Sonntag, 30. Mai 2010
Leo: Auflösung der Promiskuität
Und dient nicht alles doch allein der Promiskuität, wenn wir die Göttin lieben?
Verunstaltung der Sexualität
Wäre es so, dann würde die Promiskuität durch die Liebe der Göttin selbst geheiligt. Doch eure Frage steht bereits auf den tönernen Füßen der Geißelung des Menschen, die viele Religionen mit ihrer Feindlichkeit jeglichem irdischen Glück gegenüber zum Programm erheben. Denn irdisches Glück schafft freie Menschen, sich der eigenen Würde und ihrer Bedürfnisse selbst bewusst. Die Verlagerung des Glücks in das Jenseits indessen macht aus ihnen willfährige Schafe, gut zum Scheren, auch zum Melken und selbst zum Schlachten. Wo der Mensch der Göttin Ruf, als sie mit ihrer Liebe die Welt befruchtete, jederzeit am stärksten spürt, dort greifen die jegliche irdische Macht stabilisierenden Systeme am ehesten ein: bei dem Streben nach dem Glück, in der Lust und Liebe, bei seiner sexuellen Freude, die alle tief in seinem Inneren wohnen. Dies ist seines Lebens Quelle und beherrscht man sie, dann beherrscht man den ganzen Menschen. Hieraus folgt die Strenge gegen Lust und Liebe und die Ablehnung einer freien Sexualität. Dieser Methode bedienen sich alle, die über ihre Mitmenschen herrschen wollen. Auf der anderen Seite spürt selbst der Einzelne, dass die in ihn brodelnde Kraft seiner Sexualität der Formung bedarf, will sie ihn nicht versengen, denn hier spürt er der Göttin Feuer unmittelbar. In Furcht davor lassen die Menschen sich oft recht leichtfertig darauf ein, ihre Begierden zu versklaven. So glauben sie Ruhe vor dem eigenen Trieb zu finden. Der Trieb allein ist in der Tat wenig geeignet, verlässliche gemeinschaftliche (gesellschaftliche) Strukturen zu schaffen. Der Mensch bedarf der ihn stützenden Form, wie er auch auf die Verlässlichkeit anderer angewiesen ist, hier vor allem auf die Treue seiner Partner. Dies aber rechtfertigt nicht die seit dem Siegeszug des Christentums vorherrschende Sexualfeindlichkeit. Überträgt man etwa diese Haltung auf einen anderen wesentlichen Trieb, dem nach Nahrung, so entspräche es der gängigen religiösen Sexualmoral, wenn man dem Menschen nur eine Noternährung zugestehen würde, weil er sein Leben mit giftigen Lebensmitteln ruinieren könnte. Die etablierte nachantike Lustfeindlichkeit setzte sich auch nicht wegen der Eignung zur Zügelung der Triebe durch, sondern einmal wegen ihrer despotischen Wirksamkeit, die Flamme der Freiheit im Menschen zu ersticken. Zum anderen bereitete sie der damals noch nicht sehr lange entdeckten Vaterschaft den patriarchalen Durchbruch: nur durch den systematischen Ausschluss der möglichen Mütter eigener Kinder von jeglichem Geschlechtsverkehr mit Dritten, konnte sich der sie sexuell beherrschende Mann seiner Vaterschaft sicher sein. Die Machtausübung über andere durch sexuelle Regulierung widerspricht indessen unserem Bild des allein den Göttinnen, ihrer Wahrheit und ihrer Lust und Liebe verpflichteten freien Menschen. Zudem sind die Menschen heute dank moderner Verfahren in der Lage, die Vaterschaft auch anders als nach dem Prinzip der geschlechtsaktiven Ausschließlichkeit zu bestimmen, so dass die Sicherung der Vaterschaft, durchaus eine kulturelle Errungenschaft des letzten Jahrzehntausends, solcher Tricks nicht mehr bedarf. Daher versteht das Heiligtum den Begriff der Promiskuität nur als ein Grummeln aus frühen Zeiten, eine Verleumdung des menschlichen Bedürfnisses nach einer abwechslungsreichen Sexualität.
Die Göttin schützt die Treue
Eine ganz andere Frage ist die, wie die Menschen mit dieser freien (und nicht prophylaktisch gefesselten) Lust und Liebe umgehen und dies vor allem auch angesichts der besonderen Kraft dieser Quelle allen Lebens. Denn dass in der Natur und auch im Menschen alles darauf ausgerichtet ist, sich allein um der Vermehrung willen mit hierzu geeigneten Partnern zu verbinden, kann nicht geleugnet werden. Das Wunder unserer Welt, die Weitergabe des Lebens, verbreitet sich auf allen Wegen. Dass andererseits die ordnende Hand, deren (informatives) Wirken alles Werden folgt, auch hier eingreift, kann gar nicht anders sein. Denn ohne Form gäbe es kein Leben, Formen aber ist nichts anderes als Regulieren. Als bewusstes Wesen kann der Mensch sich dieser Vorgänge wiederum selbst bewusst werden und sich ihrer dabei bemächtigen. So erheben sich die Triebe auf die kulturelle Ebene der zwischenmenschlichen Regulierung und werden Anweisungen unterstellt, die zu erfüllen die Menschen sich gegenseitig versprechen. Das Prinzip einer jeden Form des Zusammenlebens ist die Verlässlichkeit, die Erwartung und Erfüllung dieser Erwartung, sich entsprechend dem Abgesprochenen auch zu verhalten. Gäbe es nicht die Verlässlichkeit, gäbe es kein Leben. Die Kommunikation unter Menschen erfolgt durch Formen und Symbole, denen man jeweils zuvor eine bestimmte Bedeutung übereinstimmend beigelegt hat. Für gesellschaftliche Strukturen sind die Symbole, die abgesprochene Informationen übertragen, das entscheidende. Je tiefer die Symbole an den tragenden Lebenstatsachen anknüpfen, umso größer ist ihre Bedeutung. Hierauf gründet die Wichtigkeit der sexuellen Symbolik, der Formen und Symbole, die von den sexuellen Bedürfnissen ausgehen. Sie ist für das Zusammenleben der Geschlechter von tragender Bedeutung, für die Partnerschaft, die Ehe, wie auch für die unmittelbar hieraus hervorgehende Gemeinschaft, die Familie. Angesichts der tiefen Lust nach Abwechslung, der dauernden Suche anderer und wechselnder Geschlechtspartner, die die Natur vielen Menschen in ihre Schöße und Glieder eingepflanzt hat, steht die Treue als Ausdruck sexueller Verlässlichkeit im informativen Zentrum geschlechtlicher Gemeinschaften. Die Treue ist das Versprechen, angesichts der Heftigkeit oftmals andersgerichteten sexuellen Verlangens mit diesem nur so, wie versprochen, umzugehen. Die Treue als solche ist –abgesehen davon, dass sie Ausdruck des Prinzips der Verlässlichkeit ist- kein Selbstwert, vielmehr erlangt sie allein durch den Inhalt der Absprachen der Beteiligten ihre Bedeutung, soweit diese reichen und nicht weiter. Das kann in vielen Kulturen typisiert sein, ändert indessen nichts an dieser Relativität (Bezüglichkeit auf die zugrundeliegenden Versprechen). Die Göttinnen im Heiligtum sind die Garanten dieser Versprechen, weswegen sie den Menschen nicht erlauben, allein aus Lust und Liebe ihre sexuell bedeutsamen Versprechungen zu brechen. Die Liebe zwischen den Menschen steht unter ihrem Schutz, denn es ist die Liebe der Göttin selbst, die die Menschen miteinander verbindet. Und nichts anderes gilt für ihre Lust. War dies doch der Göttin erste Tat, als sie die Welt betrat. Die Verlässlichkeit, das Versprechen auch zur Treue, kann Sexualität zwischen beliebig der Lust nach wechselnden Partnern verdammen, so wie es manche mit dem Begriff der Promiskuität versuchen – jedoch ist es nicht der Kontakt, die sexuelle Handlung, die verwerflich wäre, sondern allein, dass sie entgegen dem gegebenen Versprechen geschieht. Dass die Göttin über die Treue ihren Schirm schützend hält, versteht sich von selbst. Ist es doch die Göttin, die das Leben in die Welt brachte und Leben entsteht nur durch Verlässlichkeit. Verlässlichkeit, Liebe, Lust und damit auch die Wahrheit sind all das, was die Göttin schuf.
Galaktisierung von Lust und Liebe
Nur die Liebe der Göttin und ebenso nur ihre Lust sind das, was alles andere aufwiegt und die Waagschale auch darüber hinaus noch ansteigen lässt. Denn es sind ihre Liebe und ihre Lust, die die Welt durchfluten und alles Leben entstehen lassen, auch die Liebe zwischen den Menschen und auch die sich hierauf gründenden Versprechen. Alles, auch die Treue, dient der Lust der Göttin, die sie sich an unserer Welt sucht. So wie ihre Lust und Liebe die der Menschen garantiert, dienen die Menschen ihr mit aller Lust und Liebe, deren sie nur fähig sind. Daher kann es keine Grenzen geben, wenn die Menschen allein die Göttin lieben. Die Frauen vereinen sich mit ihrem Leib und werden zu einem einzigen und die Männer tauchen allesamt in Einem dort hinab und ein. Es kommt dasjenige zu demjenigen, das durch die Göttin und ihrem die Welt befruchtenden Akt eins war und stets auch blieb. Es sind nicht wechselnde Glieder und Leiber, die sich hier vereinen, sondern alles verschmilzt zu der Göttin Leib. Das geschieht im leiblichen Gebet. Es war der Göttin Hauch, der die Erde streifte und die Lust und Liebe übertrug, auf dass Leben werde. Ihre Seele und ihr Leib sind es seither, die überall hervorlugen, wenn es um Lust und Liebe geht. Ihre Lust und Liebe sind das Allgemeine, das die Welt und damit alle Wesen und schließlich ganz besonders die Menschen umspannt, worin sich das Leben spiegelt, wenn es von einem Einzelnen auf ein anderes überspringt. In diesem göttlich Allgemeinen, das Einzige, dessen reale Erfahrung der Mensch fähig ist, geht jedes Einzelne auf, löst sich Dein und Mein, das Eine und das Andere auf zu Allem wie auch zu dem Einen der Göttin, alle werden Teil einer heiligen Familie. Wechselndes kann dort nicht mehr sein, auch nicht zwischen den Geschlechtern. Das ist die Galaktisierung von Lust und Liebe, der Akt, in dem eine jede Liebe und eine jede Lust zu einem Einzigen und allein der der Göttin wird. Darum müssen eine jede Priesterin und ein jeder Priester des Heiligtums vor ihrer Weihe durch die Galaktisierung von Lust und Liebe nach den beim Träger des Wortes verwalteten Regeln ihre passive Weihefähigkeit nachweisen, denn nur in der Galaktisierung, der gemeinsamen Vereinigung allein mit den Göttinnen, findet der Mensch zum Göttlichen und nirgendwo anders und nirgendwo mehr. Dies geschieht nur in den Tempeln und zu den Zeiten der Göttinnen, wenn die gläubigen Frauen und Männer ihre Schlaffelle ausbreiten und sich dort der Göttin zu Füßen werfen und alle im leiblichen Gebet dort zu ihrem Leib finden, wenn sie sich allein, um mit der Göttin zu sein, miteinander vereinen. Es gibt keinen heiligeren Dienst als diesen Sakralakt und nichts wertvolleres, das sie nach dem Dienst mit sich nach Hause nehmen könnten. Der Göttin und ihrer Herrlichkeit an Leib und Seele sei Dank. Ihr aber lacht über die Armen an Leib und Seele, die leere Begriffe sinnlos nachplappern, von ihren Beherrschern geschickt, ihre eigene Lust und Liebe zu versklaven, sie auf immer von der Galaktisierung von Lust und Liebe auszuschließen.
Verunstaltung der Sexualität
Wäre es so, dann würde die Promiskuität durch die Liebe der Göttin selbst geheiligt. Doch eure Frage steht bereits auf den tönernen Füßen der Geißelung des Menschen, die viele Religionen mit ihrer Feindlichkeit jeglichem irdischen Glück gegenüber zum Programm erheben. Denn irdisches Glück schafft freie Menschen, sich der eigenen Würde und ihrer Bedürfnisse selbst bewusst. Die Verlagerung des Glücks in das Jenseits indessen macht aus ihnen willfährige Schafe, gut zum Scheren, auch zum Melken und selbst zum Schlachten. Wo der Mensch der Göttin Ruf, als sie mit ihrer Liebe die Welt befruchtete, jederzeit am stärksten spürt, dort greifen die jegliche irdische Macht stabilisierenden Systeme am ehesten ein: bei dem Streben nach dem Glück, in der Lust und Liebe, bei seiner sexuellen Freude, die alle tief in seinem Inneren wohnen. Dies ist seines Lebens Quelle und beherrscht man sie, dann beherrscht man den ganzen Menschen. Hieraus folgt die Strenge gegen Lust und Liebe und die Ablehnung einer freien Sexualität. Dieser Methode bedienen sich alle, die über ihre Mitmenschen herrschen wollen. Auf der anderen Seite spürt selbst der Einzelne, dass die in ihn brodelnde Kraft seiner Sexualität der Formung bedarf, will sie ihn nicht versengen, denn hier spürt er der Göttin Feuer unmittelbar. In Furcht davor lassen die Menschen sich oft recht leichtfertig darauf ein, ihre Begierden zu versklaven. So glauben sie Ruhe vor dem eigenen Trieb zu finden. Der Trieb allein ist in der Tat wenig geeignet, verlässliche gemeinschaftliche (gesellschaftliche) Strukturen zu schaffen. Der Mensch bedarf der ihn stützenden Form, wie er auch auf die Verlässlichkeit anderer angewiesen ist, hier vor allem auf die Treue seiner Partner. Dies aber rechtfertigt nicht die seit dem Siegeszug des Christentums vorherrschende Sexualfeindlichkeit. Überträgt man etwa diese Haltung auf einen anderen wesentlichen Trieb, dem nach Nahrung, so entspräche es der gängigen religiösen Sexualmoral, wenn man dem Menschen nur eine Noternährung zugestehen würde, weil er sein Leben mit giftigen Lebensmitteln ruinieren könnte. Die etablierte nachantike Lustfeindlichkeit setzte sich auch nicht wegen der Eignung zur Zügelung der Triebe durch, sondern einmal wegen ihrer despotischen Wirksamkeit, die Flamme der Freiheit im Menschen zu ersticken. Zum anderen bereitete sie der damals noch nicht sehr lange entdeckten Vaterschaft den patriarchalen Durchbruch: nur durch den systematischen Ausschluss der möglichen Mütter eigener Kinder von jeglichem Geschlechtsverkehr mit Dritten, konnte sich der sie sexuell beherrschende Mann seiner Vaterschaft sicher sein. Die Machtausübung über andere durch sexuelle Regulierung widerspricht indessen unserem Bild des allein den Göttinnen, ihrer Wahrheit und ihrer Lust und Liebe verpflichteten freien Menschen. Zudem sind die Menschen heute dank moderner Verfahren in der Lage, die Vaterschaft auch anders als nach dem Prinzip der geschlechtsaktiven Ausschließlichkeit zu bestimmen, so dass die Sicherung der Vaterschaft, durchaus eine kulturelle Errungenschaft des letzten Jahrzehntausends, solcher Tricks nicht mehr bedarf. Daher versteht das Heiligtum den Begriff der Promiskuität nur als ein Grummeln aus frühen Zeiten, eine Verleumdung des menschlichen Bedürfnisses nach einer abwechslungsreichen Sexualität.
Die Göttin schützt die Treue
Eine ganz andere Frage ist die, wie die Menschen mit dieser freien (und nicht prophylaktisch gefesselten) Lust und Liebe umgehen und dies vor allem auch angesichts der besonderen Kraft dieser Quelle allen Lebens. Denn dass in der Natur und auch im Menschen alles darauf ausgerichtet ist, sich allein um der Vermehrung willen mit hierzu geeigneten Partnern zu verbinden, kann nicht geleugnet werden. Das Wunder unserer Welt, die Weitergabe des Lebens, verbreitet sich auf allen Wegen. Dass andererseits die ordnende Hand, deren (informatives) Wirken alles Werden folgt, auch hier eingreift, kann gar nicht anders sein. Denn ohne Form gäbe es kein Leben, Formen aber ist nichts anderes als Regulieren. Als bewusstes Wesen kann der Mensch sich dieser Vorgänge wiederum selbst bewusst werden und sich ihrer dabei bemächtigen. So erheben sich die Triebe auf die kulturelle Ebene der zwischenmenschlichen Regulierung und werden Anweisungen unterstellt, die zu erfüllen die Menschen sich gegenseitig versprechen. Das Prinzip einer jeden Form des Zusammenlebens ist die Verlässlichkeit, die Erwartung und Erfüllung dieser Erwartung, sich entsprechend dem Abgesprochenen auch zu verhalten. Gäbe es nicht die Verlässlichkeit, gäbe es kein Leben. Die Kommunikation unter Menschen erfolgt durch Formen und Symbole, denen man jeweils zuvor eine bestimmte Bedeutung übereinstimmend beigelegt hat. Für gesellschaftliche Strukturen sind die Symbole, die abgesprochene Informationen übertragen, das entscheidende. Je tiefer die Symbole an den tragenden Lebenstatsachen anknüpfen, umso größer ist ihre Bedeutung. Hierauf gründet die Wichtigkeit der sexuellen Symbolik, der Formen und Symbole, die von den sexuellen Bedürfnissen ausgehen. Sie ist für das Zusammenleben der Geschlechter von tragender Bedeutung, für die Partnerschaft, die Ehe, wie auch für die unmittelbar hieraus hervorgehende Gemeinschaft, die Familie. Angesichts der tiefen Lust nach Abwechslung, der dauernden Suche anderer und wechselnder Geschlechtspartner, die die Natur vielen Menschen in ihre Schöße und Glieder eingepflanzt hat, steht die Treue als Ausdruck sexueller Verlässlichkeit im informativen Zentrum geschlechtlicher Gemeinschaften. Die Treue ist das Versprechen, angesichts der Heftigkeit oftmals andersgerichteten sexuellen Verlangens mit diesem nur so, wie versprochen, umzugehen. Die Treue als solche ist –abgesehen davon, dass sie Ausdruck des Prinzips der Verlässlichkeit ist- kein Selbstwert, vielmehr erlangt sie allein durch den Inhalt der Absprachen der Beteiligten ihre Bedeutung, soweit diese reichen und nicht weiter. Das kann in vielen Kulturen typisiert sein, ändert indessen nichts an dieser Relativität (Bezüglichkeit auf die zugrundeliegenden Versprechen). Die Göttinnen im Heiligtum sind die Garanten dieser Versprechen, weswegen sie den Menschen nicht erlauben, allein aus Lust und Liebe ihre sexuell bedeutsamen Versprechungen zu brechen. Die Liebe zwischen den Menschen steht unter ihrem Schutz, denn es ist die Liebe der Göttin selbst, die die Menschen miteinander verbindet. Und nichts anderes gilt für ihre Lust. War dies doch der Göttin erste Tat, als sie die Welt betrat. Die Verlässlichkeit, das Versprechen auch zur Treue, kann Sexualität zwischen beliebig der Lust nach wechselnden Partnern verdammen, so wie es manche mit dem Begriff der Promiskuität versuchen – jedoch ist es nicht der Kontakt, die sexuelle Handlung, die verwerflich wäre, sondern allein, dass sie entgegen dem gegebenen Versprechen geschieht. Dass die Göttin über die Treue ihren Schirm schützend hält, versteht sich von selbst. Ist es doch die Göttin, die das Leben in die Welt brachte und Leben entsteht nur durch Verlässlichkeit. Verlässlichkeit, Liebe, Lust und damit auch die Wahrheit sind all das, was die Göttin schuf.
Galaktisierung von Lust und Liebe
Nur die Liebe der Göttin und ebenso nur ihre Lust sind das, was alles andere aufwiegt und die Waagschale auch darüber hinaus noch ansteigen lässt. Denn es sind ihre Liebe und ihre Lust, die die Welt durchfluten und alles Leben entstehen lassen, auch die Liebe zwischen den Menschen und auch die sich hierauf gründenden Versprechen. Alles, auch die Treue, dient der Lust der Göttin, die sie sich an unserer Welt sucht. So wie ihre Lust und Liebe die der Menschen garantiert, dienen die Menschen ihr mit aller Lust und Liebe, deren sie nur fähig sind. Daher kann es keine Grenzen geben, wenn die Menschen allein die Göttin lieben. Die Frauen vereinen sich mit ihrem Leib und werden zu einem einzigen und die Männer tauchen allesamt in Einem dort hinab und ein. Es kommt dasjenige zu demjenigen, das durch die Göttin und ihrem die Welt befruchtenden Akt eins war und stets auch blieb. Es sind nicht wechselnde Glieder und Leiber, die sich hier vereinen, sondern alles verschmilzt zu der Göttin Leib. Das geschieht im leiblichen Gebet. Es war der Göttin Hauch, der die Erde streifte und die Lust und Liebe übertrug, auf dass Leben werde. Ihre Seele und ihr Leib sind es seither, die überall hervorlugen, wenn es um Lust und Liebe geht. Ihre Lust und Liebe sind das Allgemeine, das die Welt und damit alle Wesen und schließlich ganz besonders die Menschen umspannt, worin sich das Leben spiegelt, wenn es von einem Einzelnen auf ein anderes überspringt. In diesem göttlich Allgemeinen, das Einzige, dessen reale Erfahrung der Mensch fähig ist, geht jedes Einzelne auf, löst sich Dein und Mein, das Eine und das Andere auf zu Allem wie auch zu dem Einen der Göttin, alle werden Teil einer heiligen Familie. Wechselndes kann dort nicht mehr sein, auch nicht zwischen den Geschlechtern. Das ist die Galaktisierung von Lust und Liebe, der Akt, in dem eine jede Liebe und eine jede Lust zu einem Einzigen und allein der der Göttin wird. Darum müssen eine jede Priesterin und ein jeder Priester des Heiligtums vor ihrer Weihe durch die Galaktisierung von Lust und Liebe nach den beim Träger des Wortes verwalteten Regeln ihre passive Weihefähigkeit nachweisen, denn nur in der Galaktisierung, der gemeinsamen Vereinigung allein mit den Göttinnen, findet der Mensch zum Göttlichen und nirgendwo anders und nirgendwo mehr. Dies geschieht nur in den Tempeln und zu den Zeiten der Göttinnen, wenn die gläubigen Frauen und Männer ihre Schlaffelle ausbreiten und sich dort der Göttin zu Füßen werfen und alle im leiblichen Gebet dort zu ihrem Leib finden, wenn sie sich allein, um mit der Göttin zu sein, miteinander vereinen. Es gibt keinen heiligeren Dienst als diesen Sakralakt und nichts wertvolleres, das sie nach dem Dienst mit sich nach Hause nehmen könnten. Der Göttin und ihrer Herrlichkeit an Leib und Seele sei Dank. Ihr aber lacht über die Armen an Leib und Seele, die leere Begriffe sinnlos nachplappern, von ihren Beherrschern geschickt, ihre eigene Lust und Liebe zu versklaven, sie auf immer von der Galaktisierung von Lust und Liebe auszuschließen.
