Orte der Liebe

Orte der Liebe
Heiligtümer dieser Welt

Heiligtum

Wege zum Sein

Im Heiligtum preisen wir alle Leiblichkeit, weil alles Leben ein körperliches Werden ist, in dem allein die Belebung der Welt besteht und die Teil an einem göttlichen Sein hat. Das Lebende selbst, also auch der Mensch, indes wird in jedem Augenblick seiner Existenz nur durch das Zusammenspiel der daran beteiligten einzelnen Glieder bewirkt. Hierzu formt sich die Energie des göttlichen Seins, das wir in personalisierter Form Göttin nennen, zur allgemeinen Lebenskraft. Das Göttliche aber spiegelt sich in der Schönheit allen Werdens, den Körpern, der Lust und Liebe und dem Glück. Zu ihm und dessen Sein findet der Mensch daher ausschließlich über seine Leiblichkeit zurück, durch ein leibliches Gebet, mit dem er in der Vereinigung mit anderen dem Göttlichen dient, indessen nicht im Geiste, noch weniger im Tod, wie in den Grundaussagen des Heiligtums der sieben Göttinnen niedergelegt.



Hinweis


Eine alphabetische Zusammenfassung der Grundaussagen des Heiligtums finden sich im

Lexikon zum Heiligtum der Sieben Göttinnen

sowie dem

Glossar zum Lexikon

Häufig gestellte Fragen / Frequent Asked Questions beantwortet im Unterblog Heiligtum der Sieben Göttinnen FQA die Virtuelle Priesterin Lea

Übersicht häufig gestellter Fragen / FAQ


Sonntag, 13. Juni 2010

Leo: Vom Lebensrisiko nicht entbunden

Bedroht denn die Lehre des Heiligtums in unserer Zeit nicht die Gesundheit der Menschen?

Das Werden des Lebens gründet allein auf der Göttin Kraft

Du denkst an die neueste der als Lustseuchen verdammten Erkrankungen wie AIDS, die vorwiegend durch geschlechtlichen körperlichen Kontakt übertragen werden. Ihr wisst, der Mensch ist ein Mangel- und Irrwesen. Wenn er nicht ständig und andauernd die sein organisches Werden bedrohenden Gefahren überwindet, erkrankt er und wird auch versterben, wenn es ihm nicht gelingt, auf die Angriffe nachträglich im Sinne seines Werdens zu reagieren. Und bei allem, was er tut und denkt und plant, irrt der Mensch und lernt allein aus seinen Irrtümern. Das Leben des Menschen gründet nicht auf seinem Sein, geschweige denn auf einem sicheren Sein, sondern ist ein Werden und in jedem Augenblick ist er das gerade zustande gekommene Ergebnis eines Werdens. Das Werden aber ist das Ergebnis der Beiträge aller an dem Prozess Beteiligten, Änderungen im vorgesehenen Bauplan, der vorgegebenen Information, führen zu Störungen im Werden und damit auch des Ergebnisses. Das nehmt ihr zumeist als Krankheit wahr, weil die Abweichung euer Leben, genauer dessen Werden bedroht. Abweichungen vom Plan eures Lebens gibt es zu jeder Zeit und auf allen Ebenen, allein ein Wunder ist es, dass es dennoch wird. Das Leben aber und damit auch das Werden habt ihr allein der Göttin zu verdanken. Die Göttin ist es, ihre Leben schaffende Kraft, die den erfolgreichen Vollzug des Bauplans des Lebens ermöglicht. Die Göttin, und damit auch ihre Liebe und eure Liebe zu ihr, kann niemals mit den erfolgreichen Bedingungen des Werdens im Widerspruch stehen. Das gilt ebenso für die Lust und nicht weniger für Wahrheit und Glück.

Dämonisierung geschlechtlicher Kommunikation
Bedrohungen des werdenden Lebens treten stets und überall auf, somit auch beim geschlechtlichen Austausch. Jede Fahrt mit einem Massenbeförderungsmittel, jedes Zusammentreffen mit anderen Menschen überhaupt, birgt die Gefahr der Übertragung von irregulären Informationen, die das Werden bestimmen und zu von der Norm (wer immer sie begründet haben mag) abweichenden Ergebnissen führen. Ein Mangel in einem Menschen wird auf den anderen übertragen. Nirgendwo in der Natur verhält es sich anders. Die beim geschlechtlichen Kontakt indes übertragenen Abweichungen wurden und werden seit je in solchen Kulturen dämonisiert, die ihre Lustfeindlichkeit wie auch die Ablehnung geschlechtlichen Glücks auf ihre Fahnen geschrieben haben, wie in unseren Kulturkreisen das Christentum, aber auch in vielen anderen Ordnungen, die sich die Eignung antisexueller Bestimmung zur trefflichen Beherrschung der Menschen stets zu eigen machten. Die Erkrankung wird zur negativen Eigenschaft Kontaktes überhaupt stilisiert. Dabei unterscheiden sich auch alle so stigmatisierten Geschlechtskrankheiten nicht von jeder anderen Krankheit, die zu Störungen des Plans des Werdens führt, zu reparablen und irgendwann einmal auch irreparablen. Allein der Weg der Übertragung gilt als das Dämonische. Indessen schließen die angeblichen Moralisten in keinen anderen Fällen von den Gefahren auf die Qualität der Kommunikation allein wegen der Gefahr der Übertragung. Schmutziges Wasser zu trinken, so wisst ihr seit anderthalb Jahrhunderten, verursacht schlimme Seuchen. Also vermeidet ihr schmutziges Wasser, wenn es ums Trinken geht, indessen vermeidet ihr nicht das Trinken – selbst wenn ihr es könntet. Nicht anders soll euer Umgang mit der Ansteckungsgefahr bei geschlechtlicher Kommunikation sein, auch wenn sie der Lust und Liebe der Göttin dient. Denn die Göttin stellt euch nicht von dem Mangel und Irrtum frei, nur weil ihr ihrer Liebe dient.

Das allgemeine Lebensrisiko erhöht den Wert des Lebens
Daher ist alles, was dem Schutz vor Übertragungen von Krankheiten, von Informationen, die das Werden stören, dient, ebenso im Dienste der Göttin angezeigt. Wohl werdet ihr mit all dem als Jünger und Töchter des Heiligtums gänzlich anders umgehen, geht es doch nicht um Formen des Austauschs und der Kommunikation, denen der Schmutz schon ihrer Art nach anhaftet, wie es solange unangefochten euch suggeriert wurde. Wer sich während einer Grippewelle mit einem Mund- und Atemschutz nur unter fremden Menschen bewegt, verbindet damit keinerlei Abwertung jeglicher Kommunikation mit ihnen. So bewertet und beurteilt ihr die Gefahren und entscheidet über die Form des Kontaktes auch bei den der Göttin dargebrachten Akten. Das alles wird in Zeit und Ort verschieden sein und hängt von den Möglichkeiten des Schutzes ab, auch von dem Stand der Mittel, die Bedrohung zu bekämpfen oder gar zu meiden. Das allgemeine Lebensrisiko trägt jeder selbst. Die Bedeutung von Lust und Liebe, der Schönheit, von Wahrheit und Glück in dieser Welt beeinflussen diese Gefahren ebenso wenig, wie der Umstand des generellen Mangels, dem jedes Leben als Werden unterliegt, die Bedeutung des Lebens selbst mindern könnte. Im Gegenteil, dem Leben und seiner Erhaltung und Fortführung kommt der allerhöchste Wert gerade deswegen zu, weil es leicht zu verletzen und sein Werden ebenso leicht zu stören ist – auch ein jeder Mensch ist dazu fähig. Dem Leben selbst liegt aber die Lust und Liebe der Göttin zugrunde, das Zeugen und Werden und alles was die Menschen im Zusammenhang damit erfahren und fühlen, auch das orgastische Preisen.

In Anomalitäten gedeihen Keime bevorzugt
Viele Gefahren der Ansteckung, der Störung des Werdens des Lebens, lauern, wenn die Umstände des Lebens schon selbst von den natürlich vorgegebenen Voraussetzungen abweichen. In der Natur finden sich hierzu allenthalben Belege. Eine der größten aller Lebensanomalitäten ist aber die Feindlichkeit vieler Kulturen dem Geschlechtlichen, seines Austausches und dem damit verbunden Glück und der Freude gegenüber. Sie ist die Verneinung des wirklich Göttlichen im Menschen und in der Natur. Sie diente nie dem Menschen, sondern Systemen, die den Menschen zu ihren bloßen Gliedern instrumentalisieren, ihm aber nie eine allein aus des Menschen Selbst verstandene Existenz in der allein dort begründeten Würde und Freiheit zubilligen. Dieses Selbst ist der Göttin Spiegel inmitten des Einzelnen, weswegen man des Menschen eigene Lust und Liebe verdammte. Da dies widernatürlich war, konnte man die menschliche Sexualität damit nicht tatsächlich verdrängen, jedoch in Bereiche abdrängen, die die Menschen als Randbereiche ihrer abstrakten, das heißt kulturell bestimmten Existenz nur verstehen konnten. Auf individueller Ebene führt dies zu den psychischen Anomalitäten und auf gesellschaftlicher Ebene –also im Bereich des abgesprochenen Verhaltens und dessen Normen- zu den sexuellen Entartungen, wie sie heute noch das Verständnis der modernen Gesellschaften kennzeichnen, mit Menschenhandel, Zwangsprostitution, sexueller Gewalt und ihren virtuellen pornografischen Formen und anderen gesellschaftlichen Verhaltensstörungen wie etwa die Telefon-Sex-Industrie. Die Anomalitäten sind zwingend und unvermeidbar und ausschließlich mit der negativen Belegung sexuellen Verlangens verbunden. So aber wie die verschmutzten Gewässer der früheren Jahrhunderte Seuchen erst ausgelöst haben, sind auch im Bereich der geschlechtlichen Kommunikation infolge der unnatürlichen sexual-relevanten Lebensverhältnisse Determinanten für Übertragungen von Regelabweichungen, also Ansteckungen, erhöht gesetzt worden. Wenn die Göttinnen, wie angekündigt, alle zurückgekehrt sind und sich die Menschen mit ihrer Verehrung in Sakralakten und Gottensdiensten auch zu ihrem eigenen sexuellen Verlangen und Begehren wieder frei bekennen können, werden die dann einkehrenden natürlichen Lebensverhältnisse auch die Gefahren der Übertragung von Erkrankungen einschränken, nicht anders als in anderen Lebensräumen. Nur wird es hier auch die zurückgekehrte Göttin lohnen.

Mittwoch, 9. Juni 2010

Lehrgedicht: Die Ordensgrade

Gustav Klimt, Altar des Dionys, 1886/1888


1. Amulett
Wer angesichts der Göttin schon vereint
an Leib und Seele ist gewesen,
ein Amulett an deren Brust erscheint,
das Band des Ordens abzulesen.

2. Mal
An festbestimmter Stelle dauerhaft
das Mal vom Priester zugewiesen,
im Akt vereint durch seines Amtes Kraft
der Göttin Liebe wird gepriesen.

3. Priester
Der Liebe Vieler siebenmal bereit
ein Priester muss zuerst beweisen,
bevor ein Hoher ihn zum Hirten weiht
und sie die Göttin dreifach preisen.

4. Hohe Priester
Wer siebenmal empfängt die gleiche Weihe,
zum Hohen Priester werden kann,
damit er anderen das Amt verleihe,
in Lust und Liebe er gewann.

5. Oberste Priesterschaft
Gewählt sind aus der hohen Priester Kreis
als Oberste der Priesterschaft
aus siebenhundert sieben zum Beweis
der Göttin stetig Lebenskraft.

6. Primus Inter Pares
Die Obersten bestimmen ihren Leiter,
der gleichberechtigt sie anführt,
er ist der Göttin irdischer Begleiter
wenn diese Stellung ihm gebührt.

