Orte der Liebe

Orte der Liebe
Heiligtümer dieser Welt

Heiligtum

Wege zum Sein

Im Heiligtum preisen wir alle Leiblichkeit, weil alles Leben ein körperliches Werden ist, in dem allein die Belebung der Welt besteht und die Teil an einem göttlichen Sein hat. Das Lebende selbst, also auch der Mensch, indes wird in jedem Augenblick seiner Existenz nur durch das Zusammenspiel der daran beteiligten einzelnen Glieder bewirkt. Hierzu formt sich die Energie des göttlichen Seins, das wir in personalisierter Form Göttin nennen, zur allgemeinen Lebenskraft. Das Göttliche aber spiegelt sich in der Schönheit allen Werdens, den Körpern, der Lust und Liebe und dem Glück. Zu ihm und dessen Sein findet der Mensch daher ausschließlich über seine Leiblichkeit zurück, durch ein leibliches Gebet, mit dem er in der Vereinigung mit anderen dem Göttlichen dient, indessen nicht im Geiste, noch weniger im Tod, wie in den Grundaussagen des Heiligtums der sieben Göttinnen niedergelegt.



Hinweis


Eine alphabetische Zusammenfassung der Grundaussagen des Heiligtums finden sich im

Lexikon zum Heiligtum der Sieben Göttinnen

sowie dem

Glossar zum Lexikon

Häufig gestellte Fragen / Frequent Asked Questions beantwortet im Unterblog Heiligtum der Sieben Göttinnen FQA die Virtuelle Priesterin Lea

Übersicht häufig gestellter Fragen / FAQ


Donnerstag, 22. Juli 2010

Leo: Der Umgang mit der öffentlichen Lust

So mag es noch manche geben, die den alten Leiden anhängen, die die Religionen den Menschen um ihrer Erlösung im Jenseits willen verschrieben haben, doch längst beherrscht die Öffentlichkeit die allgemeine Lustbarkeit, wie sie uns täglich in Wettkämpfen und sonstigen Veranstaltungen, seien es olympische oder andere, in Arenen, auf Tourneen, in Sälen und auf dem freien Feld vorgeführt wird. Die Medien kennen nur noch die Unterhaltung der Menschen zu ihrer Freude, der Witz, unendlich aneinander gereiht, bestimmt den Duktus und nicht die nachdenkliche Einsicht. Läuft nicht auch das Heiligtum dem nach, was längst in der Gesellschaft schon vollzogen ist?

Höchste Wertschätzung allgemeiner Lustbarkeiten
Seht genau hin, wenn ihr all den Spaß, den man euch bereitet, betrachtet. Es ist nur virtuell, was die Menschen so endlos erheitern soll. Die Freude selbst, die kann nur wie der Hunger oder auch der Durst in jedem Menschen allein entstehen. Aber das Geschäft der Freude haben sie dem Einzelnen längst schon aus der Hand genommen. Brot und Spiele, hieß es bei den alten Römern, hielten den Plebs ruhig und sie bauten bereits vor zweitausend Jahren Kolosseen, Arenen und Rennplätze, die damals nicht weniger Zuschauern Platz boten als heute die größten Stadien unserer Zeit. Die Eigenschaften der Menschen konnten zwar nie von einer gesellschaftlichen Ordnung geändert werden, jedoch die Methoden, wie seine in ihm angelegten Bedürfnisse möglichst schadlos für die anderen oder auch noch mit deren Vorteil zu befriedigen sind, unterlagen manchem Wechsel. Auf jeden Fall galt es stets, dem Menschen die ihn erfreuenden privaten Lustbarkeiten zu entwenden. So steht auch heute noch die Wertschätzung der weltlichen Tempel, an denen sich die Menschen erfreuen sollen, in einem auffallenden Widerspruch zu der nach wie vor negativen Einschätzung der individuellen Lustbefriedigung. Denn Hedonismus hat bis heute nicht den guten Klang einer Lebensweisheit wieder erlangt, der ihm einst selbst in der Antike noch anhing. Allein die kollektiven Formen des Hedonismus sind anerkannt, so sehr, dass sie an den höchsten Werten der Gesellschaft teilhaben. Ihre obersten politischen Vertreter selbst nehmen tagelange Reisen und Abwesenheit von ihren Amtsgeschäften auf sich, nur um sich ihrem Wahlvolk in hedonistischer Ekstase zu präsentieren, wie bei sportlichen Großveranstaltungen. Hedonismus hat selbst größten kulturellen Rang in unseren modernen Gesellschaften, wenn es um abstrakte Verzückung geht. Die allgemeinen Lustbarkeiten zählten stets sehr viel, der eigentliche Genuss des Individuum dagegen wenig.