Montag, 24. Mai 2010
Der Göttin Macht
![]() |
| Franz von Stuck, Drei Göttinnen Athena, Hera, Aphrodite, 1922 |
Die Macht,
die lacht,
ganz sacht
die Pracht,
sie aufgewacht,
das Glück gebracht,
woran gedacht
hat keine Wacht,
das Auge habe acht,
der Liebe heiße Fracht
im Herzen angefacht,
du trägst der Göttin Tracht,
die Seelen steigen in der Nacht
hinauf durch unsres Lebens Schacht,
begeben sich in Gottespacht,
zu beten an der Göttin Macht.
Und so sei es gesprochen
Leo: Ohne Göttin wäret ihr von allen Geistern verlassen
Wenn die Kraft im Menschen der Zügelung bedarf, wieso dann anders als durch den Geist?
Der heilige Geist als Gegenentwurf zum Leben
Hah, der Geist, der bestimmt die Machtverteilung bei euch, seitdem ihr zu schreiben versteht. Ihr habt die Idee, die euch eurer Abstraktionsvermögen präsentiert, zum Realen gemacht, und das Reale, das ihr mit Händen fassen könnt, das euren Hunger und eure sonstigen Triebe stillt, zum Irrealen, zum Schein und damit zur eigentlichen Idee. Am Anfang stand das Wort und verteufelt worden seid ihr mit euren Bildern und von eurem Gott sollt ihr erst recht euch kein Bild machen. Dabei könnt ihr nur in Bildern wirklich denken und fühlen und schließlich auch nur verstehen. Nimmt man euch das, so seid ihr hilflos jedem Lug und Trug ausgesetzt. In Worten und Begriffen kann man euch alles bedeuten, zu jeder Meinung findet ihr stets den passenden Künstler, der in leeren Begriffen und deren gewagten Zusammenfügung ein jedes darlegt. Ein Blick jedoch nur in die viel geschmähte fassbare Wirklichkeit, jeder Versuchslauf in der realen Welt lässt alle Theorie erblassen. Mit dem Geist umzugehen – und zweifellose ist das die einzige Macht der Menschen- bedarf nicht der Lehre, was man alles damit erreichen kann, sondern der Einsicht, was man damit nicht erreichen kann, zumindest aber erklären kann, wo seine Grenzen liegen und er zu bloßen intellektuellen Waghalsigkeiten nur noch führt. Dieser winzige Unterschied entscheidet über Anmaßung oder Einsatz intellektueller Fähigkeiten. Der Geist, der die Triebe managt, entstammt der Anmaßung, nicht jedoch die Einsicht, wenn Zügelung nottut. In der Verallgemeinerung liegt das Problem. Das war Platons Trugschluss, als er das Bleibende und damit Wahre und Reale in der Erkenntnis der Schattenwürfe, die in seine Höhle fielen, glaubte zu finden. Nur weil das Gehirn in der Lage ist, seine Wahrnehmungen wiederum wahrzunehmen und ihnen damit eine Struktur zu geben. Aber diese Struktur belegt allein die Eignung des Bewusstseins, den Menschen seine Wahrnehmungen wahrnehmbar zu machen, nicht jedoch darin, ein reales Abbild der uns umgebenden Welt zu offenbaren. Dem und ähnlichen Trugschlüssen aber folgten die in der Antike entstandenen und auf ihr ruhenden Religionen, die die Bilder verboten, allein dem logos einen Sinn gaben und die Lust schließlich schal werden ließen. Den Gegenentwurf der Welt, die den Menschen und alle Lebewesen geboren hat und leben lässt, nannten sie Geist und als Heiliger Geist kam er auf die Menschen als das Ewige und Unabänderliche und ihn Überdauernde. Nur der Geist kann danach Sinn stiften, und alles, was durch seine Raster fällt, hat nicht Teil an Gottes Welt und damit nicht an der Wahrheit. Damit wurde der Mensch allein und sein Leben selbst zum Sinnlosesten, mit dem man über Jahrtausende nach Belieben der Geistesjünger verfahren durfte und dies auch zu Genüge tat.
Information
Die Bedeutung des Geistes für scheinbar alles Sein auf der Welt und mehr noch im Jenseits beruht auf einem Missverständnis der Information. Information ist zum Beispiel eine Anweisung an Menschen, wie sie sich abgestimmt zu verhalten haben, dass sich dieses oder jenes einstellt. Information existiert auch unterhalb der durch Bewusstsein gebildeten Wesensbezügen, schon eine jede Zelle verfährt bei ihren Teilungen und Spezifikationen nach ihrer Maßgabe. Information schlägt sich nieder in verschiedenen biologischen Strukturen, von wo aus sie Prozesse steuert, wenn Leben wird. Leben entsteht und bildet sich aufgrund vorgegebener Information. Dadurch dass Information einen Inhalt haben kann, dass etwas werden kann, was lebensfähig ist, wird sie nicht zu einem Sein, dem das scheinbar durch sie erzeugte Leben entspricht. Information gibt das Verfahrensmuster an, das zu dem Ergebnis führt oder auch nur führen kann. Information enthält die Angaben des Zusammenspiels von beteiligten Einzelnen, die in ihrem der Information entsprechenden Zusammenwirken in einem gemeinsamen Werden jeweils Zustände erreichen, die in dem Augenblick des Entstehens und Bestehens in Bezug auf Einzelne etwas bewirken. So entsteht nicht nur das Leben eines jeden Einzelnen, sondern so entstehen auch virtuelle, das sind gesellschaftliche Zustände, denen man fiktiv die der Information entnommene Bedeutung zuordnet, weil die am Werden dieser Zustände beteiligten Einzelnen in gewisser Nachhaltigkeit sich entsprechend der Information verhalten. Wenn auch ohne Information sich Leben und virtuelle Zusammenhänge nicht wirksam organisieren können, bedeutet dies nicht, dass die Anleitung zur jeweiligen Organisation gewissermaßen die Seele des Lebens wäre. Das Rezept ist nicht das Wesen. Information bildet sich durch Lernen im Wege des Versuchs und des Irrtums, der Möglichkeit deren Wahrnehmung, Verarbeitung, Speicherung und Weitergabe. Sie ist eine Voraussetzung des biologischen Lebens, wenn das Machbare und vor allem das Wirksamere sich im Hinblick auf das Leben, Überleben und Weiterleben niederschlägt. Das Festhalten der Information hat nicht Teil am eigentlichen Werden, somit auch nicht am Leben. Daher kann sich etwa genetische Information unabhängig vom Leben erhalten. Erst wenn sie in der Materie zu ihr entsprechenden Veränderungen führt, erblüht das Leben. Es ist daher widersinnig zwischen ihr und der Materie einen Gegensatz zu bilden, wie er sich etwa in der philosophischen Diskussion über den Dualismus von Leib und Geist wiederfindet. Ohne Information gäb es keine Organisation zum Leben, ohne Materie wäre die Information Makulatur. Der Gegensatz zwischen Geist und Materie und ebenso zwischen Leib und Geist entstammt allein dem menschlichen Denkvermögen, zu jedem, was ist, auch sein Gegenteil denken zu können.
Allein das Bewusstsein hebt den Menschen über alles
Das, was die Menschen Geist nennen, ist nichts anderes als die Erfahrung des Funktionierens des Gehirns mit seinen Gefühlen und sonstigen Wahrnehmungen und der Möglichkeit der Informationsverarbeitung. Dabei gehen die Fähigkeiten des Gehirns weit über bloße Aufzeichnungen und deren Wiedergabe hinaus. Ungeachtet dessen beruhen alle diese Fähigkeiten auf materiellen, vorwiegend elektro-chemischen Reaktionen. In ihnen ist kein Anhaltspunkt dafür zu finden, dass in diesem Organ etwas anderes geschehen würde als in den übrigen Organen, die für das Werden des Lebens unverzichtbar sind. Indessen findet sich in diesem Bereich infolge des Bewusstseins die Fähigkeit des Menschen, sich als wahrnehmendes Wesen selbst wahrnehmen zu können. Dadurch gewinnen die sich in dieser Weise bewusst werdenden Wesen eine Vorstellung von einer Identität als funktionierendes, empfangendes und wirkendes Sein. Dieses Sein ist nicht als Werden wohl jedoch als dem Werden entzogenes Etwas (Seiendes) eine Fiktion, verursacht von der jeweiligen kurzzeitigen Aufzeichnung der infolge des Bewusstseins erfahrenen Wahrnehmungen. Allein die Fähigkeit des selbst wahrnehmenden Wahrnehmenden (ich erfahre die Ergebnisse des Werdens meiner Organe und damit mein Leben und spiegele diese Erfahrung sogleich wieder in eine weitere Wahrnehmung und so fort, so dass ich aus den mir zugänglichen Informationen auf der Ebene der zweiten Wahrnehmung mir geeignet erscheinende einfließen lassen kann, System der sich ewig spiegelnden leicht gewinkelt gegenüber stehenden Spiegel) sprengt den Rahmen und weist über die Grundlagen des Werdens hinaus. Dies ist aber keine Funktion eines besonderen oder losgelösten Geistes, sondern eine des Körpers. Das Bewusstsein ist für den Menschen ähnlich unverständlich wie eine Quadratur des Kreises, man kann –damit begeben wir uns auf das Gebiet der Weltanschauung oder auch des Glaubens- hierin auch die Einkreuzung einer anderen Wesenheit sehen, die das Phänomen zwar nicht begreiflicher macht, aber es auf eine andere Argumentationsebene hebt. Das Bewusstsein ermöglicht dem Menschen die Richtung, es ist gespannt zwischen Behagen und Unbehagen, Glück und Unglück, es beschert ihm seine Freiheit und gibt ihm den Angelpunkt alles seines Fühlens und Denkens durch die Idee der Wahrheit. Das alles folgt aus Funktionen seines Körpers. Die Annahme eines von ihm unterschiedenen Geistes dient ausschließlich dem Zweck, dem Menschen auf der fiktiven Ebene seinen Körper zu entfremden. Nachdem aber das Leben allein dem Körper, seinem der zugrundeliegenden Information entsprechenden Funktionieren (und Werden) entstammt und aus diesen Zusammenhängen heraus auch nur weitergegeben werden kann, entfremdet ein jedes Dogma vom selbständigen Geist den Menschen dem Leben. Dies kann zwar nicht mit Erfolg geschehen, aber mit großem Leiden.
Leben folgt der Lust und Liebe, nicht dem Geist
Informationen bewahren die Menschen in ihrer Kultur auf. Im Hinblick auf das Werden virtueller Zusammenhänge unterscheidet sich die Funktionsweise nicht anders als etwa bei der genetischen Information – indessen mit einem wesentlichen Unterschied. Während die genetische und sonstige biologische Information durch ihre Existenz bereits positiv im Hinblick auf ihre Eignung, die Lebensprozesse zu begründen, evolutionär ausgewählt sind, fehlt es an seiner solchen Auswahl in der Kultur als Sammelplatz einer jeglichen Information, die einmal entstanden ist. Sie enthält damit auch alle Irrtümer, die als solche allenfalls wiederum anhand weiterer Informationen betrachtet werden können. Nachdem sich die Vorstellung eines vom Körper unterschiedenen und ihm letztlich auch überlegenen Geistes im Wesentlichen auf die Datenbänke der Kultur nur beziehen kann, erleiden seine Ergebnisse kein anderes Schicksal. Die Beliebigkeit der Wahl nimmt mit der Abstraktheit exponentiell zu. Hierauf gründet das Misstrauen im Heiligtum gegen die Zügelung der Triebe durch den Geist, denn dies entspricht einem ideologischen Blankoscheck, ausfüllbar von jedem, in dessen Hände er zufällig gelangt. Das Heiligtum begreift den Menschen mit allen seinen Begierden und Trieben als Teil des allumgreifenden Lebens, das sich in alle Zukunft fortpflanzt, solange der Atem der Göttin reicht. Nur das Leben kann hierbei den Rahmen geben, nicht seine Verneinung, nur die Gegenwart (als Summe der Vergangenheit und des erwarteten Werdens) und nicht ein Jenseits. Dass das Leben einst auf die Welt kam, dass es sich nach vorgegebener und sich fortschreibender Informationen immer weiter entwickelt, dass alles stets ein Werden ist, das verdankt die Welt den Göttinnen, den Göttern, das ist Ausdruck ihrer Göttlichkeit. Es war nicht das Wort, das am Anfang stand, sondern das Bild des in Lust und Liebe sich verbreitenden Lebens, getragen und getrieben von der Göttin Beispiel. Das Leben beruht auf Dingen, die man schauen, fühlen und preisen kann. Aus dieser Kraft kommt das Leben. Das Leben stellt auch das her, was wir als Geist erfahren, aber es hat den Geist nie in die von seinen Propagandisten behauptete Selbständigkeit entlassen. Denn wehte nicht der Göttin Odem durch die Welt, wäre sie auch von allen Geistern verlassen.
Der heilige Geist als Gegenentwurf zum Leben
Hah, der Geist, der bestimmt die Machtverteilung bei euch, seitdem ihr zu schreiben versteht. Ihr habt die Idee, die euch eurer Abstraktionsvermögen präsentiert, zum Realen gemacht, und das Reale, das ihr mit Händen fassen könnt, das euren Hunger und eure sonstigen Triebe stillt, zum Irrealen, zum Schein und damit zur eigentlichen Idee. Am Anfang stand das Wort und verteufelt worden seid ihr mit euren Bildern und von eurem Gott sollt ihr erst recht euch kein Bild machen. Dabei könnt ihr nur in Bildern wirklich denken und fühlen und schließlich auch nur verstehen. Nimmt man euch das, so seid ihr hilflos jedem Lug und Trug ausgesetzt. In Worten und Begriffen kann man euch alles bedeuten, zu jeder Meinung findet ihr stets den passenden Künstler, der in leeren Begriffen und deren gewagten Zusammenfügung ein jedes darlegt. Ein Blick jedoch nur in die viel geschmähte fassbare Wirklichkeit, jeder Versuchslauf in der realen Welt lässt alle Theorie erblassen. Mit dem Geist umzugehen – und zweifellose ist das die einzige Macht der Menschen- bedarf nicht der Lehre, was man alles damit erreichen kann, sondern der Einsicht, was man damit nicht erreichen kann, zumindest aber erklären kann, wo seine Grenzen liegen und er zu bloßen intellektuellen Waghalsigkeiten nur noch führt. Dieser winzige Unterschied entscheidet über Anmaßung oder Einsatz intellektueller Fähigkeiten. Der Geist, der die Triebe managt, entstammt der Anmaßung, nicht jedoch die Einsicht, wenn Zügelung nottut. In der Verallgemeinerung liegt das Problem. Das war Platons Trugschluss, als er das Bleibende und damit Wahre und Reale in der Erkenntnis der Schattenwürfe, die in seine Höhle fielen, glaubte zu finden. Nur weil das Gehirn in der Lage ist, seine Wahrnehmungen wiederum wahrzunehmen und ihnen damit eine Struktur zu geben. Aber diese Struktur belegt allein die Eignung des Bewusstseins, den Menschen seine Wahrnehmungen wahrnehmbar zu machen, nicht jedoch darin, ein reales Abbild der uns umgebenden Welt zu offenbaren. Dem und ähnlichen Trugschlüssen aber folgten die in der Antike entstandenen und auf ihr ruhenden Religionen, die die Bilder verboten, allein dem logos einen Sinn gaben und die Lust schließlich schal werden ließen. Den Gegenentwurf der Welt, die den Menschen und alle Lebewesen geboren hat und leben lässt, nannten sie Geist und als Heiliger Geist kam er auf die Menschen als das Ewige und Unabänderliche und ihn Überdauernde. Nur der Geist kann danach Sinn stiften, und alles, was durch seine Raster fällt, hat nicht Teil an Gottes Welt und damit nicht an der Wahrheit. Damit wurde der Mensch allein und sein Leben selbst zum Sinnlosesten, mit dem man über Jahrtausende nach Belieben der Geistesjünger verfahren durfte und dies auch zu Genüge tat.
Information
Die Bedeutung des Geistes für scheinbar alles Sein auf der Welt und mehr noch im Jenseits beruht auf einem Missverständnis der Information. Information ist zum Beispiel eine Anweisung an Menschen, wie sie sich abgestimmt zu verhalten haben, dass sich dieses oder jenes einstellt. Information existiert auch unterhalb der durch Bewusstsein gebildeten Wesensbezügen, schon eine jede Zelle verfährt bei ihren Teilungen und Spezifikationen nach ihrer Maßgabe. Information schlägt sich nieder in verschiedenen biologischen Strukturen, von wo aus sie Prozesse steuert, wenn Leben wird. Leben entsteht und bildet sich aufgrund vorgegebener Information. Dadurch dass Information einen Inhalt haben kann, dass etwas werden kann, was lebensfähig ist, wird sie nicht zu einem Sein, dem das scheinbar durch sie erzeugte Leben entspricht. Information gibt das Verfahrensmuster an, das zu dem Ergebnis führt oder auch nur führen kann. Information enthält die Angaben des Zusammenspiels von beteiligten Einzelnen, die in ihrem der Information entsprechenden Zusammenwirken in einem gemeinsamen Werden jeweils Zustände erreichen, die in dem Augenblick des Entstehens und Bestehens in Bezug auf Einzelne etwas bewirken. So entsteht nicht nur das Leben eines jeden Einzelnen, sondern so entstehen auch virtuelle, das sind gesellschaftliche Zustände, denen man fiktiv die der Information entnommene Bedeutung zuordnet, weil die am Werden dieser Zustände beteiligten Einzelnen in gewisser Nachhaltigkeit sich entsprechend der Information verhalten. Wenn auch ohne Information sich Leben und virtuelle Zusammenhänge nicht wirksam organisieren können, bedeutet dies nicht, dass die Anleitung zur jeweiligen Organisation gewissermaßen die Seele des Lebens wäre. Das Rezept ist nicht das Wesen. Information bildet sich durch Lernen im Wege des Versuchs und des Irrtums, der Möglichkeit deren Wahrnehmung, Verarbeitung, Speicherung und Weitergabe. Sie ist eine Voraussetzung des biologischen Lebens, wenn das Machbare und vor allem das Wirksamere sich im Hinblick auf das Leben, Überleben und Weiterleben niederschlägt. Das Festhalten der Information hat nicht Teil am eigentlichen Werden, somit auch nicht am Leben. Daher kann sich etwa genetische Information unabhängig vom Leben erhalten. Erst wenn sie in der Materie zu ihr entsprechenden Veränderungen führt, erblüht das Leben. Es ist daher widersinnig zwischen ihr und der Materie einen Gegensatz zu bilden, wie er sich etwa in der philosophischen Diskussion über den Dualismus von Leib und Geist wiederfindet. Ohne Information gäb es keine Organisation zum Leben, ohne Materie wäre die Information Makulatur. Der Gegensatz zwischen Geist und Materie und ebenso zwischen Leib und Geist entstammt allein dem menschlichen Denkvermögen, zu jedem, was ist, auch sein Gegenteil denken zu können.
Allein das Bewusstsein hebt den Menschen über alles
Das, was die Menschen Geist nennen, ist nichts anderes als die Erfahrung des Funktionierens des Gehirns mit seinen Gefühlen und sonstigen Wahrnehmungen und der Möglichkeit der Informationsverarbeitung. Dabei gehen die Fähigkeiten des Gehirns weit über bloße Aufzeichnungen und deren Wiedergabe hinaus. Ungeachtet dessen beruhen alle diese Fähigkeiten auf materiellen, vorwiegend elektro-chemischen Reaktionen. In ihnen ist kein Anhaltspunkt dafür zu finden, dass in diesem Organ etwas anderes geschehen würde als in den übrigen Organen, die für das Werden des Lebens unverzichtbar sind. Indessen findet sich in diesem Bereich infolge des Bewusstseins die Fähigkeit des Menschen, sich als wahrnehmendes Wesen selbst wahrnehmen zu können. Dadurch gewinnen die sich in dieser Weise bewusst werdenden Wesen eine Vorstellung von einer Identität als funktionierendes, empfangendes und wirkendes Sein. Dieses Sein ist nicht als Werden wohl jedoch als dem Werden entzogenes Etwas (Seiendes) eine Fiktion, verursacht von der jeweiligen kurzzeitigen Aufzeichnung der infolge des Bewusstseins erfahrenen Wahrnehmungen. Allein die Fähigkeit des selbst wahrnehmenden Wahrnehmenden (ich erfahre die Ergebnisse des Werdens meiner Organe und damit mein Leben und spiegele diese Erfahrung sogleich wieder in eine weitere Wahrnehmung und so fort, so dass ich aus den mir zugänglichen Informationen auf der Ebene der zweiten Wahrnehmung mir geeignet erscheinende einfließen lassen kann, System der sich ewig spiegelnden leicht gewinkelt gegenüber stehenden Spiegel) sprengt den Rahmen und weist über die Grundlagen des Werdens hinaus. Dies ist aber keine Funktion eines besonderen oder losgelösten Geistes, sondern eine des Körpers. Das Bewusstsein ist für den Menschen ähnlich unverständlich wie eine Quadratur des Kreises, man kann –damit begeben wir uns auf das Gebiet der Weltanschauung oder auch des Glaubens- hierin auch die Einkreuzung einer anderen Wesenheit sehen, die das Phänomen zwar nicht begreiflicher macht, aber es auf eine andere Argumentationsebene hebt. Das Bewusstsein ermöglicht dem Menschen die Richtung, es ist gespannt zwischen Behagen und Unbehagen, Glück und Unglück, es beschert ihm seine Freiheit und gibt ihm den Angelpunkt alles seines Fühlens und Denkens durch die Idee der Wahrheit. Das alles folgt aus Funktionen seines Körpers. Die Annahme eines von ihm unterschiedenen Geistes dient ausschließlich dem Zweck, dem Menschen auf der fiktiven Ebene seinen Körper zu entfremden. Nachdem aber das Leben allein dem Körper, seinem der zugrundeliegenden Information entsprechenden Funktionieren (und Werden) entstammt und aus diesen Zusammenhängen heraus auch nur weitergegeben werden kann, entfremdet ein jedes Dogma vom selbständigen Geist den Menschen dem Leben. Dies kann zwar nicht mit Erfolg geschehen, aber mit großem Leiden.