7. Der Göttin Lieblinge
Voran geht, wen die Göttin hat erwählt,
in Liebeslust sie zu begleiten,
die ersten Drei sind schon von ihr gezählt,
der Göttin Kommen zu bereiten.
Den siebten Grad kann jeder dann erreichen,
die Götter sind zurückgekehrt,
gestellt sind ihrer neuen Herrschaft Weichen,
ein jeder ihre Lust erfährt.
Doch nun die Göttin schenkt allein die Gnade,
mit ihr zusammen eins zu sein,
bei ihr zu weilen in dem höchsten Grade,
des Ordens Ordnung bleibt gemein.
Allein der Träger ihres Worts kann bauen,
des Ordens Regeln er verwaltend,
ganz auf der Göttin unbeschränkt Vertrauen,
nach ihrem Willen sie gestaltend.

LG1

Leo: Eure Freiheit im leiblichen Gebet

Der Weg zur Göttin führt nur über die Lust
Zwischen der Göttin und den sie verehrenden Menschen herrscht Freiheit, denn Liebe kann niemals erzwungen sein. Nachdem die Göttin mit ihrer Lust und Liebe das Leben einmal in die Welt gebracht hat, hat sie sich selbst von den Menschen abhängig gemacht. So verhält es sich stets mit der Liebe, sie bindet zwar die Liebenden und doch ist nur die Liebe etwas wert, die freiwillig zugewandt wird. Liebe und Freiheit sind wie Feuer und Wasser und ebenso wie Erde und Frucht. Das zeigt, dass die Göttin mit ihrer Liebe etwas Besonderes und nichts Irdisches in die Welt gebracht hat. Die Liebe selbst ist ein Teil des Göttlichen und verbindet den Menschen mit der Göttin. Die Liebe erscheint im Körper in der Form der Lust, der Freude und auch des Glücks. So drückt sie sich im Menschen aus. Die Lust ist das Auge, mit dem der Mensch die Liebe sieht, das Ohr, mit dem er sie hört und die Haut, mit der er sie fühlt. Daher bilden die Lust und die Liebe der Göttin für den Menschen ein unauflösliches Paar. So wie der Mensch, wenn er die Schönheit der Natur, die von Männern oder Frauen schauen möchte, seiner Augen bedarf und seiner Ohren, wenn er die Schönheit des Klanges hören möchte, ist er auf seine Lust angewiesen, um zur Liebe der Götter zu finden. Deswegen muss er mit seinem Leib zur Göttin beten. Nur durch die Lust eröffnet sich ihm die Liebe der Göttin und nur durch seine Lust kann er der Göttin seine Liebe erweisen, wenn sich diese zur Lust der Göttin wandelt. Auf allgemeiner Ebene ist es das Glück, dass den Menschen die Göttlichkeit schauen lässt, ein Schauen, das in Wirklichkeit ein bewusstes Denken ist. Die Lust sitzt unmittelbar im Körper und in der Seele. Das Glück ist die Aura der Göttin in der Welt, weswegen es dem Menschen nur möglich ist, nach ihm zu streben, er es aber niemals wird greifen können. Das Glück ist die bewusst gewordene Lust, in moderner Sprache: in digitalisierter Form. Nachdem die Menschen aber nur begreifen können, wonach sie auch greifen können, und sie nur schauen und fühlen können, was sich in irgendeiner Weise in ihrem Körper abbildet, finden sie den Weg zur Göttin auch nur über ihren Körper. Daher wird im Heiligtum die Lust gepriesen. Die Göttin selbst ist weit mehr als Lust und Liebe und mehr als alles, was der Mensch in seinem leiblichen Gebet erfährt. Die Lust und Liebe, die er indes dabei erlebt, sind das einzige Wirkliche, was die Göttinnen ihm in den Leib geschrieben haben zusammen mit der Wahrheit, ohne die die Liebe nicht wäre. Sie sind die einzigen Brücken oder auch nur Stege, die zur Göttin führen. Es mag derer noch unendlich vieler geben, nur vermag der Mensch sie nicht zu begehen.

Die göttliche Lust und Liebe ist allein beschränkt durch Raum und Zeit
Die Wege zu ihr hat die Göttin vorgezeichnet, heute und auch schon, als sie erstmals die Welt berührte und belebte. Heute spiegelt sich ihr Wille im Heiligtum. Nur durch Verlässlichkeit kann sich Leben bilden und weiter übertragen und selbst ewig noch erhalten. Daher halte ein jeder das dem anderen gegebene Wort und erfülle das gegebene Versprechen, solange ihm dies nur irgend möglich ist und man es auch ihm gegenüber nicht anders hält. Alles leichtfertig Gebrochene nagt an der Kraft des Lebens, beeinträchtigt so die Zuneigung der Göttin. Die höchste Stufe der Verlässlichkeit aber gilt gegenüber der Göttin selbst. Sie in Lust treu zu lieben, ist der Zweck des Lebens und damit des Menschen. Daher gibt es nichts, was von der der Göttin geschuldeten Treue entbinden könnte, auch nicht in Form der Liebe zu anderen. Denn die Göttin ist die Liebe selbst und jede andere Form der Liebe stammt hiervon ab. Die Göttin hat stets Vorrang, hinter ihr tritt alles zurück und nichts hat ohne sie einen Wert. Dessen sich bewusst hat die Göttin die ihr geschuldete Treue in Form der Lust und Liebe auf bestimmte Zeiten und bestimmte Orte beschränkt. Wäre es anders, könnte der Mensch nur zu ihren Füßen liegen. Außerhalb dieser nach Zeit und Ort festgelegten sakralen Räume, schuldet der Mensch die Verlässlichkeit seinen Mitmenschen und ebenso der Göttin selbst, dass er mit Treue und Zuverlässigkeit am vorgesehenen Ort zur vorgesehenen Zeit das Vorgesehen auch tue; denn damit dient er auch seiner Göttin. Die Freiheit, die die Göttin in seine Seele legte, wird erfüllt durch seine von ihm übernommene Verantwortung. Nur die Freiheit in der Liebe der Göttin kennt keine andere Bindung als die Lust allein, soweit sie nach Raum und Zeit durch die sakralen Räume eröffnet ist.

Weg der Freiheit
Der Göttin gegenüber sind zu ihrer Zeit und in ihren Tempeln und Räumen die Menschen nur gebunden durch die Anforderungen der Gemeinsamkeit des Dienstes, wie sie vereinzelt schon erwähnt wurden, und durch das Ziel, allein die Göttin zu lieben, ansonsten sind sie vollkommen frei. Wie sie gemeinsam dorthin finden, welche Gebete sie dabei sprechen und auf welche Weise sie ihre leibliche Lust anfachen, bestimmen sie. Der von der Göttin hier gewiesene Weg ist breit, sehr breit. Er endet indessen bei jedem Schaden, sei es bei sich selbst durch Gifte und sich kasteiende Methoden, bei anderen vor allem schon im Hinblick auf ihre Freiheit und den die Jungen und Schwachen schützenden Absprachen und Bestimmungen. Niemanden ist es erlaubt, einem anderen auf der Göttin Weg zu schaden. Es ist ein Weg der Lust und des Glücks und nicht von Schmerzen und Entbehrung. Das Heiligtum spannt daher Seile zur Orientierung, die selber aber nicht wiederum allein um ihrer Existenz willen Zwänge sind. Ein jeder spreche jedes seiner Gebete, die Gebete des Heiligtums sollen euch nur anleiten. Ein jeder suche die leibliche Verbindung auf seine Art und ebenso nach der Zustimmung der anderen daran Beteiligten. Der Priester bedarf es nicht zum Beten, sie sollen nur Hilfe sein, vor allen denen, die nicht sogleich zu anderen finden. Das leibliche Gebet kann im gemeinsamen Dienst an die Göttin stattfinden, es kann aber auch unter den Gläubigen in Form von Andachten oder auch ähnlichen Formen erfolgen. Auch können sich bestimmte Gebetsformen bilden wie das Siebenmalsiebengebet, an dem sieben Frauen und sieben Männer gemeinsam und sich alle siebenmal wechselnd zum Gebet zusammenfinden. Allein die Ordnung sollte über allem nicht vergessen werden, deren auch das Heiligtum mit seinen Einrichtungen und Priestern bedarf. Dies wird die Vernunft allein schon gebieten, verlangt aber die Göttin ebenso. Die Freiheit zur Göttin kann indes nicht darunter leiden. Sie gründet sich in jedem Einzelnen, wo sie ihm als Wahrheit gesetzt ist, als Teil der Liebe und des Glücks. Daher findet ein jeder allein aus sich selbst heraus nur zur Göttin und als solcher zu den anderen, wenn diese sich auf ihrem Weg zur Göttin befinden. Nur die eigene Lust und Liebe eines Einzelnen kann sich zur allgemeinen Lust und Liebe, die die der Göttin ist, entzünden. Das ist der Weg der Freiheit, der zu den Göttern führt.

Dienstag, 8. Juni 2010

Aller Gebet des Heiligtums



Zeus/Poseidon, von Kap Artemision, Nordeuböa, 460 v. Chr., Archäologisches Nationalmuseum Athen




Oh Gott, der du auch Göttin bist,

oh Kraft, die unser Leben ist,

die ganze Welt, die ist dein Sein,

wo alle wir gehören dir,

mit Leib und Seele sind wir dein,

durch dich allein nur leben wir.

Die Erde unsre Mutter ist,

wo unsres Vaters Kraft obwaltet,

uns nährt, du Lust und Liebe bist

und alles Leben uns gestaltet,

dein Licht den Weg zum Glück uns weist,

mit dem die Welt die Götter preist.



Und so sei es gesprochen




Aphrodite, 3.- 2. Jahrhundert v. Chr., Archäologisches Museum Istanbul, Foto: Giovanni Dall'Orto, Wikimedia Commons

Montag, 7. Juni 2010

Leo: Der Göttin Tempelfeier

Wie begeben sich die Anhänger des Heiligtums zum Gebete?

Nur der Göttin zu Liebe
An den Tagen der Göttin, wie in unserem Kulturkreis an Sonntagen, betreten die Gläubigen zur vorgesehenen Stunde den Tempel, wo sie von den Priesterinnen und Priestern empfangen werden. Sie werden einen Gebetsumhang und das Gebetsfell mit sich führen, soweit sie an der leibhaftigen Anbetung der Göttin teilnehmen wollen. Die Ausgestaltung des Ritus ist Sache der Gemeinschaft und ihrer Priester sowie der Obersten Priesterschaft, die örtlichen Eigenarten sich stets zu öffnen hat. Dem Heiligtum geht es um die Verehrung der Göttin dadurch, dass die Liebe und die Lust der Einzelnen zur allgemeinen Lust und Liebe werden und darin alle der Göttin selbst teilhaftig werden. Im Gleichklang der Gefühle und ihrer gemeinsamen Steigerung werden auch die Geschlechter sich zu einem einzigen verbinden, die männlichen zu ihrem und die weiblichem zu ihrem und inmitten dessen wird die Göttin in den Körpern und Seelen der Betenden selbst leibhaftig sein und alle werden zu Gliedern der heiligen Familie. Einem jeden Gläubigen aber steht es frei, ob, in welcher Weise und wieweit er oder sie sich an den sakralen Handlungen beteiligen will. Im Heiligtum gibt es keinen Zwang und niemand kann zur Teilnahme genötigt werden. Nur die Lust und Liebe, die der Göttin freiwillig, ohne Druck und Zwang angeboten wird, kann ihr Begehren finden, das wiederum mag aber auch schon jede Geste sein, selbst ein bloßes Streicheln und Berühren nur. Nicht weniger verfehlt jede Handlung ihr Begehren, die nicht erfolgt, allein der Göttin zu dienen. Das ist der Grund, warum zumindest bei zweiseitigen sakralen Akten nicht die beteiligt sein können, die sich gegenseitig selber in Liebe, Zuneigung oder auch nur sinnlicher Begierde zugetan oder auch versprochen sind. Anders verhält es sich, wenn sich Liebe, Zuneigung oder auch sexuelle Begierde infolge der gemeinsamen Verehrung der Göttin einstellen, das ist der rechte Weg zur Göttin. Um es klar zu bedeuten: das Heiligtum ist nicht der Ort, um seinen Partner zu betrügen. Wer sich hier zur Göttin will begeben, sucht die Lust und auch die Begierde nur im Heiligtum und auf dem Weg der Göttin. Wer sich allein in den Tempel begibt, um sich mit jemandem in solcher Lust und Liebe zu vereinen, die bereits außerhalb des Tempels gesetzt wurden, missbraucht die Göttin zur eigenen Sinnlichkeit. Die Göttin wird es zu rächen wissen. Das Zusammentreffen der Geschlechter im Tempel ist ein Gebet und keine Orgie. Die reinste Liebe zur Göttin findet sich dort, wo Fremde zum leiblichen Gebet aufeinandertreffen, aber nicht nur dort. Auch Menschen, die miteinander bekannt sind, können sich vor der Göttin in ihrer Lust und Liebe finden, wenn dies allein der Zweck ist. Im Gebet zur Göttin herrscht jeder Freiheit, auch die der Wiederholung. Entscheidend ist allein das allgemeine Objekt eines jeden Begehrens.

