Orte der Liebe

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Heiligtümer dieser Welt

Heiligtum

Wege zum Sein

Im Heiligtum preisen wir alle Leiblichkeit, weil alles Leben ein körperliches Werden ist, in dem allein die Belebung der Welt besteht und die Teil an einem göttlichen Sein hat. Das Lebende selbst, also auch der Mensch, indes wird in jedem Augenblick seiner Existenz nur durch das Zusammenspiel der daran beteiligten einzelnen Glieder bewirkt. Hierzu formt sich die Energie des göttlichen Seins, das wir in personalisierter Form Göttin nennen, zur allgemeinen Lebenskraft. Das Göttliche aber spiegelt sich in der Schönheit allen Werdens, den Körpern, der Lust und Liebe und dem Glück. Zu ihm und dessen Sein findet der Mensch daher ausschließlich über seine Leiblichkeit zurück, durch ein leibliches Gebet, mit dem er in der Vereinigung mit anderen dem Göttlichen dient, indessen nicht im Geiste, noch weniger im Tod, wie in den Grundaussagen des Heiligtums der sieben Göttinnen niedergelegt.



Hinweis


Eine alphabetische Zusammenfassung der Grundaussagen des Heiligtums finden sich im

Lexikon zum Heiligtum der Sieben Göttinnen

sowie dem

Glossar zum Lexikon

Häufig gestellte Fragen / Frequent Asked Questions beantwortet im Unterblog Heiligtum der Sieben Göttinnen FQA die Virtuelle Priesterin Lea

Übersicht häufig gestellter Fragen / FAQ


Samstag, 23. April 2011

Freiheit verlernen in Entfreiung oder Bezwingung

Copyright Karsten Cascais

Leben - Synthese von Altruismus und Egoismus

Dies wurde uns gesagt: Das Leben wie die ganze Welt gründet auf dem Gegensatz und der Vereinigung von Altruismus und Egoismus, von der Sorge für den und Treue zu dem Anderen einerseits und der Erfüllung seiner Selbst andererseits. Nur in Erfüllung der übernommenen oder überkommenen  Pflichten kann das Selbst entstehen, ist Werden möglich, kann Liebe Treue schaffen. Die Liebe ist uns als generöse Teilhabe des anderen an unserem Selbst vorgegeben und Liebe allein ist göttlich. Alle Götter aber sind ein Selbst, mehr noch sie sind das Selbst. Somit bedeutet die Erhaltung des eigenen Selbst und seine Verteidigung die Erhaltung und Verteidigung des Göttlichen in uns. Nur das Selbst gibt die Richtung, nur das Selbst ist das Ziel. Im Selbst allein nimmt jeder Mensch und hat jedes Leben teil am Göttlichen. Das Göttliche jedoch ist Eins. Es gibt nur Eins, das alles durchdringt und erfasst und mit dem wir Viele zu Einem vereinen können. Alles andere Zusammenfügen dient stets Zwecken, guten, wenn es um die Vereinigung mit dem Ganzen geht, schlechten wenn es um die Vereinigung anderer geht. Das ist die Grenze, wo Altruismus die Schwelle zum Missbrauch durch andere überschreitet. An Gottes Werk arbeiten wir alle nach seinen Gesetzen mit der Liebe, die allein zum Ganzen verbindet. Darum ist die Liebe heilig, nur sie begründet das Leben, die Treue, die Pflicht und die Verantwortung, die uns und unser Tun allesamt auf andere (das Andere) richten, und die Liebe vereint uns allein mit anderen zum ganzen Göttlichen (im Sein und Tun). Daher ist ein jeder der Nabel der Welt, denn der Nabel nur eröffnet die Wege zum Absoluten, dem Allgemeinen und Gültigen, nichts aber vermag auf dem Weg dahin dergleichen zu bewirken. Denn dort, auf dem Weg, findet man nur Werkzeuge, die zwar Hilfe, nicht aber die Lösung selbst bieten. Daher vergesse nie deren Hilfscharakter, wenn du die Fertigkeit des Umgangs mit ihnen erlernst, denn ihre Aufgabe erschöpft sich im Dienen. Alles Lernen ist Entfreiung, das heißt zu allererst die Freiheit zu verlernen, auch wenn wir lernen, mit Werkzeugen umzugehen. Nie aber ist das Lernen selbst das Ziel, mögen deine dabei von dir erworbenen Fertigkeiten auch noch so groß sein. Das Ziel ist nur das Selbst, dein Selbst, das Göttliche in dir. So ist die Richtung vorgeben, auch im Altruismus durch den Egoismus. Echte Gemeinsamkeit gibt es nur in der Liebe mit ihrem Ziel der Vereinigung. Vereinigung aber ist die Aufnahme im Ganzen, niemals aber, den Einzelnen dem Ganzen aufzuopfern. In der Aufopferung verliert der Altruismus die Richtung, die die Göttin dem Leben mit ihrem Sein gewiesen hat. Daher suchet sie im Heiligtum.


Freiheit verlernen, um Freiheit zu lernen

Lernen macht frei, zuerst aber nimmt es dir die Freiheit. Wenn du indes das Richtige lernst und das, was du davon anwendest, im richtigen Maß gebrauchst, dann fördert es durchaus deine Freiheit, wenn es dir hilft, den Mangel zu überwinden und den Irrtum zu korrigieren. Der Weg dahin jedoch verlangt, die Freiheit zu binden. Das Menschsein indes wird allein begründet durch seine Freiheit. Diese erlangt der Mensch durch sein Bewusstsein, durch das er sich aller ihn und sein Leben erzeugender Prozesse gewahr wird wie auch des Vorgangs der Bewusstwerdung selbst, ein sich selbst wahrnehmendes Wahrgenommenes, ein System sich endlos spiegelnder Spiegel, in denen das Wahrgenommene das Wahrnehmende stets von neuem spiegelt. Das jeweils Wahrgenommene unterliegt einer Beurteilung, die wiederum in die Wahrnehmung einfließt und worauf ein Willen gründet, der das Verhalten bestimmt. Der Wille ist seiner Bestimmung nach frei, jedoch beeinflusst vom Wahrgenommenen, den Informationen und deren Beurteilungen und den sich hieraus ergebenden und einstellenden Gefühlswerten. Diese werden vor allem bestimmt durch das im Bewusstsein gespannte Feld zwischen Behagen und Unbehagen, dem Glück- und Unglückspol, und gesteuert durch andere Eigenschaften, wie Furcht und Angst, Freude und Schmerz und vor allem die Lust. Dies gibt dem Bewusstsein die Farbe. Entwicklungsbiologisch sind die Gefühle mit vitalen Lebensbedingungen verknüpft, die den Menschen stets zum Werden richten und somit auch seiner Freiheit eine Richtung vorgeben. Doch der Willen bleibt frei und kann sich selbst dem eigenen Unglück zuwenden. Die Freiheit hebt das Bewusstsein zu einer eigenen Qualität über alle eigene materielle Bedingtheit hinaus, ohne indessen die das Leben, wie es in jedem Augenblick wird, schaffenden und bestimmenden Bedingungen also solche ändern zu können. Die Freiheit selbst steht über allen Notwendigkeiten und Zwängen in einer universellen Plastizität des Willens, den sie jede Form annehmen lassen kann und so zu einem unerschöpflichen Quell gedanklicher Möglichkeiten ausgestaltet. Als Mangelwesen bedarf der Mensch der steten Überwindung seines Mangels, ohne die der sein Leben schaffende Prozess nicht ablaufen kann. Und Erkenntnis über die Richtigkeit seiner hierbei zu treffenden Entscheidungen kann er nur durch Irrtum gewinnen, wenn er erprobt, ob das Erdachte den Bedingungen seines Lebens widerspricht. Sicher kann er sich dabei nur der Erkenntnis ein, wenn das Erdachte diesen Bedingungen widerspricht, ohne Irrtum geht die Suche weiter. Das ist der Preis der Freiheit, es ist die Freiheit. Und dennoch muss er lernen, sie zu beherrschen, dass sie dem gewiesenen Weg zum Leben folgt.

Entfreiung – Selbstbindung der Freiheit

Das Besondere der Entfreiung, durch die das Leben selbst entsteht, besteht in der freiwilligen Bindung des Willens, der gewiesenen Richtung zu folgen. Es ist die verzehrende Kraft des Willens, die nach dem Erhaltungssatz der Energie sich nur zu neuer und anderen Kraft wandelt, das Geheimnis des Lebens selbst. Deswegen macht Lernen, obgleich ein Akt der Selbstbindung, frei. Und durch die Selbstbindung der Freiheit schreitet das Leben voran. Jedes Leben ist in jedem Augenblick das Ergebnis von Freiheit und Form. Die Form entfreit, ihr Gebrauch jedoch befreit. So sollte es sein, wenn die Form dem eigenen Leben dient, zum Zwang wird sie, wenn es nicht mehr das eigene Leben ist, das durch ihren Einsatz gefördert wird. Die Entfreiung zu einer Form zur weiteren Befreiung wandelt sich dabei zum Verlust der Freiheit und die durch die neue Form geschaffenen Kräfte richten sich gegen den Entfreiten, indem sie ihn bezwingen und zu außerhalb seines Lebens liegenden Zwecken instrumentalisieren. Die Instrumentalisierung nicht aber der Vorgang der Bindung der Freiheit schadet ihr. Die Bindung selbst ist vielmehr eine Notwendigkeit zur ihrer Entwicklung, sie ist eine Folge der Freiheit, die sich stets nur zu etwas verwirklicht, nicht aber zu Nichts oder Allem. Nur im Prozess der Entfreiung, der Selbstbindung zur Erlangung von Formen, die Freiheit zu erhalten und zu erhöhen, verwirklicht sich die Freiheit. Allein im Verhältnis zur Göttin und dem Göttlichen gilt anderes und mehr, denn hierauf gründet die Freiheit und kennt nur eine einzige Richtung, die zur Vereinigung mit dem Göttlichen, dem allein das allgemeine Leben entstammt. Für den Menschen ist sie alles oder auch nichts, je nach philosophischem Standpunkt, ohne Inhalt und ohne Ziel, denn an der Quelle erweist sich die Freiheit als Sein.  Hierauf beruht ihre universelle Plastizität, wie wir sie in der Natur als Energie erfahren.  Der Dienst an der Göttin, sie zu preisen, sich mit ihr in Form der Galaktisierung zu vereinigen, offenbart dieses Sein, frei von Zeit und Raum, ohne Grund und Ziel, wo Begrenzendes ebenso wie Grenzenloses jeden Sinn und Inhalt verlieren. Aber nur hier ist Freiheit allgemein und ohne jede Bindung. In unserem Leben aber, dem biologischen wie dem zivilen, hat Freiheit allein den Sinn, sich selbst in Formen zu binden, aufgrund deren sie weiterbesteht, wie die Energie nur in Formen erscheint, die sich auflösen, um als Energie neue Formen anzunehmen und neue Kräfte zu bilden.

Bindung durch Entfreiung oder Bezwingung

In der Chance der Freiheit liegt zugleich notwendig die Gefahr, sie zu verlieren. Die Chancen der Freiheit werden nur durch ihre Selbstbindung wahrgenommen, aber auch sie zu verlieren, erfolgt nur durch ihre Bindung. Die Bindung allein und als solche steht der Freiheit daher neutral gegenüber, sie ist Mittel und Gefahr der Freiheit zugleich. Die Freiheit selbst ist ihrem Grund und ihrer Herkunft nach allgemein und ungebunden, sie gelangte auf die Erde zusammen mit dem die Welt belebenden Akt der Göttin und spiegelt in dieser Allgemeinheit und Unbedingtheit sowie Ungebundenheit nichts anderes als einen Teil des göttlichen Wesens, das ein Sein und kein Werden ist. Mit dem Irdischen unserer Welt wurde sie indessen verknüpft, um das Werden und die Nachhaltigkeit der dieses Werden begründenden Prozesse zu stützen. Leben allein könnte man sich auch als fixierten Prozess nach unveränderten Informationen vorstellen, so wie es an sich unser kausales Verständnis nahelegen würde. Danach würde sich jedes Werden und damit auch jedes Leben nur im Rahmen von nach Raum und Zeit und Grund und Ziel, Ursache und Wirkung festgefügten Bedingungen bilden können. Damit aber ließen es die Götter nicht bewenden, vielmehr gaben sie von ihrer Eigenschaft, in jederlei Hinsicht bedingungslos und ohne solche Grenzen zu sein, bei der Schaffung und Belebung der Welt die universelle Plastizität der sie bildenden Form mit ab, die keine Gestalt mehr ausschloss und dadurch die ungeheure Vielfalt unserer Welt begründete und weiterhin begründen wird. Im Menschen fand sich diese göttliche universelle Plastizität als Freiheit wieder. Die Freiheit indessen besteht darin zu formen, also Formen zu bilden, nicht aber frei von jeder Form zu sein. Dies vermögen nur die Götter und ein wenig kann der Mensch bei dem Versuch, mit ihnen eins zu werden, wie im leiblichen Gebet, erahnen. In seinem Leben aber wurde ihm die Freiheit allein um seines Lebens willen mit auf den Weg gegeben und Leben entsteht nur im Werden und Bilden von vergänglichen Formen. Freiheit hat daher für den Menschen in seinem Leben den ausschließlichen Inhalt, sich immer wieder von Neuem zu binden, um neue Formen zu gestalten. Die Bedingungen hierbei kann der Mensch erfahren, erkunden und auch erdenken und ausprobieren. Wir fassen dies alles unter dem Begriff des Lernens zusammen. In jeder Formung liegt die Bindung der Freiheit, die damit für die Dauer der Form aufgegeben wird, ihre Entfreiung. Daher muss ein jeder Mensch lernen, sich zu entfreien. Nichts anderes geschieht aber auch dann, wenn der Mensch nicht mehr eigenen sondern fremden Zielen und Zwecken unterstellt wird  und er sich einem scheinbaren Ganzen unterstellen soll, das ihn nicht aufnimmt sondern ihn durch seine Aufopferung ausgrenzt. Hier zu unterscheiden kann der Mensch nur wiederum lernen, genauer: er hat zu lernen, beim Lernen zu unterscheiden und Bindungen seiner Freiheit von solchen Bindungen zu unterscheiden, die nicht in der neu begründeten Form wiederum seine Freiheit fördern, sondern nur die anderer. Alles ist stets ein Binden mit dem unterschiedlichem Ergebnis, dass das Eine die Freiheit begründet, das Andere sie vernichtet. Das Eine nennen wir zur besseren Unterscheidung Entfreiung, in der sich Bindung wiederum zu neuer Freiheit wandelt, das Andere Bezwingung, mit der die eigene Freiheit verloren geht und die hierbei neu gewonnene Form auf lange Dauer, oft für das ganze Leben, nicht mehr dem eigenen Leben dient.