Leben folgt der Lust und Liebe, nicht dem Geist
Informationen bewahren die Menschen in ihrer Kultur auf. Im Hinblick auf das Werden virtueller Zusammenhänge unterscheidet sich die Funktionsweise nicht anders als etwa bei der genetischen Information – indessen mit einem wesentlichen Unterschied. Während die genetische und sonstige biologische Information durch ihre Existenz bereits positiv im Hinblick auf ihre Eignung, die Lebensprozesse zu begründen, evolutionär ausgewählt sind, fehlt es an seiner solchen Auswahl in der Kultur als Sammelplatz einer jeglichen Information, die einmal entstanden ist. Sie enthält damit auch alle Irrtümer, die als solche allenfalls wiederum anhand weiterer Informationen betrachtet werden können. Nachdem sich die Vorstellung eines vom Körper unterschiedenen und ihm letztlich auch überlegenen Geistes im Wesentlichen auf die Datenbänke der Kultur nur beziehen kann, erleiden seine Ergebnisse kein anderes Schicksal. Die Beliebigkeit der Wahl nimmt mit der Abstraktheit exponentiell zu. Hierauf gründet das Misstrauen im Heiligtum gegen die Zügelung der Triebe durch den Geist, denn dies entspricht einem ideologischen Blankoscheck, ausfüllbar von jedem, in dessen Hände er zufällig gelangt. Das Heiligtum begreift den Menschen mit allen seinen Begierden und Trieben als Teil des allumgreifenden Lebens, das sich in alle Zukunft fortpflanzt, solange der Atem der Göttin reicht. Nur das Leben kann hierbei den Rahmen geben, nicht seine Verneinung, nur die Gegenwart (als Summe der Vergangenheit und des erwarteten Werdens) und nicht ein Jenseits. Dass das Leben einst auf die Welt kam, dass es sich nach vorgegebener und sich fortschreibender Informationen immer weiter entwickelt, dass alles stets ein Werden ist, das verdankt die Welt den Göttinnen, den Göttern, das ist Ausdruck ihrer Göttlichkeit. Es war nicht das Wort, das am Anfang stand, sondern das Bild des in Lust und Liebe sich verbreitenden Lebens, getragen und getrieben von der Göttin Beispiel. Das Leben beruht auf Dingen, die man schauen, fühlen und preisen kann. Aus dieser Kraft kommt das Leben. Das Leben stellt auch das her, was wir als Geist erfahren, aber es hat den Geist nie in die von seinen Propagandisten behauptete Selbständigkeit entlassen. Denn wehte nicht der Göttin Odem durch die Welt, wäre sie auch von allen Geistern verlassen.
Dienstag, 18. Mai 2010
Der Tempel Dienst

John William Godward, A Priestess, 1893
So die Göttin mit dem Leib uns grüßt,
unsere Liebe mit der Lust versüßt,
laden uns zum Dienst die Priester ein,
ziehen an uns mit der Göttin Schein.
Wir den Tempel hoffnungsvoll betreten,
unsre Seelen quellend von Gebeten,
unsre Körper zitternd sich bereiten,
dass die Priester uns zu ihr geleiten,
wo der Göttin Licht wird offenbaren,
nur gemeinsam können wir bewahren,
was sie einst mit ihrer Kraft erschuf,
als das Leben traf der Göttin Ruf.
Jeder Körper von dem Strahl umfangen,
unverhüllt von ihrer Pracht behangen,
drängt zum nächsten, sich mit ihm zu einen,
werden so mitsamt zum Allgemeinen,
lösen Herz und Seele auf mit allen,
um der Göttin Liebe zu gefallen,
zu befördern ihre wohlig Lust,
bebend sie erfasst die eigne Brust,
es entschwinden alle trennend Grenzen,
Seelen lüstern auf den Leibern glänzen,
brodelnd treibt's begierig aus den Poren,
wenn der Göttin Leib von uns geboren.
Herrlich anzuschauen, die da sind,
wenn der Göttin Odem bläst den Wind,
der der Sinnen Glimmen heiß entfacht,
Flammen lodern aus der Glut erwacht,
Licht und Hitze überall erstrahlen,
wo in Wonne sich die Leiber aalen,
und die Seelen auf zur Göttin gleiten,
Herzen sich zu ihrer Liebe weiten,
hoch und höher die Verzückung schwingt,
mit der Göttin eins zu sein gelingt,
Geist und Seele inniglich verbunden,
Leib und Glieder fest um sie gewunden,
jauchzend treiben brodelnd die Gefühle
sie zusammen zu dem himmlisch Spiele,
Menschen Götter, Götter Mensch zu sein,
wenn die Liebe ebnet mein und dein.
Golden hell der Tempel allen leuchte,
zu beenden es den Priester deuchte.
Sonntag, 9. Mai 2010
Leo: Zügelung der Triebe
Der Mensch ist geschaffen mit seinen Trieben, die, solange er allein oder in kleinen Gruppen lebte, für sein Überleben, sein Leben überhaupt, unerlässlich waren. Doch seitdem er in Gesellschaften lebt, bedürfen seine Triebe der Adaptation, der Zähmung, will er der Vorteile, die ihm das gemeinschaftliche Leben bietet, nicht verlustig gehen. Dreht man nicht die Entwicklung, im Sinne der Sozialisation, zurück, wenn gar der wichtigste und wohl auch machtvollste Trieb, der Sexualtrieb, aller Zügel entlassen wird?
Die Zügelung ist keine Verneinung
Jedenfalls in Bezug auf das Miteinander ist der Sexualtrieb der gewaltigste. Man soll zwar die anderen Triebe, wie denjenigen nach Nahrung, nicht unterschätzen, wenn der Mensch etwa Hunger leidet, indessen sind sie anders als der Geschlechtstrieb zu ihrer Befriedigung nicht unmittelbar auf einen anderen Menschen gerichtet. Der Geschlechtstrieb bestimmt daher unmittelbar die Wege, die der Einzelne bei seiner Einbeziehung in die Gesellschaft geht. Die Bildung unserer neueren Gesellschaften führt auch weit darüber hinaus, was einst das biologische Muster für die Herausbildung der Triebe abgab. Ihre Komplexität kann mit den einfachen sozialen Verhältnissen vor wenigen tausend Jahren gar nicht verglichen werden. Die Software der modernen Gesellschaften und deren vielschichtigen Verhaltensanweisungen zielen gerade auf die Eingliederung und Anpassung der Triebe, geben ihrer Ausübung zumeist erst eine sozialverträgliche Gestalt. Das physische und psychische Korsett des Menschen, das unter vielerlei Umständen entstanden ist und sich bewähren musste, wird mithilfe der Verhaltensanweisungen, aufgrund deren Informationen die zu bildende Gesellschaft geschaffen wird, auf die sich daraus ergebenden Anforderungen eingestellt. Die Triebe im Beisammensein zu zähmen, kann somit keine Frage sein. Welcher Art indes die Zügel sind, ist damit noch nicht entschieden. Die Menschen neigen aus Gründen der Vereinfachung dazu, das, was zu regeln und zu beschränken ist, gleich zu verbieten. Das ist der scheinbar einfachere Weg, einfacher jedenfalls aus der Sicht der zu erfüllenden Aufgabe. Zu gestalten ist weitaus schwieriger als zu verbieten, während letztes bereits mit zwei zu erfassenden Punkten, die die zu ziehende Grenze bestimmen, erledigt ist, bedarf es im ersten Falle einer unendlichen Vielzahl solcher einzubeziehenden Punkte. Negatives Verhalten, sei es ein Tun oder ein Urteilen, ist stets einfacher, als ein positives. Das negative Wissen der Menschen überwiegt das positive um ein exponentiell Vielfaches. Nahezu jeder weiß, was zu tun ist, dass eine Sache nicht gelingt, ein Geschehen nicht zum Erfolg führt. Kaum jemand kann aber einen sicheren Rat geben, dass das Erstrebte auch zuverlässig gelinge. Merke dir das genau, dass ist eine Grundeinsicht, worauf alle Herrschaftssysteme, auch die demokratischen beruhen. Wir können es auch als soziales Mafiasyndrom bezeichen: der Erfolg der dir zur Hilfe und Förderung Berufenen beruht darauf, dass sie dir nicht schaden. Dabei sind sie zumeist noch so geschickt, dass sie dir das, was ist, also das Normale, als das Ungewöhnliche darstellen und das, was nicht ist, was allein durch ihre Einschaltung bewirkt wird, als das Normale. Damit beherrschen sie den Verlauf, denn jedes Zurückgehen auf das, was ist, also das eigentliche Normale, rechnen sie sich somit stets als Erfolg ihres Einsatzes an. Sie beherrschen genau genommen nur den Umfang, wie sie dich vom wirklichen Normalen entfernen (dir als Hinwendung zum Normalen verkauft), so dass ihr Ablassen Dich zu deinem wirklichen Normalen zurückbringt, nunmehr aber scheinbar dank der Wirkung ihres Tuns. So verhalten sich alle und hierauf wurde auch das System errichtet, euch eurer natürlichen Sexualität zu berauben.
Zügeln, nicht Erlahmen
Die Erkenntnis somit, dass in der Gesellschaft eure Triebe zu zügeln sind, ist eine Binsenweisheit und folgt schon aus der Grundsituation eines jeden Menschen als Mangel- und Irrwesen. Die Zügel, ihre Beschaffenheit, ihre Länge und ihr Zustand, darin erst liegt die Antwort. Pferde zügelt man, um ihre Kraft zu nutzen, nicht jedoch um die Bewegung zu erlahmen. So geschieht es mit allem. Der Umstand, dass Nahrung auch die Mitmenschen nähren muss, kann nicht dazu führen, dass Nahrung vernichtet wird. Der Umstand, dass der sexuelle Trieb wegen seiner Stärke kanalisiert werden muss, bedeutet nicht, dass die Menschen ihm zu entsagen haben. Ein Feuer, das uns wärmt, kann uns auch vernichten, wenn es außer Kontrolle gerät, dennoch können wir es nicht erlöschen lassen, wollen wir auch in der kalten Jahreszeit leben. Die Sexualität, wie alle Triebe, beruht auf einer durchaus vergleichbaren Urkraft wie das Feuer. Gerät die Kraft außer Kontrolle, ist sie ungezügelt und zügellos, so zerstört sie das, was ihr Einsatz eigentlich schaffen sollte. Die Menschen bilden daher zurecht Zonen, in denen Anforderungen an die Zügelung variieren. Die Urkraft des Geschlechtstriebs bedroht Schwache und Schutzbedürftige besonders, die sie zum Spielball zügelloser Gier leicht werden lässt. Die Verhaltensanweisungen tragen dem seit je in entwickelten Gesellschaften Rechnung. Seit etwa in den westlichen Ländern die überkommenen, noch von der Sexualfeindlichkeit des traditionellen patriarchalen Eingottglaubens geprägten Sexualstandards gelockert und bis dann ganz allgemein zügelnde Grenzen beseitigt worden waren, wurde der notwendige Schutz der Kinder und Jugendliche vor der Stärke dieses Triebes besonders offenkundig. Denn die Stärke dieses Triebes machte auch vor ihnen nicht halt und instrumentalisierte sie zu Lustobjekten. Nur starre Grenzen können die noch nicht mündigen Menschen vor dieser Gewalt und den damit verbundenen Gefahren schützen. Die Ausweitung der Schutzräume für Kinder und Jugendliche ist eine notwendige Konsequenz der sexuellen Liberalisierung. Nicht weniger drohen andere Beziehungen der Menschen allein an der Gewalt des geschlechtlichen Triebes zu zerbrechen. Aus diesem Grund erlauben die Göttinnen im HDSG niemals gegebene Versprechen nur aus Lust zu brechen. Die Verlässlichkeit ist ein Ziel, das die Göttinnen dem Menschen mit der Schaffung allen Lebens vorgegeben haben. Auch gilt es, dass die Menschen nach vielen Vorgaben leben können, oft geht es nur um die zügelnde Wirkung und die dadurch bewirkte Sicherheit. Deswegen meinen die Göttinnen mit Verlässlichkeit jede Art, die den Menschen Sicherheit gibt. Das HDSG knüpft daher durchaus an vielen Möglichkeiten, das zivile Leben zu gestalten, an. Der Zügel können in der Tat die verschiedensten sein, auch nach Art und Weise. Indessen –und hier unterscheidet sich das HDSG von den tradierten Sichtweisen- die Triebe sind zu zügeln, aber nicht zu erlahmen oder gar zu beseitigen. Dass dies vor allem in Hinblick auf die Geschlechtskraft geschehen ist, habe ich euch zuvor schon hinreichend dargelegt, wie auch die dabei verwandten Tricks nachgewiesen. Zuerst wurde alles Menschliche in Abstrakta umgewandelt und damit beliebig beherrschbar und austauschbar gemacht. Dann vertauschte man die Inhalte und machte aus Leben Tod und aus Tod Leben, aus Glück Leid und aus Leid Glück und hatte alle im ausgeworfenen Netz, eines Bildes, dessen man sich noch nicht einmal schämte.
Nur auf den Trieben beruht das Menschsein
Den Menschen die Triebe zu zügeln lehren, fördert ihre Freiheit, den Trieben indes die Kraft zu nehmen, sie zu erlahmen, macht die Menschen gleich zu gemeinsam blökenden Schafen, auch dieses Bildes schämte man sich nie. Die Profanisierung dieser Lehre, die ihr zur Zeit in euren Staaten erlebt, wird euch alle auf die Weide treiben, dort gibt es Gras und Gras und Blöken. Eure Kraft, die Kraft des wilden Feuers, die auch alles versengen könnte, die fürchtet man seit je. Für sie ist kein Platz auf der Weide, man könnte euch dort niemals mit nur zwei oder drei Schäferhunden in Schach halten. Muss doch schon ein jeder einzelne Feuerplatz brandsicher gebaut sein, damit das Feuer dort ohne Sorge brennen kann. Also bringt man die Kraft zuvor vorsorglich zum Erlöschen, soweit es jedenfalls geht. Dies geschah über lange Zeit durch die Vertagung des in eurer Seele lodernden Feuers in die Zeit nach eurem Tod, ein leeres Versprechen leicht zu halten. Niemand vermochte seine Realisierung je zu kontrollieren. In den profanisierten Gesellschaften tut man sich damit naturgemäß natürlich schwerer. Wenn Gott Opium ist, dann bedarf es anderer Mittel, die Betroffenen zu berauschen. Einstweilen haben sich die Staaten hinsichtlich der Allmächtigkeit erst einmal auf Gottes Thron geschwungen und verkünden von dort aus ihre selbstgemachte Gerechtigkeit – die indessen ausschließlich und das auch noch ganz offen allein dem Erhalt der Macht der von dieser Allmächtigkeit lebenden Personen dient, ziemlich kurzfristig, allenfalls für eine Wahlperiode. Es steht zu erwarten, dass Gott doch bald wieder zurückkehrt und sich wieder auf den okkupierten Thron setzt, vielleicht auch zusammen mit den Okkupanten, es wäre nicht das erste Mal in der Geschichte. Das ist das Ende einer jeden Gleichheit, die die Freiheit verlor. Das Feuer des Menschen, das in ihn brennt, speist seine Triebe, ohne dieses Feuer endet sein Menschsein. Nur durch seine Triebe gelangt der Mensch zur Würde. Und keine Kultur, die nicht auf diesem Feuer beruht, ist des Menschen wert. Einem feurigen Hengst oder einer prächtigen Stute Zügel anzulegen, sich ihre Kraft nutzbar zu machen, fördert das Fortkommen, bei einem lahmen Gaul ist das nur von historisierender Symbolik. Zu lahmen Gäulen aber wollen sie euch alle mit dieser Symbolik machen, nicht zu freien in Kraft strotzenden Rössern. Daher wisset, es geht zumeist nicht um das Zügeln, sondern um das Erlahmen, das man euch mir hohen Worten und ebensolchen Werten anpreist.
Im Dienst der Göttin bedarf es keiner Zügel
Die Zügel der Göttin sind kräftig, sie reißen nicht und geben auch nicht nach. Darum aber habt ihr auch an ihrem Feuer teil, wenn es in euch lodert. Dort ist alles zügellos. Doch was durch so prächtige bis in den Himmel schlagende Flammen entsteht, verträgt die starken Zügel der Göttin. Damit aber führt sie euch auf euren Weg zum Glück. Wer starke Zügel trägt, hat auch viel an Kraft zu bieten. Das ist der Weg, den wir euch im HDSG aufzeigen. Ohne Freiheit keine Würde und Gleichheit gründet allein hierauf. Die Zügel machen euch ein wenig gleicher, sonst würdet ihr nicht in der Welt der anderen passen, aber den Motor, den treibt ihr an und der ist von der Göttin und der ist von ihrer freien und ungezügelten Kraft in euch. Das ist die Kraft des Lebens, die aus dem Leib der Göttin eins quoll, in die Welt kam und die Erde befruchtete und die heute in euch eure Triebe nährt, aber nicht weniger auch euren Verstand, ohne den ihr nicht erkennen und auch nichts bewirken könntet. Wer durch die Lust und Liebe, die er in den Tempeln der Göttin zu ihren Zeiten erfährt, gestärkt in die Welt tritt, den formen die Zügel zusammen mit anderen zu den prächtigsten Gespannen. Das begründet nicht die Gleichheit, aber Schönheit und Gerechtigkeit, wie sie den Seelen der so Handelnden entspringt. In den Tempeln der Göttinnen zu ihren Zeiten, in den Sakralräumen, ist es die Lust und Liebe der Göttinnen, die in den Mitgliedern des Heiligtums lodert. Hier wirken allein die Hand und der Wille der Göttin, mündigen Menschen ihren Weg zu zeigen. Dies ist kein Platz für Zügel. Den Menschen und ihrer weltlichen Ordnung selbst überlässt es die Göttin festzulegen, wer als mündig oder noch als Kind und Jugendlicher gilt, denn nur starre Grenzen erlauben den Menschen hier die gebotene Klarheit. Auch nimmt die Göttin keinem Menschen den Willen, über sich selbst zu bestimmen. Die Sakralräume sind von jedem Zwang frei. Nur in der Freiheit eines jeden Willen kann ein Mensch die Göttin schauen, fühlen und gar preisen. Freiheit und Würde, Lust und Liebe, das sind eins. Wer sich in Leib und Seele mit der Göttin verschmilzt, wird mit ihr eins, ohne jede Form und Zügel. Hieraus erst entstehen die Freiheit, die die Verantwortung schafft, und das Glück, auf dessen Weg die herrlichsten Gespanne auch unter Zügeln schreiten.
Die Zügelung ist keine Verneinung
Jedenfalls in Bezug auf das Miteinander ist der Sexualtrieb der gewaltigste. Man soll zwar die anderen Triebe, wie denjenigen nach Nahrung, nicht unterschätzen, wenn der Mensch etwa Hunger leidet, indessen sind sie anders als der Geschlechtstrieb zu ihrer Befriedigung nicht unmittelbar auf einen anderen Menschen gerichtet. Der Geschlechtstrieb bestimmt daher unmittelbar die Wege, die der Einzelne bei seiner Einbeziehung in die Gesellschaft geht. Die Bildung unserer neueren Gesellschaften führt auch weit darüber hinaus, was einst das biologische Muster für die Herausbildung der Triebe abgab. Ihre Komplexität kann mit den einfachen sozialen Verhältnissen vor wenigen tausend Jahren gar nicht verglichen werden. Die Software der modernen Gesellschaften und deren vielschichtigen Verhaltensanweisungen zielen gerade auf die Eingliederung und Anpassung der Triebe, geben ihrer Ausübung zumeist erst eine sozialverträgliche Gestalt. Das physische und psychische Korsett des Menschen, das unter vielerlei Umständen entstanden ist und sich bewähren musste, wird mithilfe der Verhaltensanweisungen, aufgrund deren Informationen die zu bildende Gesellschaft geschaffen wird, auf die sich daraus ergebenden Anforderungen eingestellt. Die Triebe im Beisammensein zu zähmen, kann somit keine Frage sein. Welcher Art indes die Zügel sind, ist damit noch nicht entschieden. Die Menschen neigen aus Gründen der Vereinfachung dazu, das, was zu regeln und zu beschränken ist, gleich zu verbieten. Das ist der scheinbar einfachere Weg, einfacher jedenfalls aus der Sicht der zu erfüllenden Aufgabe. Zu gestalten ist weitaus schwieriger als zu verbieten, während letztes bereits mit zwei zu erfassenden Punkten, die die zu ziehende Grenze bestimmen, erledigt ist, bedarf es im ersten Falle einer unendlichen Vielzahl solcher einzubeziehenden Punkte. Negatives Verhalten, sei es ein Tun oder ein Urteilen, ist stets einfacher, als ein positives. Das negative Wissen der Menschen überwiegt das positive um ein exponentiell Vielfaches. Nahezu jeder weiß, was zu tun ist, dass eine Sache nicht gelingt, ein Geschehen nicht zum Erfolg führt. Kaum jemand kann aber einen sicheren Rat geben, dass das Erstrebte auch zuverlässig gelinge. Merke dir das genau, dass ist eine Grundeinsicht, worauf alle Herrschaftssysteme, auch die demokratischen beruhen. Wir können es auch als soziales Mafiasyndrom bezeichen: der Erfolg der dir zur Hilfe und Förderung Berufenen beruht darauf, dass sie dir nicht schaden. Dabei sind sie zumeist noch so geschickt, dass sie dir das, was ist, also das Normale, als das Ungewöhnliche darstellen und das, was nicht ist, was allein durch ihre Einschaltung bewirkt wird, als das Normale. Damit beherrschen sie den Verlauf, denn jedes Zurückgehen auf das, was ist, also das eigentliche Normale, rechnen sie sich somit stets als Erfolg ihres Einsatzes an. Sie beherrschen genau genommen nur den Umfang, wie sie dich vom wirklichen Normalen entfernen (dir als Hinwendung zum Normalen verkauft), so dass ihr Ablassen Dich zu deinem wirklichen Normalen zurückbringt, nunmehr aber scheinbar dank der Wirkung ihres Tuns. So verhalten sich alle und hierauf wurde auch das System errichtet, euch eurer natürlichen Sexualität zu berauben.