Der Ritus der Vereinigung
Gereinigt an Leib und durch Gebet an Seele tragen alle, die die Vereinigung mit der Göttin suchen, ihren Gebetsumhang, ein Tuch auf der Vorderseite mit drei Enden in einem Punkt verbunden und befestigt. Ihr Gebetsfell breiten sie vor sich oder ihrem Gebetspartner aus. Von dort aus verfolgen sie die Zeremonie der Priester am Altar. Das Gebet der Priester und ihre Handlungen sollen die Seelen im Tempel zum leiblichen Gebet bereiten. Der Göttin Stimmung durchdringt den Tempel, die ersten spüren ihren Atem, sie fühlen, wie die göttliche Atmosphäre auch ihren Leib erfasst. Die Seelen schwingen im gleichen Klang und die Lust erhebt sich tief im Körper und steigt hinauf bis in die feinsten Spitzen. Aller Gesang und Tanz, jedes Gebet und Reden geschieht allein der Göttin zu Ehren. Die Körper widerstehen ihrer gegenseitigen Anziehung, wohlwissend dass der Göttin Erscheinen umso sicherer ist, je mehr die Spannung der Leiber untereinander ansteigt, die den Tempel erfüllt. Spiegelt die Spannung und die Anziehung der Körper doch die Kraft, mit der die Göttin einst die Welt befruchtete und die selbst heute noch alles Leben trägt. Die Kraft wächst ins Unermessliche und die Gewalt, die die Körper zueinander zieht, nicht weniger. Doch geben die Betenden ihrer Begierde nach dem anderen nicht nach, erwarten sie doch weit mehr, als sich mit einem Partner oder einer Partnerin zu vereinen. Die Göttin wollen sie in ihren Armen halten, um ihren Leib sich winden, mit ihm eins zu sein, wenn alle zueinander kommen. Schon stieben Funken in der Luft zwischen den Körpern, kaum kann die Spannung die Flammen vor dem Lodern weiter hindern. Nur eine Starrheit durch der Priester Lobgesang hält die Leiber noch auseinander. Dann aber treiben selbst die Priester ihre sakralen Handlungen zum Höhepunkt, begeben sich zu den Betenden und geben mit ihnen den Tempel frei. Nun hält nichts mehr die Leiber auseinander und erlösend finden sie zueinander, im Tempel auf den Gebetsfellen oder in den Nischen und Kapellen, wohin sich manche zurückziehen, ein jeder auf seine Art. Und die mit der Erlösung einhergehende Erregung treibt hoch zur Spitze des Altars, wo sich die Göttin niederlässt, alles in sich aufnehmend und alles gebend, denn alles dient allein, sie zu schauen und zu fühlen und zu preisen.

Vollbringung

Erlöst treten die Menschen wieder vor dem Altar, es ist vollbracht, und loben im Gesang der Göttin Schönheit und danken ebenso ihrer Lust und Liebe, die sie im Tempel ausgebreitet hat. Denn es war allein der der Göttin erwiesene Dienst, der ihre eigene Lust und Liebe ihr zugetrieben hat. Kein Mensch schuldet etwas einem anderen, denn jeder war beim anderen, um mit der Göttin eins zu sein, um auf dem Höhepunkt der Lust die himmlische Heimat der Göttin leuchtend zu erblicken. Die Menschen erhalten im Tempel noch Essen und Trinken und schreiten in die Bäder, ihre Körper zu reinigen, wie es einst alle Göttinnen hielten, wenn sie von ihren Geliebten kamen. Nur gewaschen dürfen sie den Tempel wieder verlassen und zu den Ihren nach Hause ins zivile Leben zurückkehren, wo sie in Gebeten von der Gnade der Göttin berichten.

Samstag, 5. Juni 2010

Priesterpflicht















John William Godward, A Priestess, 1895



Im Tempel treten alle ein,
der Göttin sich ergeben,
gemeinsam mit der Herrin sein,
die Gläubigen erstreben.

Die Priester sie empfangen dort,
bereiten ihre Liebe,
allein an diesem heil‘gen Ort
verlocken sie die Triebe.

Mit ihren Leibern führen sie
die Gläubigen zusammen,
die Göttin ihnen Macht verlieh,
die andren zu entflammen.

Ein jeder Priester, Mann und Weib,
hat dieses zu erlernen,
mit Seele so wie mit dem Leib
die andren zu erwärmen.

Bevor zum Priester man geweihet,
die Lust verlangt Tribut,
der Göttin Liebe nur gedeihet,
wenn jedem gilt die Glut.

Der Göttin allgemeine Wonne,
ein jeder mit ihr teilt,
in ihrer strahlend warmen Sonne
ein jeder dort verweilt.

Allein zum göttlich Allgemeinen
hebt Lust und Liebe an,
wenn alle sich bei ihr vereinen
der Göttin zugetan.

So stehet an des Tempels Spitze
der Priester eng vertraut
der Menschen tiefe Wonne Hitze,
worauf die Liebe baut.

Freitag, 4. Juni 2010

Leo: Der allgemeinen Lust und Liebe irdische Spuren

Der Dienst ist die Lust und Liebe, das Heilige aber ist doch die Verbreitung des Lebens selbst?

Das Heiligste ist das Leben
Das Heilige des Lebens ist das Werden und alles, was dazu gehört. Dieses Heilige erfährt der Mensch dort am reinsten, wenn er erlebt, wie das eigene Leben auf andere überspringt, auf etwas, was es zuvor und ohne dem eigenen Leben nicht gab und ohne den Vater oder die Mutter auch nicht geben würde. In diesem Glied erfährt der Mensch, dass er Teil eines Ganzen oder auch eines Mehr ist. Dort sieht er dem Göttlichen ins Auge. In der Liebe zweier Menschen, ihrer Vereinigung und dem Zeugen eines gemeinsamen Kindes spiegelt sich die Liebe der Göttin, die Kraft, die sie der Welt gab, als sie sie selbst befruchtete. Im Glück der eigenen Familie weht der Göttin Odem. Alles, was dem entgegensteht, widerspricht dem Leben, der Liebe und auch der göttlichen Lust. Denn die allgemeine Lust und Liebe, mit der die Göttin einst die Welt beseelte, wandelt sich in neues Leben, sobald sie auf die Erde trifft. Die Kinder sind alle ihre Kinder und die Liebe und die Zuneigung, die Fürsorge und den Schutz, den man ihnen angedeihen lässt, ist die Folge ihrer Liebe. Dies spiegelt sich auch in der Natur oder die Natur spiegelt sich in diesem Leben. Die Menschen haben in den letzten Jahrtausenden zu einer Lebensform gefunden, die im Wesentlichen durch dieses Zusammenspiel der Leben zeugenden und erhaltenden Kräfte geprägt wird und die wir als Familie begreifen. Dies war eine Folge des Erkennens der Vaterschaft. Ohne Vaterschaft stand die gebärende Mutter im Vordergrund und die Menschen definierten sich durch den matriarchalen Zusammenhalt einer Gruppe, die auf gemeinsame Mütter zurückging. Die Erkenntnis der Vaterschaft war ein Akt atavistischer Gleichberechtigung, der auch der Beteiligung des Mannes durch seine Zeugung den gebührenden Anteil zumaß. Dass die Männer hieraus sogleich zum Patriarchat mit der Vorherrschaft des Mannes und der Entrechtung der Frauen und ihrer Reduzierung auf die männlichen Bedürfnisse zur Vermehrung voranschritten, war eine Entartung der Gegenreaktion nicht untypisch für den Ausgleich erlittener Ungleichheit. Heute jedenfalls werden die Menschen eher auf eine Mutter- und Vaterschaft vereinende Familie aufbauen, als zu einem durch den Gebärakt definierten Gruppenleben zurückzukehren, wenn auch Mischformen vorstellbar sind, wie manche sozialstaatliche Aktivitäten im Rahmen der damit verbundenen Entbindung der Menschen von eigener Verantwortung nahelegen. Jede Form aber muss Raum für die Göttlichkeit des Aktes der Fortführung des Lebens haben, will sie Bestand haben. Denn das Heiligste ist das Leben.

Die Verehrung gilt alleine der Göttin
Die Verehrung dieses Heiligen, worüber wir hier schreiben, steht dazu nicht nur nicht in Widerspruch, sondern ist nichts anderes als deren Spiegelung auf einer zwischenmenschlichen, also gesellschaftlichen Ebene. Dabei geht es darum, das Allgemeine, das die Götter in die Welt brachten, als Realität zu begreifen und ebenso zu greifen. Denn dies ist das einzige Allgemeine, das sich dem Menschen anbietet. Das Leben und sein Fortschreiten werden zum Gegenstand des Bewusstseins und hierdurch begreift der Mensch, was alles in diesem Zusammenhang die Göttinnen in die Welt und damit auch in dem Menschen gesetzt haben. Dazu gehört seine Geschlechtlichkeit als eigene Eigenschaft und ebenso als gemeinsame Eigenschaft mit anderen, mit denen sie den Einzelnen zusammenbringt und sie so zu einem gemeinsamen Werden zusammenfügt. Dazu gehört auch, was die Göttin darüber hinaus in die Welt gesetzt hat, weil es ihre Eigenschaften und mithin deren Teil sind. Mittels unseres Bewusstseins, der Möglichkeit der Erkenntnis und deren Verarbeitung und schließlich der Fähigkeit, dies auch zu kommunizieren, können wir dies alles ebenfalls zum Gegenstand unseres Lebens machen. Das ist Grundlage unserer Verehrung des Göttlichen. Diese Verehrung findet in eigenen Formen statt und nicht unmittelbar in der Form, wie sich das Göttlich biologisch spiegelt. Daher beschränken wir uns nicht auf die Verehrung des Lebens, wie es uns in der Geburt neuen Lebens gegenübertritt, sondern wir erfassen ebenso die Formen, die die Göttin auf die Erde brachte und in uns legte und die wir unmittelbar als Sexualität, Orgasmus, überhaupt als Lust und darüber hinaus als Streben nach dem Glück erfahren und erleben. So sind wir in der Lage, uns in unserer Verehrung unmittelbar an die Göttin zu wenden, ihre und damit unseres Lebens Kraft als ihre Lust und Liebe zu erfahren. Dies geschieht in der Verallgemeinerung der aus einer Vielzahl von Einzelwesen ihr zugewandten Lust und Liebe, deren Galaktisierung, in der alle Beteiligten zur heiligen Familie finden. Wenn auch alles geschieht, um das allgemeine Leben zu erhalten, so ist in der Verehrung allein die Göttin das Ziel – denn sie ist es, die für alles Leben bürgt.