Die Kunst,  Entfreiung und Bezwingung zu scheiden

Bindungen der Freiheit durch Entfreiung einerseits und durch Bezwingung andererseits liegen oft so nahe beieinander, dass man ihre Unterschiede kaum wahrnehmen kann. Und mehr noch verstehen es die Vielen, die niemals die Förderung der Freiheit der anderen Menschen sondern vielmehr nur die der eigenen Freiheit und des eigenen Glücksstreben, im günstigsten Falle eigener Ideen im Sinn haben, mit wohlgesetzten Worten und weit hervorstechenden Begriffen die Sinne, den Verstand und damit die Erkenntnis der zu Bindenden zu vernebeln. Der Grat zwischen Entfreiung und Bezwingung ist schmal und unbemerkt weicht man von einem zum Anderen ab, wobei zumeist durch kräftige Sanktionen vorgesorgt ist, ein Abweichen zur Entfreiung hin zu verhindern, während der Einzelne bei seinem Abweichen zur Bezwingung mit den offenen Armen in hochtrabenden Worten gekleideter falscher Moral, Ethik und Korrektheit empfangen wird. Entfreiung scheint nur mit kleiner Münze zu winken, während mit großen Pfunden die Bezwingung wuchert und verlockt – wie so oft im Leben mit den entgegengesetzten Folgen. Denn in der Entfreiung wächst die Freiheit und schafft Raum für das eigene Leben, während in der Bezwingung sich die Freiheit verliert und das Leben darauf reduziert, was andere davon zur Erfüllung ihrer Zwecke noch benötigen. Daher ist es wichtig zu erkennen, womit man Freiheit verlernen soll. Große Begriffe und hehre Wort und Werte, wie König, Gott, Volk und Vaterland, Solidarität und Nächstenliebe als unbestimmte Liebe zu Allem und Jedem dienen nur dazu, euch zu bezwingen, umso mehr umso weiter die Begriffe sich im Allgemeinen verlieren. Geht es aber um euer eigenes Leben und das der Euren, dann könnt ihr sicher sein, dass ihr eure Freiheit in Entfreiung bindet, um zu ihren neuen Formen zu gelangen. Die Unterscheidungen sind sehr schwer, zumal wir in der modernen Welt immer mehr bewirken können, das für immer mehr Menschen und deren Leben von Vorteil sein kann. Sich fünf Tage mit anderen in strenger Ordnung zusammenzuschließen, um einen Steg über einen schmalen Fluss zu bauen, um die Trennung der gegenüberliegenden Ufer zu überwinden, kann genauso dem eigenen Leben dienen, wie sich fünf Jahre in enger Zucht zusammenzutun, um eine weite Schlucht zu überbrücken. Die Lösung in diesem Konflikt werdet ihr aber nie von der Seite des Allgemeinen und Eurer Bezwinger her finden, sondern nur von der euren, dort wo ein jeder einzelne Prozess abläuft, um eurer Leben werden zu lassen. Die Wahrheit leuchtet allein in eurem Inneren. Noch nie hat der Einzelne, seitdem das Kollektiv erfunden wurde, diesem zu Lasten anderer Einzelner als die der Herrscher geschadet, aber kein Kollektiv hat es je gegeben, in dem der Einzelne mit seinen Belangen nicht irgendwann unter die Räder der unter dem Namen der Gesamtheit Agierenden und Herrschenden gekommen wäre. Der Einzelne bedarf bei seiner Entfreiung besonders starken Schutzes, der ihm an sich von Geburt an zu Füßen liegt: den seines eigenen Selbst. Nur in ihm, wie in jedem Einzelnen wirkt die Kraft des allgemeinen Lebens und damit auch die die Welt belebende Kraft der Göttin.  Und jede Form und jede Kraft, die ihm von anderen entgegen gehalten wird, ist keine andere, als die, die er selbst schafft. Just dies ihm zu verlernen, dienen viele Maßnahmen zu seiner Kollektivierung, bis dahin, dass man sogar in Kauf nimmt, ihn seiner eigenen Sorge für sich zu entwöhnen, wie es heute in vielen sozialstaatlichen Sonderformen geschieht. Im Heiligtum indessen soll er an der wahrhaften individuellen Kraft allen Lebens wieder teilhaben und dabei erfahren können, dass er, der Einzelne, die Schöpfung krönt, und nichts Allgemeines oder auch Kollektives. 

Dienstag, 12. April 2011

Durchflutung

Léon-François Gomerre
  (1850-1916), Danae and the shower of gold


Was treibt und lebt und wächst und keimt,
im Lichte unsrer Göttin scheint,
und jede Kraft, die dabei wirkt,
dies Licht der Göttin in sich birgt,
das Licht die Form der Kraft erhält,
sich gegen allen Mangel stellt,
den es zu überwinden gilt,
dass Leben auf der Erde schwillt.

Das Licht durchflutet Raum und Zeit,
kennt Grenzen nicht, kein Weit und Breit,
ist nirgendwo und überall,
es leuchtet, wärmt und trägt den Schall,
der Körper Teilchen bindet fest,
die alle es beisammen lässt ,
was lebt, das  sich von ihm ernährt
und so der Göttin Macht erfährt.

Wohin des Lichtes Strahl auch fällt,
es wandelt sich des Himmels Zelt,
füllt Leeres an mit seiner Stärke,
schafft  spielend aus dem Nichts die Werke,
die, fürderhin die Welt zu nähren,
geschaffen sind, nicht zu entbehren,
des Reichtums Fülle pranget froh,
die Kraft sie lodert lichterloh.

In jeder Form und allen Farben,
im Überfluss und ohne Darben
da quillt hervor, was Leben schafft,
ihm Richtung gibt durch seine Kraft,
es strahlt und leitet, fließt und lenkt,
die Energie die Liebe schenkt,
als was die Göttin lässt erleben
der Universen dauernd Beben,
wenn sich Unendlichkeiten winden,
in neuen Körpern zu entschwinden.

Wo man auch sucht, wohin man blickt,
was zu erkunden man verschickt,
in welcher Höhe oder Tiefe
man auf Erkenntnis sich beriefe,
stets findet sich dort eine Macht,
gleich die Gestalt und welcher Pracht,
der alles, was geschieht, entstammt
und jedes Werden sie entflammt.

Die Energie sie wandelt sich
in alle Formen willentlich,
die Schöpfungskraft hat vorgegeben,
das Ziel, wonach auch wir nur streben,
allein die Macht auch in uns greift,
der Freiheit strahlend Früchte reift
und wenn hervortritt aus dem Werden
der Göttin Liebe Lustgebärden.

Die Macht als ihre Kraft erscheint,
zum Werden alles sie vereint,
in  jeder Weise sie gestaltet,
wie dort der Göttin Wille waltet,
des Menschen Streben hieraus spinnt,
was er aus ihrer Macht gewinnt,
den Weg den Menschen sie wird weisen,
damit sie ihre Göttin preisen.
© Karsten Cascais

Sonntag, 20. März 2011

Universelle Plastizität der Energie und des Menschen Freiheit

Copyright Karsten Cascais

Energie ist ein Sein, ihre Kraft ein Werden
Energie ist die Form des Seins, sie ist unabhängig von Modalitäten und weiteren Bedingungen. In Erscheinung tritt sie aber nur als Werden. Alles was wir in der Welt, auch im Universum wahrnehmen (können), ist stets ein Werden, eine Form, zu der Energie geworden ist, nur ein Zustand, der sich wandelt in eine andere Form, in der sie uns wieder entgegentritt. So wandeln sich die Aggregatszustände der Materie von fest zu flüssig und zu Gas, Materie zu Wärme, zu Bewegung, zu Schwingungen und Strahlungen und so fort, zu allem was gerade geworden ist. Ersichtlich kann für unsere Wahrnehmung Energie alles sein und alles werden. Nimmt Energie eine Richtung, auf ein Ziel, treibt sie mithin ein Werden an, bezeichnen wir sie als Kraft. Daher gibt es so viele Kräfte wie die Energie Formen annehmen kann. Form selbst verstehen wir hier als völlig unspezifische Beschreibung des jeweiligen Zustands der Energie. Die unterschiedlichen Formen können auch als Ausdruck eines energetischen Kreislaufs begriffen werden, eine naheliegende Deutung, die dennoch nur der sprachlichen Symbolik entstammt. Denn Energie ist alles, jede Form und jede Kraft. Diese sind Erscheinungsformen der Energie, ihre Modalitäten. Das ist zwingend und entspricht dem Sein, das sich dadurch vom Werden unterscheidet, dass es ist und nicht wird, nicht war und nicht sein wird. Der energetische Kreislauf ist nur die Weise, wie wir die Formen der Energien wahrnehmen oder für uns wahrnehmbar machen. Aus dem Sein der Energie folgt auch ihr Erhaltungssatz, wonach Energie nie verloren geht. Quantitative energetische Vorstellungen bestimmen die Formen, also das Werden, so dass in der Wandlung der Formen, dem Übergang von einem Werden zu einem anderen, unterschiedliche Energiemengen beteiligt sind, weswegen je nach Wandlung und damit Kraft weitere  Energie entweder benötigt oder aber freigesetzt wird, die wiederum einer anderen Form entzogen oder in eine andere Form gewandelt wird. Die sich in Bezug setzenden Formen, zwischen den ein Austausch von Energie (durch Wandlung) erfolgt, beeinflussen sich gegenseitig. Die Formen oder auch Modalitäten der Energie bilden sich in Abhängigkeit von Raum und Zeit, denn jedes Werden und auch die Kraft hat einen Anfang und ein Ende (Zeit) und eine räumliche Ab-oder auch Eingrenzung, die Energie selbst ist diesen Bedingungen ihrer Erscheinung enthoben, weswegen sich Einstein zu ihrer Beschreibung der Raumzeit bedienen musste. Die Materialität der lebenden Körper unterwirft diese den Bedingungen für in Materie gewandelte Energie, darum ist der Mensch in seiner Wahrnehmung hierauf beschränkt. Ihm sind dennoch Energieformen bekannt, die ganz anders wirken, wie z.B. Strahlung. Nicht anders verhält es sich mit der zeitlichen Komponente, die in der Wahrnehmung der Menschen auf ihre Lebenszeiträume für die Prozesse des Werdens ausgerichtet sind, so dass hierauf bezogene langandauernde Prozesse, wie das Werden und Vergehen (Sterben) eines Sternes oder einer Galaxie nicht als Veränderung wahrgenommen werden. Dies ändert aber nichts an dem Grundsatz, dass jede Form der Energie nur als Werden begriffen werden kann, als ein Prozess, in dem unablässig Energie umgewandelt wird, um zugeführt oder freigesetzt zu werden.