Zügeln, nicht Erlahmen
Die Erkenntnis somit, dass in der Gesellschaft eure Triebe zu zügeln sind, ist eine Binsenweisheit und folgt schon aus der Grundsituation eines jeden Menschen als Mangel- und Irrwesen. Die Zügel, ihre Beschaffenheit, ihre Länge und ihr Zustand, darin erst liegt die Antwort. Pferde zügelt man, um ihre Kraft zu nutzen, nicht jedoch um die Bewegung zu erlahmen. So geschieht es mit allem. Der Umstand, dass Nahrung auch die Mitmenschen nähren muss, kann nicht dazu führen, dass Nahrung vernichtet wird. Der Umstand, dass der sexuelle Trieb wegen seiner Stärke kanalisiert werden muss, bedeutet nicht, dass die Menschen ihm zu entsagen haben. Ein Feuer, das uns wärmt, kann uns auch vernichten, wenn es außer Kontrolle gerät, dennoch können wir es nicht erlöschen lassen, wollen wir auch in der kalten Jahreszeit leben. Die Sexualität, wie alle Triebe, beruht auf einer durchaus vergleichbaren Urkraft wie das Feuer. Gerät die Kraft außer Kontrolle, ist sie ungezügelt und zügellos, so zerstört sie das, was ihr Einsatz eigentlich schaffen sollte. Die Menschen bilden daher zurecht Zonen, in denen Anforderungen an die Zügelung variieren. Die Urkraft des Geschlechtstriebs bedroht Schwache und Schutzbedürftige besonders, die sie zum Spielball zügelloser Gier leicht werden lässt. Die Verhaltensanweisungen tragen dem seit je in entwickelten Gesellschaften Rechnung. Seit etwa in den westlichen Ländern die überkommenen, noch von der Sexualfeindlichkeit des traditionellen patriarchalen Eingottglaubens geprägten Sexualstandards gelockert und bis dann ganz allgemein zügelnde Grenzen beseitigt worden waren, wurde der notwendige Schutz der Kinder und Jugendliche vor der Stärke dieses Triebes besonders offenkundig. Denn die Stärke dieses Triebes machte auch vor ihnen nicht halt und instrumentalisierte sie zu Lustobjekten. Nur starre Grenzen können die noch nicht mündigen Menschen vor dieser Gewalt und den damit verbundenen Gefahren schützen. Die Ausweitung der Schutzräume für Kinder und Jugendliche ist eine notwendige Konsequenz der sexuellen Liberalisierung. Nicht weniger drohen andere Beziehungen der Menschen allein an der Gewalt des geschlechtlichen Triebes zu zerbrechen. Aus diesem Grund erlauben die Göttinnen im HDSG niemals gegebene Versprechen nur aus Lust zu brechen. Die Verlässlichkeit ist ein Ziel, das die Göttinnen dem Menschen mit der Schaffung allen Lebens vorgegeben haben. Auch gilt es, dass die Menschen nach vielen Vorgaben leben können, oft geht es nur um die zügelnde Wirkung und die dadurch bewirkte Sicherheit. Deswegen meinen die Göttinnen mit Verlässlichkeit jede Art, die den Menschen Sicherheit gibt. Das HDSG knüpft daher durchaus an vielen Möglichkeiten, das zivile Leben zu gestalten, an. Der Zügel können in der Tat die verschiedensten sein, auch nach Art und Weise. Indessen –und hier unterscheidet sich das HDSG von den tradierten Sichtweisen- die Triebe sind zu zügeln, aber nicht zu erlahmen oder gar zu beseitigen. Dass dies vor allem in Hinblick auf die Geschlechtskraft geschehen ist, habe ich euch zuvor schon hinreichend dargelegt, wie auch die dabei verwandten Tricks nachgewiesen. Zuerst wurde alles Menschliche in Abstrakta umgewandelt und damit beliebig beherrschbar und austauschbar gemacht. Dann vertauschte man die Inhalte und machte aus Leben Tod und aus Tod Leben, aus Glück Leid und aus Leid Glück und hatte alle im ausgeworfenen Netz, eines Bildes, dessen man sich noch nicht einmal schämte.
Nur auf den Trieben beruht das Menschsein
Den Menschen die Triebe zu zügeln lehren, fördert ihre Freiheit, den Trieben indes die Kraft zu nehmen, sie zu erlahmen, macht die Menschen gleich zu gemeinsam blökenden Schafen, auch dieses Bildes schämte man sich nie. Die Profanisierung dieser Lehre, die ihr zur Zeit in euren Staaten erlebt, wird euch alle auf die Weide treiben, dort gibt es Gras und Gras und Blöken. Eure Kraft, die Kraft des wilden Feuers, die auch alles versengen könnte, die fürchtet man seit je. Für sie ist kein Platz auf der Weide, man könnte euch dort niemals mit nur zwei oder drei Schäferhunden in Schach halten. Muss doch schon ein jeder einzelne Feuerplatz brandsicher gebaut sein, damit das Feuer dort ohne Sorge brennen kann. Also bringt man die Kraft zuvor vorsorglich zum Erlöschen, soweit es jedenfalls geht. Dies geschah über lange Zeit durch die Vertagung des in eurer Seele lodernden Feuers in die Zeit nach eurem Tod, ein leeres Versprechen leicht zu halten. Niemand vermochte seine Realisierung je zu kontrollieren. In den profanisierten Gesellschaften tut man sich damit naturgemäß natürlich schwerer. Wenn Gott Opium ist, dann bedarf es anderer Mittel, die Betroffenen zu berauschen. Einstweilen haben sich die Staaten hinsichtlich der Allmächtigkeit erst einmal auf Gottes Thron geschwungen und verkünden von dort aus ihre selbstgemachte Gerechtigkeit – die indessen ausschließlich und das auch noch ganz offen allein dem Erhalt der Macht der von dieser Allmächtigkeit lebenden Personen dient, ziemlich kurzfristig, allenfalls für eine Wahlperiode. Es steht zu erwarten, dass Gott doch bald wieder zurückkehrt und sich wieder auf den okkupierten Thron setzt, vielleicht auch zusammen mit den Okkupanten, es wäre nicht das erste Mal in der Geschichte. Das ist das Ende einer jeden Gleichheit, die die Freiheit verlor. Das Feuer des Menschen, das in ihn brennt, speist seine Triebe, ohne dieses Feuer endet sein Menschsein. Nur durch seine Triebe gelangt der Mensch zur Würde. Und keine Kultur, die nicht auf diesem Feuer beruht, ist des Menschen wert. Einem feurigen Hengst oder einer prächtigen Stute Zügel anzulegen, sich ihre Kraft nutzbar zu machen, fördert das Fortkommen, bei einem lahmen Gaul ist das nur von historisierender Symbolik. Zu lahmen Gäulen aber wollen sie euch alle mit dieser Symbolik machen, nicht zu freien in Kraft strotzenden Rössern. Daher wisset, es geht zumeist nicht um das Zügeln, sondern um das Erlahmen, das man euch mir hohen Worten und ebensolchen Werten anpreist.
Im Dienst der Göttin bedarf es keiner Zügel
Die Zügel der Göttin sind kräftig, sie reißen nicht und geben auch nicht nach. Darum aber habt ihr auch an ihrem Feuer teil, wenn es in euch lodert. Dort ist alles zügellos. Doch was durch so prächtige bis in den Himmel schlagende Flammen entsteht, verträgt die starken Zügel der Göttin. Damit aber führt sie euch auf euren Weg zum Glück. Wer starke Zügel trägt, hat auch viel an Kraft zu bieten. Das ist der Weg, den wir euch im HDSG aufzeigen. Ohne Freiheit keine Würde und Gleichheit gründet allein hierauf. Die Zügel machen euch ein wenig gleicher, sonst würdet ihr nicht in der Welt der anderen passen, aber den Motor, den treibt ihr an und der ist von der Göttin und der ist von ihrer freien und ungezügelten Kraft in euch. Das ist die Kraft des Lebens, die aus dem Leib der Göttin eins quoll, in die Welt kam und die Erde befruchtete und die heute in euch eure Triebe nährt, aber nicht weniger auch euren Verstand, ohne den ihr nicht erkennen und auch nichts bewirken könntet. Wer durch die Lust und Liebe, die er in den Tempeln der Göttin zu ihren Zeiten erfährt, gestärkt in die Welt tritt, den formen die Zügel zusammen mit anderen zu den prächtigsten Gespannen. Das begründet nicht die Gleichheit, aber Schönheit und Gerechtigkeit, wie sie den Seelen der so Handelnden entspringt. In den Tempeln der Göttinnen zu ihren Zeiten, in den Sakralräumen, ist es die Lust und Liebe der Göttinnen, die in den Mitgliedern des Heiligtums lodert. Hier wirken allein die Hand und der Wille der Göttin, mündigen Menschen ihren Weg zu zeigen. Dies ist kein Platz für Zügel. Den Menschen und ihrer weltlichen Ordnung selbst überlässt es die Göttin festzulegen, wer als mündig oder noch als Kind und Jugendlicher gilt, denn nur starre Grenzen erlauben den Menschen hier die gebotene Klarheit. Auch nimmt die Göttin keinem Menschen den Willen, über sich selbst zu bestimmen. Die Sakralräume sind von jedem Zwang frei. Nur in der Freiheit eines jeden Willen kann ein Mensch die Göttin schauen, fühlen und gar preisen. Freiheit und Würde, Lust und Liebe, das sind eins. Wer sich in Leib und Seele mit der Göttin verschmilzt, wird mit ihr eins, ohne jede Form und Zügel. Hieraus erst entstehen die Freiheit, die die Verantwortung schafft, und das Glück, auf dessen Weg die herrlichsten Gespanne auch unter Zügeln schreiten.
Donnerstag, 6. Mai 2010
Gebannt

Gustav Klimt, Adam und Eva, 1917/18
Nichts scheint schöner meinem Schauen,
wenn ich deinen Körper seh,
welche Lust kann ich drauf bauen,
wenn zur Göttin ich nun geh,
vor ihr wir uns niederlegen,
breiten unsre Glieder aus,
lüstern räkeln sich entgegen
gierig auf des Leibes Schmaus.
Zart die Haut in meinem Fühlen,
wenn die Leiber sich berühren,
Poren spannend kribbelnd kühlen,
heiße Wellen in uns spüren,
alle Grenzen heben auf,
dass die Körper sich vereinen,
himmlisch in der Liebe Lauf
uns der Götter Lust wird scheinen.
Laut hebt an der Göttin Preisen,
berstend schmelzen wir zu Eins,
tosend Feen Richtung weisen
zu dem Glück des reinen Seins,
Funken gleißend in uns stieben,
fachen brennend Feuer an,
wir allein die Göttin lieben,
werfen uns in ihren Bann.
Dienstag, 4. Mai 2010
Leo: Im Gebet die Göttin zu preisen
Und was ist das Gebet?
Ohne Gebet wäre kein Menschsein
Das Gebet sucht ein jeder Mensch, wenn er sich selbst, was er denkt und empfindet, fühlt und erkennt, begreift und auch seine Begrenztheit wahrnimmt. Seine Begrenztheit aber, einmal erfahren, lässt ihn nach Weiterem suchen, danach, was über ihn hinausweist, dem er angehört und dessen Teil er ist, und das auch ist, wenn er nicht wäre. Deren Vorstellungen können viele sein und auch die Grade, in denen sie sich vom Einzelnen unterscheiden. Indessen unterscheiden sie sich nicht von dem, das sie jenseits der Begrenztheit des Einzelnen liegen oder auch nur zu liegen scheinen lässt. Das Denken treibt den Menschen bereits zu dieser Erkenntnis, denn Denken will stets Ab- und Herleiten, will von einem zum anderen und über sich hinaus. Die Methodik, von Ursache auf Wirkung und von Wirkung auf Ursache und nach dem Grund und dem Ziel und auch dem Zweck zu fragen und ebenso zu unterscheiden, spiegelt hinlänglich das Leben, das in seiner Kraft auch das Bewusstsein trägt und treibt und auch ihm im Streben nach dem Glück ein Ziel vorgibt. Das Glück wird der Mensch aber nie erreichen, denn es zu erfahren ist der Sinn seines Lebens, wie es ihm bewusst wird. Den Sinn des Lebens kann das Leben aber niemals selbst greifen, könnte es es, verlöre das Leben seinen Sinn. Die Kraft aber, die alles antreibt hin zum Glück, hin zum Sinn, hin zum Leben, diese Kraft, die kann er schauen, fühlen und preisen. Sie verbindet alles Leben und damit die Welt, sie verbindet die Orte und die Zeiten, sie verbindet alle Gründe. Wenn der Mensch nun betet, dann wendet er sich dieser Kraft zu. Er schreitet über sich und sein eigenes Leben hinaus zu etwas Weiterem, Höherem, Anderem. Die Bedeutung, die er diesem Mehr, als er selbst ist, gibt, die bestimmt den Inhalt seiner Gebete, indessen nicht das Beten. Kann das Mehr über ihn oder seine Lebensumstände bestimmen, so enthalten seine Gebete Fürbitten. Kann das Mehr seine Existenz erweitern, kann es ihn heben, vielleicht gar zum Angesicht der Götter führen, sind seine Gebete Lobpreisungen. Kann das Mehr ihn umfassen, umgreifen, umschlingen, seine Grenzen aufheben sich mit ihm verschmelzen, so sind seine Gebete die reine Lust und Liebe. Gebet ist alles, wenn der Einzelne und seine Seele als das, was sich von seiner Existenz insgesamt in ihm spiegelt, mit dem Mehr kommuniziert, durch Sprechen und Gesten, Gedanken und Gefühle, Empfindungen und Folgerungen, wenn sich das Bewusstsein dem Anderen mitteilt, weil zumindest in irgend einem Teil der Mensch mit dem Mehr übereinstimmt. Hierin gründet das Menschsein. Ohne Gebet indessen gäbe es kein Menschsein. Auch wer sich in der Verneinung eines jeden Seienden und dem Nichtseienden alles Werdenden wiederfindet, verknüpft sein eigenes fiktives Sein, ohne das er nicht denken und nicht fühlen könnte, mit diesem anderen Mehr. Es ist das Leben und seine Kraft, dass den Menschen stets damit verbindet. Deswegen gibt es kein Menschsein ohne Gebet.
Das Gebet ist immer gut
Der Inhalt es Gebets ist für die Götter ohne jede Bedeutung. Das sind Formen, in denen die Seele sich ihnen mitteilt. Die Mitteilung ist der Gegenstand der Kommunikation des Einzelnen mit seinem Mehr. Anders als zwischen den Menschen, die sich ohne Symbole und Formen nicht untereinander verständigen können, können die Seelen, als das den Menschen spiegelnde Innerste, sich auch ohne Form mit dem Mehr verständigen. Beruht die (beabsichtigte) Verständigung doch darauf, dass der Einzelne zumindest in einem Teil mit dem Göttlichen identisch ist, oder auch nur mit einem Teil, den die Götter in den Menschen legten. Das begründet die Unmittelbarkeit. Doch auch die Verständigung mit den Göttern findet leichter ihren Weg, wenn man einige Formen, die, ihn zu beschreiten, geeignet sind, kennt. Daher kann ein jeder Mensch mit jedem Gebet zu seinen Göttern finden, auch mit solchen Gebeten, die ihm zu ganz anderen Zwecken gelehrt wurden. In der Nähe, im Angesicht oder mitten im Sein der Götter wird er ganz von alleine seine eigenen Worte, Gesten, Gedanken und Gefühle finden wie ebenso die dafür geeigneten Formen. Und manches, was er von anderen hört, wird ihm als besonders geeignet erscheinen, sein Empfinden im Angesicht des Göttlichen wiederzugeben. Im Gebet selbst aber gibt es keinen Irrtum, kein Missverständnis und auch keine Täuschung. Die Daten kommunizieren unmittelbar. Hierin besteht das Gebet. Deswegen mag es Menschen geben, die an einen oder viele Götter, an Göttlichkeit, Kraft und Energien glauben, wie auch Menschen, die an keinem Gott und an nichts Göttliches glauben, an nichts Gültiges und auch nicht an irgendetwas Seiendes, niemand aber kann ohne Gebet sein, denn nur hierin findet er seine Sicherheit und selbst wenn es die ausschließliche Sicherheit wäre, alles als nicht sicher zu beurteilen. Das Gebet ist die Identität mit dem Mehr und allein die Identität kann irgendetwas begründen, was mehr als nur das eigene Denken und Fühlen wäre. Daher finden auch die Menschen wie selbstverständlich ihren Sinn in ihrem Gebet, sobald sie dessen fähig sind. Darum ist auch jeder Mensch verloren, oder, wenn es ihm daran nur vorübergehend mangelt, erkrankt, wenn er nicht die Sprache des Betens findet, eine Sprache, die indes ein Jedes sein kann. So ist ein jedes Gebet besser als kein Gebet, wenn die Menschen auch zum Falschen beten können. Das Richtige oder das Falsche an einem Gebet aber liegt niemals im Gebet selbst, das vollkommen frei von solchen Eigenschaften nur sein kann. Mit falsch oder richtig werden allein die Auswirkungen auf das Leben eines jeden Einzelnen beurteilt. Wer allein den Tod verehrt und hierin sein Gebet sucht und findet, dem entgleitet leicht das Leben. Nicht anders ergeht es dem, der glaubt, nur im Jenseits sein wirkliches Leben zu finden und alles Denken, Fühlen und auch Beten nur daraufhin ausrichtet. Dies wird ihm zwar nie gelingen, dafür ist die Lebenskraft zu stark, dass sie ihm nicht immer wieder das durch sie erzeugte Leben zeigen würde, aber der Freude und des Glücks und oft auch der Gesundheit seines Leibes wird es weniger dienen. Das Gebet selbst aber bleibt von alledem unberührt. Ein Gebet ist immer gut, verbindet es allein doch den Menschen mit einem Mehr – zumeist wohl mit den Göttern.
Das Gebet mit Leib und Seele
Das einzige, worauf der Mensch ohne Zweifel gründet, ist sein Leben. Das ist kein auf gleichen Wortbedeutungen beruhender Zirkelschluss, sondern die einzig mögliche Aussage. Denn das Leben ist mehr als ein jeder einzelne Mensch, sonst könnte er es nicht weitergeben. Alle anderen Verallgemeinerungen aber stranden in bloßer Begrifflichkeit. Darum gründet das HDSG das Gebet auf dem Leben. Die Kommunikation des Einzelnen mit dem Mehr, die des individuellen Leben mit dem fortschreitenden Leben, mithin das Gebet, führt der Mensch mit dem, womit er selbst daran teil hat, teil an der Göttlichkeit des Lebens und seiner Kraft. Dies ist sein Leib mit allem Denken und Fühlen, das ihn dabei begleitet. Daher beten die Menschen im HDSG auch im leiblichen Gebet mit ihrem Leib zu den Göttinnen, die für das Leben und die Kraft, Leben zu erzeugen, stehen. Schauen kann der Mensch das Leben im Leiblichen, Fühlen kann er es nur durch seinen Leib und preisen kann er es mit des Leibes Worten, die in seinem Glück bestehen. Die Schönheit des Lebens ist in der Schönheit der Leiber zu erkennen, das Leben, das mehr als nur das eigene Leben ist, zu fühlen, gelingt am Vollständigsten in der Vereinigung der Leiber und nirgends wird das Leben und seine Kraft mehr gepriesen als im Orgasmus, der im Leib eines Jeden alles zusammenbringt, auch das Fühlen mit dem Denken. Mit dem fortschreitenden Gebet steigt die Erregung und mit der fortschreitenden Erregung nähert der Mensch sich immer mehr der Göttin an, so wie er sie erlebt, in der Kraft des Lebens und ihrer Lust und Liebe. Die Erregung trägt den Menschen inmitten in den göttlichen Leib, die Erregung weitet den eigenen Leib zu dem der Göttin. Dies ist das Fühlen, wenn die Leiber der Betenden gemeinsam im Leib der Göttin aufgehen und damit ihr Leben mit dem Leben, das diese eins der Erde eingehaucht hat, vereinen. Erreicht die Erregung den Höhenpunkt, so ergießt sich die Lust orgiastisch über alle, allein um die Göttin zu preisen. Nicht nur in Gedanken, nicht nur im Fühlen, sondern in seiner gesamten leiblichen, emotionalen und geistigen Existenz geht der Mensch in diesem Gebet in dem allgemeinen Leben, das als ein Teil der Göttin die Welt beseelt, auf. Sein Gebet führt zur Vereinigung in Lust und Liebe, dem intensivsten möglichen Gebet.
Die Göttin in all ihrer Pracht zu schauen, zu fühlen, zu preisen
Schauen: Nur den Gebetsmantel tragend treten die Mitglieder des Heiligtums sich gegenüber, ein jeder seinem Gebetspartner oder seinen Gebetspartnern, allein um die Göttin zu ehren. Alle Lust und Liebe sind ausschließlich auf sie gerichtet. Es ist die Göttin, die sie begehren. In Blicken und Worten suchen sie das gemeinsame Gebet, das sie auf den Weg zur Göttin führt. Ein jedes Gebet können sie sprechen, allein um sich dem Göttlichen zu nähern. Alles Schöne, das die Sinne und die Seele betört, findet hier jetzt seinen Platz, an Form und Gestalt, an Bild und Farbe, an Klang und Bewegung. Oh Göttinnen ergreift uns, bemächtigt Euch unser, macht uns zu Eurem Fleisch und Blut, zur Eurer Lust und Liebe. Nehmt uns auf in Euch, auf dass hinweg fallen alle Zäune, Barrieren, Mauern und uns nichts mehr trennt. Mache mich eins mit Dir oh meine Göttin, betet ihr. Allein der Weg zu Dir unsere Göttin ist nah. Die Priester sprechen mit den Menschen ihre Gebete, während ein jeder im anderen die Göttin schaut.
Fühlen: Die Gebetspartner schreiten zueinander und begreifen des anderen Leibes als ein Spiegelbild, das die Göttin warf. Sie greifen nach der Göttin, indem sie beginnen, den anderen zu fühlen. Die Körper berühren sich, während in Worten und Gesang die Gebete erklingen. Oh öffne den Seelen Deines Körpers Schönheit uns hier, denn wir wollen die Göttin fühlen, betet ihr. Und die Lust in euch, die aufsteigt und eure Körper erzittert, ist von der Kraft des Lebens, das die Göttin in die Welt brachte. Die Nähe der Körper zueinander wird enger, ihre Schatten verschmelzen. Alles wächst zusammen und hebt an, die Göttin in eurem Kreis zu empfangen. Und nimm uns auf in göttlicher Liebe Dir zum Gebet, fleht ihr sie an. In der Hitze der Begegnung öffnet die Göttin eure Leiber und fügt euch zusammen, wenn ihr betet, und fest umschlinge alles zum Lieben Du uns geschenkt, dass mit Leiber und Seelen zur göttlichen Lust wir hochlodern. Nun seid ihr miteinander eins und betet in euch und mit euch, denn euer Leib ist der der Göttin.
Preisen: Ihr seid Teil der Göttin und alles was ihr sagt, denkt und fühlt, empfindet, erlebt, alles geschieht unmittelbar bei und mit der Göttin. Sie sieht euch an, sie berührt euch, sie fühlt in euch und denkt in euch, alles steuert zu auf die Einigkeit, steuert auf den Punkt, wo alle Zeit zerrinnt, ein jeder Ort entschwindet und alles, was ihr seid und fühlt und denkt, ist ohne Grund, alles geschieht, nichts als die Wahrheit. Die Hitze in euch, die eurer Körper, unterscheidet sich in nichts von der Hitze der Göttin und eure Lust ist die der Göttin und die Liebe, die ihr empfindet, gilt ihr allein. Es ist die Liebe, die sie euch zurückgeben wird, wenn ihr später wieder ihren Tempel verlasst. Jetzt aber treibt die Liebe euch zu einem Einzigen. Uns alle fügend zu dem Einen, Du uns gabst und wirst geben, betet ihr. Die Spannung in euch steigt zum Zerbersten an, alles schwillt zu einem allumspannenden Körper, alle Gedanken treiben auf das Glück, das sich bald über euch ergießen wird, zu und alles Fühlen verengt sich auf einen Punkt, um sogleich zu zerbersten. Zu verschmelzen in schäumender Lust und Liebe das Leben, klingt das Gebet, wenn eine jede und ein jeder anfängt, die Göttin auf dem Höhenpunkt zu preisen.