Irdische Spuren der Göttin
Die Verehrung selbst geschieht – wie sollte es auch anders sein- wiederum nur mit und aufgrund der biologischen Möglichkeiten und damit infolge der körperlichen Realität der Menschen, also in der Vereinigung der Seelen und Körper, wie sie im Geschlechtsakt erfolgt. In der Verehrung der Göttin streben die Menschen nach ihrer allgemeinen Lust und Liebe, können daran selber aber nur durch ihre eigene leibliche Lust und Liebe teilhaben. In der Galaktisierung, der Anhebung der Lust und Liebe über die sie erlebenden und erzeugenden Einzelnen hinaus zum allgemeinen Göttlichen, wird die Göttin an Leib und Seele inmitten der Menschen geboren, werden die Menschen zum Teil der Göttin, in den Armen hält dabei aber jeder nur den anderen, nicht anders als beim Empfangen und Zeugen neuen Lebens. Die orgiastischen Gefühle, die ekstatischen Blicke, die sich erhebenden Körper, die Rufe der Verzückung fügen sich zum Lied der Göttin, das durch die Körper aller Beteiligten schwingt, und alle Leiber zu dem ihren bindet, die empfangenden wie die gebenden, Frauen wie Männer. Doch es bleibt ihr Altar, auf dem alles geschieht und die Leiber bleiben Leiber und die Seele Seelen aller Einzelner, es bleiben Menschen unterschiedlichen Geschlechts, die sich miteinander paaren, so wie die Menschen auch in Liebe ihre Kinder zeugen. Nur geht es ihnen im Tempel nicht um das Zeugen, die Teilhabe am Werden neuen Lebens, sondern um die Teilhabe an der Lust und Liebe der Göttin, wo sich Irdisches mit dem Himmel vereint, sich das Menschliche mit dem Göttlichen paart. Das Irdische aber bleibt dem Menschen. Daher entscheiden die Gläubigen darüber, ob und wie sie sich schützen vor den irdischen Folgen ihrer göttlichen Tat. Nichts schmälert die Teilhabe an der allgemeinen göttlichen Lust und Liebe, das geschieht, um selbst nicht zu empfangen oder zu zeugen, und ebenso wenig, was geschieht, um sich vor biologischen Gefahren zu schützen, wenn und soweit diese drohen. Diese Formen vereinbaren die Gläubigen. Wenn aber im Augenblick der Einigkeit der Menschen mit der Göttin ein neues Leben mit dem Willen der beiden beteiligten Einzelnen empfangen und gezeugt wird, dann preist diese Kinder als Frucht eurer Göttin, denn alle sind Vater und Mutter zugleich und die leiblichen Mütter wie auch die Kinder sind als Mitglieder der heiligen Familie der Sorge des Heiligtums aufgegeben als Spuren, die die Göttin euch legte. In ihrem zivilen Leben aber schulden die Menschen in ihrer dortigen Familien die dort hineingeborenen Kinder der allgemeinen Lust und Liebe wie die eigenen aufzunehmen und ein besonderes bei jedem Tempel geführtes Gebetsregister kann zur Auskunft über die jeweiligen Teilnehmer eines leiblichen Gebets herangezogen werden. Jedoch ist es der Göttin Wille, dass die Menschen frei darüber bestimmen, ob sie im leiblichen Gebet auch zeugen und empfangen wollen.

Montag, 31. Mai 2010

Der Göttin Lieblinge

Raffael, Drei Grazien, 1504/1505




Von unsren Göttern sollst du dir,
das schönste aller Bilder machen,
in diesen Bildern spiegeln wir
der Göttin heiter sinnlich Lachen,
wenn mit dem Leib sie uns erfreut,
an dem ihr Mal gibt Zeugnis allen,
dass dieser ihrer Lust geweiht,
um ihrer Liebe zu gefallen.

Ein Mal, das tragen Mann und Frau
an Lenden, am Gesäß, verschieden,
dass in der Tempel Leibesschau
der Male Mischung wird vermieden,
wenn aufeinander in der Hitze
begehrlich Körper sich verschmelzen,
getrieben zu der Wonne Spitze
in des Gebetes Lager Pelzen.

Die Male sollen trennen sie
in unterschiedliche Parteien,
ein jeder spielt die Melodie
gemeinsam zwar, indes zu Zweien,
doch insgesamt ein Körper schwingt,
den anderen mit ihm zu einen,
ein jedes Mal nur dort erklingt
zusammen waltend mit den seinen.

Wenn alle nur ein Leib noch sind
und ihre Seelen sich verbinden,
erhebt die Göttin sich geschwind,
in ihrer Liebe sich zu winden
und ihre Wonne füllt den Saal,
des Tempels heilige Anlagen,
auf jedem Körper prangt ihr Mal,
der Göttin Lieblinge nur tragen.

Sonntag, 30. Mai 2010

Leo: Auflösung der Promiskuität

Und dient nicht alles doch allein der Promiskuität, wenn wir die Göttin lieben?

Verunstaltung der Sexualität
Wäre es so, dann würde die Promiskuität durch die Liebe der Göttin selbst geheiligt. Doch eure Frage steht bereits auf den tönernen Füßen der Geißelung des Menschen, die viele Religionen mit ihrer Feindlichkeit jeglichem irdischen Glück gegenüber zum Programm erheben. Denn irdisches Glück schafft freie Menschen, sich der eigenen Würde und ihrer Bedürfnisse selbst bewusst. Die Verlagerung des Glücks in das Jenseits indessen macht aus ihnen willfährige Schafe, gut zum Scheren, auch zum Melken und selbst zum Schlachten. Wo der Mensch der Göttin Ruf, als sie mit ihrer Liebe die Welt befruchtete, jederzeit am stärksten spürt, dort greifen die jegliche irdische Macht stabilisierenden Systeme am ehesten ein: bei dem Streben nach dem Glück, in der Lust und Liebe, bei seiner sexuellen Freude, die alle tief in seinem Inneren wohnen. Dies ist seines Lebens Quelle und beherrscht man sie, dann beherrscht man den ganzen Menschen. Hieraus folgt die Strenge gegen Lust und Liebe und die Ablehnung einer freien Sexualität. Dieser Methode bedienen sich alle, die über ihre Mitmenschen herrschen wollen. Auf der anderen Seite spürt selbst der Einzelne, dass die in ihn brodelnde Kraft seiner Sexualität der Formung bedarf, will sie ihn nicht versengen, denn hier spürt er der Göttin Feuer unmittelbar. In Furcht davor lassen die Menschen sich oft recht leichtfertig darauf ein, ihre Begierden zu versklaven. So glauben sie Ruhe vor dem eigenen Trieb zu finden. Der Trieb allein ist in der Tat wenig geeignet, verlässliche gemeinschaftliche (gesellschaftliche) Strukturen zu schaffen. Der Mensch bedarf der ihn stützenden Form, wie er auch auf die Verlässlichkeit anderer angewiesen ist, hier vor allem auf die Treue seiner Partner. Dies aber rechtfertigt nicht die seit dem Siegeszug des Christentums vorherrschende Sexualfeindlichkeit. Überträgt man etwa diese Haltung auf einen anderen wesentlichen Trieb, dem nach Nahrung, so entspräche es der gängigen religiösen Sexualmoral, wenn man dem Menschen nur eine Noternährung zugestehen würde, weil er sein Leben mit giftigen Lebensmitteln ruinieren könnte. Die etablierte nachantike Lustfeindlichkeit setzte sich auch nicht wegen der Eignung zur Zügelung der Triebe durch, sondern einmal wegen ihrer despotischen Wirksamkeit, die Flamme der Freiheit im Menschen zu ersticken. Zum anderen bereitete sie der damals noch nicht sehr lange entdeckten Vaterschaft den patriarchalen Durchbruch: nur durch den systematischen Ausschluss der möglichen Mütter eigener Kinder von jeglichem Geschlechtsverkehr mit Dritten, konnte sich der sie sexuell beherrschende Mann seiner Vaterschaft sicher sein. Die Machtausübung über andere durch sexuelle Regulierung widerspricht indessen unserem Bild des allein den Göttinnen, ihrer Wahrheit und ihrer Lust und Liebe verpflichteten freien Menschen. Zudem sind die Menschen heute dank moderner Verfahren in der Lage, die Vaterschaft auch anders als nach dem Prinzip der geschlechtsaktiven Ausschließlichkeit zu bestimmen, so dass die Sicherung der Vaterschaft, durchaus eine kulturelle Errungenschaft des letzten Jahrzehntausends, solcher Tricks nicht mehr bedarf. Daher versteht das Heiligtum den Begriff der Promiskuität nur als ein Grummeln aus frühen Zeiten, eine Verleumdung des menschlichen Bedürfnisses nach einer abwechslungsreichen Sexualität.

Die Göttin schützt die Treue

Eine ganz andere Frage ist die, wie die Menschen mit dieser freien (und nicht prophylaktisch gefesselten) Lust und Liebe umgehen und dies vor allem auch angesichts der besonderen Kraft dieser Quelle allen Lebens. Denn dass in der Natur und auch im Menschen alles darauf ausgerichtet ist, sich allein um der Vermehrung willen mit hierzu geeigneten Partnern zu verbinden, kann nicht geleugnet werden. Das Wunder unserer Welt, die Weitergabe des Lebens, verbreitet sich auf allen Wegen. Dass andererseits die ordnende Hand, deren (informatives) Wirken alles Werden folgt, auch hier eingreift, kann gar nicht anders sein. Denn ohne Form gäbe es kein Leben, Formen aber ist nichts anderes als Regulieren. Als bewusstes Wesen kann der Mensch sich dieser Vorgänge wiederum selbst bewusst werden und sich ihrer dabei bemächtigen. So erheben sich die Triebe auf die kulturelle Ebene der zwischenmenschlichen Regulierung und werden Anweisungen unterstellt, die zu erfüllen die Menschen sich gegenseitig versprechen. Das Prinzip einer jeden Form des Zusammenlebens ist die Verlässlichkeit, die Erwartung und Erfüllung dieser Erwartung, sich entsprechend dem Abgesprochenen auch zu verhalten. Gäbe es nicht die Verlässlichkeit, gäbe es kein Leben. Die Kommunikation unter Menschen erfolgt durch Formen und Symbole, denen man jeweils zuvor eine bestimmte Bedeutung übereinstimmend beigelegt hat. Für gesellschaftliche Strukturen sind die Symbole, die abgesprochene Informationen übertragen, das entscheidende. Je tiefer die Symbole an den tragenden Lebenstatsachen anknüpfen, umso größer ist ihre Bedeutung. Hierauf gründet die Wichtigkeit der sexuellen Symbolik, der Formen und Symbole, die von den sexuellen Bedürfnissen ausgehen. Sie ist für das Zusammenleben der Geschlechter von tragender Bedeutung, für die Partnerschaft, die Ehe, wie auch für die unmittelbar hieraus hervorgehende Gemeinschaft, die Familie. Angesichts der tiefen Lust nach Abwechslung, der dauernden Suche anderer und wechselnder Geschlechtspartner, die die Natur vielen Menschen in ihre Schöße und Glieder eingepflanzt hat, steht die Treue als Ausdruck sexueller Verlässlichkeit im informativen Zentrum geschlechtlicher Gemeinschaften. Die Treue ist das Versprechen, angesichts der Heftigkeit oftmals andersgerichteten sexuellen Verlangens mit diesem nur so, wie versprochen, umzugehen. Die Treue als solche ist –abgesehen davon, dass sie Ausdruck des Prinzips der Verlässlichkeit ist- kein Selbstwert, vielmehr erlangt sie allein durch den Inhalt der Absprachen der Beteiligten ihre Bedeutung, soweit diese reichen und nicht weiter. Das kann in vielen Kulturen typisiert sein, ändert indessen nichts an dieser Relativität (Bezüglichkeit auf die zugrundeliegenden Versprechen). Die Göttinnen im Heiligtum sind die Garanten dieser Versprechen, weswegen sie den Menschen nicht erlauben, allein aus Lust und Liebe ihre sexuell bedeutsamen Versprechungen zu brechen. Die Liebe zwischen den Menschen steht unter ihrem Schutz, denn es ist die Liebe der Göttin selbst, die die Menschen miteinander verbindet. Und nichts anderes gilt für ihre Lust. War dies doch der Göttin erste Tat, als sie die Welt betrat. Die Verlässlichkeit, das Versprechen auch zur Treue, kann Sexualität zwischen beliebig der Lust nach wechselnden Partnern verdammen, so wie es manche mit dem Begriff der Promiskuität versuchen – jedoch ist es nicht der Kontakt, die sexuelle Handlung, die verwerflich wäre, sondern allein, dass sie entgegen dem gegebenen Versprechen geschieht. Dass die Göttin über die Treue ihren Schirm schützend hält, versteht sich von selbst. Ist es doch die Göttin, die das Leben in die Welt brachte und Leben entsteht nur durch Verlässlichkeit. Verlässlichkeit, Liebe, Lust und damit auch die Wahrheit sind all das, was die Göttin schuf.