Degradierung des Einzelnen zum Kostgänger kollektiver Lust
Das ist ein Widerspruch, der an den Festen einer jeden Gesellschaft rüttelt. Denn die individuelle Lust, die der Einzelne in seiner Seele, seinem Herzen oder seinem Bauch erlebt, ist die einzige Quelle einer jeden Lust und die allgemeine Lust ist nur virtuell. Denn sie ist nichts anderes als die begriffliche Zusammenfassung der Tatsache, dass auch andere Individuen Lust erleben. Von ihrer Lust schließt man auf den Auslöser und gewinnt so das Gut einer allgemeinen Lustbarkeit, der übliche Taschenspielertrick, gesellschaftliches Sein vorzutäuschen. Denn ebenso wie Nahrung nicht das Stillen des Hungers ersetzt und Wasser nicht den Durst löscht, ohne dass gegessen und getrunken wird, kann keine Lustbarkeit, auch kein Fußballendspiel oder Open-Air-Konzert, die Lust ersetzen, ohne dass nicht jeder, der sich der Veranstaltung erfreut, auch in seinem Inneren diese Freude erlebt. Jede Form der öffentlich dargebotenen Lustbarkeit (auch Theater und Konzerte und jeder sonstige hehre Kulturbetrieb) leben ausschließlich von diesem scheinbar schmuddeligen individuellen Lusterlebnis. Denn Lust gründet sich wie alles auf den Einzelnen allein, wenn es nicht die allgemeine Lust der Göttin ist. Die Lust regiert mit ihrer Abwechslung von Wohlbefinden zum Unbehagen unablässig eine jede bewusste Lebensäußerung des Menschen, denn dieser kann nicht anders, als stets zur besseren Seite zu gieren und nach seinem Glück zu streben. Mit dem erwähnten Griff in die idealistischen Trickkiste –von solchen Artistikstücken alle Gesellschaften leben- wird dem Menschen indessen das allgemeine Gut der Lustbarkeit als gute Lust und seine eigene Lust, wenn sie nicht auf den von der allgemeinen Lustbarkeit vorgezeichneten Bahnen erlebt wird, als schlecht dargstellt – wohl wissend, dass ein jeder, der des anderen Lust kontrolliert, ihn damit zugleich beherrscht. Das ist eine der Grundlagen unserer modernen Gesellschaften und auch ein Grund, warum Religionen und entsprechende säkulare Weltanschauungen gut oder schlecht sein können. Gut sind sie, wenn sie die individuelle Lust dem Menschen aus ihrer Hand nehmen, und schlecht, wenn sie die Lust allein beim Einzelnen belassen. Ist die Lust dem Einzelnen erst einmal entwunden, dann kann man ihm schnell klar machen, dass nicht sein Gefühl der Freude das Wahrhafte ist, sondern das, was sie auslöst, und die Bahn ist geebnet für gute kollektive Lust und üblen egoistischen Hedonismus. So verliert der Mensch seine hedonistische Autarkie und wird zum Kostgänger kollektiver Lustbarkeiten.

Der hässliche Hedonismus des Sozialleibs
Stattdessen wird er Teil eines Sozialeibs, dessen Hedonismus nicht blanker sein könnte. Das, was wir heute stolz als Errungenschaft eines Sozialstaats feiern, ist in Wirklichkeit die Widerspiegelung des auf die Spitze getrieben kollektiven Hedonismus. Zu diesem Zweck muss man sich nur das Kollektiv unserer Gesellschaft als ein einzelnes Wesen vorstellen und ihm alle seine Ziele zuordnen, als seien es die Ziele eines einzelnen Menschen, ein Grausen kann einen nur vor diesem Wesen erfassen. Dieser Sozialleib will für die einen, die die Mehrheit darstellen, Wohlleben um jeden Preis, den die anderen, die in der Minderheit sind, durch die von ihnen erarbeiteten Werte zu zahlen haben. Dem Sozialleib geht es in seinen Zielen nur darum, möglichst viel an Wohlleben mit möglichst wenig eigener Leistung zu erhalten, für jede Leistung, die man erbringt, mehr zu erhalten oder für das, was man erhält, möglichst wenig leisten zu müssen. Verantwortung für das eigene Glück, lehnt der Sozialleib ab, alle Risiken sind kollektiv zu tragen, tragen mithin die anderen. Der Erfolg misst sich allein am Mehr, das man ohne eigenen Einsatz erhält. Beeinträchtigungen des eigenen Wohlbefindens sind kollektiv abzuwälzen, persönliches Schicksal ist immer Teil des Schicksals der anderen. Die Methoden, mit denen der Sozialleib das Wohlbefinden und Wohlleben seiner Glieder durchsetzt, werden immer drastischer und einseitiger und sind nur noch nach ihrem Ziel, deren Genuss zu mehren oder seine Beeinträchtigung abzuwehren, ausgerichtet. Das ganze begriffliche Instrumentarium ist ausschließlich auf Genusssicherung ausgerichtet, soziale Gerechtigkeit, Verteilungsgerechtigkeit, Vergemeinschaftung aller Lebens- und Risikobereiche dienen der scheinbar objektiven Auskleidung einseitiger Forderungen, alles mit dem Ziel, dass es dem Sozialleib so gut geht, wie nur möglich. Das ist die Software der modernen Sozialstaaten; Sozialsstaat heisst Gerechtigkeit für die Mehrheitsklientel auf Kosten der anschaffenden Minderheit. Hierhin konnten die Menschen, die die Lasten dieses Soziahedonismus tragen, nur gelangen, weil sie ihre eigene Genussautarkie verloren haben, gezwungen wurden, allgemeine Lustbarkeiten gegen ihre individuelle Lust einzutauschen, die eigene Lust zum Schmuddelkind degradiert wurde und am übelsten ging es dabei der größten Quelle individueller Lust, der Sexualität. Doch fremdbestimmte kollektive Lust und individuelles Glück sind wie Wasser und Feuer.