In diesem Augenblick kann jeder im Gesicht der Anderen und des Anderen das Göttliche erkennen, das die Göttin der Welt einhauchte, als sie sie mit ihrem Leib ganz leicht berührte. Die Augen strahlen ihr Licht, das sich über euch ergießt. Und ihr wendet euch, wenn eure Gefühle es wieder erlauben, alle gemeinsam dem Altar zu, wo die Göttin thront, und singt zu ihrem Lobe und preiset mit Worten ihr zu Ehre. Das Gebet wandelt eure Herzen und so führt ein jeder, wenn er seinen Körper gereinigt hat, die Göttin mit sich nach Hause.
Ohne Gebet wäre kein Menschsein
Das Gebet sucht ein jeder Mensch, wenn er sich selbst, was er denkt und empfindet, fühlt und erkennt, begreift und auch seine Begrenztheit wahrnimmt. Seine Begrenztheit aber, einmal erfahren, lässt ihn nach Weiterem suchen, danach, was über ihn hinausweist, dem er angehört und dessen Teil er ist, und das auch ist, wenn er nicht wäre. Deren Vorstellungen können viele sein und auch die Grade, in denen sie sich vom Einzelnen unterscheiden. Indessen unterscheiden sie sich nicht von dem, das sie jenseits der Begrenztheit des Einzelnen liegen oder auch nur zu liegen scheinen lässt. Das Denken treibt den Menschen bereits zu dieser Erkenntnis, denn Denken will stets Ab- und Herleiten, will von einem zum anderen und über sich hinaus. Die Methodik, von Ursache auf Wirkung und von Wirkung auf Ursache und nach dem Grund und dem Ziel und auch dem Zweck zu fragen und ebenso zu unterscheiden, spiegelt hinlänglich das Leben, das in seiner Kraft auch das Bewusstsein trägt und treibt und auch ihm im Streben nach dem Glück ein Ziel vorgibt. Das Glück wird der Mensch aber nie erreichen, denn es zu erfahren ist der Sinn seines Lebens, wie es ihm bewusst wird. Den Sinn des Lebens kann das Leben aber niemals selbst greifen, könnte es es, verlöre das Leben seinen Sinn. Die Kraft aber, die alles antreibt hin zum Glück, hin zum Sinn, hin zum Leben, diese Kraft, die kann er schauen, fühlen und preisen. Sie verbindet alles Leben und damit die Welt, sie verbindet die Orte und die Zeiten, sie verbindet alle Gründe. Wenn der Mensch nun betet, dann wendet er sich dieser Kraft zu. Er schreitet über sich und sein eigenes Leben hinaus zu etwas Weiterem, Höherem, Anderem. Die Bedeutung, die er diesem Mehr, als er selbst ist, gibt, die bestimmt den Inhalt seiner Gebete, indessen nicht das Beten. Kann das Mehr über ihn oder seine Lebensumstände bestimmen, so enthalten seine Gebete Fürbitten. Kann das Mehr seine Existenz erweitern, kann es ihn heben, vielleicht gar zum Angesicht der Götter führen, sind seine Gebete Lobpreisungen. Kann das Mehr ihn umfassen, umgreifen, umschlingen, seine Grenzen aufheben sich mit ihm verschmelzen, so sind seine Gebete die reine Lust und Liebe. Gebet ist alles, wenn der Einzelne und seine Seele als das, was sich von seiner Existenz insgesamt in ihm spiegelt, mit dem Mehr kommuniziert, durch Sprechen und Gesten, Gedanken und Gefühle, Empfindungen und Folgerungen, wenn sich das Bewusstsein dem Anderen mitteilt, weil zumindest in irgend einem Teil der Mensch mit dem Mehr übereinstimmt. Hierin gründet das Menschsein. Ohne Gebet indessen gäbe es kein Menschsein. Auch wer sich in der Verneinung eines jeden Seienden und dem Nichtseienden alles Werdenden wiederfindet, verknüpft sein eigenes fiktives Sein, ohne das er nicht denken und nicht fühlen könnte, mit diesem anderen Mehr. Es ist das Leben und seine Kraft, dass den Menschen stets damit verbindet. Deswegen gibt es kein Menschsein ohne Gebet.
Das Gebet ist immer gut
Der Inhalt es Gebets ist für die Götter ohne jede Bedeutung. Das sind Formen, in denen die Seele sich ihnen mitteilt. Die Mitteilung ist der Gegenstand der Kommunikation des Einzelnen mit seinem Mehr. Anders als zwischen den Menschen, die sich ohne Symbole und Formen nicht untereinander verständigen können, können die Seelen, als das den Menschen spiegelnde Innerste, sich auch ohne Form mit dem Mehr verständigen. Beruht die (beabsichtigte) Verständigung doch darauf, dass der Einzelne zumindest in einem Teil mit dem Göttlichen identisch ist, oder auch nur mit einem Teil, den die Götter in den Menschen legten. Das begründet die Unmittelbarkeit. Doch auch die Verständigung mit den Göttern findet leichter ihren Weg, wenn man einige Formen, die, ihn zu beschreiten, geeignet sind, kennt. Daher kann ein jeder Mensch mit jedem Gebet zu seinen Göttern finden, auch mit solchen Gebeten, die ihm zu ganz anderen Zwecken gelehrt wurden. In der Nähe, im Angesicht oder mitten im Sein der Götter wird er ganz von alleine seine eigenen Worte, Gesten, Gedanken und Gefühle finden wie ebenso die dafür geeigneten Formen. Und manches, was er von anderen hört, wird ihm als besonders geeignet erscheinen, sein Empfinden im Angesicht des Göttlichen wiederzugeben. Im Gebet selbst aber gibt es keinen Irrtum, kein Missverständnis und auch keine Täuschung. Die Daten kommunizieren unmittelbar. Hierin besteht das Gebet. Deswegen mag es Menschen geben, die an einen oder viele Götter, an Göttlichkeit, Kraft und Energien glauben, wie auch Menschen, die an keinem Gott und an nichts Göttliches glauben, an nichts Gültiges und auch nicht an irgendetwas Seiendes, niemand aber kann ohne Gebet sein, denn nur hierin findet er seine Sicherheit und selbst wenn es die ausschließliche Sicherheit wäre, alles als nicht sicher zu beurteilen. Das Gebet ist die Identität mit dem Mehr und allein die Identität kann irgendetwas begründen, was mehr als nur das eigene Denken und Fühlen wäre. Daher finden auch die Menschen wie selbstverständlich ihren Sinn in ihrem Gebet, sobald sie dessen fähig sind. Darum ist auch jeder Mensch verloren, oder, wenn es ihm daran nur vorübergehend mangelt, erkrankt, wenn er nicht die Sprache des Betens findet, eine Sprache, die indes ein Jedes sein kann. So ist ein jedes Gebet besser als kein Gebet, wenn die Menschen auch zum Falschen beten können. Das Richtige oder das Falsche an einem Gebet aber liegt niemals im Gebet selbst, das vollkommen frei von solchen Eigenschaften nur sein kann. Mit falsch oder richtig werden allein die Auswirkungen auf das Leben eines jeden Einzelnen beurteilt. Wer allein den Tod verehrt und hierin sein Gebet sucht und findet, dem entgleitet leicht das Leben. Nicht anders ergeht es dem, der glaubt, nur im Jenseits sein wirkliches Leben zu finden und alles Denken, Fühlen und auch Beten nur daraufhin ausrichtet. Dies wird ihm zwar nie gelingen, dafür ist die Lebenskraft zu stark, dass sie ihm nicht immer wieder das durch sie erzeugte Leben zeigen würde, aber der Freude und des Glücks und oft auch der Gesundheit seines Leibes wird es weniger dienen. Das Gebet selbst aber bleibt von alledem unberührt. Ein Gebet ist immer gut, verbindet es allein doch den Menschen mit einem Mehr – zumeist wohl mit den Göttern.
Das Gebet mit Leib und Seele
Das einzige, worauf der Mensch ohne Zweifel gründet, ist sein Leben. Das ist kein auf gleichen Wortbedeutungen beruhender Zirkelschluss, sondern die einzig mögliche Aussage. Denn das Leben ist mehr als ein jeder einzelne Mensch, sonst könnte er es nicht weitergeben. Alle anderen Verallgemeinerungen aber stranden in bloßer Begrifflichkeit. Darum gründet das HDSG das Gebet auf dem Leben. Die Kommunikation des Einzelnen mit dem Mehr, die des individuellen Leben mit dem fortschreitenden Leben, mithin das Gebet, führt der Mensch mit dem, womit er selbst daran teil hat, teil an der Göttlichkeit des Lebens und seiner Kraft. Dies ist sein Leib mit allem Denken und Fühlen, das ihn dabei begleitet. Daher beten die Menschen im HDSG auch im leiblichen Gebet mit ihrem Leib zu den Göttinnen, die für das Leben und die Kraft, Leben zu erzeugen, stehen. Schauen kann der Mensch das Leben im Leiblichen, Fühlen kann er es nur durch seinen Leib und preisen kann er es mit des Leibes Worten, die in seinem Glück bestehen. Die Schönheit des Lebens ist in der Schönheit der Leiber zu erkennen, das Leben, das mehr als nur das eigene Leben ist, zu fühlen, gelingt am Vollständigsten in der Vereinigung der Leiber und nirgends wird das Leben und seine Kraft mehr gepriesen als im Orgasmus, der im Leib eines Jeden alles zusammenbringt, auch das Fühlen mit dem Denken. Mit dem fortschreitenden Gebet steigt die Erregung und mit der fortschreitenden Erregung nähert der Mensch sich immer mehr der Göttin an, so wie er sie erlebt, in der Kraft des Lebens und ihrer Lust und Liebe. Die Erregung trägt den Menschen inmitten in den göttlichen Leib, die Erregung weitet den eigenen Leib zu dem der Göttin. Dies ist das Fühlen, wenn die Leiber der Betenden gemeinsam im Leib der Göttin aufgehen und damit ihr Leben mit dem Leben, das diese eins der Erde eingehaucht hat, vereinen. Erreicht die Erregung den Höhenpunkt, so ergießt sich die Lust orgiastisch über alle, allein um die Göttin zu preisen. Nicht nur in Gedanken, nicht nur im Fühlen, sondern in seiner gesamten leiblichen, emotionalen und geistigen Existenz geht der Mensch in diesem Gebet in dem allgemeinen Leben, das als ein Teil der Göttin die Welt beseelt, auf. Sein Gebet führt zur Vereinigung in Lust und Liebe, dem intensivsten möglichen Gebet.
Die Göttin in all ihrer Pracht zu schauen, zu fühlen, zu preisen
Schauen: Nur den Gebetsmantel tragend treten die Mitglieder des Heiligtums sich gegenüber, ein jeder seinem Gebetspartner oder seinen Gebetspartnern, allein um die Göttin zu ehren. Alle Lust und Liebe sind ausschließlich auf sie gerichtet. Es ist die Göttin, die sie begehren. In Blicken und Worten suchen sie das gemeinsame Gebet, das sie auf den Weg zur Göttin führt. Ein jedes Gebet können sie sprechen, allein um sich dem Göttlichen zu nähern. Alles Schöne, das die Sinne und die Seele betört, findet hier jetzt seinen Platz, an Form und Gestalt, an Bild und Farbe, an Klang und Bewegung. Oh Göttinnen ergreift uns, bemächtigt Euch unser, macht uns zu Eurem Fleisch und Blut, zur Eurer Lust und Liebe. Nehmt uns auf in Euch, auf dass hinweg fallen alle Zäune, Barrieren, Mauern und uns nichts mehr trennt. Mache mich eins mit Dir oh meine Göttin, betet ihr. Allein der Weg zu Dir unsere Göttin ist nah. Die Priester sprechen mit den Menschen ihre Gebete, während ein jeder im anderen die Göttin schaut.
Fühlen: Die Gebetspartner schreiten zueinander und begreifen des anderen Leibes als ein Spiegelbild, das die Göttin warf. Sie greifen nach der Göttin, indem sie beginnen, den anderen zu fühlen. Die Körper berühren sich, während in Worten und Gesang die Gebete erklingen. Oh öffne den Seelen Deines Körpers Schönheit uns hier, denn wir wollen die Göttin fühlen, betet ihr. Und die Lust in euch, die aufsteigt und eure Körper erzittert, ist von der Kraft des Lebens, das die Göttin in die Welt brachte. Die Nähe der Körper zueinander wird enger, ihre Schatten verschmelzen. Alles wächst zusammen und hebt an, die Göttin in eurem Kreis zu empfangen. Und nimm uns auf in göttlicher Liebe Dir zum Gebet, fleht ihr sie an. In der Hitze der Begegnung öffnet die Göttin eure Leiber und fügt euch zusammen, wenn ihr betet, und fest umschlinge alles zum Lieben Du uns geschenkt, dass mit Leiber und Seelen zur göttlichen Lust wir hochlodern. Nun seid ihr miteinander eins und betet in euch und mit euch, denn euer Leib ist der der Göttin.
Preisen: Ihr seid Teil der Göttin und alles was ihr sagt, denkt und fühlt, empfindet, erlebt, alles geschieht unmittelbar bei und mit der Göttin. Sie sieht euch an, sie berührt euch, sie fühlt in euch und denkt in euch, alles steuert zu auf die Einigkeit, steuert auf den Punkt, wo alle Zeit zerrinnt, ein jeder Ort entschwindet und alles, was ihr seid und fühlt und denkt, ist ohne Grund, alles geschieht, nichts als die Wahrheit. Die Hitze in euch, die eurer Körper, unterscheidet sich in nichts von der Hitze der Göttin und eure Lust ist die der Göttin und die Liebe, die ihr empfindet, gilt ihr allein. Es ist die Liebe, die sie euch zurückgeben wird, wenn ihr später wieder ihren Tempel verlasst. Jetzt aber treibt die Liebe euch zu einem Einzigen. Uns alle fügend zu dem Einen, Du uns gabst und wirst geben, betet ihr. Die Spannung in euch steigt zum Zerbersten an, alles schwillt zu einem allumspannenden Körper, alle Gedanken treiben auf das Glück, das sich bald über euch ergießen wird, zu und alles Fühlen verengt sich auf einen Punkt, um sogleich zu zerbersten. Zu verschmelzen in schäumender Lust und Liebe das Leben, klingt das Gebet, wenn eine jede und ein jeder anfängt, die Göttin auf dem Höhenpunkt zu preisen.
In diesem Augenblick kann jeder im Gesicht der Anderen und des Anderen das Göttliche erkennen, das die Göttin der Welt einhauchte, als sie sie mit ihrem Leib ganz leicht berührte. Die Augen strahlen ihr Licht, das sich über euch ergießt. Und ihr wendet euch, wenn eure Gefühle es wieder erlauben, alle gemeinsam dem Altar zu, wo die Göttin thront, und singt zu ihrem Lobe und preiset mit Worten ihr zu Ehre. Das Gebet wandelt eure Herzen und so führt ein jeder, wenn er seinen Körper gereinigt hat, die Göttin mit sich nach Hause.
Montag, 26. April 2010
Gebet der Maienkönigin
![]() |
| Gustav Klimt, Die Jungfrau 1912/13 |
Maria Maienkönigin,
wie preisen wir den Namen,
der unsrem Leben gibt den Sinn,
zu treiben aus den Samen.
In aller Welt die Blumenpracht
hervorkehrt deine Liebe,
mit der du leitest hin ganz sacht
zur Wonne unsre Triebe.
Das Land das grüne Kleid legt an,
uns alle einzuladen,
dass in des Frühlings Lustgespann
wir folgen deinen Pfaden.
Wenn Du oh unsre Mutter all
zu unsrem Glück uns führest,
in deinem engelhaften Schall
du unser Sehnen spürest.
Vereint mit dir wir wollen sein,
in einem Leib zu streben,
in der Natur verbunden sein
mit deinem göttlich Leben.
Montag, 12. April 2010
Leo: Der Göttin Offenbarung in Lust und Liebe
Was aber ist die Kraft, in der die Göttin sich uns offenbart und wie können wir sie lieben?
Das Sprudeln des Lebensquells
Die Kraft ist die, die das Leben schuf und alles werden lässt, die in allem wirkt, was sich bildet, die aus Materie und Information alle Wesen entstehen lässt, die Kraft, die auch jeden Menschen, solange er lebt, zu dem macht, was er in jedem Augenblick nur ist und die über ihn hinausgeht, wenn aus ihm neues Leben entsteht. Die Kraft der Göttin ist in jedem Menschen, wirkt in jedem Menschen und ebenso in jedem Leben. Sie ist der Quell, aus dem das Leben sprudelt. Des Quelles indessen wird der Mensch nicht teilhaftig sein, denn dann wäre er ein Teil Gottes geworden. Sein Bewusstsein jedoch ermöglicht ihm, des Quelles Sprudeln zu erfahren, dank seiner Eigenschaft das sich selbst Wahrnehmende wahrzunehmen. Dies geschieht aber nur dort, wo das Leben es darauf anlegt, sich des einzelnen Menschen selbst zu bedienen, um von ihm zu einem Neuen überzuspringen. Darum feiern wir im Heiligtum die Erzeugung des Lebens und nicht dessen Verlöschen. Die Erzeugung neuen Lebens aber erlebt der Mensch selbst mit einem Instrumentarium, mit dem ihn schon die Natur gesondert ausgestattet hat und dessen höchste Wirkungen er in der Liebe und ebenso in der Lust und damit in seinem Glück, wonach er strebt, verspürt. Was er hier erfährt, ist das Sprudeln des Quells allen Lebens, ist der Göttin Atem, der zu ihm weht. Was er erlebt und fühlt und denkt, vermitteln ihm Funktionen seines Körpers als Ergebnis eines hormonellen Zusammenspiels und chemisch-elektrischer und ähnlicher Abläufe. Das Wunder des Lebens besteht nicht in diesen immer mehr nachweisbaren Reaktionen des Körpers, denn das Leben ist nun einmal körperlich, woran all die Trugschlüsse jenseitiger Geistigkeit nichts zu ändern vermögen. Jede weitere Erkenntnis in diesem Bereich weist die intellektuelle Anmaßung zurück. Der Meißel, der den Korpus schafft, kann ihn nicht zum Leben erwecken. Das Wunder besteht indessen in Allem, was das Leben ausmacht, es werden lässt und auf andere überträgt. Das Belebende der Göttin ist zugleich das Beseelende. Was aus dem Lebensquell sprudelt, wenn die Lebenskraft erstrahlt und deren belebende Wirkung sich in der Welt verbreitet, das ist das Göttliche, an dem auch die Menschen beteiligt sind und dessen Wahrnehmung in ihnen und mittels ihres Körpers zu einem Teil des göttlichen Wirkens macht, zu einem Teil des Atems der Göttin und ihrer Liebe und ihrer Lust, weswegen sie das Leben in die Welt einst brachte.
In der Liebe und Lust offenbart sich das Göttliche
Die Liebe kommt von Gott, Gott das sind die Götter, die Götter sind die Göttinnen und unsere Göttin ist eine von ihnen. Fragt nicht welche, denn Mehrzahl und Einzahl sind menschliche Sichten. Es gibt aber nur ein Leben, das die Welt durchdringt und überall dort, wo es auf Materie stößt, Einzelne werden lässt. Von Einzelnen springt es wieder auf anderen Einzelne. Das Leben ist daher das einzig Allgemeine, das ist und damit existiert, alles andere ist nur ein Werden. Wie will der Mensch aber entscheiden, ob es das Leben ist oder die Leben sind? Ein lachhaft anmutendes Unterfangen. Somit kommt alles Göttliche ebenso von Gott wie von der Göttin, von den Göttern wie von den sieben Göttinnen, die für viele stehen. Das Leben aber wäre nichts ohne die Liebe, wenn es um den Menschen geht. Denn die Liebe vereint die Menschen und ermöglicht, die Einzelnen zum Werden, wenn sie sich verbinden, um Gemeinsames zu tun. Dort aber, wo die Liebe mit dem Leben am engsten verflochten ist und die Geschlechter um des Lebens willen verbindet und diese Verbindung in höchster Lust die Einzelnen erfüllt, dort schlägt der Puls der Göttin am nächsten. Dies ist das Sprudeln des Lebensquells, das der Mensch erfährt und ihn an der Lust berauscht. Das ist die Kraft, in der die Göttin sich offenbart.
Mit dem Leib zur Göttin beten
Dass die Göttin sich überhaupt offenbart, ist nicht das Verdienst der Menschen, sondern geschieht allein, weil es die Göttin so wollte. Denn die Göttin hat die Welt mit der Liebe beseelt, weil sie selbst geliebt werden wollte und auf alle Zeit geliebt werden will. Sie hat den Menschen ihre Lust gezeigt, die die Liebe überall erzeugt, damit der Mensch, mit der Fähigkeit zur Wahrnehmung und Erkenntnis von ihr nun einmal ausgestattet, Liebe und Lust begreifen kann, auch um Teil an der göttlichen Lust und Liebe zu haben. Damit aber ist der Blick des Menschen auf etwas gerichtet, dessen Wahrnehmung ihm ansonsten nicht möglich wäre. Der Blick lässt ihm die Wege von Lust und Liebe schauen und ebenso fühlen, mit denen er sich der Göttin nähert. Schon auf dem Weg, auf den er sich begibt, wenn ihn sein Geschlecht erregt und er zur Vereinigung mit anderen schreitet, die Liebe seinen Puls erhöht und die Lust ihn ihm aufsteigt, kann er die Kraft der Göttin spüren, wie sie Leben schafft und es werden lässt. Die Lust spiegelt, wie ihr Atem weht und die Kraft in ihm schwingt. Wer in diesem Augenblick zur Göttin betet, wird ihr ganz nahe sein. Wer, wenn die Lust dann steigt, weil die Körper sich vereinen, das Gebet inniglicher fortsetzt, der wird den Leib der Göttin erahnen. Wer schließlich im Höhepunkt noch die Göttin gar gemeinsam mit dem Partner preist, der wird zum Teil der Lust und Liebe der Göttin, wenn beide mit der Göttin sich seelisch ebenso wie leiblich vereinen. Der Weg zur Göttin ist in dem Menschen angelegt, weswegen so viele mit falscher Moral ihn schier mit Gewalt verbauen. Jedoch besinnt euch auf die Worte der Göttinnen, es sind ihre Lust und Liebe, nach denen ihr euch sehnt. Es ist ihre Kraft, die euch leben lässt. Es ist ihre Macht, die die ganze Welt beseelt. Öffnet doch nur eure Augen und horcht in euch selbst hinein, wo die Wahrheit alles regelt. Die Antwort tragt ihr lange schon in euch, schämt euch ihrer nicht, denn es geht um euer Leben. Die Göttin aber will von Euch auch mit eurem Leib geliebt werden.