Galaktisierung von Lust und Liebe
Nur die Liebe der Göttin und ebenso nur ihre Lust sind das, was alles andere aufwiegt und die Waagschale auch darüber hinaus noch ansteigen lässt. Denn es sind ihre Liebe und ihre Lust, die die Welt durchfluten und alles Leben entstehen lassen, auch die Liebe zwischen den Menschen und auch die sich hierauf gründenden Versprechen. Alles, auch die Treue, dient der Lust der Göttin, die sie sich an unserer Welt sucht. So wie ihre Lust und Liebe die der Menschen garantiert, dienen die Menschen ihr mit aller Lust und Liebe, deren sie nur fähig sind. Daher kann es keine Grenzen geben, wenn die Menschen allein die Göttin lieben. Die Frauen vereinen sich mit ihrem Leib und werden zu einem einzigen und die Männer tauchen allesamt in Einem dort hinab und ein. Es kommt dasjenige zu demjenigen, das durch die Göttin und ihrem die Welt befruchtenden Akt eins war und stets auch blieb. Es sind nicht wechselnde Glieder und Leiber, die sich hier vereinen, sondern alles verschmilzt zu der Göttin Leib. Das geschieht im leiblichen Gebet. Es war der Göttin Hauch, der die Erde streifte und die Lust und Liebe übertrug, auf dass Leben werde. Ihre Seele und ihr Leib sind es seither, die überall hervorlugen, wenn es um Lust und Liebe geht. Ihre Lust und Liebe sind das Allgemeine, das die Welt und damit alle Wesen und schließlich ganz besonders die Menschen umspannt, worin sich das Leben spiegelt, wenn es von einem Einzelnen auf ein anderes überspringt. In diesem göttlich Allgemeinen, das Einzige, dessen reale Erfahrung der Mensch fähig ist, geht jedes Einzelne auf, löst sich Dein und Mein, das Eine und das Andere auf zu Allem wie auch zu dem Einen der Göttin, alle werden Teil einer heiligen Familie. Wechselndes kann dort nicht mehr sein, auch nicht zwischen den Geschlechtern. Das ist die Galaktisierung von Lust und Liebe, der Akt, in dem eine jede Liebe und eine jede Lust zu einem Einzigen und allein der der Göttin wird. Darum müssen eine jede Priesterin und ein jeder Priester des Heiligtums vor ihrer Weihe durch die Galaktisierung von Lust und Liebe nach den beim Träger des Wortes verwalteten Regeln ihre passive Weihefähigkeit nachweisen, denn nur in der Galaktisierung, der gemeinsamen Vereinigung allein mit den Göttinnen, findet der Mensch zum Göttlichen und nirgendwo anders und nirgendwo mehr. Dies geschieht nur in den Tempeln und zu den Zeiten der Göttinnen, wenn die gläubigen Frauen und Männer ihre Schlaffelle ausbreiten und sich dort der Göttin zu Füßen werfen und alle im leiblichen Gebet dort zu ihrem Leib finden, wenn sie sich allein, um mit der Göttin zu sein, miteinander vereinen. Es gibt keinen heiligeren Dienst als diesen Sakralakt und nichts wertvolleres, das sie nach dem Dienst mit sich nach Hause nehmen könnten. Der Göttin und ihrer Herrlichkeit an Leib und Seele sei Dank. Ihr aber lacht über die Armen an Leib und Seele, die leere Begriffe sinnlos nachplappern, von ihren Beherrschern geschickt, ihre eigene Lust und Liebe zu versklaven, sie auf immer von der Galaktisierung von Lust und Liebe auszuschließen.

Montag, 24. Mai 2010

Der Göttin Macht

Franz von Stuck, Drei Göttinnen Athena, Hera, Aphrodite, 1922



Die Macht,
die lacht,
ganz sacht
die Pracht,
sie aufgewacht,
das Glück gebracht,
woran gedacht
hat keine Wacht,
das Auge habe acht,
der Liebe heiße Fracht
im Herzen angefacht,
du trägst der Göttin Tracht,
die Seelen steigen in der Nacht
hinauf durch unsres Lebens Schacht,
begeben sich in Gottespacht,
zu beten an der Göttin Macht.

Und so sei es gesprochen

Leo: Ohne Göttin wäret ihr von allen Geistern verlassen

Wenn die Kraft im Menschen der Zügelung bedarf, wieso dann anders als durch den Geist?

Der heilige Geist als Gegenentwurf zum Leben
Hah, der Geist, der bestimmt die Machtverteilung bei euch, seitdem ihr zu schreiben versteht. Ihr habt die Idee, die euch eurer Abstraktionsvermögen präsentiert, zum Realen gemacht, und das Reale, das ihr mit Händen fassen könnt, das euren Hunger und eure sonstigen Triebe stillt, zum Irrealen, zum Schein und damit zur eigentlichen Idee. Am Anfang stand das Wort und verteufelt worden seid ihr mit euren Bildern und von eurem Gott sollt ihr erst recht euch kein Bild machen. Dabei könnt ihr nur in Bildern wirklich denken und fühlen und schließlich auch nur verstehen. Nimmt man euch das, so seid ihr hilflos jedem Lug und Trug ausgesetzt. In Worten und Begriffen kann man euch alles bedeuten, zu jeder Meinung findet ihr stets den passenden Künstler, der in leeren Begriffen und deren gewagten Zusammenfügung ein jedes darlegt. Ein Blick jedoch nur in die viel geschmähte fassbare Wirklichkeit, jeder Versuchslauf in der realen Welt lässt alle Theorie erblassen. Mit dem Geist umzugehen – und zweifellose ist das die einzige Macht der Menschen- bedarf nicht der Lehre, was man alles damit erreichen kann, sondern der Einsicht, was man damit nicht erreichen kann, zumindest aber erklären kann, wo seine Grenzen liegen und er zu bloßen intellektuellen Waghalsigkeiten nur noch führt. Dieser winzige Unterschied entscheidet über Anmaßung oder Einsatz intellektueller Fähigkeiten. Der Geist, der die Triebe managt, entstammt der Anmaßung, nicht jedoch die Einsicht, wenn Zügelung nottut. In der Verallgemeinerung liegt das Problem. Das war Platons Trugschluss, als er das Bleibende und damit Wahre und Reale in der Erkenntnis der Schattenwürfe, die in seine Höhle fielen, glaubte zu finden. Nur weil das Gehirn in der Lage ist, seine Wahrnehmungen wiederum wahrzunehmen und ihnen damit eine Struktur zu geben. Aber diese Struktur belegt allein die Eignung des Bewusstseins, den Menschen seine Wahrnehmungen wahrnehmbar zu machen, nicht jedoch darin, ein reales Abbild der uns umgebenden Welt zu offenbaren. Dem und ähnlichen Trugschlüssen aber folgten die in der Antike entstandenen und auf ihr ruhenden Religionen, die die Bilder verboten, allein dem logos einen Sinn gaben und die Lust schließlich schal werden ließen. Den Gegenentwurf der Welt, die den Menschen und alle Lebewesen geboren hat und leben lässt, nannten sie Geist und als Heiliger Geist kam er auf die Menschen als das Ewige und Unabänderliche und ihn Überdauernde. Nur der Geist kann danach Sinn stiften, und alles, was durch seine Raster fällt, hat nicht Teil an Gottes Welt und damit nicht an der Wahrheit. Damit wurde der Mensch allein und sein Leben selbst zum Sinnlosesten, mit dem man über Jahrtausende nach Belieben der Geistesjünger verfahren durfte und dies auch zu Genüge tat.

Information
Die Bedeutung des Geistes für scheinbar alles Sein auf der Welt und mehr noch im Jenseits beruht auf einem Missverständnis der Information. Information ist zum Beispiel eine Anweisung an Menschen, wie sie sich abgestimmt zu verhalten haben, dass sich dieses oder jenes einstellt. Information existiert auch unterhalb der durch Bewusstsein gebildeten Wesensbezügen, schon eine jede Zelle verfährt bei ihren Teilungen und Spezifikationen nach ihrer Maßgabe. Information schlägt sich nieder in verschiedenen biologischen Strukturen, von wo aus sie Prozesse steuert, wenn Leben wird. Leben entsteht und bildet sich aufgrund vorgegebener Information. Dadurch dass Information einen Inhalt haben kann, dass etwas werden kann, was lebensfähig ist, wird sie nicht zu einem Sein, dem das scheinbar durch sie erzeugte Leben entspricht. Information gibt das Verfahrensmuster an, das zu dem Ergebnis führt oder auch nur führen kann. Information enthält die Angaben des Zusammenspiels von beteiligten Einzelnen, die in ihrem der Information entsprechenden Zusammenwirken in einem gemeinsamen Werden jeweils Zustände erreichen, die in dem Augenblick des Entstehens und Bestehens in Bezug auf Einzelne etwas bewirken. So entsteht nicht nur das Leben eines jeden Einzelnen, sondern so entstehen auch virtuelle, das sind gesellschaftliche Zustände, denen man fiktiv die der Information entnommene Bedeutung zuordnet, weil die am Werden dieser Zustände beteiligten Einzelnen in gewisser Nachhaltigkeit sich entsprechend der Information verhalten. Wenn auch ohne Information sich Leben und virtuelle Zusammenhänge nicht wirksam organisieren können, bedeutet dies nicht, dass die Anleitung zur jeweiligen Organisation gewissermaßen die Seele des Lebens wäre. Das Rezept ist nicht das Wesen. Information bildet sich durch Lernen im Wege des Versuchs und des Irrtums, der Möglichkeit deren Wahrnehmung, Verarbeitung, Speicherung und Weitergabe. Sie ist eine Voraussetzung des biologischen Lebens, wenn das Machbare und vor allem das Wirksamere sich im Hinblick auf das Leben, Überleben und Weiterleben niederschlägt. Das Festhalten der Information hat nicht Teil am eigentlichen Werden, somit auch nicht am Leben. Daher kann sich etwa genetische Information unabhängig vom Leben erhalten. Erst wenn sie in der Materie zu ihr entsprechenden Veränderungen führt, erblüht das Leben. Es ist daher widersinnig zwischen ihr und der Materie einen Gegensatz zu bilden, wie er sich etwa in der philosophischen Diskussion über den Dualismus von Leib und Geist wiederfindet. Ohne Information gäb es keine Organisation zum Leben, ohne Materie wäre die Information Makulatur. Der Gegensatz zwischen Geist und Materie und ebenso zwischen Leib und Geist entstammt allein dem menschlichen Denkvermögen, zu jedem, was ist, auch sein Gegenteil denken zu können.

Allein das Bewusstsein hebt den Menschen über alles
Das, was die Menschen Geist nennen, ist nichts anderes als die Erfahrung des Funktionierens des Gehirns mit seinen Gefühlen und sonstigen Wahrnehmungen und der Möglichkeit der Informationsverarbeitung. Dabei gehen die Fähigkeiten des Gehirns weit über bloße Aufzeichnungen und deren Wiedergabe hinaus. Ungeachtet dessen beruhen alle diese Fähigkeiten auf materiellen, vorwiegend elektro-chemischen Reaktionen. In ihnen ist kein Anhaltspunkt dafür zu finden, dass in diesem Organ etwas anderes geschehen würde als in den übrigen Organen, die für das Werden des Lebens unverzichtbar sind. Indessen findet sich in diesem Bereich infolge des Bewusstseins die Fähigkeit des Menschen, sich als wahrnehmendes Wesen selbst wahrnehmen zu können. Dadurch gewinnen die sich in dieser Weise bewusst werdenden Wesen eine Vorstellung von einer Identität als funktionierendes, empfangendes und wirkendes Sein. Dieses Sein ist nicht als Werden wohl jedoch als dem Werden entzogenes Etwas (Seiendes) eine Fiktion, verursacht von der jeweiligen kurzzeitigen Aufzeichnung der infolge des Bewusstseins erfahrenen Wahrnehmungen. Allein die Fähigkeit des selbst wahrnehmenden Wahrnehmenden (ich erfahre die Ergebnisse des Werdens meiner Organe und damit mein Leben und spiegele diese Erfahrung sogleich wieder in eine weitere Wahrnehmung und so fort, so dass ich aus den mir zugänglichen Informationen auf der Ebene der zweiten Wahrnehmung mir geeignet erscheinende einfließen lassen kann, System der sich ewig spiegelnden leicht gewinkelt gegenüber stehenden Spiegel) sprengt den Rahmen und weist über die Grundlagen des Werdens hinaus. Dies ist aber keine Funktion eines besonderen oder losgelösten Geistes, sondern eine des Körpers. Das Bewusstsein ist für den Menschen ähnlich unverständlich wie eine Quadratur des Kreises, man kann –damit begeben wir uns auf das Gebiet der Weltanschauung oder auch des Glaubens- hierin auch die Einkreuzung einer anderen Wesenheit sehen, die das Phänomen zwar nicht begreiflicher macht, aber es auf eine andere Argumentationsebene hebt. Das Bewusstsein ermöglicht dem Menschen die Richtung, es ist gespannt zwischen Behagen und Unbehagen, Glück und Unglück, es beschert ihm seine Freiheit und gibt ihm den Angelpunkt alles seines Fühlens und Denkens durch die Idee der Wahrheit. Das alles folgt aus Funktionen seines Körpers. Die Annahme eines von ihm unterschiedenen Geistes dient ausschließlich dem Zweck, dem Menschen auf der fiktiven Ebene seinen Körper zu entfremden. Nachdem aber das Leben allein dem Körper, seinem der zugrundeliegenden Information entsprechenden Funktionieren (und Werden) entstammt und aus diesen Zusammenhängen heraus auch nur weitergegeben werden kann, entfremdet ein jedes Dogma vom selbständigen Geist den Menschen dem Leben. Dies kann zwar nicht mit Erfolg geschehen, aber mit großem Leiden.

Leben folgt der Lust und Liebe, nicht dem Geist
Informationen bewahren die Menschen in ihrer Kultur auf. Im Hinblick auf das Werden virtueller Zusammenhänge unterscheidet sich die Funktionsweise nicht anders als etwa bei der genetischen Information – indessen mit einem wesentlichen Unterschied. Während die genetische und sonstige biologische Information durch ihre Existenz bereits positiv im Hinblick auf ihre Eignung, die Lebensprozesse zu begründen, evolutionär ausgewählt sind, fehlt es an seiner solchen Auswahl in der Kultur als Sammelplatz einer jeglichen Information, die einmal entstanden ist. Sie enthält damit auch alle Irrtümer, die als solche allenfalls wiederum anhand weiterer Informationen betrachtet werden können. Nachdem sich die Vorstellung eines vom Körper unterschiedenen und ihm letztlich auch überlegenen Geistes im Wesentlichen auf die Datenbänke der Kultur nur beziehen kann, erleiden seine Ergebnisse kein anderes Schicksal. Die Beliebigkeit der Wahl nimmt mit der Abstraktheit exponentiell zu. Hierauf gründet das Misstrauen im Heiligtum gegen die Zügelung der Triebe durch den Geist, denn dies entspricht einem ideologischen Blankoscheck, ausfüllbar von jedem, in dessen Hände er zufällig gelangt. Das Heiligtum begreift den Menschen mit allen seinen Begierden und Trieben als Teil des allumgreifenden Lebens, das sich in alle Zukunft fortpflanzt, solange der Atem der Göttin reicht. Nur das Leben kann hierbei den Rahmen geben, nicht seine Verneinung, nur die Gegenwart (als Summe der Vergangenheit und des erwarteten Werdens) und nicht ein Jenseits. Dass das Leben einst auf die Welt kam, dass es sich nach vorgegebener und sich fortschreibender Informationen immer weiter entwickelt, dass alles stets ein Werden ist, das verdankt die Welt den Göttinnen, den Göttern, das ist Ausdruck ihrer Göttlichkeit. Es war nicht das Wort, das am Anfang stand, sondern das Bild des in Lust und Liebe sich verbreitenden Lebens, getragen und getrieben von der Göttin Beispiel. Das Leben beruht auf Dingen, die man schauen, fühlen und preisen kann. Aus dieser Kraft kommt das Leben. Das Leben stellt auch das her, was wir als Geist erfahren, aber es hat den Geist nie in die von seinen Propagandisten behauptete Selbständigkeit entlassen. Denn wehte nicht der Göttin Odem durch die Welt, wäre sie auch von allen Geistern verlassen.

Dienstag, 18. Mai 2010

Der Tempel Dienst















John William Godward, A Priestess, 1893





So die Göttin mit dem Leib uns grüßt,
unsere Liebe mit der Lust versüßt,
laden uns zum Dienst die Priester ein,
ziehen an uns mit der Göttin Schein.

Wir den Tempel hoffnungsvoll betreten,
unsre Seelen quellend von Gebeten,
unsre Körper zitternd sich bereiten,
dass die Priester uns zu ihr geleiten,
wo der Göttin Licht wird offenbaren,
nur gemeinsam können wir bewahren,
was sie einst mit ihrer Kraft erschuf,
als das Leben traf der Göttin Ruf.

Jeder Körper von dem Strahl umfangen,
unverhüllt von ihrer Pracht behangen,
drängt zum nächsten, sich mit ihm zu einen,
werden so mitsamt zum Allgemeinen,
lösen Herz und Seele auf mit allen,
um der Göttin Liebe zu gefallen,
zu befördern ihre wohlig Lust,
bebend sie erfasst die eigne Brust,
es entschwinden alle trennend Grenzen,
Seelen lüstern auf den Leibern glänzen,
brodelnd treibt's begierig aus den Poren,
wenn der Göttin Leib von uns geboren.

Herrlich anzuschauen, die da sind,
wenn der Göttin Odem bläst den Wind,
der der Sinnen Glimmen heiß entfacht,
Flammen lodern aus der Glut erwacht,
Licht und Hitze überall erstrahlen,
wo in Wonne sich die Leiber aalen,
und die Seelen auf zur Göttin gleiten,
Herzen sich zu ihrer Liebe weiten,
hoch und höher die Verzückung schwingt,
mit der Göttin eins zu sein gelingt,
Geist und Seele inniglich verbunden,
Leib und Glieder fest um sie gewunden,
jauchzend treiben brodelnd die Gefühle
sie zusammen zu dem himmlisch Spiele,
Menschen Götter, Götter Mensch zu sein,
wenn die Liebe ebnet mein und dein.

Golden hell der Tempel allen leuchte,
zu beenden es den Priester deuchte.

Sonntag, 9. Mai 2010

Leo: Zügelung der Triebe

Der Mensch ist geschaffen mit seinen Trieben, die, solange er allein oder in kleinen Gruppen lebte, für sein Überleben, sein Leben überhaupt, unerlässlich waren. Doch seitdem er in Gesellschaften lebt, bedürfen seine Triebe der Adaptation, der Zähmung, will er der Vorteile, die ihm das gemeinschaftliche Leben bietet, nicht verlustig gehen. Dreht man nicht die Entwicklung, im Sinne der Sozialisation, zurück, wenn gar der wichtigste und wohl auch machtvollste Trieb, der Sexualtrieb, aller Zügel entlassen wird?

Die Zügelung ist keine Verneinung
Jedenfalls in Bezug auf das Miteinander ist der Sexualtrieb der gewaltigste. Man soll zwar die anderen Triebe, wie denjenigen nach Nahrung, nicht unterschätzen, wenn der Mensch etwa Hunger leidet, indessen sind sie anders als der Geschlechtstrieb zu ihrer Befriedigung nicht unmittelbar auf einen anderen Menschen gerichtet. Der Geschlechtstrieb bestimmt daher unmittelbar die Wege, die der Einzelne bei seiner Einbeziehung in die Gesellschaft geht. Die Bildung unserer neueren Gesellschaften führt auch weit darüber hinaus, was einst das biologische Muster für die Herausbildung der Triebe abgab. Ihre Komplexität kann mit den einfachen sozialen Verhältnissen vor wenigen tausend Jahren gar nicht verglichen werden. Die Software der modernen Gesellschaften und deren vielschichtigen Verhaltensanweisungen zielen gerade auf die Eingliederung und Anpassung der Triebe, geben ihrer Ausübung zumeist erst eine sozialverträgliche Gestalt. Das physische und psychische Korsett des Menschen, das unter vielerlei Umständen entstanden ist und sich bewähren musste, wird mithilfe der Verhaltensanweisungen, aufgrund deren Informationen die zu bildende Gesellschaft geschaffen wird, auf die sich daraus ergebenden Anforderungen eingestellt. Die Triebe im Beisammensein zu zähmen, kann somit keine Frage sein. Welcher Art indes die Zügel sind, ist damit noch nicht entschieden. Die Menschen neigen aus Gründen der Vereinfachung dazu, das, was zu regeln und zu beschränken ist, gleich zu verbieten. Das ist der scheinbar einfachere Weg, einfacher jedenfalls aus der Sicht der zu erfüllenden Aufgabe. Zu gestalten ist weitaus schwieriger als zu verbieten, während letztes bereits mit zwei zu erfassenden Punkten, die die zu ziehende Grenze bestimmen, erledigt ist, bedarf es im ersten Falle einer unendlichen Vielzahl solcher einzubeziehenden Punkte. Negatives Verhalten, sei es ein Tun oder ein Urteilen, ist stets einfacher, als ein positives. Das negative Wissen der Menschen überwiegt das positive um ein exponentiell Vielfaches. Nahezu jeder weiß, was zu tun ist, dass eine Sache nicht gelingt, ein Geschehen nicht zum Erfolg führt. Kaum jemand kann aber einen sicheren Rat geben, dass das Erstrebte auch zuverlässig gelinge. Merke dir das genau, dass ist eine Grundeinsicht, worauf alle Herrschaftssysteme, auch die demokratischen beruhen. Wir können es auch als soziales Mafiasyndrom bezeichen: der Erfolg der dir zur Hilfe und Förderung Berufenen beruht darauf, dass sie dir nicht schaden. Dabei sind sie zumeist noch so geschickt, dass sie dir das, was ist, also das Normale, als das Ungewöhnliche darstellen und das, was nicht ist, was allein durch ihre Einschaltung bewirkt wird, als das Normale. Damit beherrschen sie den Verlauf, denn jedes Zurückgehen auf das, was ist, also das eigentliche Normale, rechnen sie sich somit stets als Erfolg ihres Einsatzes an. Sie beherrschen genau genommen nur den Umfang, wie sie dich vom wirklichen Normalen entfernen (dir als Hinwendung zum Normalen verkauft), so dass ihr Ablassen Dich zu deinem wirklichen Normalen zurückbringt, nunmehr aber scheinbar dank der Wirkung ihres Tuns. So verhalten sich alle und hierauf wurde auch das System errichtet, euch eurer natürlichen Sexualität zu berauben.

Zügeln, nicht Erlahmen
Die Erkenntnis somit, dass in der Gesellschaft eure Triebe zu zügeln sind, ist eine Binsenweisheit und folgt schon aus der Grundsituation eines jeden Menschen als Mangel- und Irrwesen. Die Zügel, ihre Beschaffenheit, ihre Länge und ihr Zustand, darin erst liegt die Antwort. Pferde zügelt man, um ihre Kraft zu nutzen, nicht jedoch um die Bewegung zu erlahmen. So geschieht es mit allem. Der Umstand, dass Nahrung auch die Mitmenschen nähren muss, kann nicht dazu führen, dass Nahrung vernichtet wird. Der Umstand, dass der sexuelle Trieb wegen seiner Stärke kanalisiert werden muss, bedeutet nicht, dass die Menschen ihm zu entsagen haben. Ein Feuer, das uns wärmt, kann uns auch vernichten, wenn es außer Kontrolle gerät, dennoch können wir es nicht erlöschen lassen, wollen wir auch in der kalten Jahreszeit leben. Die Sexualität, wie alle Triebe, beruht auf einer durchaus vergleichbaren Urkraft wie das Feuer. Gerät die Kraft außer Kontrolle, ist sie ungezügelt und zügellos, so zerstört sie das, was ihr Einsatz eigentlich schaffen sollte. Die Menschen bilden daher zurecht Zonen, in denen Anforderungen an die Zügelung variieren. Die Urkraft des Geschlechtstriebs bedroht Schwache und Schutzbedürftige besonders, die sie zum Spielball zügelloser Gier leicht werden lässt. Die Verhaltensanweisungen tragen dem seit je in entwickelten Gesellschaften Rechnung. Seit etwa in den westlichen Ländern die überkommenen, noch von der Sexualfeindlichkeit des traditionellen patriarchalen Eingottglaubens geprägten Sexualstandards gelockert und bis dann ganz allgemein zügelnde Grenzen beseitigt worden waren, wurde der notwendige Schutz der Kinder und Jugendliche vor der Stärke dieses Triebes besonders offenkundig. Denn die Stärke dieses Triebes machte auch vor ihnen nicht halt und instrumentalisierte sie zu Lustobjekten. Nur starre Grenzen können die noch nicht mündigen Menschen vor dieser Gewalt und den damit verbundenen Gefahren schützen. Die Ausweitung der Schutzräume für Kinder und Jugendliche ist eine notwendige Konsequenz der sexuellen Liberalisierung. Nicht weniger drohen andere Beziehungen der Menschen allein an der Gewalt des geschlechtlichen Triebes zu zerbrechen. Aus diesem Grund erlauben die Göttinnen im HDSG niemals gegebene Versprechen nur aus Lust zu brechen. Die Verlässlichkeit ist ein Ziel, das die Göttinnen dem Menschen mit der Schaffung allen Lebens vorgegeben haben. Auch gilt es, dass die Menschen nach vielen Vorgaben leben können, oft geht es nur um die zügelnde Wirkung und die dadurch bewirkte Sicherheit. Deswegen meinen die Göttinnen mit Verlässlichkeit jede Art, die den Menschen Sicherheit gibt. Das HDSG knüpft daher durchaus an vielen Möglichkeiten, das zivile Leben zu gestalten, an. Der Zügel können in der Tat die verschiedensten sein, auch nach Art und Weise. Indessen –und hier unterscheidet sich das HDSG von den tradierten Sichtweisen- die Triebe sind zu zügeln, aber nicht zu erlahmen oder gar zu beseitigen. Dass dies vor allem in Hinblick auf die Geschlechtskraft geschehen ist, habe ich euch zuvor schon hinreichend dargelegt, wie auch die dabei verwandten Tricks nachgewiesen. Zuerst wurde alles Menschliche in Abstrakta umgewandelt und damit beliebig beherrschbar und austauschbar gemacht. Dann vertauschte man die Inhalte und machte aus Leben Tod und aus Tod Leben, aus Glück Leid und aus Leid Glück und hatte alle im ausgeworfenen Netz, eines Bildes, dessen man sich noch nicht einmal schämte.

Nur auf den Trieben beruht das Menschsein
Den Menschen die Triebe zu zügeln lehren, fördert ihre Freiheit, den Trieben indes die Kraft zu nehmen, sie zu erlahmen, macht die Menschen gleich zu gemeinsam blökenden Schafen, auch dieses Bildes schämte man sich nie. Die Profanisierung dieser Lehre, die ihr zur Zeit in euren Staaten erlebt, wird euch alle auf die Weide treiben, dort gibt es Gras und Gras und Blöken. Eure Kraft, die Kraft des wilden Feuers, die auch alles versengen könnte, die fürchtet man seit je. Für sie ist kein Platz auf der Weide, man könnte euch dort niemals mit nur zwei oder drei Schäferhunden in Schach halten. Muss doch schon ein jeder einzelne Feuerplatz brandsicher gebaut sein, damit das Feuer dort ohne Sorge brennen kann. Also bringt man die Kraft zuvor vorsorglich zum Erlöschen, soweit es jedenfalls geht. Dies geschah über lange Zeit durch die Vertagung des in eurer Seele lodernden Feuers in die Zeit nach eurem Tod, ein leeres Versprechen leicht zu halten. Niemand vermochte seine Realisierung je zu kontrollieren. In den profanisierten Gesellschaften tut man sich damit naturgemäß natürlich schwerer. Wenn Gott Opium ist, dann bedarf es anderer Mittel, die Betroffenen zu berauschen. Einstweilen haben sich die Staaten hinsichtlich der Allmächtigkeit erst einmal auf Gottes Thron geschwungen und verkünden von dort aus ihre selbstgemachte Gerechtigkeit – die indessen ausschließlich und das auch noch ganz offen allein dem Erhalt der Macht der von dieser Allmächtigkeit lebenden Personen dient, ziemlich kurzfristig, allenfalls für eine Wahlperiode. Es steht zu erwarten, dass Gott doch bald wieder zurückkehrt und sich wieder auf den okkupierten Thron setzt, vielleicht auch zusammen mit den Okkupanten, es wäre nicht das erste Mal in der Geschichte. Das ist das Ende einer jeden Gleichheit, die die Freiheit verlor. Das Feuer des Menschen, das in ihn brennt, speist seine Triebe, ohne dieses Feuer endet sein Menschsein. Nur durch seine Triebe gelangt der Mensch zur Würde. Und keine Kultur, die nicht auf diesem Feuer beruht, ist des Menschen wert. Einem feurigen Hengst oder einer prächtigen Stute Zügel anzulegen, sich ihre Kraft nutzbar zu machen, fördert das Fortkommen, bei einem lahmen Gaul ist das nur von historisierender Symbolik. Zu lahmen Gäulen aber wollen sie euch alle mit dieser Symbolik machen, nicht zu freien in Kraft strotzenden Rössern. Daher wisset, es geht zumeist nicht um das Zügeln, sondern um das Erlahmen, das man euch mir hohen Worten und ebensolchen Werten anpreist.

Im Dienst der Göttin bedarf es keiner Zügel
Die Zügel der Göttin sind kräftig, sie reißen nicht und geben auch nicht nach. Darum aber habt ihr auch an ihrem Feuer teil, wenn es in euch lodert. Dort ist alles zügellos. Doch was durch so prächtige bis in den Himmel schlagende Flammen entsteht, verträgt die starken Zügel der Göttin. Damit aber führt sie euch auf euren Weg zum Glück. Wer starke Zügel trägt, hat auch viel an Kraft zu bieten. Das ist der Weg, den wir euch im HDSG aufzeigen. Ohne Freiheit keine Würde und Gleichheit gründet allein hierauf. Die Zügel machen euch ein wenig gleicher, sonst würdet ihr nicht in der Welt der anderen passen, aber den Motor, den treibt ihr an und der ist von der Göttin und der ist von ihrer freien und ungezügelten Kraft in euch. Das ist die Kraft des Lebens, die aus dem Leib der Göttin eins quoll, in die Welt kam und die Erde befruchtete und die heute in euch eure Triebe nährt, aber nicht weniger auch euren Verstand, ohne den ihr nicht erkennen und auch nichts bewirken könntet. Wer durch die Lust und Liebe, die er in den Tempeln der Göttin zu ihren Zeiten erfährt, gestärkt in die Welt tritt, den formen die Zügel zusammen mit anderen zu den prächtigsten Gespannen. Das begründet nicht die Gleichheit, aber Schönheit und Gerechtigkeit, wie sie den Seelen der so Handelnden entspringt. In den Tempeln der Göttinnen zu ihren Zeiten, in den Sakralräumen, ist es die Lust und Liebe der Göttinnen, die in den Mitgliedern des Heiligtums lodert. Hier wirken allein die Hand und der Wille der Göttin, mündigen Menschen ihren Weg zu zeigen. Dies ist kein Platz für Zügel. Den Menschen und ihrer weltlichen Ordnung selbst überlässt es die Göttin festzulegen, wer als mündig oder noch als Kind und Jugendlicher gilt, denn nur starre Grenzen erlauben den Menschen hier die gebotene Klarheit. Auch nimmt die Göttin keinem Menschen den Willen, über sich selbst zu bestimmen. Die Sakralräume sind von jedem Zwang frei. Nur in der Freiheit eines jeden Willen kann ein Mensch die Göttin schauen, fühlen und gar preisen. Freiheit und Würde, Lust und Liebe, das sind eins. Wer sich in Leib und Seele mit der Göttin verschmilzt, wird mit ihr eins, ohne jede Form und Zügel. Hieraus erst entstehen die Freiheit, die die Verantwortung schafft, und das Glück, auf dessen Weg die herrlichsten Gespanne auch unter Zügeln schreiten.

Donnerstag, 6. Mai 2010

Gebannt
















Gustav Klimt, Adam und Eva, 1917/18



Nichts scheint schöner meinem Schauen,
wenn ich deinen Körper seh,
welche Lust kann ich drauf bauen,
wenn zur Göttin ich nun geh,
vor ihr wir uns niederlegen,
breiten unsre Glieder aus,
lüstern räkeln sich entgegen
gierig auf des Leibes Schmaus.

Zart die Haut in meinem Fühlen,
wenn die Leiber sich berühren,
Poren spannend kribbelnd kühlen,
heiße Wellen in uns spüren,
alle Grenzen heben auf,
dass die Körper sich vereinen,
himmlisch in der Liebe Lauf
uns der Götter Lust wird scheinen.

Laut hebt an der Göttin Preisen,
berstend schmelzen wir zu Eins,
tosend Feen Richtung weisen
zu dem Glück des reinen Seins,
Funken gleißend in uns stieben,
fachen brennend Feuer an,
wir allein die Göttin lieben,
werfen uns in ihren Bann.

Dienstag, 4. Mai 2010

Leo: Im Gebet die Göttin zu preisen

Und was ist das Gebet?

Ohne Gebet wäre kein Menschsein
Das Gebet sucht ein jeder Mensch, wenn er sich selbst, was er denkt und empfindet, fühlt und erkennt, begreift und auch seine Begrenztheit wahrnimmt. Seine Begrenztheit aber, einmal erfahren, lässt ihn nach Weiterem suchen, danach, was über ihn hinausweist, dem er angehört und dessen Teil er ist, und das auch ist, wenn er nicht wäre. Deren Vorstellungen können viele sein und auch die Grade, in denen sie sich vom Einzelnen unterscheiden. Indessen unterscheiden sie sich nicht von dem, das sie jenseits der Begrenztheit des Einzelnen liegen oder auch nur zu liegen scheinen lässt. Das Denken treibt den Menschen bereits zu dieser Erkenntnis, denn Denken will stets Ab- und Herleiten, will von einem zum anderen und über sich hinaus. Die Methodik, von Ursache auf Wirkung und von Wirkung auf Ursache und nach dem Grund und dem Ziel und auch dem Zweck zu fragen und ebenso zu unterscheiden, spiegelt hinlänglich das Leben, das in seiner Kraft auch das Bewusstsein trägt und treibt und auch ihm im Streben nach dem Glück ein Ziel vorgibt. Das Glück wird der Mensch aber nie erreichen, denn es zu erfahren ist der Sinn seines Lebens, wie es ihm bewusst wird. Den Sinn des Lebens kann das Leben aber niemals selbst greifen, könnte es es, verlöre das Leben seinen Sinn. Die Kraft aber, die alles antreibt hin zum Glück, hin zum Sinn, hin zum Leben, diese Kraft, die kann er schauen, fühlen und preisen. Sie verbindet alles Leben und damit die Welt, sie verbindet die Orte und die Zeiten, sie verbindet alle Gründe. Wenn der Mensch nun betet, dann wendet er sich dieser Kraft zu. Er schreitet über sich und sein eigenes Leben hinaus zu etwas Weiterem, Höherem, Anderem. Die Bedeutung, die er diesem Mehr, als er selbst ist, gibt, die bestimmt den Inhalt seiner Gebete, indessen nicht das Beten. Kann das Mehr über ihn oder seine Lebensumstände bestimmen, so enthalten seine Gebete Fürbitten. Kann das Mehr seine Existenz erweitern, kann es ihn heben, vielleicht gar zum Angesicht der Götter führen, sind seine Gebete Lobpreisungen. Kann das Mehr ihn umfassen, umgreifen, umschlingen, seine Grenzen aufheben sich mit ihm verschmelzen, so sind seine Gebete die reine Lust und Liebe. Gebet ist alles, wenn der Einzelne und seine Seele als das, was sich von seiner Existenz insgesamt in ihm spiegelt, mit dem Mehr kommuniziert, durch Sprechen und Gesten, Gedanken und Gefühle, Empfindungen und Folgerungen, wenn sich das Bewusstsein dem Anderen mitteilt, weil zumindest in irgend einem Teil der Mensch mit dem Mehr übereinstimmt. Hierin gründet das Menschsein. Ohne Gebet indessen gäbe es kein Menschsein. Auch wer sich in der Verneinung eines jeden Seienden und dem Nichtseienden alles Werdenden wiederfindet, verknüpft sein eigenes fiktives Sein, ohne das er nicht denken und nicht fühlen könnte, mit diesem anderen Mehr. Es ist das Leben und seine Kraft, dass den Menschen stets damit verbindet. Deswegen gibt es kein Menschsein ohne Gebet.

Das Gebet ist immer gut

Der Inhalt es Gebets ist für die Götter ohne jede Bedeutung. Das sind Formen, in denen die Seele sich ihnen mitteilt. Die Mitteilung ist der Gegenstand der Kommunikation des Einzelnen mit seinem Mehr. Anders als zwischen den Menschen, die sich ohne Symbole und Formen nicht untereinander verständigen können, können die Seelen, als das den Menschen spiegelnde Innerste, sich auch ohne Form mit dem Mehr verständigen. Beruht die (beabsichtigte) Verständigung doch darauf, dass der Einzelne zumindest in einem Teil mit dem Göttlichen identisch ist, oder auch nur mit einem Teil, den die Götter in den Menschen legten. Das begründet die Unmittelbarkeit. Doch auch die Verständigung mit den Göttern findet leichter ihren Weg, wenn man einige Formen, die, ihn zu beschreiten, geeignet sind, kennt. Daher kann ein jeder Mensch mit jedem Gebet zu seinen Göttern finden, auch mit solchen Gebeten, die ihm zu ganz anderen Zwecken gelehrt wurden. In der Nähe, im Angesicht oder mitten im Sein der Götter wird er ganz von alleine seine eigenen Worte, Gesten, Gedanken und Gefühle finden wie ebenso die dafür geeigneten Formen. Und manches, was er von anderen hört, wird ihm als besonders geeignet erscheinen, sein Empfinden im Angesicht des Göttlichen wiederzugeben. Im Gebet selbst aber gibt es keinen Irrtum, kein Missverständnis und auch keine Täuschung. Die Daten kommunizieren unmittelbar. Hierin besteht das Gebet. Deswegen mag es Menschen geben, die an einen oder viele Götter, an Göttlichkeit, Kraft und Energien glauben, wie auch Menschen, die an keinem Gott und an nichts Göttliches glauben, an nichts Gültiges und auch nicht an irgendetwas Seiendes, niemand aber kann ohne Gebet sein, denn nur hierin findet er seine Sicherheit und selbst wenn es die ausschließliche Sicherheit wäre, alles als nicht sicher zu beurteilen. Das Gebet ist die Identität mit dem Mehr und allein die Identität kann irgendetwas begründen, was mehr als nur das eigene Denken und Fühlen wäre. Daher finden auch die Menschen wie selbstverständlich ihren Sinn in ihrem Gebet, sobald sie dessen fähig sind. Darum ist auch jeder Mensch verloren, oder, wenn es ihm daran nur vorübergehend mangelt, erkrankt, wenn er nicht die Sprache des Betens findet, eine Sprache, die indes ein Jedes sein kann. So ist ein jedes Gebet besser als kein Gebet, wenn die Menschen auch zum Falschen beten können. Das Richtige oder das Falsche an einem Gebet aber liegt niemals im Gebet selbst, das vollkommen frei von solchen Eigenschaften nur sein kann. Mit falsch oder richtig werden allein die Auswirkungen auf das Leben eines jeden Einzelnen beurteilt. Wer allein den Tod verehrt und hierin sein Gebet sucht und findet, dem entgleitet leicht das Leben. Nicht anders ergeht es dem, der glaubt, nur im Jenseits sein wirkliches Leben zu finden und alles Denken, Fühlen und auch Beten nur daraufhin ausrichtet. Dies wird ihm zwar nie gelingen, dafür ist die Lebenskraft zu stark, dass sie ihm nicht immer wieder das durch sie erzeugte Leben zeigen würde, aber der Freude und des Glücks und oft auch der Gesundheit seines Leibes wird es weniger dienen. Das Gebet selbst aber bleibt von alledem unberührt. Ein Gebet ist immer gut, verbindet es allein doch den Menschen mit einem Mehr – zumeist wohl mit den Göttern.

Das Gebet mit Leib und Seele
Das einzige, worauf der Mensch ohne Zweifel gründet, ist sein Leben. Das ist kein auf gleichen Wortbedeutungen beruhender Zirkelschluss, sondern die einzig mögliche Aussage. Denn das Leben ist mehr als ein jeder einzelne Mensch, sonst könnte er es nicht weitergeben. Alle anderen Verallgemeinerungen aber stranden in bloßer Begrifflichkeit. Darum gründet das HDSG das Gebet auf dem Leben. Die Kommunikation des Einzelnen mit dem Mehr, die des individuellen Leben mit dem fortschreitenden Leben, mithin das Gebet, führt der Mensch mit dem, womit er selbst daran teil hat, teil an der Göttlichkeit des Lebens und seiner Kraft. Dies ist sein Leib mit allem Denken und Fühlen, das ihn dabei begleitet. Daher beten die Menschen im HDSG auch im leiblichen Gebet mit ihrem Leib zu den Göttinnen, die für das Leben und die Kraft, Leben zu erzeugen, stehen. Schauen kann der Mensch das Leben im Leiblichen, Fühlen kann er es nur durch seinen Leib und preisen kann er es mit des Leibes Worten, die in seinem Glück bestehen. Die Schönheit des Lebens ist in der Schönheit der Leiber zu erkennen, das Leben, das mehr als nur das eigene Leben ist, zu fühlen, gelingt am Vollständigsten in der Vereinigung der Leiber und nirgends wird das Leben und seine Kraft mehr gepriesen als im Orgasmus, der im Leib eines Jeden alles zusammenbringt, auch das Fühlen mit dem Denken. Mit dem fortschreitenden Gebet steigt die Erregung und mit der fortschreitenden Erregung nähert der Mensch sich immer mehr der Göttin an, so wie er sie erlebt, in der Kraft des Lebens und ihrer Lust und Liebe. Die Erregung trägt den Menschen inmitten in den göttlichen Leib, die Erregung weitet den eigenen Leib zu dem der Göttin. Dies ist das Fühlen, wenn die Leiber der Betenden gemeinsam im Leib der Göttin aufgehen und damit ihr Leben mit dem Leben, das diese eins der Erde eingehaucht hat, vereinen. Erreicht die Erregung den Höhenpunkt, so ergießt sich die Lust orgiastisch über alle, allein um die Göttin zu preisen. Nicht nur in Gedanken, nicht nur im Fühlen, sondern in seiner gesamten leiblichen, emotionalen und geistigen Existenz geht der Mensch in diesem Gebet in dem allgemeinen Leben, das als ein Teil der Göttin die Welt beseelt, auf. Sein Gebet führt zur Vereinigung in Lust und Liebe, dem intensivsten möglichen Gebet.

Die Göttin in all ihrer Pracht zu schauen, zu fühlen, zu preisen

Schauen: Nur den Gebetsmantel tragend treten die Mitglieder des Heiligtums sich gegenüber, ein jeder seinem Gebetspartner oder seinen Gebetspartnern, allein um die Göttin zu ehren. Alle Lust und Liebe sind ausschließlich auf sie gerichtet. Es ist die Göttin, die sie begehren. In Blicken und Worten suchen sie das gemeinsame Gebet, das sie auf den Weg zur Göttin führt. Ein jedes Gebet können sie sprechen, allein um sich dem Göttlichen zu nähern. Alles Schöne, das die Sinne und die Seele betört, findet hier jetzt seinen Platz, an Form und Gestalt, an Bild und Farbe, an Klang und Bewegung. Oh Göttinnen ergreift uns, bemächtigt Euch unser, macht uns zu Eurem Fleisch und Blut, zur Eurer Lust und Liebe. Nehmt uns auf in Euch, auf dass hinweg fallen alle Zäune, Barrieren, Mauern und uns nichts mehr trennt. Mache mich eins mit Dir oh meine Göttin, betet ihr. Allein der Weg zu Dir unsere Göttin ist nah. Die Priester sprechen mit den Menschen ihre Gebete, während ein jeder im anderen die Göttin schaut.

Fühlen: Die Gebetspartner schreiten zueinander und begreifen des anderen Leibes als ein Spiegelbild, das die Göttin warf. Sie greifen nach der Göttin, indem sie beginnen, den anderen zu fühlen. Die Körper berühren sich, während in Worten und Gesang die Gebete erklingen. Oh öffne den Seelen Deines Körpers Schönheit uns hier, denn wir wollen die Göttin fühlen, betet ihr. Und die Lust in euch, die aufsteigt und eure Körper erzittert, ist von der Kraft des Lebens, das die Göttin in die Welt brachte. Die Nähe der Körper zueinander wird enger, ihre Schatten verschmelzen. Alles wächst zusammen und hebt an, die Göttin in eurem Kreis zu empfangen. Und nimm uns auf in göttlicher Liebe Dir zum Gebet, fleht ihr sie an. In der Hitze der Begegnung öffnet die Göttin eure Leiber und fügt euch zusammen, wenn ihr betet, und fest umschlinge alles zum Lieben Du uns geschenkt, dass mit Leiber und Seelen zur göttlichen Lust wir hochlodern. Nun seid ihr miteinander eins und betet in euch und mit euch, denn euer Leib ist der der Göttin.

Preisen: Ihr seid Teil der Göttin und alles was ihr sagt, denkt und fühlt, empfindet, erlebt, alles geschieht unmittelbar bei und mit der Göttin. Sie sieht euch an, sie berührt euch, sie fühlt in euch und denkt in euch, alles steuert zu auf die Einigkeit, steuert auf den Punkt, wo alle Zeit zerrinnt, ein jeder Ort entschwindet und alles, was ihr seid und fühlt und denkt, ist ohne Grund, alles geschieht, nichts als die Wahrheit. Die Hitze in euch, die eurer Körper, unterscheidet sich in nichts von der Hitze der Göttin und eure Lust ist die der Göttin und die Liebe, die ihr empfindet, gilt ihr allein. Es ist die Liebe, die sie euch zurückgeben wird, wenn ihr später wieder ihren Tempel verlasst. Jetzt aber treibt die Liebe euch zu einem Einzigen. Uns alle fügend zu dem Einen, Du uns gabst und wirst geben, betet ihr. Die Spannung in euch steigt zum Zerbersten an, alles schwillt zu einem allumspannenden Körper, alle Gedanken treiben auf das Glück, das sich bald über euch ergießen wird, zu und alles Fühlen verengt sich auf einen Punkt, um sogleich zu zerbersten. Zu verschmelzen in schäumender Lust und Liebe das Leben, klingt das Gebet, wenn eine jede und ein jeder anfängt, die Göttin auf dem Höhenpunkt zu preisen.

In diesem Augenblick kann jeder im Gesicht der Anderen und des Anderen das Göttliche erkennen, das die Göttin der Welt einhauchte, als sie sie mit ihrem Leib ganz leicht berührte. Die Augen strahlen ihr Licht, das sich über euch ergießt. Und ihr wendet euch, wenn eure Gefühle es wieder erlauben, alle gemeinsam dem Altar zu, wo die Göttin thront, und singt zu ihrem Lobe und preiset mit Worten ihr zu Ehre. Das Gebet wandelt eure Herzen und so führt ein jeder, wenn er seinen Körper gereinigt hat, die Göttin mit sich nach Hause.