Energie erscheint nur als Kraft im Werden
Die Wandlungen der Energie haben eine Richtung, so dass jede Form mit einer Kraft erscheint. Erlischt die Kraft, so erlischt die Form, auch dies ist nur aposteriorisch beschreibend. Die durch den Wegfall der Kraft frei werdende Energie wandelt sich in eine andere Form und gewinnt hierbei wieder eine Richtung und wird somit zu einer anderen Kraft. Am einfachsten lässt sich das an biologischen Prozessen beschreiben, ist aber ebenso auf nicht biologisch gewordene (entstandene) Gegenstände (oder Zustände) übertragbar. So wuchs der Baum durch Umwandlung von solarer Energie (Wärme und Photosynthese), bildete Zellulose, die das Leben (Werden) des Baumes nunmehr als toter  Gegenstand überstand, in dem Teile der einst das Leben schaffenden Energie gebunden blieben. In Form von Holz oder als fossile Brennstoffe (Kohle, Erdöl, Erdgas) tritt die verbliebene Form in unseren Bedürfnisraum und wird der restlichen Vernichtung durch Verbrennen zugeführt, in der die Form, bzw. ihre Reste endgültig aufgelöst werden und uns als Wärmenergie erreichen. Die energetische Form des Feuers, in der üblichen Vorstellung eine Urerscheinung der Energie (was entwicklungsgeschichtliche Gründe hat), ist wohl eine weniger ausdifferenzierte Form, denn der Einsatz zur Wandlung für andere Formen ist unmittelbar vielfältiger als etwa bei der materiellen Form als Festkörper. In der relativen Unspezifiziertheit liegt aber auch die besondere Gefährlichkeit dieser Energieformen begründet, da sie jederlei Richtung nehmen können. Daher ist das Feuer auch sinnbildlich für Gefahren (wer mit dem Feuer spielt…), wenn die Richtung der Kraft, die die Energie je nach Form entfalten kann, nicht ausreichend (gemessen an den Bedürfnissen des Lebens) gesteuert wird. Die Anforderungen an Feuerstätten legen ein Zeugnis dafür ab, wie auch die historischen Erfahrungen mit ihrer Entwicklung infolge der vielen Brände, die immer wieder ganze Städte in Asche gelegt haben. Das Feuer schützte gegen die lebensfeindliche Kälte, wurde später zur Quelle anderer Kräfte, die dem Menschen halfen, die Verhältnisse seinen Bedürfnissen anzupassen (etwa in der Schmiedekunst zur Härtung und Anpassung von Werkzeugen und Waffen - worauf ganze Reiche gründeten, in der Dampfmaschine und bei Turbinen, im Verbrennungsmotor), es musste aber andauernd beherrscht werden, begrenzt, gewartet und entkam es der Kontrolle, dann wütete es gegen den Menschen und vernichtete dessen Lebensgrundlagen. Hieran hat sich bis heute nichts geändert. Auch die Kraft des Universums und seiner Sonnen entstammt dem Feuer, erzeugt infolge von Spaltungen und Fusionen, wenn aus scheinbar chaotischen Bränden Neues hervorgeht und Vorhandenes verschwindet. In der Wandlung der einen Form zur anderen wird zerstört und geschaffen und je elementarer, umso gewaltiger sind die beteiligten Energiemengen, umso gewaltiger ist aber auch die Kraft, die der Mensch gewinnt, wenn ihm die Beherrschung und Kontrolle des Feuers gelingt. Je größer die Systeme sind, die die Menschen durch ihr abgesprochenes Zusammenwirken bilden, umso größer werden die Kräfte sein, auf die sie angewiesen sind, um die zur Erhaltung der Systeme erforderlichen Bedingungen zu schaffen, umso größer werden aber auch die Anstrengungen, die so gewonnenen Kräfte zu steuern. Das Lagerfeuer hat der Mensch schon längst hinter sich gelassen und je mehr Menschen auf unserem Planeten leben und ihn schließlich auslasten, umso mehr wird der Mensch auf das Feuer der Universen zurückgreifen müssen und umso höher wird der Preis sein, wenn ihm diese elementaren Feuer, wie in der Kernspaltung, außer Kontrolle geraten. So wie einst immer wieder ganze Städte abbrannten, weil das Feuer seinen Stätten entkam, werden künftig ganze Länder brennen können. Dies alles ist zwingend und unvermeidbar. Es war noch nie anders, dass die Kräfte, die wir riefen (oder anderen Formen abgewannen), sich gegen uns richteten, wenn wir sie nicht mehr kontrollieren und beherrschen konnten. Das ist das unvermeidbare Schicksal des Menschen als Mangel- und Irrwesen, der notwendig unvollkommen ist und der nur nach Vollkommenheit, die allein dem Göttlichen eignet, streben kann und die Balance der Umstände, die sein Leben ermöglichen, in jedem Augenblick seines Werdens selbst herstellen muss. Dass der Mensch im windfall anderer Lebewesen leben kann, hat er schon seit Jahrtausenden überschritten, möglicherweise bereits, als er anfing, Landwirtschaft zu betreiben (vor über 10.000 Jahren). Daran ändert auch nichts die hohe Reputation, die im gesellschaftlichen Zusammenhang heute der Sozialismus genießt, der den Bezug der Lebensenergien der Einen aus dem windfall der sie schaffenden Anderen als soziale Gerechtigkeit definiert. Daher kann es auch nicht wundern, dass viele Träume, die noch heute als Rezepte und Lösungen zur Erlangung der erforderlichen Energien angeboten werden, keinem anderen Erfahrungshorizont entstammen als letztlich noch dem Lagerfeuer. Die Menschen können jedoch heute nicht mehr leben, ohne sich die Kräfte, die Energie zu richten, selbst zu holen und sich in ihrem Dienst zu stellen.

Universelle Plastizität der Energie, alles ist möglich
Was aber vermittelt die Richtung und schafft damit die Formen und die ihnen eigenen Kräfte? Ist Energie einer jeden Richtung und damit auch jeder Kraft fähig? Kann sie, selber frei von Raum und Zeit, eine jede Richtung nehmen und damit zu einem Jeden werden im Sinne einer universellen Plastizität, die jede Form annehmen kann? Kann die Energie mittels ihrer universellen Plastizität auch eine jede Kraft, die es nur geben könnte, schaffen? Nichts hindert uns, so etwas zu denken. Wohl, das sollte man dabei nicht übersehen, nähert man sich mit solchen Annahmen den einstigen Vorstellungen von einer göttlicher Allmacht. Denn allmächtig ist der, dessen Kraft (Entscheidung, Macht, Wirken) alles bewirken, ändern oder auch herstellen kann. Betrachtet man die Welt in ihrer Vielfalt und dem Einfallsreichtum ihrer Prozesse, der Fähigkeit der Entwicklungen zum Entstehen und Überleben der Arten, finden wir eine Variabilität mit jeweils neuen Formen und auch (Lebens-) Kräften, die in ihrem Vorhandensein und mehr noch in ihrer Wandelbarkeit einer solchen universellen Plastizität der Energie entstammen könnte. Der Mensch in seiner technischen Begabung, Prozesse der Natur nachzustellen, hat sich bislang auch ausschließlich innerhalb einer so vorgegebenen Plastizität bewegt und womöglich ist er dazu auch nur fähig. Er hat noch nichts konstruiert und nichts erfunden, wo die Natur ihm nicht die Vorgaben und damit auch den Rahmen gesetzt hat. Deswegen ist aber nicht die Natur selbst das Wunderhafte, denn alle biologischen Prozesse folgen wie der Mensch dem Mangel und dem Irrtum. Beides veranlasst an jedem Ort und zu jeder Zeit zum Handeln (oder bloßem Verhalten) und damit zum Auszuprobieren und alles, was geht, das bleibt und entwickelt sich weiter, was nicht geht, geht unter. Was indes gelingt, entstammt einer Form, in die Energie sich gewandelt hat. Diese muss gefunden werden. Als Teil dieser Welt und Ergebnis der Natur scheint der Mensch fest darin eingebunden und damit verbunden. Dies sind zugleich seine zwingenden Vorgaben, aus welchem Grund die Evolution sich auch nun in diese oder jene Richtung entwickelt haben mag. Das ist sein Handwerkzeug, den Mangel zu überwinden und den Irrtum zu korrigieren. Nichts, aber auch gar nichts kann es dabei geben, das ihm versagt wäre, die vorgefundenen Formen und Kräfte zu nutzen, anzuwenden und mit anderen zusammenzufügen und zu modifizieren. Die Angst der Menschen vor dem Unbekannten fordert hier zwar immer wieder eine Beschränkung der Wissenschaftsfreiheit und einen Verzicht, weil Unbeherrschbares erweckt werden könne und oft auch wurde. Bekannt ist indessen nur das, was dem Unbekannten entrissen wurde und sich dem Unbekannten zu verweigern, lässt Bekanntes sterben. Allein die Geburt, der Akt der Erkenntnis, wenn das Unbekannte sich enthüllt, schafft und gründet Leben. Beruht alles auf einer universellen Plastizität der Energie, dann liegen allein in ihr alle Chancen des Lebens und damit auch des Menschen. Die so geschaffenen Kräfte fördern nicht allein um ihrer Macht willen das Leben, sie gefährden es auch. Jedoch Förderung und Gefährdung entstammen derselben, das heißt identischen Potenz! Ihr sich auch nur teilweise verweigern zu wollen, treibt den ersten Nagel in den Sarg. Allein die Beherrschung der hierbei gewonnenen Kräfte entspricht einer universellen Plastizitität der Energie. Wer glaubt, sich dieser Aufgabe zur Beherrschung durch Verzicht entziehen zu können, wird darin umkommen. Den jede Art von Verzicht auf die Kräfte, die die Energie in ihren Wandlungen bietet, wendet sich gegen das Werden und führt zu dessen Beendigung (was wir als Tod bezeichnen). Nur die sprühende gemessen an unseren Lebensbedingungen ungerichtete Energie begründet das Werden. Ob indessen gemäß einer angenommen universellen Plastizität der Energie Alles, mithin jede Richtung, Form und Kraft, möglich ist, entzieht sich notwendigerweise unserer Auffassungsgabe. Die weit über unsere jeweilige Vorstellungskraft hinausgehende Vielfalt indessen – wie wir im Nachhinein oder bei unseren Forschungen entdecken können- zeigt eine Weite, die der Mensch für seine Möglichkeiten und Zwecke getrost mit einer universellen Plastizität beschreiben kann.

Die Kraft des allgemeinen Lebens
Das jedoch bedeutet nicht, dass der Mensch jemals diese Universalität wird erschöpfen können. Vielmehr schwimmt er in einem unendlichen Meer, das auch seine eigenen Bedingungen und ebenso noch alle seine Möglichkeiten enthält, nicht jedoch die, das Meer selbst zu beherrschen. Er entstammt individuell und der Art nach dem irdischen Leben und das Leben auf der Erde, möglicherweise auch des Universums, ist das Ergebnis bestimmter Formen und Kräfte der Energie, in die sich Energie gewandelt hat. Bekannt sind uns Wärme, elektrische, chemische, kinetische Energie, auch die Prozesse der Photosynthese  und der Umwandlung von Nahrungsmittel als Energieträger in für die einzelnen Prozesse des Werdens erforderliche Energie. Auch das allgemeine Leben ist ebenso wie jedes einzelne Leben stets das Ergebnis einer andauernden Wandlung von Formen der Energie, bleiben diese aus, endet das Leben. Ob indessen diese uns bekannten und bislang von unseren Wissenschaften nachgewiesenen Formen allein ausreichen, die Prozesse des Werdens des Lebens zu begründen, ist bisher nicht bewiesen und wird womöglich auch nie bewiesen werden können. Denn abgesehen von der Vielfalt uns möglicherweise weiterhin unbekannter Energieformen und deren Kräfte, wird alles von der Energie selbst getragen, die in ihrer Universalität alles Mögliche enthält und mithin den eigentlichen Grund und –das ist eine metaphysische Formulierung- auch eine allgemeine Kraft enthält. In vielen Religionen und Weltanschauungen wird diese Kraft einem göttlichen Wesen zugeordnet oder auch selbst zum Göttlichen erklärt. Auch  im Heiligtum der Sieben Göttinnen, wird angenommen, dass diese Kraft nichts anderes als eine göttliche Kraft ist, die in jeder Form die Energie zu richten vermag. Eine Kraft enthält, indem sie der Energie eine bestimmte Richtung und damit eine Form gibt, eine Information. Dies gilt auch für die Kräfte, die etwa der Mensch durch seine Vorrichtungen schafft, sei es beispielsweise zur Bewegung, zur Erwärmung oder zur Erzeugung von Elektrizität. Auch das Leben bedarf solcher Energieformen und deren Kräfte und auch einer Kraft, die allem das Leben selbst einhaucht (selbst wenn dieses Einhauchen nur in dem der Information entsprechenden Zusammenwirken aller anderen Kräfte gesehen wird). Diese Kraft des allgemeinen Lebens, die ebenso wie alles andere der universellen Plastizität der Energie entstammen kann, enthält die Information über die belebende Richtung und wirkt in jedem Einzelnen. Nur ihr kann der Mensch sein Bewusstsein zu verdanken haben wie ebenso seinen Willen, der ihn zu einem frei agierenden Wesen erhebt. Das so begründete Bewusstsein seiner Selbst umfasst auch die Wahrnehmung seines Lebens und ebenso des allgemeinen Lebens, dessen Teil jeder einzelne Mensch durch seine Geburt und seine Vermehrung ist, mithin auch der Kräfte, die die Prozesse des das Leben begründenden Werdens antreiben. Daher findet sich dort der einzige Punkt, wo der Mensch seinen Blick auf die ihn bildende Energie und damit auch auf deren Universalität (der alles und so auch er selbst entstammen) richten kann. Hier allein kann der Mensch eine Allgemeinheit oder auch die Totalität des Seins erfahren. Die Information selbst gibt der Energie die Vorgaben zu der Form und Kraft, dass Leben sich bilden kann. Zudem gibt sie allen am Prozess des Werdens Beteiligten vor, wie sie sich zu verhalten haben, dass der Prozess des Werdens zum Leben führt.  Mit der Einsicht des Einzelnen in diese Zusammenhänge erlangt dieser die Gewissheit, Teil eines Ganzen und eines Mehrs zu sein, das über ihn hinausweist und alles von der Energie getragen wird, was er, jedenfalls nach unserer Definition, nur als göttlich begreifen kann. Oder vereinfacht in der allgemeinen Sprache der Menschen ausgedrückt: dass es die Göttter sind, denen die Information entstammt, wie auch die Kraft  und deren Energie. Erkennt man dies als richtig an, dann aber folgt hieraus zwingend, dass man in den Prozessen, die das allgemeine Leben bilden, die göttlichen  Spuren finden kann und dass, wenn man ihnen folgt, auf diesem Weg auch zur Göttin finden kann, wenn wir unser Erleben auf das Allgemeine ihrer Kraft erstrecken und uns mit ihr vereinen. Einer universellen Plastizität der Energie und damit aller bekannten und auch nur denkbaren Kräfte nähern wir uns auf diesem Weg am nächsten, wenn wir nicht nur erkennen, sondern auch erleben, selbst Teil davon zu sein. Das allgemeine Leben ist eng mit unserer Sexualität verbunden, die uns befähigt durch Weitergabe eines einzelnen Lebens am allgemeinen Leben teilzuhaben. Deswegen verehr man im Heiligtum das Göttliche auch im leiblichen Gebet. Das Leben aber ist alles, was wir sind und haben und werden, weswegen wir uns mit allem und jeden auch mit dem Göttlichen vereinen können.

Des Menschen Freiheit als Abbild plastischer Universalität
Unsere Freiheit, die durch unser Selbstbewusstsein und unsren ungebundenen Willen begründet wird, stellt in auffallender Weise ein Abbild der energetischen universellen Plastizität dar. Die Gedanken sind frei und in Gedanken scheint alles möglich zu sein, der Mensch hat einen Willen, dem er jede Richtung geben kann. Sicherlich können wir konkret nur das denken, was in irgendeiner Weise vorgegeben ist, aber die Vorgaben können wir ändern und so immer weiter auch in das Unbekannte ungeachtet ihrer etwaigen Fiktion vordringen. Genau genommen stoßen wir auf das gleiche Problem wie bei der energetischen universellen Plastizität, wir wissen zwar nicht, was alles an Kräften möglich wäre, wissen aber von jeder, die wir uns vorstellen können (weswegen wahre Weisheit nie in der positiven Erkenntnis bestehen kann, sondern nur in dem Wissen um die Grenzen der jeweils möglichen Erkenntnis). Diese Ähnlichkeit, ja eigentliche Parallelität, kann nach Meinung des Heiligtums nur die Bedeutung haben, dass das Selbstbewusstsein mit seiner Freiheit nichts anderes spiegelt als die universelle Plastizität der Energie, sie ein Teil ihrer insoweit ungerichteten Potenz ist. Mit anderen Worten, dass das Selbstbewusstsein nebst der Freiheit nur göttlichen Ursprungs sein kann und Teile der Göttlichkeit in uns spiegelt. Nicht grundlos finden wir gerade im Gehirn die durchaus der universellen Plastizität vergleichbare neuronale Plastizität (dies natürlich gebunden durch die Materialisierung und den anderen wirkenden Kräften), die das Gehirn und seine Teile und Zellen in den Stand versetzt, ihre Eigenschaften und Fähigkeiten den sich wandelnden Anforderungen  anzupassen und so multifunktional in der jeweils erforderlichen Richtung agieren zu können. Dies alles ist Ausdruck der universellen Plastizität, die wir als Stempel Gottes im Menschen nur begreifen können. Das Göttliche im Menschen erweist sich dort, wo sich in ihm die universelle Plastizität spiegelt. Damit gewinnt für ihn und seine Freiheit die Richtung, für die er sich zu entscheiden hat, die ausschlaggebende Bedeutung. Ihr entnimmt er alles, worüber er sich mit anderen abspricht und so das Virtuelle der Gesellschaft und ihrer Einrichtungen gestaltet, nicht anders als aufgrund der energetischen Plastizität die Welt und das Universum geformt werden.  Die Richtung selbst aber findet der Mensch nur in den Informationen, die im allgemeinen Leben gegründet sind. Sie zu ergründen, wurde ihm die Wahrheit eingepflanzt. Nach dem Glauben des Heiligtums findet er dies alles nur auf dem Weg, wie er ihm mit der die Welt belebenden Kraft gewiesen hat. Hierin besteht der Sinn der Vereinigung  Alle Natur und alles Leben sind durch den Zweck ihres Werdens gerichtet und werden geschaffen durch die entsprechenden Formen der Energie und der zugehörigen Kräfte. Allein die Freiheit durchbricht die Richtung und der freie Mensch muss die Richtung selbst finden. Die kann er aber nur durch das finden, was in ihn gelegt wurde, das sind die Lust und Liebe, das Glück und die Wahrheit. Das Feuer, das diese Eigenschaften in dem Menschen zu erzeugen vermag, und die Notwendigkeit, ihm eine Form zu geben, um es zu einer Kraft zu wandeln, weist auf einen über den Menschen hinausgehenden, mithin göttlichen Ursprung der ungeformten Energie. Damit aber wurde in die Seele eines jeden Menschen ein eigenes kleines Universum gelegt, dessen er sich selbst bewusst ist und in dem sein freier Willen entscheidet, ein Abbild der universellen Plastizität der Energie. Hierin gründet die Kraft eines jeden Einzelnen, nicht weniger seine Kreativität und alle seine Leistungen. So haben die Götter auch von sich ein Abbild geschaffen und die Menschen mit der Lust und Liebe an sich gebunden. gp

Donnerstag, 10. März 2011

Der Schöpfungsakt - der Göttin Kür


Gustav Klimt, Goldfische (1909/1902)


Die Götter sind ein Sein und Leben,
sie sind, nach nichts sie müssen streben,
nicht werden sie das, was sie sind,
kein Faden, den das Leben spinnt,
und doch sind alles sie,
das wir uns können denken,
aus Stoff und Energie,
ein jedes sie uns schenken,
was immer auch wir sollten werden
und alles findet sich auf Erden,
im Götter Sein ist's längst vorhanden
und nichts kam ihnen je abhanden.

Auch sind sie nicht, wie wir es kennen,
nach Zahl, Gestalt, Geschlecht zu nennen,
nach Grund und Zweck nicht zu erklären,
nicht nach Vernunft sie sich bewähren,
nach Zeit nicht zu erkunden,
ein Anfang nicht, kein Ende,
kein Ort, der je gefunden,
im Raume sich befände,
Begriffe können sie nicht fassen,
Ideen Göttliches entlassen,
des Truges selbstgemachte Bilder
zur Täuschung aufgestellte Schilder.

Was Götter denken, ist erschaffen,
kein Irrtum und kein Mangel klaffen,
nach ihrer Weisung richten sich
die Universen willentlich
zur Kraft der Energien,
Materie sich wandelt,
die Masse ward verliehen,
von Körpern sie nun handelt,
die stattet aus der Götter Willen
mit all des Lebens Kenntnis Hüllen,
die sich des starren Stoffs bemächtigen,
zum künftig Werden sie berechtigen.

So hob die Göttin aus der Taufe
ein Leben, das die Welt durchlaufe,
damit ein jeder werden kann,
als Einzelner die Kraft gewann,
doch langte ihr das nicht,
sie wollte mehr vom Menschen,
der Liebe, Lust Gewicht
herbei die Götter wünschen,
und sie berührte mit der Scham
der Erde Boden, auf er nahm,
was Götter streng geheim nur flüstern,
dass sie begehren Menschen lüstern.

Was Gottes ist, das ist vollkommen,
allein was selbst er sich genommen
und weiter hat dem Mensch gegeben,
um ihn zur Göttin anzuheben,
die Götter nun vermissen,
zu lieben gaben sie
dem Mensch der Freiheit Wissen,
die aber bindet nie
des Menschen Willen, zu begehren
und seine Götter zu verehren,
die Lust er ihnen hat entwunden,
bevor mit ihr er ist entschwunden.

Des Menschen Freiheit göttergleich
belebt der Götter Erdenreich,
in ihr da wirkt der Göttin Beben,
dass Liebe ihr zurück gegeben,
es zittert ihr die Brust,
erwartungsvoll sich hebt,
versessen auf der Lust
Vereinigung sie strebt,
geöffnet hat sie ihr Begehren,
davor sie nicht mehr kann sich wehren,
dass Menschen liebend in sie dringen,
mit ihr den Gipfel zu erklimmen.

Des Lebens Zweck die Liebe ist,
das Werden mit der Lust sich misst,
das Glück es treibt den Willen an,
stellt alles unter ihren Bann,
den sie auf uns erstreckt,
weswegen tot Gestein
zum Leben hat erweckt
und sie ist nicht allein,
zum Spiel sie hat den Mensch erfunden,
auf ihre Art an sich gebunden,
geöffnet hat sie ihm die Tür,
zu leben nach der Göttin Kür.
© Karsten Cascais

Mittwoch, 9. März 2011

Sakralzeiten, der Göttin Tage

Die Verehrung der Göttin durch die Gläubigen des Heiligtums und die hierin liegende Verallgemeinerung der Lust und Liebe ist auf bestimmte Tage (Sakralzeit) und  Orte (Sakralorte) beschränkt. Dies sind genau festgelegt, wie auch Ausnahmen hiervon genau beschrieben sind. 
Diese Bestimmung ist abschließend, Ausnahmen sind zum Beispiel in bestimmten Metropien möglich. 
gp

Freitag, 4. März 2011

Der Gleichheit Gaben und Verdruss

Franz von Stuck, Judith (1926)



Wenn Götter einst die Menschen riefen,
in Scharen strömten sie herbei,
in ihrem Bann zusammenliefen,
sich ihnen stellten ohn' Verdeih
zu ihrer gänzlichen Verfügung
und folgten ihrem Willen blind
zur Freude statt ihrer Betrübung,
vor der sie flohen ganz geschwind.

Die Götter blieben, sie zu lieben,
an Liebe reich, sind alle gleich.

Verbrachten wir die Dinge, die wir sagten,
als einst die Schritte zu ihr wagten,
sie uns mit mildem Blick bedeutet,
des Lebens Glück von uns vergeudet,
das sie in uns hat tief gelegt,
damit die Welt zugleich belebt,
dass wir in aller Lust erstarken,
nichts anderes von uns erwarten,
dass Gleiches überall sich findet
und jeden an den anderen bindet,
dass keiner glaubt, er könne sein,
auf dieser Welt für sich allein,
das hat man ihm so beigebracht
und heimlich über ihn gelacht,
dass er nur treu den andren folgte,
stets tat, was man dort von ihm wollte,
die Gleichheit in den Schädel rammte,
dass keiner das Besondre kannte,
was alle Menschen mit sich führten
sie ihnen immer mehr gebührten,
verdunkelten das Licht in ihnen,
damit nichts ward von ihm beschienen,
nur dunkle Masse überall
und gleicher dunkler tumber Schall,
in hohen Worten man umschriebe,
dass sei das Glück, das ihnen bliebe,
wenn ihre Form in nichts sich scheide,
was andere mit ihr bekleide,
und niemand werde jemals fordern,
was nicht ein jeder könne ordern,
oh Gleichheit betet fromm ein jeder,
und ziehen stramm der Hosen Leder,
wenn Schläge prasseln dort hernieder,
begleitet von gesung'nen Lieder,
wie herrlich ist das Leben doch,
wenn jeder ist in seinem Loch
und keiner kann allein mehr raus,
wir glücklich sind in Volkes Haus,
wo nicht mehr kann sehr viel passieren,
auch Werte sind nicht zu gerieren,
vom andren leben alle wohl,
wird auch das Leben dabei hohl,
das ist der Gleicheit Schicksal Lauf,
wenn Trägheit gibt das Werden auf,
wo einst die Not zum Handeln zwang,
nun sich Gerechtigkeit aufschwang,
des Diebes Absicht gut verbergend,
sich anzueignen, was war werdend
durch andrer Arbeit wohlgetan,
zu leiten hin zu jener Bahn,
verteilend dem soll es gebühren,
man nicht zum Wirken will verführen,
so wandelt Gleichheit sich zur Schande,
wenn bindet sie gerechte Bande,
verschüttet in des Menschen Seele
der Göttin Blick gerichtet scheele,
ihr Licht verfinstert Dunkelheit
zu neuer Tat nicht mehr bereit,
wo ihre Kraft die Welt belebte,
entschwunden ist, was sie bewegte,
wird Ziel des Lebens das Verteilen,
kein Werden möchte dort verweilen.

Die Göttin sprach, ich habe euch
durch meine Kraft geschaffen gleich,
dass jeder mich auch in sich spürt,
sein Leben er zum Glück hinführt,
doch seid ihr frei, dahin zu streben,
weswegen Glück ich nicht kann geben,
seht an, mein Leib, den geb ich hin,
jedoch nur dem, mit dem ich bin,
weil er das Glück so sehr begehrte,
dass meine Schönheit er verehrte,
in Liebe nur zu mir entbrannte,
obgleich auch andre Schöne kannte,
denn mich zu lieben, ist er frei,
welch andren Glückes ihm auch sei,
die Kraft zu lieben, schuf ich gleich,
doch wen ihr liebt, liegt ganz bei euch.

Der Gleichheit Gaben sollen laben,
der Gleichheit Kuss euch schafft Verdruss.
© Karsten Cascais