Die Göttin liebt man nur auf ihre Art
Die Liebe ist auf andere gerichtet, die Lust ist die dabei empfundene Freude, die auf das Glück zielt, nach dem ihr strebt. Mit der Liebe, die die Göttin von euch erwartet, dient ihr Ihr allein. Daher findet der Dienst, den sie von euch erwartet, auch nur an ihrem Ort und zu ihren Zeiten statt. Ansonsten beglückt ihr sie mit der Liebe, die ihr anderen versprecht und der Lust, die ihr dabei erlebt und auch damit, dass ihre eure Versprechen haltet. Die Liebe der Göttin aber ist einzigartig, wie der Mensch sie liebt und sie die Menschen liebt. Wie jede Liebe zwischen Mann und Frau dient auch die Liebe zur Göttin ihrer Lust. Das ist die Lust ihres Leibes und nicht abstrakter Ideale. Die Lebenskraft, die von der Göttin ist, ist real und nicht abstrakt. Den Leib der Göttin aber könnt ihr nur in der Gemeinschaft eures Gebetes finden, wenn alle Frauen sich zu ihm verbinden, um sich allen Männern zu öffnen, die ihrerseits verbunden mit der Göttin sich vereinen. Die Liebe eines jeden gilt dabei allein der Göttin und nicht dem Partner, der bei dem sakralen Akt körperlich am nächsten ist. Daher kann dieses Gebet nur in der Gemeinschaft der Gläubigen stattfinden, nicht unter ansonsten auch geschlechtlich Verbundenen. In der Gemeinsamkeit des reinen Liebesaktes liegt das Gebet, umso mehr, je mehr ein jeder seine Liebe und damit auch seinen Geist dabei allein der Göttin, ihres Lebens Kraft und Quell auch zuwendet und alle bilden in dieser Gemeinsamkeit die heilige Familie. Seid geduldig, bis es euch gelingt. Auch werdet ihr große Widerstände zu überwinden habe, die man gegen eure Gebete wird erheben. Den Göttinnen kann aber ihre Rückkehr niemand verwehren, ohne ihren alle Widerstände hinwegfegenden Zorn zu erregen.
Das Sprudeln des Lebensquells
Die Kraft ist die, die das Leben schuf und alles werden lässt, die in allem wirkt, was sich bildet, die aus Materie und Information alle Wesen entstehen lässt, die Kraft, die auch jeden Menschen, solange er lebt, zu dem macht, was er in jedem Augenblick nur ist und die über ihn hinausgeht, wenn aus ihm neues Leben entsteht. Die Kraft der Göttin ist in jedem Menschen, wirkt in jedem Menschen und ebenso in jedem Leben. Sie ist der Quell, aus dem das Leben sprudelt. Des Quelles indessen wird der Mensch nicht teilhaftig sein, denn dann wäre er ein Teil Gottes geworden. Sein Bewusstsein jedoch ermöglicht ihm, des Quelles Sprudeln zu erfahren, dank seiner Eigenschaft das sich selbst Wahrnehmende wahrzunehmen. Dies geschieht aber nur dort, wo das Leben es darauf anlegt, sich des einzelnen Menschen selbst zu bedienen, um von ihm zu einem Neuen überzuspringen. Darum feiern wir im Heiligtum die Erzeugung des Lebens und nicht dessen Verlöschen. Die Erzeugung neuen Lebens aber erlebt der Mensch selbst mit einem Instrumentarium, mit dem ihn schon die Natur gesondert ausgestattet hat und dessen höchste Wirkungen er in der Liebe und ebenso in der Lust und damit in seinem Glück, wonach er strebt, verspürt. Was er hier erfährt, ist das Sprudeln des Quells allen Lebens, ist der Göttin Atem, der zu ihm weht. Was er erlebt und fühlt und denkt, vermitteln ihm Funktionen seines Körpers als Ergebnis eines hormonellen Zusammenspiels und chemisch-elektrischer und ähnlicher Abläufe. Das Wunder des Lebens besteht nicht in diesen immer mehr nachweisbaren Reaktionen des Körpers, denn das Leben ist nun einmal körperlich, woran all die Trugschlüsse jenseitiger Geistigkeit nichts zu ändern vermögen. Jede weitere Erkenntnis in diesem Bereich weist die intellektuelle Anmaßung zurück. Der Meißel, der den Korpus schafft, kann ihn nicht zum Leben erwecken. Das Wunder besteht indessen in Allem, was das Leben ausmacht, es werden lässt und auf andere überträgt. Das Belebende der Göttin ist zugleich das Beseelende. Was aus dem Lebensquell sprudelt, wenn die Lebenskraft erstrahlt und deren belebende Wirkung sich in der Welt verbreitet, das ist das Göttliche, an dem auch die Menschen beteiligt sind und dessen Wahrnehmung in ihnen und mittels ihres Körpers zu einem Teil des göttlichen Wirkens macht, zu einem Teil des Atems der Göttin und ihrer Liebe und ihrer Lust, weswegen sie das Leben in die Welt einst brachte.
In der Liebe und Lust offenbart sich das Göttliche
Die Liebe kommt von Gott, Gott das sind die Götter, die Götter sind die Göttinnen und unsere Göttin ist eine von ihnen. Fragt nicht welche, denn Mehrzahl und Einzahl sind menschliche Sichten. Es gibt aber nur ein Leben, das die Welt durchdringt und überall dort, wo es auf Materie stößt, Einzelne werden lässt. Von Einzelnen springt es wieder auf anderen Einzelne. Das Leben ist daher das einzig Allgemeine, das ist und damit existiert, alles andere ist nur ein Werden. Wie will der Mensch aber entscheiden, ob es das Leben ist oder die Leben sind? Ein lachhaft anmutendes Unterfangen. Somit kommt alles Göttliche ebenso von Gott wie von der Göttin, von den Göttern wie von den sieben Göttinnen, die für viele stehen. Das Leben aber wäre nichts ohne die Liebe, wenn es um den Menschen geht. Denn die Liebe vereint die Menschen und ermöglicht, die Einzelnen zum Werden, wenn sie sich verbinden, um Gemeinsames zu tun. Dort aber, wo die Liebe mit dem Leben am engsten verflochten ist und die Geschlechter um des Lebens willen verbindet und diese Verbindung in höchster Lust die Einzelnen erfüllt, dort schlägt der Puls der Göttin am nächsten. Dies ist das Sprudeln des Lebensquells, das der Mensch erfährt und ihn an der Lust berauscht. Das ist die Kraft, in der die Göttin sich offenbart.
Mit dem Leib zur Göttin beten
Dass die Göttin sich überhaupt offenbart, ist nicht das Verdienst der Menschen, sondern geschieht allein, weil es die Göttin so wollte. Denn die Göttin hat die Welt mit der Liebe beseelt, weil sie selbst geliebt werden wollte und auf alle Zeit geliebt werden will. Sie hat den Menschen ihre Lust gezeigt, die die Liebe überall erzeugt, damit der Mensch, mit der Fähigkeit zur Wahrnehmung und Erkenntnis von ihr nun einmal ausgestattet, Liebe und Lust begreifen kann, auch um Teil an der göttlichen Lust und Liebe zu haben. Damit aber ist der Blick des Menschen auf etwas gerichtet, dessen Wahrnehmung ihm ansonsten nicht möglich wäre. Der Blick lässt ihm die Wege von Lust und Liebe schauen und ebenso fühlen, mit denen er sich der Göttin nähert. Schon auf dem Weg, auf den er sich begibt, wenn ihn sein Geschlecht erregt und er zur Vereinigung mit anderen schreitet, die Liebe seinen Puls erhöht und die Lust ihn ihm aufsteigt, kann er die Kraft der Göttin spüren, wie sie Leben schafft und es werden lässt. Die Lust spiegelt, wie ihr Atem weht und die Kraft in ihm schwingt. Wer in diesem Augenblick zur Göttin betet, wird ihr ganz nahe sein. Wer, wenn die Lust dann steigt, weil die Körper sich vereinen, das Gebet inniglicher fortsetzt, der wird den Leib der Göttin erahnen. Wer schließlich im Höhepunkt noch die Göttin gar gemeinsam mit dem Partner preist, der wird zum Teil der Lust und Liebe der Göttin, wenn beide mit der Göttin sich seelisch ebenso wie leiblich vereinen. Der Weg zur Göttin ist in dem Menschen angelegt, weswegen so viele mit falscher Moral ihn schier mit Gewalt verbauen. Jedoch besinnt euch auf die Worte der Göttinnen, es sind ihre Lust und Liebe, nach denen ihr euch sehnt. Es ist ihre Kraft, die euch leben lässt. Es ist ihre Macht, die die ganze Welt beseelt. Öffnet doch nur eure Augen und horcht in euch selbst hinein, wo die Wahrheit alles regelt. Die Antwort tragt ihr lange schon in euch, schämt euch ihrer nicht, denn es geht um euer Leben. Die Göttin aber will von Euch auch mit eurem Leib geliebt werden.
Die Göttin liebt man nur auf ihre Art
Die Liebe ist auf andere gerichtet, die Lust ist die dabei empfundene Freude, die auf das Glück zielt, nach dem ihr strebt. Mit der Liebe, die die Göttin von euch erwartet, dient ihr Ihr allein. Daher findet der Dienst, den sie von euch erwartet, auch nur an ihrem Ort und zu ihren Zeiten statt. Ansonsten beglückt ihr sie mit der Liebe, die ihr anderen versprecht und der Lust, die ihr dabei erlebt und auch damit, dass ihre eure Versprechen haltet. Die Liebe der Göttin aber ist einzigartig, wie der Mensch sie liebt und sie die Menschen liebt. Wie jede Liebe zwischen Mann und Frau dient auch die Liebe zur Göttin ihrer Lust. Das ist die Lust ihres Leibes und nicht abstrakter Ideale. Die Lebenskraft, die von der Göttin ist, ist real und nicht abstrakt. Den Leib der Göttin aber könnt ihr nur in der Gemeinschaft eures Gebetes finden, wenn alle Frauen sich zu ihm verbinden, um sich allen Männern zu öffnen, die ihrerseits verbunden mit der Göttin sich vereinen. Die Liebe eines jeden gilt dabei allein der Göttin und nicht dem Partner, der bei dem sakralen Akt körperlich am nächsten ist. Daher kann dieses Gebet nur in der Gemeinschaft der Gläubigen stattfinden, nicht unter ansonsten auch geschlechtlich Verbundenen. In der Gemeinsamkeit des reinen Liebesaktes liegt das Gebet, umso mehr, je mehr ein jeder seine Liebe und damit auch seinen Geist dabei allein der Göttin, ihres Lebens Kraft und Quell auch zuwendet und alle bilden in dieser Gemeinsamkeit die heilige Familie. Seid geduldig, bis es euch gelingt. Auch werdet ihr große Widerstände zu überwinden habe, die man gegen eure Gebete wird erheben. Den Göttinnen kann aber ihre Rückkehr niemand verwehren, ohne ihren alle Widerstände hinwegfegenden Zorn zu erregen.
Der Göttin Leib gilt die Begier
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| John Collier, Pharaohs Handmaidens, 1883 |
Ein jeder, der sich hier vereint,
im Tempel ihr zu dienen,
allein den Leib der Göttin meint,
in seiner Lust erschienen.
Der andren Schönheit er begehrt,
im Spiegel nur zu ahnen,
die Göttin ihm an Lust gewährt
auf ihren himmlisch Bahnen.
Da war kein Sehnen und kein Leuchten,
das nicht von ihrer Gier,
durchs Feuer eure Seelen scheuchten
zu ihrer strahlend Zier.
Der Göttin Leib bricht lodernd auf,
die Lust kann sie nicht halten,
die Liebe spannt der Welten Lauf,
um ihres Amts zu walten.
Wie süchtig nach der Göttin Leib,
die Menschen sich verschmelzen,
die Frau zum Mann, der Mann im Weib
gemeinsam sie sich wälzen.
Das, was sie trennt, wird hier vereint
zu einem großen Ganzen,
die Schönheit aller Welt erscheint,
bereit sich fortzupflanzen.
Der Göttin Quell, die Lebenskraft,
erglüht in allen Seelen,
die Welten blühend, treibt der Saft,
das Glück nicht zu verhehlen.
Im Glanz der Schönsten aller Wesen,
die unsre Welt betören,
an Liebreiz und Gestalt erlesen,
der Göttin wir gehören.
Oh meine Göttin, preisen wir,
in deiner Lust wir sieden,
wir opfern unsre Seele dir,
dass nichts von dir geschieden.
Ein Licht, kein Raum und ohne Zeit,
uns ohne Grund erleuchte,
kein Diamant strahlt je soweit,
dass solchen Glanz er bräuchte.
Mittwoch, 7. April 2010
Leo: Von der Macht der Lebenskraft, von Lust und Liebe
Wenn unser geschlechtliches Begehren viele unserer Wahrnehmungen und Entscheidungen auch bestimmen und seine Stärke unbestreitbar ist, können wir uns von ihm doch nicht versklaven lassen! Will das Heiligtum dies befördern?
Ein Feuer aus dem Himmel und nicht aus der Hölle
Das HDSG befördert eure Geschlechtlichkeit, indessen um euch zu befreien und die Fesseln, die euch vor zweitausend Jahren und mehr angelegt worden sind, wieder zu sprengen. Auch Deine Formulierung ist nicht frei von dieser euch angetanen Gewalt. Die Kraft des sexuellen Begehrens, das treibende Interesse an allem, was darauf gerichtet ist, die konnte niemand leugnen. Konnte zu jeder Zeit ein jeder sie doch erleben. Man stempelte sie aber zu einer dunklen Kraft im Menschen, die tief in ihm schlummerte und deren wilder Ausbruch zur Verderbnis führe. Sie tauge nur, so lehrte man euch -wenn man sie nicht gar von Anbeginn verdammte- eingedämmt und zu anderen Energien gewandelt, nach strengen normativen und ethischen Vorgaben. Die pure Lust, die die sexuelle Macht verschafft, sie war des Teufels, wie alles was damit zusammenhing, selbst das Wort Lust schon glich einer Expressfahrkarte direkt zur Hölle. Und doch, so wussten die meisten zu berichten, wenn die Lust auf die von anderen traf, gab es kein Halten und alle Zeit und Raum und jedes Wenn und Aber entschwanden, kein noch so wohlbedachter Ratschluss hielt dem stand. Eure wissenschaftlichen Versuche zeigen es: bringt die Körper nur nahe genug zusammen, allein die Zeit wird sich unterscheiden, wie lange es dauert, bis 80 % aller am Experiment Beteiligten miteinander ihre Lust austauschen. Das ist in der Tat ein Feuer, das sich gegenseitig entflammt, indessen nicht aus der Hölle stammt, sondern vom Himmel fällt und der Atem der Göttinnen facht es heftig in euren Seelen an.
Verneinung des Glücks, um den Tod zu preisen
Nichts, was euch umgibt, ist frei von dieser Kraft. Und alles, was euch beschäftigt, ist ein Spiel mit ihr. Die Anziehung der Geschlechter durchzieht überall euer Tun, unterschiedlich ist zumeist nur das Maß. Schönheit wäre ohne diese Kraft nicht vorstellbar. In der Liebe nimmt sie von euch Besitz und nicht weniger in der Lust. Ohne sie wäre alles, was ihr tut, nur leblos und fad. Mit ihr aber erstrahlt alles in den buntesten Farben und spannt eure Gefühle und Empfinden lockend an. Nirgendwo in eurem Leben, an keiner Stelle und zu keiner Zeit stoßt ihr nicht auf sie, findet ihr keine Zeichen von ihrem Wirken. Selbst euer Verstand muss sich ihr beugen, wenn nicht gar vor ihr verbeugen, ganz gleich wie hoch seine Abstraktionen von Stockwerk zu Stockwerk empor eilen. Ihre Macht ist nicht zu bezweifeln und nie konnte jemand sich ihr ohne tiefe Konsequenzen entziehen – ob in Lust oder auch im Leid. In Lust, wenn ihr euch ihr bereitwillig fügt, im Leid, wenn ihr denen und ihren Geboten folgtet, die der Macht der Lebenskraft vorgeben zu trotzen. Eine jede Macht, der man zu trotzen versucht, bringt Leid und führt zur Verletzung. Das Leben aber kann niemals erfolgreich seiner es erzeugenden Kraft widerstehen. Daher schlägt der Widerstand gegen des Lebens Lust und Liebe so tiefe Wunden, die Leib und Geist entstellen. Wen mag es da noch wundern, dass diejenigen, die die Heiligkeit der Lebenskraft leugnen und das Helle von Lust und Liebe zur dunklen Kraft, die alles Gute im Menschen verzehrt, erklären, zugleich die Qualen, Schmerzen und Verunstaltungen, die sowohl dem Leib wie auch der Seele zugefügt werden, als das Wirken ihres jenseitigen Gottes und als den sichersten Weg zu ihm und zu seiner Ewigkeit preisen. Das aber ist kein anderer Weg zum Glück, den man euch da zeigt. Vielmehr ist er die Verneinung der Lebenskraft, die Verneinung von Lust und Liebe, die Verneinung von allem Glück, die Verneinung des Lebens überhaupt, die Verneinung von allem, um den Tod zu preisen. Die Lebenskraft mit ihrer Lust nach Glück und Liebe kann euch niemals versklaven, ihre Verneinung aber und die gleichzeitig als Lohn von Verzicht und Leiden in Aussicht gestellten himmlischen Freuden sind die Fesseln, die euch die Freiheit rauben und euch zu Sklaven fremden Willens machen. Deine Sprache, dass eure Lust euch versklave, kann verräterischer kaum sein.
Zum virtuellen Kontinuum gebändigt
Keine Frage, die Macht, mit der das Leben alles voran treibt, ist riesig, nichts Stärkeres kann man je erfahren. Das ist der Grund, warum niemand, ohne Schaden an Leib oder Seele zu nehmen, sich den in den Menschen von der Lebenskraft gesetzten Begierden und Begehrlichkeiten auf Dauer wiedersetzen kann. Das HDSG sieht darin das Wirken der Göttinnen, weil sie die Welt befruchteten. Diese Macht ist nichts anders als die sich in der Welt ausbreitende Kraft der Göttinnen, sie ist die Schöpfungsmacht schlechthin. In der Natur unterliegt alles ihrem kraftvollen Wirken ganz von allein, will es nicht ausscheiden und dem frühen Tod erliegen. In der virtuellen Welt, die die Menschen sich mittels ihrer Absprachen schaffen, wenn sie gemeinsam am vorgesehenen Ort zur vorgesehen Zeit das Vorgesehene tun, da speist sie nicht weniger alles hiervon ausgehende Virtuelle, das heißt das durch das abgestimmte Tun erzeugte gesellschaftliche Leben, das nur in dem jeweiligen Zusammenfügen der es bewirkenden Handlungen Einzelner für diesen Punkt allein entsteht. Hier bedarf alles der Form, denn nur über Formen könnt ihr euch verständigen und zusammenwirken. Dies gilt auch für die in jedem von euch brodelnde Lebenskraft, die ihr als Lust und Liebe empfindet. Diese Formen des Zusammenlebens und des Austauschs beruhen allesamt auf der Verlässlichkeit eines jeden am gemeinsamen Handeln teilnehmenden Menschen. Dies gilt auch für die gemeinsame Lust und Liebe, wenn sie aufeinandertreffen. Das ist der Grund, dass Treue sich in jeder Kultur findet, ganz besonders in geschlechtlichen Dingen. Da aber keine Kraft stärker ist als die, die das Leben bildet, gewinnt auch die Treue als besondere Form der Verlässlichkeit bei der Lust und Liebe ihre besondere –auch kulturelle- Bedeutung. Die Kraft drängt elementar in alle Richtung nach Vereinigung, der Göttin Liebesgaben ziehen einen jeden an, je mehr um so schöner sie ihm nur erscheinen. Das ist das Schöne an der Lebenskraft und ihre berauschende Wirkung auf alle. In eurem Zusammenleben reiht ihr aber virtuell Punkt für Punkt zur Zeit und deren Räume aneinander und so, wie das Bewusstsein die Gegenwart schafft, zieht ihr alles, was ihr gemeinsam bewirkt, zu einer gesellschaftlichen Form mit ihrer eigenen Zeit und Gegenwart, zusammen. Das geschieht alles nur virtuell. Aber alles Virtuelle erhält unter den Menschen mit seiner Anerkennung Wirksamkeit. Es wandelt sich zu einem Kontinuum, als Summe der Verlässlichkeit, ohne das es keine Gesellschaft geben könnte. Euer individuelles Sein, eure Triebe, eure Gefühle, eure Lust und Liebe ordnen sich dort ein. So gewinnt Verlässlichkeit und damit Treue auch hier die Oberhand und fügt sich zu dem virtuellen Kontinuum. Das Kontinuum besteht als virtuelles Wesen nur, solange die es Bedenkenden es auch wollen. Auch die Treue hält nicht länger und ebenso wenig die Verlässlichkeit, alles endet, wenn ihr es nicht mehr wollt. Die Information aber, der Gedanke daran, der euch zeigt und lehrt, was ihr bewirken könntet, bleibt. Die Lebenskraft bedarf der Formung, um ein Kontinuum, etwas zeitlich und örtlich virtuell Beständiges, zu begründen. Da alles Virtuelle aber von Eurem Willen abhängt und nicht mehr wirken kann, wenn ihr es nicht mehr wollt, unterliegt es auch eurem Streben nach Glück und damit der Lust und Liebe. Das ist das Wechselspiel mit euren Begierden und Gefühlen und den anderen Menschen, mit denen ihr euch zusammentut, die nicht weniger als ihr nach ihrem Glück nur streben und ihre Lust und Liebe suchen.
Wiederentdeckung der Richtung und der Tugend der Verlässlichkeit
Dieses unvermeidbare Zusammenspiel verführte die einen, die die Macht über andere ausübten, dazu, die Beiträge der von ihnen zu Beherrschenden zu der Grundlage ihrer Macht dadurch zu verfestigen, dass man –auch dies wiederum virtuell- die Richtung des Glücksstrebens der zu Beherrschenden umdrehte und das eigene Glück, und damit auch die eigene Lust, zum Laster erklärte, zur Tugend aber allein dasjenige machte, was die Herrscher zu ihrem Inhalt setzten. So bemächtigte sich das Virtuelle des tatsächlichen individuellen Lebens. Hierin bestand der eigentliche Akt der Versklavung, den es zu erkennen gilt. Habt ihr ihn erkannt, dann findet ihr auch die Richtung wieder, die man euch abhandenkommen ließ. Die Lebenskraft, die in euch wirkt und euch auch die Lust und Liebe bringt, die Richtung eures Strebens nach Glück bestimmt, ist das wirkliche Leben, nicht das, was ihr glaubt, aufgrund eurer Absprachen gemeinsam gegen sie zu bewirken. Die Lebenskraft bedarf unter euch der Formung, aber nicht ihrer Vernichtung und die Umkehrung aller Energien. Im Zusammenleben bedarf es der Verlässlichkeit des Zusammenwirkens, ganz besonders bezüglich der individuellen Lebenskraft, ihrer Äußerungen und all der göttlichen Liebesgaben. Aber es sind Liebesgaben und keine Schandtaten, die aus euch quellen und euch einander anziehen und immer wieder binden. Nicht in ihnen liegt das Übel, wenn sie euch verführen, sondern in dem gebrochenen Wort, das zu halten ihr einem anderen gegeben habt. Das müsst ihr wieder lernen. Das ist die eine Seite unseres Heiligtums.
Der Allgemeine Lebenskraft zu dienen
Die andere Seite geht darüber weit hinaus. Sie ist die Seite, die unsere Göttinnen zusammen mit der allgemeinen Lebenskraft schufen, das Leben, das sich über das Leben eines jeden von euch hinaus erstreckt, das einzig Allgemeine und nicht Virtuelle unter, zwischen und über euch. Denn auch wenn ihr nicht mehr wollt, wird es diese Kraft geben, ihr allein werdet aus der Welt verschwinden. Das Leben auf der Welt ist nicht von eurem Willen abhängig. Diese allgemeine Lebenskraft, deren Teile die Lebenskraft eines jeden Einzelnen, der lebt, ist, die aber über alle Einzelne der Welt hinausgeht, ist ein Teil der Göttin. Ihr gegenüber aber bedarf es keiner Formen und Symbole, mit der Göttin seid ihr real verbunden durch die Wahrheit. Alle Hitze und Erbeben, alles Begehren, Suchen und Erfüllen, alle Lust und Liebe, die ihr tief in euch spürt, bringt ihr der Göttin direkt, ohne Zwischenschaltung von Medien, Vermittlern, Ideen, Gedanken, Informationen, ohne alles dar. Ihr gehört alles von euch, was ihr fühlt und seid, vor allem aber euer Glück und dann auch alle Lust und Liebe. Die Liebe zur Göttin ist da und muss nicht erst begründet werden und nichts anderes gilt für die Lust. Denn ihr seid mit eurem Leben und seiner Kraft ein Teil der Göttin und ihre in die Welt gebrachte Kraft, als sie einst das Leben schuf, ist euer Leben. Das allgemeine Leben verehrt ihr im Glück und in der Wahrheit und damit in der Göttin, wenn ihr euch allein ihr zu Ehren gemeinsam vereint. Da brennt das Feuer ungeformt und alles dient allein der Liebe der Göttinnen. Es ist das Schönste, das Beste, das Immerwährende und Grundloseste, das ihr ihr bieten könnt. Denn allein darum seid ihr kraft ihrer Macht geschaffen. Ihr gliedert sich alles an und ein, was ansonsten Ziel eurer Liebe ist. Daher könnt ihr nie die anderen geschuldete Treue und Verlässlichkeit brechen, wenn ihr der Göttin dient.
Der Göttin Dienst an ihrem Ort zu ihrer Zeit
Die Lust und Liebe der Göttin ist unendlich wie ihre Lebenskraft, der alles frühere, heutige und künftige Leben auf der Welt entstammt. Für den Menschen und für alle Wesen der Erde ist sie allumfassend. Nichts Besseres kann es geben, als in ihrer Kraft nach ihren Wünschen zu leben, ihrer Lust und ihrer Liebe zu dienen. Darin würde aber auch ein jeder Mensch aufgehen. Denn er würde nach nichts anderem streben, als mit der Göttin beisammen zu sein, und jedes Streben endet, wenn er das Beisammensein erlebt. Die Lebenskraft, die die Göttinnen in die Welt brachten, aber erschöpft sich auf den Einzelnen bezogen nicht darin, ihr allgemein zu dienen. Dies allein ist das Ziel der Lebenskraft als solcher, der allgemeinen Lebenskraft. Der Einzelne aber steht in der Kette des immer weitergegebenen Lebens, wie es bereits die Natur durch die Erhaltung der Art vorgibt. Als Einzelner lebt er dabei mit anderen nach den Grundsätzen der Verlässlichkeit und Treue in ihrem zivilen Leben, wie wir es zur sprachlichen Unterscheidung von dem Dienst der Göttin nennen. Auch dieses Leben ist seine der Göttin gegenüber geschuldete Pflicht, weswegen jeder Mensch mit seiner Treue im zivilen Leben zugleich der Liebe zur Göttin dient. Das zivile Leben aber käme zum Erliegen, seine Strukturen würden zerbrechen, gäbe sich der Mensch allein der Lust und Liebe seiner Göttin hin. Daher hat die Göttin seinen Dienst auf die von ihr und nach ihren Regeln festgelegten Sakralräume beschränkt. Sowohl die räumliche wie auch die zeitliche Festlegung dieser Räume werdet ihr noch erfahren, soweit es zeitlich nicht schon erfolgt ist. Es gibt öffentliche Sakralräume und private Sakralräume, alle müssen der Göttin geweiht sein. In ihnen finden an den allgemein festgelegten Tagen von einmal wöchentlich und sieben mal sieben Wochen der Gottesdienst, beziehungsweise die Andachten statt. In den Metropien aber, das sind sieben in der Welt verteilte Tempel (eine ist heute bereits gegründet), finden die Gottesdienste auch an allen vom Träger des Wortes oder den obersten Priestern bestimmten Tagen statt, auf dass der Göttin ewige Liebe und Lust nicht vergehe. In den Tempeln der Göttinnen findet der Einzelne seine Kraft für sein Leben, wozu auch seine Verlässlichkeit gehört. Allein auf der siebten Stufe wird er mit der Göttin eins sein können und die Sakralräume werden ihre Begrenzung dabei verlieren, eine Gnade derer nur Heilige teilhaftig sein werden.
Ein Feuer aus dem Himmel und nicht aus der Hölle
Das HDSG befördert eure Geschlechtlichkeit, indessen um euch zu befreien und die Fesseln, die euch vor zweitausend Jahren und mehr angelegt worden sind, wieder zu sprengen. Auch Deine Formulierung ist nicht frei von dieser euch angetanen Gewalt. Die Kraft des sexuellen Begehrens, das treibende Interesse an allem, was darauf gerichtet ist, die konnte niemand leugnen. Konnte zu jeder Zeit ein jeder sie doch erleben. Man stempelte sie aber zu einer dunklen Kraft im Menschen, die tief in ihm schlummerte und deren wilder Ausbruch zur Verderbnis führe. Sie tauge nur, so lehrte man euch -wenn man sie nicht gar von Anbeginn verdammte- eingedämmt und zu anderen Energien gewandelt, nach strengen normativen und ethischen Vorgaben. Die pure Lust, die die sexuelle Macht verschafft, sie war des Teufels, wie alles was damit zusammenhing, selbst das Wort Lust schon glich einer Expressfahrkarte direkt zur Hölle. Und doch, so wussten die meisten zu berichten, wenn die Lust auf die von anderen traf, gab es kein Halten und alle Zeit und Raum und jedes Wenn und Aber entschwanden, kein noch so wohlbedachter Ratschluss hielt dem stand. Eure wissenschaftlichen Versuche zeigen es: bringt die Körper nur nahe genug zusammen, allein die Zeit wird sich unterscheiden, wie lange es dauert, bis 80 % aller am Experiment Beteiligten miteinander ihre Lust austauschen. Das ist in der Tat ein Feuer, das sich gegenseitig entflammt, indessen nicht aus der Hölle stammt, sondern vom Himmel fällt und der Atem der Göttinnen facht es heftig in euren Seelen an.
Verneinung des Glücks, um den Tod zu preisen
Nichts, was euch umgibt, ist frei von dieser Kraft. Und alles, was euch beschäftigt, ist ein Spiel mit ihr. Die Anziehung der Geschlechter durchzieht überall euer Tun, unterschiedlich ist zumeist nur das Maß. Schönheit wäre ohne diese Kraft nicht vorstellbar. In der Liebe nimmt sie von euch Besitz und nicht weniger in der Lust. Ohne sie wäre alles, was ihr tut, nur leblos und fad. Mit ihr aber erstrahlt alles in den buntesten Farben und spannt eure Gefühle und Empfinden lockend an. Nirgendwo in eurem Leben, an keiner Stelle und zu keiner Zeit stoßt ihr nicht auf sie, findet ihr keine Zeichen von ihrem Wirken. Selbst euer Verstand muss sich ihr beugen, wenn nicht gar vor ihr verbeugen, ganz gleich wie hoch seine Abstraktionen von Stockwerk zu Stockwerk empor eilen. Ihre Macht ist nicht zu bezweifeln und nie konnte jemand sich ihr ohne tiefe Konsequenzen entziehen – ob in Lust oder auch im Leid. In Lust, wenn ihr euch ihr bereitwillig fügt, im Leid, wenn ihr denen und ihren Geboten folgtet, die der Macht der Lebenskraft vorgeben zu trotzen. Eine jede Macht, der man zu trotzen versucht, bringt Leid und führt zur Verletzung. Das Leben aber kann niemals erfolgreich seiner es erzeugenden Kraft widerstehen. Daher schlägt der Widerstand gegen des Lebens Lust und Liebe so tiefe Wunden, die Leib und Geist entstellen. Wen mag es da noch wundern, dass diejenigen, die die Heiligkeit der Lebenskraft leugnen und das Helle von Lust und Liebe zur dunklen Kraft, die alles Gute im Menschen verzehrt, erklären, zugleich die Qualen, Schmerzen und Verunstaltungen, die sowohl dem Leib wie auch der Seele zugefügt werden, als das Wirken ihres jenseitigen Gottes und als den sichersten Weg zu ihm und zu seiner Ewigkeit preisen. Das aber ist kein anderer Weg zum Glück, den man euch da zeigt. Vielmehr ist er die Verneinung der Lebenskraft, die Verneinung von Lust und Liebe, die Verneinung von allem Glück, die Verneinung des Lebens überhaupt, die Verneinung von allem, um den Tod zu preisen. Die Lebenskraft mit ihrer Lust nach Glück und Liebe kann euch niemals versklaven, ihre Verneinung aber und die gleichzeitig als Lohn von Verzicht und Leiden in Aussicht gestellten himmlischen Freuden sind die Fesseln, die euch die Freiheit rauben und euch zu Sklaven fremden Willens machen. Deine Sprache, dass eure Lust euch versklave, kann verräterischer kaum sein.
Zum virtuellen Kontinuum gebändigt
Keine Frage, die Macht, mit der das Leben alles voran treibt, ist riesig, nichts Stärkeres kann man je erfahren. Das ist der Grund, warum niemand, ohne Schaden an Leib oder Seele zu nehmen, sich den in den Menschen von der Lebenskraft gesetzten Begierden und Begehrlichkeiten auf Dauer wiedersetzen kann. Das HDSG sieht darin das Wirken der Göttinnen, weil sie die Welt befruchteten. Diese Macht ist nichts anders als die sich in der Welt ausbreitende Kraft der Göttinnen, sie ist die Schöpfungsmacht schlechthin. In der Natur unterliegt alles ihrem kraftvollen Wirken ganz von allein, will es nicht ausscheiden und dem frühen Tod erliegen. In der virtuellen Welt, die die Menschen sich mittels ihrer Absprachen schaffen, wenn sie gemeinsam am vorgesehenen Ort zur vorgesehen Zeit das Vorgesehene tun, da speist sie nicht weniger alles hiervon ausgehende Virtuelle, das heißt das durch das abgestimmte Tun erzeugte gesellschaftliche Leben, das nur in dem jeweiligen Zusammenfügen der es bewirkenden Handlungen Einzelner für diesen Punkt allein entsteht. Hier bedarf alles der Form, denn nur über Formen könnt ihr euch verständigen und zusammenwirken. Dies gilt auch für die in jedem von euch brodelnde Lebenskraft, die ihr als Lust und Liebe empfindet. Diese Formen des Zusammenlebens und des Austauschs beruhen allesamt auf der Verlässlichkeit eines jeden am gemeinsamen Handeln teilnehmenden Menschen. Dies gilt auch für die gemeinsame Lust und Liebe, wenn sie aufeinandertreffen. Das ist der Grund, dass Treue sich in jeder Kultur findet, ganz besonders in geschlechtlichen Dingen. Da aber keine Kraft stärker ist als die, die das Leben bildet, gewinnt auch die Treue als besondere Form der Verlässlichkeit bei der Lust und Liebe ihre besondere –auch kulturelle- Bedeutung. Die Kraft drängt elementar in alle Richtung nach Vereinigung, der Göttin Liebesgaben ziehen einen jeden an, je mehr um so schöner sie ihm nur erscheinen. Das ist das Schöne an der Lebenskraft und ihre berauschende Wirkung auf alle. In eurem Zusammenleben reiht ihr aber virtuell Punkt für Punkt zur Zeit und deren Räume aneinander und so, wie das Bewusstsein die Gegenwart schafft, zieht ihr alles, was ihr gemeinsam bewirkt, zu einer gesellschaftlichen Form mit ihrer eigenen Zeit und Gegenwart, zusammen. Das geschieht alles nur virtuell. Aber alles Virtuelle erhält unter den Menschen mit seiner Anerkennung Wirksamkeit. Es wandelt sich zu einem Kontinuum, als Summe der Verlässlichkeit, ohne das es keine Gesellschaft geben könnte. Euer individuelles Sein, eure Triebe, eure Gefühle, eure Lust und Liebe ordnen sich dort ein. So gewinnt Verlässlichkeit und damit Treue auch hier die Oberhand und fügt sich zu dem virtuellen Kontinuum. Das Kontinuum besteht als virtuelles Wesen nur, solange die es Bedenkenden es auch wollen. Auch die Treue hält nicht länger und ebenso wenig die Verlässlichkeit, alles endet, wenn ihr es nicht mehr wollt. Die Information aber, der Gedanke daran, der euch zeigt und lehrt, was ihr bewirken könntet, bleibt. Die Lebenskraft bedarf der Formung, um ein Kontinuum, etwas zeitlich und örtlich virtuell Beständiges, zu begründen. Da alles Virtuelle aber von Eurem Willen abhängt und nicht mehr wirken kann, wenn ihr es nicht mehr wollt, unterliegt es auch eurem Streben nach Glück und damit der Lust und Liebe. Das ist das Wechselspiel mit euren Begierden und Gefühlen und den anderen Menschen, mit denen ihr euch zusammentut, die nicht weniger als ihr nach ihrem Glück nur streben und ihre Lust und Liebe suchen.
Wiederentdeckung der Richtung und der Tugend der Verlässlichkeit
Dieses unvermeidbare Zusammenspiel verführte die einen, die die Macht über andere ausübten, dazu, die Beiträge der von ihnen zu Beherrschenden zu der Grundlage ihrer Macht dadurch zu verfestigen, dass man –auch dies wiederum virtuell- die Richtung des Glücksstrebens der zu Beherrschenden umdrehte und das eigene Glück, und damit auch die eigene Lust, zum Laster erklärte, zur Tugend aber allein dasjenige machte, was die Herrscher zu ihrem Inhalt setzten. So bemächtigte sich das Virtuelle des tatsächlichen individuellen Lebens. Hierin bestand der eigentliche Akt der Versklavung, den es zu erkennen gilt. Habt ihr ihn erkannt, dann findet ihr auch die Richtung wieder, die man euch abhandenkommen ließ. Die Lebenskraft, die in euch wirkt und euch auch die Lust und Liebe bringt, die Richtung eures Strebens nach Glück bestimmt, ist das wirkliche Leben, nicht das, was ihr glaubt, aufgrund eurer Absprachen gemeinsam gegen sie zu bewirken. Die Lebenskraft bedarf unter euch der Formung, aber nicht ihrer Vernichtung und die Umkehrung aller Energien. Im Zusammenleben bedarf es der Verlässlichkeit des Zusammenwirkens, ganz besonders bezüglich der individuellen Lebenskraft, ihrer Äußerungen und all der göttlichen Liebesgaben. Aber es sind Liebesgaben und keine Schandtaten, die aus euch quellen und euch einander anziehen und immer wieder binden. Nicht in ihnen liegt das Übel, wenn sie euch verführen, sondern in dem gebrochenen Wort, das zu halten ihr einem anderen gegeben habt. Das müsst ihr wieder lernen. Das ist die eine Seite unseres Heiligtums.
Der Allgemeine Lebenskraft zu dienen
Die andere Seite geht darüber weit hinaus. Sie ist die Seite, die unsere Göttinnen zusammen mit der allgemeinen Lebenskraft schufen, das Leben, das sich über das Leben eines jeden von euch hinaus erstreckt, das einzig Allgemeine und nicht Virtuelle unter, zwischen und über euch. Denn auch wenn ihr nicht mehr wollt, wird es diese Kraft geben, ihr allein werdet aus der Welt verschwinden. Das Leben auf der Welt ist nicht von eurem Willen abhängig. Diese allgemeine Lebenskraft, deren Teile die Lebenskraft eines jeden Einzelnen, der lebt, ist, die aber über alle Einzelne der Welt hinausgeht, ist ein Teil der Göttin. Ihr gegenüber aber bedarf es keiner Formen und Symbole, mit der Göttin seid ihr real verbunden durch die Wahrheit. Alle Hitze und Erbeben, alles Begehren, Suchen und Erfüllen, alle Lust und Liebe, die ihr tief in euch spürt, bringt ihr der Göttin direkt, ohne Zwischenschaltung von Medien, Vermittlern, Ideen, Gedanken, Informationen, ohne alles dar. Ihr gehört alles von euch, was ihr fühlt und seid, vor allem aber euer Glück und dann auch alle Lust und Liebe. Die Liebe zur Göttin ist da und muss nicht erst begründet werden und nichts anderes gilt für die Lust. Denn ihr seid mit eurem Leben und seiner Kraft ein Teil der Göttin und ihre in die Welt gebrachte Kraft, als sie einst das Leben schuf, ist euer Leben. Das allgemeine Leben verehrt ihr im Glück und in der Wahrheit und damit in der Göttin, wenn ihr euch allein ihr zu Ehren gemeinsam vereint. Da brennt das Feuer ungeformt und alles dient allein der Liebe der Göttinnen. Es ist das Schönste, das Beste, das Immerwährende und Grundloseste, das ihr ihr bieten könnt. Denn allein darum seid ihr kraft ihrer Macht geschaffen. Ihr gliedert sich alles an und ein, was ansonsten Ziel eurer Liebe ist. Daher könnt ihr nie die anderen geschuldete Treue und Verlässlichkeit brechen, wenn ihr der Göttin dient.
Der Göttin Dienst an ihrem Ort zu ihrer Zeit
Die Lust und Liebe der Göttin ist unendlich wie ihre Lebenskraft, der alles frühere, heutige und künftige Leben auf der Welt entstammt. Für den Menschen und für alle Wesen der Erde ist sie allumfassend. Nichts Besseres kann es geben, als in ihrer Kraft nach ihren Wünschen zu leben, ihrer Lust und ihrer Liebe zu dienen. Darin würde aber auch ein jeder Mensch aufgehen. Denn er würde nach nichts anderem streben, als mit der Göttin beisammen zu sein, und jedes Streben endet, wenn er das Beisammensein erlebt. Die Lebenskraft, die die Göttinnen in die Welt brachten, aber erschöpft sich auf den Einzelnen bezogen nicht darin, ihr allgemein zu dienen. Dies allein ist das Ziel der Lebenskraft als solcher, der allgemeinen Lebenskraft. Der Einzelne aber steht in der Kette des immer weitergegebenen Lebens, wie es bereits die Natur durch die Erhaltung der Art vorgibt. Als Einzelner lebt er dabei mit anderen nach den Grundsätzen der Verlässlichkeit und Treue in ihrem zivilen Leben, wie wir es zur sprachlichen Unterscheidung von dem Dienst der Göttin nennen. Auch dieses Leben ist seine der Göttin gegenüber geschuldete Pflicht, weswegen jeder Mensch mit seiner Treue im zivilen Leben zugleich der Liebe zur Göttin dient. Das zivile Leben aber käme zum Erliegen, seine Strukturen würden zerbrechen, gäbe sich der Mensch allein der Lust und Liebe seiner Göttin hin. Daher hat die Göttin seinen Dienst auf die von ihr und nach ihren Regeln festgelegten Sakralräume beschränkt. Sowohl die räumliche wie auch die zeitliche Festlegung dieser Räume werdet ihr noch erfahren, soweit es zeitlich nicht schon erfolgt ist. Es gibt öffentliche Sakralräume und private Sakralräume, alle müssen der Göttin geweiht sein. In ihnen finden an den allgemein festgelegten Tagen von einmal wöchentlich und sieben mal sieben Wochen der Gottesdienst, beziehungsweise die Andachten statt. In den Metropien aber, das sind sieben in der Welt verteilte Tempel (eine ist heute bereits gegründet), finden die Gottesdienste auch an allen vom Träger des Wortes oder den obersten Priestern bestimmten Tagen statt, auf dass der Göttin ewige Liebe und Lust nicht vergehe. In den Tempeln der Göttinnen findet der Einzelne seine Kraft für sein Leben, wozu auch seine Verlässlichkeit gehört. Allein auf der siebten Stufe wird er mit der Göttin eins sein können und die Sakralräume werden ihre Begrenzung dabei verlieren, eine Gnade derer nur Heilige teilhaftig sein werden.
Sonntag, 4. April 2010
Versuchungen

Gustav Klimt, Judith, 1901
Der Göttin Schönheit spiegelt sich in jedem Leib,
der in den Straßen lustvoll seine Formen schwingt
und auf den Plätzen allen sagt, ich bin bereit,
mit jedem er die Melodie der Göttin singt.
Im Tanze aneinander sich die Körper schmiegen,
wenn der Musik Gesang sie zueinander trägt,
im Schein vereint verschlungen miteinander wiegen
die Leiber sich, als wären sie von Lust geprägt.
Erheischend sich die Blicke gegenseitig suchen,
die Augen stechend einer in den anderen dringt,
um dessen Lust begierig selbst sich zu verbuchen,
soviel Begehren Fremder uns dabei umringt.
Ein Duft bezaubert unser Fühlen und Verlangen,
ein Schatten streicht erregend über unsere Haut,
sofort hinweg zusammen wären wir gegangen,
wenn hätten wir uns unsre Lust nur zugetraut.
Allein der Stimme Klang bereitet uns Erzittern,
und was gesprochen, taucht in göttlich Farben ein,
des Körpers Lust erhebt sich über unsren Gittern,
doch sie zu brechen, das Gewissen sagt uns nein.
Obgleich wir anderen uns längst versprochen haben,
so hitzig die Versuchung nach uns lüstern greift,
denn alles sind der Göttin herrlich Liebesgaben,
mit denen sie des Menschen Seele wonnig reift.
Freitag, 2. April 2010
Leo: Allein der Göttin Leben ist unsterblich
Wie soll das Leben den Tod aufwiegen?
Der Tod und nicht das Werden ist Fiktion
Das kann es nicht. Doch seid getrost, der Tod, den es aufzuwiegen gelte, den gibt es nicht, mag er euch auch noch so sehr beschäftigen. Der Tod ist die begriffliche Verneinung des Lebens, das ihr erfahrt, in dem sich seine Äußerungen in eurem Bewusstsein spiegeln. Euer Leben ist ein Prozess, der von allem, was daran beteiligt ist, veranstaltet wird. Entweder ist ein Prozess oder es ist kein Prozess und fehlt es an ihm, so ist auch kein Leben. Denn nur was wird, kann im Augenblick des Entstehens sein, schon im nächsten Augenblick ist etwas anderes geworden und die Verbindung des einen mit dem anderen ist nur virtuell, im Bewusstsein wie digitalisiert. Das Bewusstsein verknüpft das jeweils Werdende für eine kurze Spanne zur Gegenwart, gaukelt gewissermaßen ein gegenwärtiges Sein sich selbst vor. Damit aber wird das so Verknüpfte nicht zu einem real existierenden Sein, dessen Verneinung nur der Tod sein könnte. Das vom Menschen zweifellos empfundene Sterbliche ist das Wissen von dem Transienten des Werdens, des Voranschreiten von Punkt zu Punkt im Werden. Alles ist vergänglich, erfährt der Mensch, denn überall, wo Leben ist, erkennt er das Vorübergehende des Werdens. Denn Leben ist ausschließlich ein Werden und nie ein Sein. Nur dem was ist, also einem Sein, könnte ein Tod gegenübergesetzt werden. Was der Mensch an seiner Sterblichkeit beklagt, ist das ihm fehlende Göttliche, dass er ein Werden und kein Sein ist. Das einzige Göttliche aber ist das Leben, denn es lässt immer wieder Materie und Energie, Staub und Erde, Moleküle und Atome zu einem Teil von ihm werden. Ein jeder kann an der Unendlichkeit des Lebens teil haben, aber niemand kann losgelöst von diesem allumfassenden Leben seine Endlichkeit überwinden. Die Wandlung des Werdens zu einem Sein, des Lebens zu einer Ewigkeit, kann nur dort erfolgen, wo alles geschehen kann, beliebig, wie man will, im Abstrakten und Begrifflichen, dem nichts in der Welt je entspricht. Wer sich in diese Beliebigkeit versteigt, der mag dort bleiben, läuft indes Gefahr, das Einzige, was ihm zu eigen ist, zu opfern, sein Leben, wie es die Natur ihm schuf und die Göttin ihm darüber hinaus ermöglicht.
Fromme Lüge
Die Vorstellung eines Weiterlebens nach dem Tod führt zur Selbsttäuschung. Zuerst einmal aber erleichtert sie das Leben und vor allem das Ableben in der Annahme der Unsterblichkeit, denn, um nach dem Tode weiterzuleben, bedarf es nur einer (begrifflich) kleinen Wandlung vom Diesseitigen zum Jenseitigen, das Durchschreiten eines virtuellen Tores, und schon geht es weiter in alle Ewigkeit. Eine scheinbar fromme Lüge, niemals zu wiederlegen, denn, wie schon Epikur den Mensch beruhigte, bist du, ist nicht der Tod, ist der Tod, bist nicht du- wer also sollte die Lüge entlarven. Warum indes soll man den Menschen die Hoffnung nehmen, wenn sie ihren ohnehin unvermeidbaren Weg in den Tod beschreiten? Da kann es nur einen einzigen Einwand geben: weil es der falsche Weg ist. Denn wer glaubt, seines Lebens Heil in der Ewigkeit nach seinem Tod zu finden, der wendet sich notgedrungen von der Göttin und ihrem Atem, der stets das Tote zum Leben erweckt, ab. Eine Liebe ist nur rein, wenn sie einem gilt und nicht nach Bedarf beliebig auf viele erstreckt werden kann. Man kann nicht das aus toter Materie geschaffene Leben unserer Welt preisen und zugleich den Strang dieses sich in der Welt fortsetzenden Lebens verlassen, um sein privates Leben nach dem Tod weiterzuführen. Das sind Widersprüche, wie auch die herrschenden Religionen der letzten Jahrtausende belegen, indem sie konsequent den Akt, Leben zu zeugen und zu empfangen, verleumdet haben. Wer den Göttinnen glaubt, der kann nicht die Einbahnstraße in die Ewigkeit nach dem Tode verfolgen. Er kann sich nur dem von ihnen der Welt eingehauchten Lebensquell unterstellen und das Leben preisen, niemals aber den Tod.
Nur im Leben findet der Mensch die Ewigkeit
Nur das Leben ist, nicht der Tod. Das Leben, dessen Teil der Einzelnen Leben ist, selbst ist ewig und bedarf nicht einer Ewigkeit, sollte es einmal nicht mehr sein. Denn es ist ein Teil der Göttin. Daher ist das ganze Leben auch ein Sein, das das Leben Einzelner werden lässt. Strebt der Mensch nach Ewigkeit, dann kann es nur dieses Leben sein, dass die Göttin in die Welt brachte. In dieses Leben kann der Einzelne sein Leben einbringen, es unterstellen und begreifen. Gelingt ihm dies, dann wird er mit der Göttin eins. Je mehr und je öfter seine Seele dabei in ihre aufgeht, je mehr ein Mensch spürt, dass es der Göttin Seele ist, die in ihm ist, um so mehr nimmt er an ihrer Unsterblichkeit teil. Denn unsterblich kann der Mensch allein durch sein Leben, nicht aber durch sein Sterben werden. Wer bei seinem Tod die Unsterblichkeit der Göttin Seele noch nicht in sich hat, der hat die Ewigkeit längst verloren. Jedesmal aber, wenn ihr der Seele der Göttin näherkommt, eure mit der ihren vereint, euer Leben als Teil des der Welt von den Göttinnen geschenkten Lebens erlebt, um so mehr schlägt der göttliche Puls der Ewigkeit des Lebens in euch. Ein Leben aus der Göttin Seele ist ein erfülltes Leben. Wer indessen auf ein erfülltes Leben blickt, der hat den Tod nicht mehr zu fürchten. Er sieht denen, die er hinterlässt, zufrieden in die Augen und preist ihnen sein Leben, von der Göttin und ihrer Seele Lust und Liebe erhöht und Teil des Lebens der ganzen Welt geworden.
Ewigkeit in der Göttin Arme
Leben ist Ewigkeit von Gottes Willen, womit die Göttin die Erde befruchtete. Ein Leben in jenseitiger Ewigkeit ist eine Kapitulation vor dem diesseitigen und dennoch göttlichen Lebensquell, deren Kraft zu nutzen nicht gelang, eine Ausflucht in die Beliebigkeit der Begriffe. Die Beliebigkeit lässt sich mit allem füllen, weswegen sie sich, einmal in eine Form gefügt, unter Herrschern und Beherrschern allergrößter Beliebtheit stets erfreute. Der Würde und Freiheit des Einzelnen aber und damit auch seiner Verantwortung und Liebe allein angemessen ist jedoch nur die Ewigkeit, die die Göttin uns verschaffte, als sie die Welt beseelte und uns die Kraft verlieh, aus uns neues Leben zu schaffen, dass sich selbst in gleicher Weise fortpflanzt. Das ist die vis vitalis perennis unserer Göttin. Daher fürchtet nicht den Tod, fürchtet euch jedoch vor einem leeren Leben, dessen Leere den Tod euch so bedrohlich nur erscheinen lässt. Erfüllung aber findet ihr umso mehr, je näher ihr der Göttin seid, erfüllt seid ihr, wenn ihr der Göttin heftige Leidenschaft in euch schlagen spürt. Auf diesem Weg könnt ihr Teil ihrer Liebe werden, wozu auch ihre Lust gehört. Im himmlischen Vergnügen werdet ihr euch ihrer Seele nähern und damit auch dem Glück der Götter. Euer Leben wird sich dem göttlichen Leben angleichen und geht einst gar in ihm auf, dann seid ihr am Ziel und nichts trennt euch mehr von der Göttin Liebe. Das ist das Glück, das ihr in eurem Leben allein nie werdet erreichen können. Wer das Glück je gesehen hat, bedarf nicht mehr seines individuellen Lebens. Damit seid ihr aller Sterblichkeit enthoben. Denn von nun an werdet ihr ein Sein und seid nimmer mehr ein Werden. Dies aber findet ihr nur in der Seele unserer Göttin.
Der Tod anderer
Und noch eins muss ich euch erklären. Von eurem Tod müsst ihr den Tod der anderen unterscheiden, den ihr anders als den eigenen Tod erleben könnt. Der Tod der anderen gibt euch zwar Beispiel, hat indes nichts mit eurem Tod gemein, wenn auch die Todesgläubigen alles in ein Jenseits werfen mit dem Versprechen eines allseitigen individuellen Wiedersehens. Doch bedenkt hierbei kritisch bereits eure eigene Wahrnehmung. Alles was ihr wahrnehmt, ist nur eine Annäherung an Vergängliches. Dazu gehören auch die anderen Menschen, denn ihr könnt nur ihr Werden begreifen, alles andere ist Fiktion und virtuell. Alles ist ein Kommen und Gehen. Das Bleibende und Unveränderliche existiert allein in eurer Einbildung, auf die Wirklichkeit hat das unmittelbar keinen Einfluss. Erst durch die Tugend der Verlässlichkeit kann die Einbildung auf Wiederhall bei anderen hoffen. Nur eines können die Menschen darüber hinaus miteinander zu einem Ganzen verbinden, das Leben dessen Teil sie alle sind, der Odem der Göttin, die alles wachsen und leben lässt. Ein jeder, der für sich nach der Göttin Liebe strebt, sich mit ihrer Seele zu vereinen, der findet dabei auch die anderen, denn auch deren Leben wird dabei zum Teil des von der Göttin eingehauchten Lebens und erst diese Gemeinsamkeit verbindet die Menschen über alle Fiktion und Virtualität hinaus. Den individuellen Verlust beim Tod eines geliebten Menschen kann dies indes nicht vermeiden, jedoch ähnlich wie der Einzelne gelassen von seinem individuellen Leben lässt, je mehr er des Allgemeinen der Göttin teilhaftig war, findet der allein gebliebene Trost in den Spuren des Lebens, das sich in dem Werden Einzelner fortsetzt.
Der Göttin Gnade
Um dir ganz klar zu antworten: das Leben kann schon seinen Voraussetzungen nach zwar nicht den Tod aufwiegen, es kann ihn aber entkräften. Soweit die Sterblichkeit dich betrifft, überwindest du sie mit einem erfüllten Leben dort, wo der Atem der Göttin weht und Leben schafft. Denn nur im Leben liegt die Ewigkeit und gerne begibst du dich in ihre Arme, wenn ihre Lust und Liebe, das ganze Glück dir scheinen. Vor ihrer Seele, dem Leben aller und der Göttin Glück und Licht verliert dein eigenes Leben jegliche eigene Bedeutung und du bist am Ziel. Bei den Lebenden mildert der Lebensquell, den die Göttin speist, die Erfahrung des Todes, umso mehr, je mehr und umso öfter alle Betroffenen bei der Göttin weilten. Die Grundeigenschaften des Menschen sind indessen niemals aufzuheben, der Mensch ist und bleibt ein Mangelwesen, den nur der Irrtum zur Erkenntnis gelangen lässt und der in jedem Augenblick –dabei des göttlichen Odems teilhaftig- ein Werden ist. Alles andere ist die Gnade der Göttin.
Der Tod und nicht das Werden ist Fiktion
Das kann es nicht. Doch seid getrost, der Tod, den es aufzuwiegen gelte, den gibt es nicht, mag er euch auch noch so sehr beschäftigen. Der Tod ist die begriffliche Verneinung des Lebens, das ihr erfahrt, in dem sich seine Äußerungen in eurem Bewusstsein spiegeln. Euer Leben ist ein Prozess, der von allem, was daran beteiligt ist, veranstaltet wird. Entweder ist ein Prozess oder es ist kein Prozess und fehlt es an ihm, so ist auch kein Leben. Denn nur was wird, kann im Augenblick des Entstehens sein, schon im nächsten Augenblick ist etwas anderes geworden und die Verbindung des einen mit dem anderen ist nur virtuell, im Bewusstsein wie digitalisiert. Das Bewusstsein verknüpft das jeweils Werdende für eine kurze Spanne zur Gegenwart, gaukelt gewissermaßen ein gegenwärtiges Sein sich selbst vor. Damit aber wird das so Verknüpfte nicht zu einem real existierenden Sein, dessen Verneinung nur der Tod sein könnte. Das vom Menschen zweifellos empfundene Sterbliche ist das Wissen von dem Transienten des Werdens, des Voranschreiten von Punkt zu Punkt im Werden. Alles ist vergänglich, erfährt der Mensch, denn überall, wo Leben ist, erkennt er das Vorübergehende des Werdens. Denn Leben ist ausschließlich ein Werden und nie ein Sein. Nur dem was ist, also einem Sein, könnte ein Tod gegenübergesetzt werden. Was der Mensch an seiner Sterblichkeit beklagt, ist das ihm fehlende Göttliche, dass er ein Werden und kein Sein ist. Das einzige Göttliche aber ist das Leben, denn es lässt immer wieder Materie und Energie, Staub und Erde, Moleküle und Atome zu einem Teil von ihm werden. Ein jeder kann an der Unendlichkeit des Lebens teil haben, aber niemand kann losgelöst von diesem allumfassenden Leben seine Endlichkeit überwinden. Die Wandlung des Werdens zu einem Sein, des Lebens zu einer Ewigkeit, kann nur dort erfolgen, wo alles geschehen kann, beliebig, wie man will, im Abstrakten und Begrifflichen, dem nichts in der Welt je entspricht. Wer sich in diese Beliebigkeit versteigt, der mag dort bleiben, läuft indes Gefahr, das Einzige, was ihm zu eigen ist, zu opfern, sein Leben, wie es die Natur ihm schuf und die Göttin ihm darüber hinaus ermöglicht.
Fromme Lüge
Die Vorstellung eines Weiterlebens nach dem Tod führt zur Selbsttäuschung. Zuerst einmal aber erleichtert sie das Leben und vor allem das Ableben in der Annahme der Unsterblichkeit, denn, um nach dem Tode weiterzuleben, bedarf es nur einer (begrifflich) kleinen Wandlung vom Diesseitigen zum Jenseitigen, das Durchschreiten eines virtuellen Tores, und schon geht es weiter in alle Ewigkeit. Eine scheinbar fromme Lüge, niemals zu wiederlegen, denn, wie schon Epikur den Mensch beruhigte, bist du, ist nicht der Tod, ist der Tod, bist nicht du- wer also sollte die Lüge entlarven. Warum indes soll man den Menschen die Hoffnung nehmen, wenn sie ihren ohnehin unvermeidbaren Weg in den Tod beschreiten? Da kann es nur einen einzigen Einwand geben: weil es der falsche Weg ist. Denn wer glaubt, seines Lebens Heil in der Ewigkeit nach seinem Tod zu finden, der wendet sich notgedrungen von der Göttin und ihrem Atem, der stets das Tote zum Leben erweckt, ab. Eine Liebe ist nur rein, wenn sie einem gilt und nicht nach Bedarf beliebig auf viele erstreckt werden kann. Man kann nicht das aus toter Materie geschaffene Leben unserer Welt preisen und zugleich den Strang dieses sich in der Welt fortsetzenden Lebens verlassen, um sein privates Leben nach dem Tod weiterzuführen. Das sind Widersprüche, wie auch die herrschenden Religionen der letzten Jahrtausende belegen, indem sie konsequent den Akt, Leben zu zeugen und zu empfangen, verleumdet haben. Wer den Göttinnen glaubt, der kann nicht die Einbahnstraße in die Ewigkeit nach dem Tode verfolgen. Er kann sich nur dem von ihnen der Welt eingehauchten Lebensquell unterstellen und das Leben preisen, niemals aber den Tod.
Nur im Leben findet der Mensch die Ewigkeit
Nur das Leben ist, nicht der Tod. Das Leben, dessen Teil der Einzelnen Leben ist, selbst ist ewig und bedarf nicht einer Ewigkeit, sollte es einmal nicht mehr sein. Denn es ist ein Teil der Göttin. Daher ist das ganze Leben auch ein Sein, das das Leben Einzelner werden lässt. Strebt der Mensch nach Ewigkeit, dann kann es nur dieses Leben sein, dass die Göttin in die Welt brachte. In dieses Leben kann der Einzelne sein Leben einbringen, es unterstellen und begreifen. Gelingt ihm dies, dann wird er mit der Göttin eins. Je mehr und je öfter seine Seele dabei in ihre aufgeht, je mehr ein Mensch spürt, dass es der Göttin Seele ist, die in ihm ist, um so mehr nimmt er an ihrer Unsterblichkeit teil. Denn unsterblich kann der Mensch allein durch sein Leben, nicht aber durch sein Sterben werden. Wer bei seinem Tod die Unsterblichkeit der Göttin Seele noch nicht in sich hat, der hat die Ewigkeit längst verloren. Jedesmal aber, wenn ihr der Seele der Göttin näherkommt, eure mit der ihren vereint, euer Leben als Teil des der Welt von den Göttinnen geschenkten Lebens erlebt, um so mehr schlägt der göttliche Puls der Ewigkeit des Lebens in euch. Ein Leben aus der Göttin Seele ist ein erfülltes Leben. Wer indessen auf ein erfülltes Leben blickt, der hat den Tod nicht mehr zu fürchten. Er sieht denen, die er hinterlässt, zufrieden in die Augen und preist ihnen sein Leben, von der Göttin und ihrer Seele Lust und Liebe erhöht und Teil des Lebens der ganzen Welt geworden.
Ewigkeit in der Göttin Arme
Leben ist Ewigkeit von Gottes Willen, womit die Göttin die Erde befruchtete. Ein Leben in jenseitiger Ewigkeit ist eine Kapitulation vor dem diesseitigen und dennoch göttlichen Lebensquell, deren Kraft zu nutzen nicht gelang, eine Ausflucht in die Beliebigkeit der Begriffe. Die Beliebigkeit lässt sich mit allem füllen, weswegen sie sich, einmal in eine Form gefügt, unter Herrschern und Beherrschern allergrößter Beliebtheit stets erfreute. Der Würde und Freiheit des Einzelnen aber und damit auch seiner Verantwortung und Liebe allein angemessen ist jedoch nur die Ewigkeit, die die Göttin uns verschaffte, als sie die Welt beseelte und uns die Kraft verlieh, aus uns neues Leben zu schaffen, dass sich selbst in gleicher Weise fortpflanzt. Das ist die vis vitalis perennis unserer Göttin. Daher fürchtet nicht den Tod, fürchtet euch jedoch vor einem leeren Leben, dessen Leere den Tod euch so bedrohlich nur erscheinen lässt. Erfüllung aber findet ihr umso mehr, je näher ihr der Göttin seid, erfüllt seid ihr, wenn ihr der Göttin heftige Leidenschaft in euch schlagen spürt. Auf diesem Weg könnt ihr Teil ihrer Liebe werden, wozu auch ihre Lust gehört. Im himmlischen Vergnügen werdet ihr euch ihrer Seele nähern und damit auch dem Glück der Götter. Euer Leben wird sich dem göttlichen Leben angleichen und geht einst gar in ihm auf, dann seid ihr am Ziel und nichts trennt euch mehr von der Göttin Liebe. Das ist das Glück, das ihr in eurem Leben allein nie werdet erreichen können. Wer das Glück je gesehen hat, bedarf nicht mehr seines individuellen Lebens. Damit seid ihr aller Sterblichkeit enthoben. Denn von nun an werdet ihr ein Sein und seid nimmer mehr ein Werden. Dies aber findet ihr nur in der Seele unserer Göttin.
Der Tod anderer
Und noch eins muss ich euch erklären. Von eurem Tod müsst ihr den Tod der anderen unterscheiden, den ihr anders als den eigenen Tod erleben könnt. Der Tod der anderen gibt euch zwar Beispiel, hat indes nichts mit eurem Tod gemein, wenn auch die Todesgläubigen alles in ein Jenseits werfen mit dem Versprechen eines allseitigen individuellen Wiedersehens. Doch bedenkt hierbei kritisch bereits eure eigene Wahrnehmung. Alles was ihr wahrnehmt, ist nur eine Annäherung an Vergängliches. Dazu gehören auch die anderen Menschen, denn ihr könnt nur ihr Werden begreifen, alles andere ist Fiktion und virtuell. Alles ist ein Kommen und Gehen. Das Bleibende und Unveränderliche existiert allein in eurer Einbildung, auf die Wirklichkeit hat das unmittelbar keinen Einfluss. Erst durch die Tugend der Verlässlichkeit kann die Einbildung auf Wiederhall bei anderen hoffen. Nur eines können die Menschen darüber hinaus miteinander zu einem Ganzen verbinden, das Leben dessen Teil sie alle sind, der Odem der Göttin, die alles wachsen und leben lässt. Ein jeder, der für sich nach der Göttin Liebe strebt, sich mit ihrer Seele zu vereinen, der findet dabei auch die anderen, denn auch deren Leben wird dabei zum Teil des von der Göttin eingehauchten Lebens und erst diese Gemeinsamkeit verbindet die Menschen über alle Fiktion und Virtualität hinaus. Den individuellen Verlust beim Tod eines geliebten Menschen kann dies indes nicht vermeiden, jedoch ähnlich wie der Einzelne gelassen von seinem individuellen Leben lässt, je mehr er des Allgemeinen der Göttin teilhaftig war, findet der allein gebliebene Trost in den Spuren des Lebens, das sich in dem Werden Einzelner fortsetzt.
Der Göttin Gnade
Um dir ganz klar zu antworten: das Leben kann schon seinen Voraussetzungen nach zwar nicht den Tod aufwiegen, es kann ihn aber entkräften. Soweit die Sterblichkeit dich betrifft, überwindest du sie mit einem erfüllten Leben dort, wo der Atem der Göttin weht und Leben schafft. Denn nur im Leben liegt die Ewigkeit und gerne begibst du dich in ihre Arme, wenn ihre Lust und Liebe, das ganze Glück dir scheinen. Vor ihrer Seele, dem Leben aller und der Göttin Glück und Licht verliert dein eigenes Leben jegliche eigene Bedeutung und du bist am Ziel. Bei den Lebenden mildert der Lebensquell, den die Göttin speist, die Erfahrung des Todes, umso mehr, je mehr und umso öfter alle Betroffenen bei der Göttin weilten. Die Grundeigenschaften des Menschen sind indessen niemals aufzuheben, der Mensch ist und bleibt ein Mangelwesen, den nur der Irrtum zur Erkenntnis gelangen lässt und der in jedem Augenblick –dabei des göttlichen Odems teilhaftig- ein Werden ist. Alles andere ist die Gnade der Göttin.
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