weisen wir verweilen,
zu saugen deren Wahrheit ein,
der Weisheit Stein erneut wir alle teilen,
bevor erstrahlt der Göttin Sein.

Wer Schönheit hat noch nie ergründen können,
gebannt verfangen der Gestalt
der Blick, gefesselt, niemandem zu gönnen,
zu stürzen zu ihr ohne Halt,
rückseitig angezogen uns verzehret
der Anblick goldner Götterhaut,
nichts findet sich, man dessen sich erwehret,
worauf sich Götter Macht erbaut.

Die Kraft magnetisch das Geschlecht verschlingt,
gezogen in den Götterleib,
das fest umschlungen tief in ihn eindringt,
zum scheinbar ewigen Verbleib,
erzitternd Aller Gebet ich spreche fromm,
als ihre Lust mich überwältigt,
ihr heftig Keuchen hör ich, komme, komm,
dass ihr Begehren wird besänftigt.

Den Kopf gewandt, der Blick sich offenbaret,
die Augen dissynchron geweitet,
der Sehnsucht Schweifen noch in ihm bewahret,
wenn alle Lust ist schon bereitet,
des Rauschs Orgasmus breitet aus das Licht,
mit dem die Göttin Wege leuchtet,
zu weisen uns der Schöpfung Richtung Sicht,
mit Liebessaft sie uns befeuchtet.

In ihrer Wonne Arme tief versunken,
gewinne ich der Götter Sein,
zwar nur für wenige Sekunden trunken,
so bin ich hehre Göttin Dein,
und kehre ich zurück jetzt in mein Leben,
von meiner Göttin übervoll,
nun alles Werden werde ich erstreben,
das je aus ihrem Leib vor quoll.