Befreiung von der sozialen Sklavenmentalität
Kollektives kann immer nur auf Kosten individuellen Lustverzichts entstehen, mag die Lust Einzelner, die sie am kollektiven Konstrukt finden, auch noch so groß sein – und dies aus den verschiedensten wiederum höchst individuellen Gründen. An sich ist jede Lust mit Entbehrung unvermeidbar verbunden, was allein schon daraus folgt, dass der Mensch und sein Organismus ein Mangelwesen ist. In der kollektiven Lust ist es so wie mit allen kollektiven Gütern, die, denen sie bei der gerechten (und sie berechtigenden) Verteilung zugeteilt werden, erhalten sie per politischen Akt der Umverteiler, die mit ihrer Schaffung verbundenen notwendigen Entbehrungen trägt die Minderheit, denen gegenüber Gerechtigkeit allein verpflichtend wirkt. Das lassen die Menschen mit sich solange und soweit geschehen, solange sie glauben, auf die kollektiven Lustbarkeiten ebenfalls angewiesen zu sein. Das sind sie aber nicht und das Heiligtum will es sie lehren. Ein jeder kann Lust nur in seinem Inneren finden und er ist mithilfe der in ihm waltenden Wahrheit auch der eigene Herr seiner Lustbarkeiten. Die können selbstverständlich kollektiv sein, und werden es auch sein, wie vieles mehr, das des Menschen Leben bestimmt, aber es sind Lustbarkeiten von eigener Gnade und nicht von fiktiver kollektiver Hand. Der Mensch ist in seinem Glück autark und kann es auch anders nicht sein. Er muss indes nach seinem Glück streben, was er gemeinhin dadurch tut, dass er versucht, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass die für das erwartete Glück für notwendig gehaltenen Umstände eintreten – womit zumeist Entbehrungen verbunden sind. An diesen Entbehrungen knüpft die kollektive Verteilung an, indem sie dem nach seinem Glück strebenden Menschen zur Erreichung seines Zieles geschaffene Werte wegnimmt, um sie anderen zu geben, die hierfür keine Entbehrungen erleiden mussten. In welchem Umfang das nun geschieht, ist maßstabslos, wie die andauernd steigenden Ausgaben zur Versorgung des immer opulenter werdenden Sozialleibs belegen. Längst sind Ausmaße erreicht, deren Hinnahme durch die Belasteten kaum noch zu verstehen ist und ihre Begründung nur in der sozialen Verblendung, mit denen man die Minderheit geschlagen hat, finden mag. Dass den Versorgern nur noch wenige Prozentpunkte mehr als den aus ihren Entbehrungen Versorgten verbleibt, ohne dass der Sozialkontrakt aufgekündigt wird, lässt sich nur durch eine Ausdehnung altbewährter Sklavenmentalität (durch gesellschaftlich systematischer Zurücksetzung eigener Bedürfnisse) erklären. Daher verfolgen wir das Ziel, die Menschen auch mental wieder zu befreien, dass sie sich ihrer Freiheit und Würde und damit ihrer Autarkie im Glück und nicht weniger in der Lust und Liebe bewusst werden. Jede Lust kehrt zurück in das Innere eines jeden Menschen und ihrer kann er sich dann auch erfreuen, wenn die Mehrheit sie nicht teilt. Doch seid euch bewusst, auf den Weg dahin, werden sie euch bekriegen, denn eure Freiheit entzieht dem maßstablosen Hedonismus des selbstzufriedenen opulenten Sozialleibs die Grundlage.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen