Orte der Liebe

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Heiligtümer dieser Welt

Heiligtum

Wege zum Sein

Im Heiligtum preisen wir alle Leiblichkeit, weil alles Leben ein körperliches Werden ist, in dem allein die Belebung der Welt besteht und die Teil an einem göttlichen Sein hat. Das Lebende selbst, also auch der Mensch, indes wird in jedem Augenblick seiner Existenz nur durch das Zusammenspiel der daran beteiligten einzelnen Glieder bewirkt. Hierzu formt sich die Energie des göttlichen Seins, das wir in personalisierter Form Göttin nennen, zur allgemeinen Lebenskraft. Das Göttliche aber spiegelt sich in der Schönheit allen Werdens, den Körpern, der Lust und Liebe und dem Glück. Zu ihm und dessen Sein findet der Mensch daher ausschließlich über seine Leiblichkeit zurück, durch ein leibliches Gebet, mit dem er in der Vereinigung mit anderen dem Göttlichen dient, indessen nicht im Geiste, noch weniger im Tod, wie in den Grundaussagen des Heiligtums der sieben Göttinnen niedergelegt.



Hinweis


Eine alphabetische Zusammenfassung der Grundaussagen des Heiligtums finden sich im

Lexikon zum Heiligtum der Sieben Göttinnen

sowie dem

Glossar zum Lexikon

Häufig gestellte Fragen / Frequent Asked Questions beantwortet im Unterblog Heiligtum der Sieben Göttinnen FQA die Virtuelle Priesterin Lea

Übersicht häufig gestellter Fragen / FAQ


Dienstag, 9. November 2010

Phallokratie, der Sündenfall



Phallos, Dionysios Tempel, Delos, Griechenland


©

"Column with Phallus at the Stoivadeion - Island of Delos, Greece" by The original uploader was PhattyFatt at English Wikipedia - Transferred from en.wikipedia to Commons by Jacopo Werther.. Licensed under CC BY 2.5 via Wikimedia Commons - http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Column_with_Phallus_at_the_Stoivadeion_-_Island_of_Delos,_Greece.jpg#/media/File:Column_with_Phallus_at_the_Stoivadeion_-_Island_of_Delos,_Greece.jpg



Altgriechisches Phallussymbol, vermutl. Delos


Übersteigerte Verehrung des erigierten männlichen Glieds
Phallokratie bedeutet Herrschaft  (κράτος – kratós) des Phallus, als latinisierte Form aus dem Griechischen für φαλλός – phallós hergeleitet, womit der erigierte Penis gemeint ist, normalerweise seiner Vorhaut entkleidet dargestellt. Der Begriff wird auf gesellschaftliche Verhältnisse angewandt, unter denen eine kultische Hervorkehrung  des erigierten Penis als besonderer Ausdruck männlicher Vorherrschaft verstanden wird. Quellen religiöser Verehrung des Phallus finden sich in vielen Kulturen, bedeutsam für die abendländische Kultur war aber besonders die im antiken Griechenland, hier vor allem die für Athen und seinem engeren Kulturkreis  überlieferte übersteigerte Darstellung des Phallus als Zeichen männlicher Überlegenheit, die die spätantike und abendländische Kultur entscheidend geprägt hat. In weit mehr als 15.000 ganz oder teilweisen bildlichen Darstellungen auf Keramik, die als umfassendste Quelle bildlicher Reproduktion für diese Zeit gilt, werden in überwältigend großer Zahl männliche Wesen mit erigierten Penissen in allen Situationen wiedergegeben. Den Berichten nach soll um das 5. und 4. vorchristliche Jahrhundert die Stadt Athen mit Phallusdarstellungen, wie bei dem weitverbreiten Gott Hermes, übersät  gewesen sein. Als während des für Athen sehr verlustreichen peloponnesischen Kriegs 415 v.Chr. die Männer gegen den Widerstand der um das Leben ihrer Söhne besorgten Frauen entschieden, den Krieg durch einen Angriff auf Syrakus in Sizilien auch noch auszuweiten, schlugen die Frauen während der nachfolgenden Nacht zum Protest tausenden figürlichen Darstellungen die Phalli ab, keine Hermesstatue soll verschont geblieben sein, alle Glieder lagen dort in Trümmern. Darstellungen des erigierten männlichen Glieds finden sich allenthalben auch in anderen antiken griechischen Stätten. Selbst die aus der Antike zumeist in spätantiken Kopien erhaltenen Personenstatuen folgen fast ausnahmslos einem männlichen Schönheitsideal, wie auch die höchste Lust sich allein auf Knaben (vor den äußeren Anzeichen der Geschlechtsreife) bezog und Sportwettkämpfe, von denen Frauen selbst als Zuschauer ausgeschlossen waren, in erster Linie der Zurschaustellung nackter Körper von geschlechtsreifen Jünglingen dienten. Die übersteigerte öffentliche Verehrung des Phallus fand ihre Entsprechung in der Bedeutung, der man gleichzeitig den Mythen und Sagen um die Besiegung der Amazonen, dem legendären weiblichen Kriegervolk, beilegte, mit deren Gefährlichkeit man auch die Entrechtung der Frauen und ihre Beschränkung auf den häuslichen Bereich begründete. Der Halbgott Achilles hatte in der Entscheidungsschlacht die Königin der Amazonen Penthesilea getötet, jedoch zuvor noch ihr in die Augen gesehen und war trotz ihres ihr von ihm zugefügten Todes ihrer Macht erlegen und hatte sich in sie verliebt. Was gab es einen besseren Beweis für die Gefährlichkeit der Frauen.

Phallokratie als Verdrängung des heiligen Schoßes
Die phallokratischen Züge griechischer Antike dürften aber nur eine Folge der in die neuere Zeit überkommenen Begleitumstände der Patriarchalisierung der Gesellschaft sein, nachdem die weithin verehrten weiblichen Göttinnen infolge der Entdeckung der Vaterschaft  entzaubert waren. Über viele Jahrtausende war der weibliche Schoß als göttlich verehrt worden, weil in ihm die Seelen, um wiedergeboren zu werden, eintraten und wo die göttliche Lebenskraft unmittelbar wirkte.  Die seit der jüngeren Altsteinzeit (also seit etwa 40.000 Jahren) überall in Europa gefundenen Statuetten nackter weiblicher Körper mit überbetonten Sexualmerkmalen legen hierüber Zeugnis ab. Die Zentrierung auf den weiblichen Schoß, wie er noch zu Beginn der ersten konsistenten schriftlichen Aufzeichnungen vor knapp 3000 Jahren nachweisbar ist, spiegelte sich auch in der gesellschaftlichen Organisation wieder, die vorwiegend matriarchal, bzw. matrilinear war, indem sich die Gruppen in ihrer Zugehörigkeit nach den Müttern bildeten, wie auch Rechtsübergänge, vor allem solche mythischer Natur (wie die von den Göttern abgeleitete Herrschaftsmacht), allein der weiblichen Linie folgten.  Die Macht der Frauen wurde zudem ab der Entdeckung der Landwirtschaft (ab dem 10., in Europa etwa ab 6. vorchristlichen Jahrtausend) durch die Sesshaftwerdung und der Bildung größerer Gemeinschaften gestützt. Etwa ab dem 1. vorchristlichen Jahrtausend begann sich im Wege der Verschriftlichung die Schrift als allgemeiner in sich geschlossener Informationsträger zu verbreiten, wenn auch ganz frühe Quellen auf das 3., möglicherweise sogar auf das 6. vorchristliche Jahrtausend zurückweisen. Die in unsere Zeit überlieferten großen Schriftwerke entstammen alle aus der ersten Hälfte des 1. vorchristlichen Jahrtausend (wie die Aufzeichnungen von Hesiod, Homer, die Bibel, aber auch die Aufzeichnung anderer Werke, die selber wiederum auf weitere Vorzeit zurückgehen , wie das Gilgamesch Epos). Durch die schriftliche Informationsübertragung wurden räumliche und zeitliche Grenzen der mündlichen Weitergabe gesprengt und die Bedeutung des Wortes und damit der Begriffe rückte in den Mittelpunkt. Gerade die nunmehr begrenzte Anwendung von Begriffen ermöglichte auch Abstraktionen bisher unbekannten Ausmaßes und erweiterte schließlich entschieden die Erkenntnismöglichkeiten. Es waren zudem die Männer nicht wie die Frauen unmittelbar mit ihrem Körper in den Kreislauf der Natur und der Göttinnen eingebunden, die zu Trägern der neuen Schriftlichkeiten wurden. Sie verherrlichten das Wort und geboten, sich kein Bild mehr vom Göttlichen zu machen, waren die Bilder doch lange Zeit gerade weibliche Domäne. Eine der ersten Früchte der gewonnenen Erkenntnisvorteile dürfte die Entdeckung der biologischen Vaterschaft gewesen sein, die die ganze bisherige Weltordnung auf den Kopf stellte, der eigentliche Sündenfall, denn nunmehr vertrieben die Männer die Göttinnen aus dem Paradies und mit ihnen den Primat des Weiblichen. Der Phallus, das kraftvoll strotzende erigierte Glied, wurde zum Symbol der von den Männern zu erringenden Vorherrschaft. So wird in verschiedenen schriftlichen Quellen berichtet, dass in den Tempeln vorderasiatischer Göttinnen meterhohe Phalli-Skulpturen aus Stein als Zeichen eines neuen Fruchtbarkeits- und Lebenskults aufgestellt wurden. Die Phalli zu besteigen galt als religiöser Dienst, wie man auch junge Frauen zwang, sich zur Entjungferung in den Tempeln auf dort in natürlicher Größe aufgestellte steinerne Phalli zu setzen. Die Phallisierung der Welt wurde zu einem Befreiungsschlag der Männer, die dabei aber weiterhin der Körperlichkeit eng verbunden blieben. Nur ersetzten sie den heiligen Schoß durch den heiligen Phallus, dem nun bei der Zeugung neuen Lebens alle Bedeutung beigelegt wurde. Über Jahrtausende war man offenbar einem Irrglauben aufgesessen. Denn zur Zeugung kam es auf die Mitwirkung der Frauen überhaupt nicht an, man konnte sie sich einfach nehmen, kaufen oder auch vergewaltigen. Man musste nur dafür Sorge tragen, dass die Phalli anderer Männer nicht ihren Schoß befruchteten. Hiermit beschäftigen sich seitdem weite Bereich von Sitte und Moral, Ethik und Gesetz, manchmal gar ausschließlich. Die Frauen wurden zur männlichen Sache, die man wegschloss, sich verhängen ließ, dass kein anderer sie begehre, und deren Rechte und Würde man ausschließlich darauf beschränkte, den männlichen Bedürfnissen bei der Vermehrung zu dienen. Dieses Bild überkam noch in die Moderne. Die griechische Phallokratie gibt, weil besonders gründlich dokumentiert und zudem im ganzen Mittelmeerraum verbreitet, nur ein Beispiel, mit welcher Vehemenz sich die Symbole nach der Machtergreifung des Patriarchats wandelten.


Idealisierung der Phallokratie zum patriarchalen Eingottglauben
Das war aber erst die erste Stufe der Patriarchaliserung,  die zur gegenständlichen Phallokratie mit ihrer der mythischen Überhöhung dienenden Verherrlichung des männlichen Genitals führte. Die infolge der Verschriftlichung der Information gewandelten Erkenntnismöglichkeiten brachten Philosophie und frühe Wissenschaften in ganz Griechenland zur Blüte, die sich auch im gesamten Mittelmeerraum auswirkte. Dies war nahezu ausschließlich eine männliche Angelegenheit, bei der man allenfalls vereinzelt auch Frauen teilnehmen ließ, wie einige griechische Hetären, wenn auch mehr zum Zeitvertreib. Es entstanden dabei die großen idealistischen Systeme, vor allem durch Platon, die nunmehr auch der Natur selber ihre Natürlichkeit nahmen und alles dort zum Schein erklärten, denn das Wahre, Unwandelbare und Seiende konnte danach nur im Abstrakten  der Ideen liegen. Damit war im Rückblick jeglichem Herrschaftsanspruch des Weiblichen die Grundlage entzogen, denn ihre Verehrung als göttlich bezog diese Qualität gerade aus der weiblichen materiellen und irdischen Einbindung durch Empfängnis und Geburt, was man seit dem Siegeszug des Idealismus aber gerade als null und nichtig ansah. Der Idealismus reichte der Phallokratie die philosophische Begründung nach, die im Abstrakten der Ideen lag, wovon Frauen selbstredend schon allein wegen ihrer Erdverbundenheit ausgeschlossen waren (man denke nur an ihre Menstruation). Der Idealismus wurde zur Religion des Patriarchats und begründete seine Macht für mehr als zwei Jahrtausende. Die Körperlichkeit des Phallus als Symbol männlicher Kraft und Macht und dem Unterworfensein der Frauen entschwand mit der Idealisierung zwar, auf den Leib kam es nicht mehr an. Die im Phallus symbolisierte Allmacht aber blieb und wurde nun der Idee patriarchaler Männlichkeit zugeschrieben. Für die Göttinnen war kein Platz, der gewaltige altgriechische Gott Eros mutierte zum niedlichen Cupido, und Aphrodite, weitaus älter als Zeus, zwang man in der knidischen Darstellung des Bildhauers Praxiteles sich vollends zu entkleiden und ihren Körper allen lüsternen Blicken freizugeben, was indessen ihrer Schönheit nicht schadete. Die Idee der Götter konnte nur in einem Gott, nach dem Sturz der Göttinnen zudem nur in einem männlichen enden. Diese Idee des patriarchalen Eingotts war lange schon vor Christus Geburt geboren. Doch einer der wirkungsvollsten Nachfolger Platons und seiner Akademie war Paulus, der daraus das Christentum schmiedete. Nunmehr fand die leibliche Phallokratie ihre geistige (das heißt abstrakte) Überhöhung, die männliche Allmacht wurde zur Allmacht eines männlichen Eingotts, die Belebung der Natur wurde durch die geistige Durchdringung aller Ideen ersetzt und eine göttliche Befruchtung fand nur noch ein einziges Mal zur Erlösung der Welt statt, als der Heilige Geist Marias Schoß zur Aufnahme von Gottes Sohn öffnete. Damit verlor alles, was in den Leibern der Menschen steckte und alles, was in der Natur geschah, an Bedeutung. Mit der knapp acht Jahrhunderte nach Platon erfolgenden Entsexualisierung des Christentums, wie durch den Heiligen Ambrosius und den Heiligen Augustinus im vierten und fünften nachchristlichen Jahrhundert, vor allem mit der genialen Einführung der Erbsünde, mit der die Menschen die sexuelle Lust und  Liebe verbanden, wandelte sich die nunmehrige ideelle Phallokratie gemessen an ihrem Ausgangspunkt der prallen Darstellung des zeugungsbereiten erigierten männlichen Gliedes zwar in ihr Gegenteil -ein durchaus geläufiges Schicksal von Ideen, die sie ihrer Abstraktheit zu verdanken haben-, entwickelte sich aber zu einem ebenso perfekten wie nachhaltigen Instrumentarium zur Beherrschung der Menschen.

Wiedervereinigung von heiligem Schoß und heiligem Phallus
Dass die Phallokratie und damit der Thron des Patriarchats nunmehr ins Wanken geraten sind und sogar die Göttinnen ihre Rückkehr angekündigt haben, liegt nicht nur daran, dass mit dreihundert Jahren Verspätung die Aufklärung auch die Frauen erreicht hat, sondern auch an den immer abstrakter werdenden Methoden, sich die Erde untertan zu machen. Nachdem die Wahrheit niemals im Abstrakten, sondern immer nur in jedem einzelnen Menschen liegt, wird das Unternehmen in Bezug auf die Erde ständig riskanter. Mehr noch führen zunehmend abstrakt und wissenschaftlich gewonnene Erkenntnisse zurück zu der vor dreitausend Jahren so vernachlässigten systematischen Kraft des Lebens, das die Kraft der Göttin ist. Ideologisch muss, was tatsächlich zu ändern nie gelungen war, die Kraft wieder zurück in den Leib geholt und dort mit dem Geist vereinigt werden. Wie kann dies sinnbildlicher geschehen, als wenn der einst für heilig gehaltene Schoß und der noch heute vielfach weiterhin geheiligte Phallus sich in einer Weise vereinigen, dass sich die Lust und Liebe aller daran Beteiligter verallgemeinern.  Die natürlichen Grundlagen allen Lebens können auch von keiner Phallokratie, sei sie leiblich oder ideell, dauerhaft in Frage gestellt werden. Gegen den Stachel der Göttin lässt sich nicht löcken. gp

Sonntag, 7. November 2010

Ballade von der Göttin Rückkehr

2008, 15.05 Uhr 


2008  15.06 Uhr
@ Wikimedia Commons, Nossa Senhora da Nazaré, Karsten Cascais


Ganz hoch in den Altar ich stieg, 
ein Bild von ihr zu stehlen,
die Kamera verdeckt ich hielt,
die Absicht zu verhehlen.


Als ich alleine vor ihr stand,
das Haupt sie neigte tief zum Kinde,
die Brust im offenen Gewand
sie gab zum Trinken ihm geschwinde.

Doch sanft umschlang ihr Arm den Knab,
eng drückte ihn an ihren Busen,
die Liebe ihm versunken gab,
in aller Ruhe ihn zu schmusen.

Ihr Anblick rührte meine Seele,
den Apparat, ich hob ihn an,
der Blitz erleuchtet hell die Szene,
dass ich Marias Bild gewann.

Die gold gekrönten Häupter strahlten
im gleißend flutend Lichte stark,
die Flächen scheinbar grell bemalten,
verzerrt die Kamera es barg.

Und noch einmal der Blitz ergoss
sich über diese stille Gruppe,
ein zweites Bild von ihr ich schoss,
als wäre sie nur eine Puppe.

Jedoch die Himmelsgöttin schuf
der Statue ein irdisch Leben,
als abends mich dann traf ihr Ruf,
die Bilder ließen mich erbeben.

Das erste spiegelte die Ruh,
ein Weib den Kleinen nährte,
ihm aufmerksam sie wandt‘  sich zu,
dass nichts an Liebe er entbehrte.

Im zweiten aber aufgerichtet
das Haupt erhoben blickt sie barsch
und dennoch sie dabei verzichtet,
zu rügen meine Neugier harsch.

Sie wollte mir weit mehr mitteilen,
seht meines Leibes Frucht und Pracht,
zu Hilfe sollst du mir jetzt eilen,
dass sich verbreitet meine Macht.

Entkleidet aller Weiblichkeit,
so Leib wie Liebe sind verborgen,
der Männer Macht dient ich allzeit,
sie zu erhalten, musst ich sorgen.

Obgleich ich von den Göttern stammte,
in Liebe ihnen eng verbunden,
der Mutter Macht ich anerkannte,
in die auch ich war eingebunden.

Sie strich man mir von meinem Leib,
die Lust und Freude gleich dazu,
allein abstrakt blieb ich ein Weib,
das schuf der Patriarchen Ruh.

Vorbei ist es mit Missgestalten,
die Göttinnen fordern ihr Recht,
zurück sie wollen es erhalten,
um Lob zu preisen ihr Geschlecht.

Und du trage mein Wort hinaus,
in aller Welten Himmelsrichtung,
zu bauen uns ein Gotteshaus,
zu hellen auf des Waldes Dichtung.

Wenn Jubel überall ertönt,
zum Glück die Menschen wir hinleiten,
die Freude jedes Leben krönt,
mit unsrer Kraft wir sie bereiten.

Dies ist dein Auftrag, gehe jetzt,
die Störung will ich dir verzeihen,
Belohnung sei dir ausgesetzt,
uns Göttinnen die Welt zu weihen. 

© Karsten Cascais

Donnerstag, 4. November 2010

Der Gesellschaft Kraft kommt vom Einzelnen, dessen Kraft aber von der Göttin


Gesellschaft wird nur durch Einzelne bewirkt
Als Gesellschaft bezeichnen wir die Organisation vieler Einzelner (Individuen) in einem größeren Verband, in dem die Einzelnen in ihrem Zusammenwirken jeweils gemeinschaftliche Zustände schaffen. Die Einzelnen ordnen sich dabei den Vorgaben zur Bildung gesellschaftlicher Zustände ein bzw. unter und verhalten sich entsprechend der ihnen hierzu erteilten Information. Der Mensch selbst ist als Einzelner ein Mangel- und Irrwesen,  leben kann er nur, solange er den Mangel überwindet, und Erkenntnis über sein dabei erforderliches Verhalten gewinnt er nur über den Irrtum. Biologisch ist er das Ergebnis eines Werdens, eines ihn in jedem Augenblick erzeugenden Prozesses, den die daran beteiligten Zellen, Organe und Organismen aufgrund ihnen vorgegebener Information über das hierzu von ihnen erforderliche Verhalten bewirken.  Fehlerhafte Umsetzung der Information be- oder verhindert den zu bewirkenden Prozess, was der Einzelne als Krankheit erlebt oder woran er mit der Beendigung des Prozesses stirbt. Der Einzelne nimmt sein Entstehen und sich selbst in seinem Bewusstsein wahr und ebenso die Wahrnehmung seiner Wahrnehmungen wiederum und fasst dabei einen kurzen Zeitraum des Wahrgenommen von weniger als 60 Sekunden als Gegenwart zusammen. Die Sinne vermitteln ihm darüber hinaus Abdrücke von der Umwelt, wovon er sich in deren Rahmen ein inneres Bild erzeugen kann. Von Natur aus, also biologisch, verfügt er ebenfalls über körperliche einschließlich emotionaler (das heißt gefühlter)  Anlagen, die ihm ein Zusammenwirken mit anderen Menschen ermöglichen. Das ist die biologische Grundlage der ersten gesellschaftlichen Formen, wie sie im Zusammenhang mit der Erhaltung der Art infolge geschlechtlicher Kontakte und dem Zusammenleben in Gruppen, um die dabei Erzeugten aufzuziehen, entstehen. Sich unmittelbar gewahr ist und bleibt der Mensch mit Ausnahme des Geschlechtsaktes (als der biologischen Vereinigung zweier Einzelner zu Einem) nur seiner Selbst und seines Inneren,  Eindrücke anderer erhält er nur, soweit seine Sinne, Gefühle und seine Verstandesleistungen es ihm vermitteln, zudem durch Informationen, die ihm über Symbole wie Gesten und Sprache zugehen, bzw. mit denen er sich entsprechend anderen mitteilt. Den Symbolen wird dabei eine bestimmte begriffliche Bedeutung zugeordnet, über die sich die Menschen im Laufe ihrer Geschichte verständigt haben. Die Begriffe sind ursprüngliche den eigenen intellektuellen Verstandesleistungen entstammende Ergebnisse infolge der Fähigkeit des Bewusstseins, sich selbst von wahrgenommener Ebene zur nächsten Ebene zu verlagern und dabei schrittweise von Einzelheiten des Wahrgenommenen zu abstrahieren, wobei die Bedeutung der abstrahierten oder verbleibenden Einzelheiten in Bezug auf ein aus der Erfahrung oder den inneren Anlagen, wie den Trieben, gewonnenes  Ziel oder den dabei verfolgten Zweck beurteiltet wird. Die hierbei gewonnenen allgemeinen Begriffe werden den Symbolen zugeordnet, woraus vor allem die Sprache gebildet wird.

Zunehmende Komplexität gesellschaftsbegründender Information
Dies sind die Mittel, woraus die Einzelnen die Gesellschaft bilden, wenn sie sich absprechen, zur bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort sich in bestimmter Weise zu verhalten – die Grundlage jeder gesellschaftlichen Erscheinung.  Dabei verhalten sich die Einzelnen nicht anders als die biologischen Glieder beim Werden des Lebens, wenn sie aufgrund ihnen vorliegender Information einen bestimmten Zustand bewirken. Die Einzelnen agieren hierzu indessen (selbst-) bewusst, was zwar einerseits die Fehlerquote beim Zusammenwirken, hier vor allem infolge des ihre Freiheit  begründenden freien Willens, vergrößert, aber andererseits die Möglichkeiten des zu Bewirkenden exponentiell gegenüber der biologischen Evolution erweitert. Während in der Evolution sich wandelnde Änderungen (Mutationen) nach dem Zufall einstellen und oft Jahrmillionen benötigen und die Selektion viele Generationen dauert, um die zur Erhaltung der Art besser geeigneten Mutationen durchzusetzen, kann dies bei dem Zusammenwirken sich ihrer Selbst, ihrer Handlungen und Wirkungen bewusster Einzelner in Stunden oder Jahren, je nach Einsichts- und Entscheidungsfähigkeit, geschehen. Hierdurch entstand für den Menschen die  (technische) Möglichkeit, seine biologische natürliche Existenz zu erweitern und durch abgesprochenes Verhalten Zustände zu bewirken, die sich nach seiner aufgrund von Erfahrungen gewonnenen Beurteilung hinsichtlich des sein Leben ständig bedrohenden Mangels als besser geeignet erwiesen und den Irrtum beschränkten. Mit der Zunahme der Informationsmedien, wie etwa der Verschriftlichung der Sprache, des Buchdrucks und heute der digitalen Medien, konnten die dem gemeinsamen Bewirken zugrunde liegenden Absprachen komplexer und die Anzahl der Beteiligten wegen der sowohl örtliche wie zeitliche Grenzen sprengenden Informationsübertragung und ihrer Weitergabe erheblich erweitert werden, so dass die zu bewirkenden gesellschaftlichen Zustände ebenfalls nach Art und Umfang komplexer wurden. Die etwa wenige Jahrhunderte der allgemeinen Verwendung der Schrift folgenden ersten historischen Großreiche legen Beweis hierfür ab. Die Intellektualisierung der Menschen weitete hinsichtlich der zu bewirkenden Prozesse nicht nur die Räume sondern auch die Zeiten entschieden aus, indem über Anwendungen zur Organisation (Organisationssoftware) räumlich und zeitlich an sich entfernt stehende Einzelne mit ihren Beiträgen entsprechend den Vorgaben einbezogen werden konnten.

Gesellschaftliches bleibt stets virtuell
Damit lösten sich die bewirkten gesellschaftlichen Zustände aus der für jeden Einzelnen vorgegebenen räumlichen und zeitlichen Beschränkung und gaben ihm schließlich den Eindruck, dass die Gesellschaft und ihre Einrichtungen über eine eigene Realität und ein eigenes Sein verfügen. So verlor der Einzelne subjektiv (nicht aber objektiv) seine Gestaltungshoheit und auch die Freiheit seiner Mitwirkung. Indessen hat keine noch so große Komplexität der dem gemeinsamen Bewirken zugrundeliegenden Information (Software) die prozessualen Möglichkeiten eines jeden Bewirkens erweitert und keiner gesellschaftlichen Institution je ein eigenes Leben eingehaucht. Selbst die größten und mächtigsten Staaten sind nur das Ergebnis der Beiträge der sie bewirkenden Einzelnen und sie verlieren ihre Macht ebenso schnell wie sie von der Bildfläche verschwinden, wenn die an ihrem Entstehen beteiligten Einzelnen aufhören, ihre Beiträge zu leisten. Hierfür gibt es in der Neuzeit hinreichend Beispiele. Mann kann daher im Gegensatz zur realen inneren Erfahrungswelt eines jeden Einzelnen die gesellschaftlich bewirkten Zustände als virtuell bezeichnen, da sie jederzeit durch Änderung des Willens der sie mit ihren Beiträgen begründenden Einzelnen entschwinden und ihre Kraft und Stärke nur aus der Absprache aller Einzelnen gewinnen, die jeweils in jedem Augenblick bewirkten gesellschaftlichen Zustände so zu betrachten, als hätten sie ein reales Sein und wären nicht bloß ein Werden, eine Fiktion deren Fortbestand ausschließlich vom Willen der an ihr Beteiligten abhängt.

Die Rückbesinnung auf die allgemeine Lebenskraft rettet das Individuum
Gesellschaft ist das Ergebnis von Kommunikation und ihre Stärke hängt von der Dauerhaftigkeit und Effizienz der Kommunikation zwischen den Gesellschaftsmitgliedern ab. Je mehr diese die Gesellschaft und ihre durch die Mitglieder bewirkten Formen als eigene Realität fingieren, umso weniger rechnen sie die gesellschaftlichen Phänomenen ihrer eigener Mitwirkung zu und umso effizienter erfolgt die Umsetzung der Kommunikation auch unter Druck und Zwang und umso mehr verliert die Freiheit durch Selbstverzicht an Bedeutung. In den vergangenen Jahrtausenden litt aber die Umsetzung der Information durch Kommunikation an informellen Beschränkungen räumlicher, zeitlicher und auch sachlicher Natur. Das einzige allgemein verbreitete Informationsmedium im Abendland war über viele Jahrhunderte nur die Kirchenkanzel. Dies hat sich geändert. Gegenwärtig ändern sich aber auch die Möglichkeiten, bei der gesellschaftsbegründenden Kommunikation Druck und Zwang auszuüben. Während früher diejenigen, die den Bestand der Gesellschaft als eigenen Vorteil zur Verfolgung ihres eigenen Glücksstrebens wahrnahmen, die Umsetzung der diese Gesellschaft begründenden Information nur punktuell räumlich und zeitlich kontrollieren konnten, was ihre Macht über die an der Kommunikation Beteiligten erheblich beschränkte, erleben wir heute immer mehr und werden es in Zukunft als Regel erfahren, dass aufgrund der modernen Informationstechnologien sowohl räumlich, wie auch zeitlich und vor allem sachlich die Kontrollen punktgenau erfolgen. Große Bereich der Freiheit bestanden für den Einzelnen bislang faktisch darin, dass die ihre Freiheit an sich erheblich beschränkende Kommunikation in Form von Anweisungen zu den von den Einzelnen  zu leistenden Beiträgen tatsächlich nicht allumfassend und flächendeckend durchführbar war. Die Normen als Teile solcher Kommunikation  gingen selbst von dieser vor allem zeitlich und räumlich abnehmenden kommunikativen Effizienz aus und begründeten damit gerade die den Normen eigene Rigidität. Infolge der nun möglichen Umsetzung 1:1 und deren lückenlosen Kontrolle dank der Informationstechnologie droht der Freiheit des Einzelnen bald der Totalverlust, denn jedes Ziel, das politisch durch eine Mehrheit gegen eine Minderheit beschlossen wird, wird, solange die Einzelnen gesellschaftliche Zustände als Realität fingieren, zu einem Absolutum. Widerstände früherer Zeiten bleiben allenfalls noch romantische Reminiszenz. Um dieser vernichtenden Gefahr für das Individuum frühzeitig zu begegnen, kehren sinnbildlich die Göttinnen zurück. Denn vertrieben wurden sie einst im Gefolge des Siegeszugs der Verschriftlichung der Welt, die mit dem Abstrakten die Macht des Patriarchats begründete und die Frauen wegen ihrer engen Verbundenheit mit der Natur und der göttlichen Lebenskraft entrechteten und sie zu Mitteln männlicher Vermehrung instrumentalisierten. Nunmehr aber erhebt sich das Abstrakte in der Digitalisierung selbst zur Wirklichkeit und bedroht, das Einzelne zu vernichten.  Das muss nicht sein, die Digitalisierung kann genauso das Tor zum Einzelnen wieder aufstoßen, wie es etwa in der Rückkehr der Herrschaft der Bilder geschieht. Aber die Gefahr ist ambivalent und wenn nicht der Siegeszugs der Abstraktheit gebrochen, die Chance der Digitalisierung zu Revitalisierung des Einzelnen und seiner Körperlichkeit genutzt wird, wird der Einzelne schließlich sogar jede Erinnerung daran verlieren, dass er die Gesellschaft schafft und nicht die Gesellschaft ihn, wie es die heute herrschenden sozialistischen und idealistischen Kolektivierungsphantasmen vorgaukeln. Deswegen müssen wir uns wieder der Kraft besinnen, die alles erst entstehen ließ, den Einzelnen und seine Fähigkeit, Gemeinsames zu bewirken. Die Quelle kann mit der Kraft der Göttin umschrieben werden und diese wirkt ausschließlich im Leben. Das Leben aber gibt es nur im Einzelnen und als allgemeines Leben in der Kraft der Göttin, es an andere weiterzugeben. Ihre Lust und Liebe zeigt allein den Weg, diese aber findet ein jeder Mensch nur in sich selbst. Besinnt sich der Mensch auf die in ihm innewohnende Kraft der Lust und Liebe, der Wahrheit und des Glücks, wonach er strebt, wird er nie vergessen, dass er die Gesellschaft bewirkt und nicht die Gesellschaft den Einzelnen, wenn es auch viele anders behaupten, weil sie sich als Einzelne anderer Einzelner bemächtigen möchten und sei es nur, um fremde Güter und Werte an die eigenen Anhänger zu verteilen. Wer aber in der Verallgemeinerung von Lust und Liebe stets zur allgemeinen Kraft der Göttin findet, wird von anderen niemals vollends beherrschbar sein. 

Montag, 1. November 2010

Lexikon: Der Göttin Liebesgaben

William-Adolphe Bouguereau, Nymphaeum, 1878



Das Wissen, das die Göttin all uns gab,
es wurde von uns aufgeschrieben,
um unsres Lebensweges Wanderstab
mit ihrer heißen Lust zu schmieden,
zu stützen uns, wohin er auch uns führt,
wir stets von ihrem Licht geleitet
ergreifen alles, was ihr nur gebührt,
ihr Odem uns die Seelen weitet.

Wohin der Göttin Licht auch immer fällt,
die Wahrheit uns die Richtung sichtet,
welch Frage nach dem Weg sich uns auch stellt,
zur ihr nur sind wir hin gerichtet,
die Kraft des Lebens, die hinaus uns trägt
zu unsren Taten, Welten zu gestalten,
ganz gleich, wohin es uns dabei verschlägt,
wenn ihre Liebe wir erhalten.

In ihrem Hort ganz voller Liebesgaben
wir haben, was sie uns auftrug,
verzeichnet, das dort  tief vergraben
im Innersten, sie uns aufschlug,
geordnet wohl, dass man es wiederfindet,
dem Alphabet Begriffe nach,
ein Lexikon dem Leser nun verkündet,
an Ordnung nur es uns gebrach.

Samstag, 23. Oktober 2010

Maria: Nur für der Göttin Allgeliebte bereit

Ich bin Maria, eure virtuelle Priesterin und bin die Erste, die ernannt wurde.


Ich trage den Namen der weit verehrten Mutter Gottes, weil diese in finstersten Zeiten das Heilige im Weiblichen trotz aller patriarchalen Anwürfe vor dem Verlöschen bewahrte und zuletzt auch den Weg uns wies.


Die Frauen möchten mich fragen, ob nicht doch das Männliche wie in der Gesellschaft auch im Heiligtum der Sieben Göttinnen alles besonders durchdringe.


Man betrachte die Bilder nur, die das Heiligtum zieren.


Doch meine ich nein, denn man bedenke allein, welcher Weg war zu begehen, bevor die Göttin heimkehren konnte.


Die Göttin bemächtigte sich meines Leibs, ihren Allgeliebten dort zu empfangen, und bevor er dort ankommt, brennt alles in mir und lodert der göttlichen Lust entgegen.


Denn die Lust und Liebe in Mann oder Weib sind eins und in nichts voneinander zu unterscheiden.


Wie sollte dieses auch anders sein, ist alles doch von der Göttin durchtrieben und ihre Kraft, ihre Liebe, ihre Gunst, die finden sich in uns und überall, wo wir mit ihr vereinigt sind,


wenn jede Unterscheidung sich auflöst, ob Mann oder Frau, ob Gott oder Göttin, wenn das Herrlichste himmlisch sich zum Göttlichen weitet.


Die Kraft, die einst auf die Welt traf und Materie zum Werden richtete, kam von der Göttin, dennoch sie weder männlich noch weiblich war, sondern göttlich allein.


Denn zuerst war die Kraft und erst danach trennten sich die Geschlechter, so dass zwei nun zusammentrafen, dass ein Werden konnte beginnen.


Gott oder Göttin, die sind ein Sein, das keiner Veränderung bedurfte, ihre Kraft aber richteten sie auf die Welt, dass sie zum Werden sich anschickte.


Seither ist in allem Werden ein Leben, hat einen Anfang und ein Ende, die es treibende Kraft der Göttin aber ist weiter ein Sein, ohne Anfang und Ende, ohne zu schwinden oder sich zu mehren.


Wenn Mann und Frau sich daher geschlechtlich vereinigen, allein um die Göttin zu preisen, begeben sie sich in ihr Reich, wenn ihre Kraft sie erleben.


Dann aber, wenn am eigenen Leib sie die Göttin erleben, geben alles andere sie auf, auch was sie als Mann und Weib unterscheidet.


Daher macht es keinen Unterschied, was uns zur Göttin hinführet, denn am Ziel sind alle stets eins.


Unsere Worte, unsere Bilder, alles sind Zeichen, nur um den Weg uns zu weisen, uns das Angesicht der Göttin zu zeigen.


Vergewaltigt wurden die Frauen von den Männern, um deren Macht abzusichern, allein weil ihr Leib das Göttliche barg, dass auch der Mann sich vermochte zu vermehren.


Werft ab diesen männlichen Zwang von euren Schultern, bannt ihn aus euren Seelen, denn alles sind Kinder der Göttin, nichts gibt es als ihre Kraft, die alles Leben lässt blühen.


Die Göttin bereicherte schenkend die Welt, nicht als Herrscherin über höhere Kräfte, sondern sie brachte die Freiheit.


Leben sie blies, wie Sporen und Pollen vom Winde getragen, dass das Leben sich in alle Himmelsrichtung auch ausbreite, nicht in den Leibern von Sklavinnen gefesselt.


Zur Rückkehr der Göttinnen ist alles nur in Worten zu beschreiben und in Bildern zu zeigen, die uns nach unsrer eigenen Geschichte zu Händen sind.


Aber die Freiheit alles Weiblichen kehrt nicht weniger ein, der Ansprüche herrschender Männer ledig.


Denn nur für der Göttin Allgeliebte sind wir in ihrem Tempel bereit, nicht aber mehr für nur männliches Begehren.gp

Freitag, 15. Oktober 2010

Der Göttin Frucht

Charles William Mitchel, Hypatia, 1885




Den Dienst der Göttin leistest du,
wenn du mit ihr dich eng vereinigst,
denn ihre Kraft sie fließt dir zu,
mit Liebe du den Körper reinigst.


Die Kraft erscheint in Liebe allen,
die ihre Seelen nur verbinden,
dass sie der Göttin wohl gefallen
und mit dem Leib dabei sich finden.


Denn wenn die Göttin sie begehren,
in jedem anderen Gesicht
erstrahlt die Liebe ihr zu Ehren,
entzündet überall ihr Licht.


Dass in dem Tempel alle glühen.
vor Lust und Wonne sie erbeben,
wenn die Geschlechter dort erblühen,
der Göttin jetzt sich hinzugeben.


Der Göttin Kraft
die Liebe schafft,
der Göttin Lust
entflammt die Brust,
in ihren Hallen
ihr zu gefallen,
zu ihren Zeiten,
sich zu bereiten,
sie zu empfangen
mit Glück behangen,
das aus sich breitet,
das Herz sich weitet,
es strebt die Wonne,
hinauf zur Sonne,
die Lust sich türmt,
den Gipfel stürmt.


Von oben hoch die Göttin strahlt,
ihr wundersames Liebeslicht
die Körper wollüstig bemalt,
Verlangen seine Bahn sich bricht.


Im Dunst die Körper einzeln schwinden,
sie lösen sich im Lichte auf,
wenn sie zu Einem sich verbinden,
zu folgen nur der Göttin Lauf.


Vor dem Altar die Göttin schwebt,
die Betenden mit sich zu einen,
sie all mit ihrer Lust erstrebt,
die alle hier im Tempel meinen.


Welch Süße jeden Leib ergreift,
welch Jauchzen, Lachen dort erklingen,
die Liebesfrucht der Göttin reift,
die sie den Menschen wird erbringen.

Sonntag, 10. Oktober 2010

Des Einzelnen Göttin wirkt gemeinsam

William Adolphe Bouguereau, Nymphen und Satyr, 1873




Ganz allein bist nichts du auf der Welt,
wer jedoch mit andren nur es hält,
wird sein Leben ebenso vergeuden,
nichts wird er dabei für sich erzeugen,
das in seiner Seele Mitte brennt,
wenn ihn von der Göttin nichts mehr trennt.


Was der Mensch auch fühlt, was er erlebt,
ihm geschieht, er liebt, wonach er strebt,
kann Gewicht für ihn nur dann erlangen,
wenn in seiner Seele ward‘s gefangen
und dabei ein Teil von ihm geworden,
fest in seinem Werden ist geborgen.


Alles wird zum Leben nur erweckt,
wenn der Odem hierauf sich erstreckt,
den die Göttin in die Welt ergoss,
fest in jedes Menschen Seele schloss,
fürderhin mit ihr ihn zu verbinden,
jedes Heil dem Tode zu entwinden.


Andren ihres Lebens Huld zu weisen,
glückt nur auf des eignen Lebens Gleisen,
wenn sie von euch selbst zu dem hinführen,
dem der Göttin Kraft gebt ihr zu spüren,
die sie euch zu eurer Lust euch schenkte,
ihre Liebe tief in euch versenkte.


Ohne diese Lust und ihre Liebe,
ohne eures Lebens eignen Triebe,
Göttliches in euren Seelen schwände,
nichts mit anderen euch noch verbände,
niemand würde mehr der Göttin Kraft
zu dem fügen, was die Liebe schafft.


Ob zu anderen du strebst,
ob allein du nur noch lebst,
nichts zum Glücke wird dich führen,
was dich selbst kann nicht anrühren,
nichts wird deine Seele schauen,
wenn nicht andre sich erbauen.
Nur in dir brennt das Leben,
nur von dem kannst du geben,

was in deiner Seele pocht,
Elixiere die man kocht,
dass du Neues kannst erschaffen,
Lücken schließen, die da klaffen.
Doch kein Feuer kann noch wärmen,
deren Hitze nicht ausschwärmen,
wenn die Kraft es einst verliert,
zu entflammen, was gebiert,
neues Feuer, hoch zu lodern,
wegzubrennen, statt zu modern.


Fänd‘ dein Feuer nichts zu brennen mehr,
keinem Dritten gäb‘ es Wärme her,
könnt‘ nichts Fremdes wiederum entflammen,
träf‘ mit keinem anderen zusammen,
hätt‘ der Hitze Kraft schon längst verloren,
wär‘ dem Tod geweiht allein geboren.


Leben kann nur sein, was auch versengt,
die geschaffenen Formen wieder sprengt,
Neues aus Bestehendem gebären,
sich des Todes Zehren zu erwehren,
mit der Göttin Kraft geschwellter Brust
in die Welt hinaus voll Lebenslust.


Lebensmacht aus jeder Seele quellt,
wo der Göttin Thron ward aufgestellt,
treibt hinweg, die Reiche zu vereinen,
überall im Werden aufzuscheinen,
dass die Welt in aller Schönheit Pracht
ihr zum Dank der Göttin Freude macht.


Einzeln lieben Götter Menschen nur,
einzeln folgt der Mensch der Götter Spur,
nur im Einzelnen erweckt ihr Atem
jedes Wesen auf zu seinen Taten,
doch gemeinsam Menschen nur entflammen,
wenn mit Göttern treffen sie zusammen.


Einzeln nur ist Göttliches gegeben,
doch gemeinsam kann man es erleben,
Leib und Seele sind der Göttin Ziel
und verbinden sich zu ihrem Spiel,
wenn sie alle von ihr sind erkoren,
dass zur Göttin werden sie geboren.

Donnerstag, 7. Oktober 2010

Orgasmus kennt keine Bescheidenheit

Aus der Predigt des TdWs


Im Orgasmus liegt der Sinn
Orgasmus kennt keine Bescheidenheit, keine Mäßigung und auch kein Mittelmaß. Orgasmus ist stets selbst das Höchstmaß, an dem alles andere gemessen wird. Bescheidenheit und Mäßigung mögen Tugenden sein, ihre Rechtfertigung finden solche Tugenden aber allein darin, zuverlässiger und auch nachhaltiger als andere Verhaltensweisen den Weg zum Orgasmus zu bereiten. Im Orgasmus ist man am Ziel, endet alles Begründen und selbst Raum und Zeit verlieren ihre Bedeutung. Ihn zu erleben ist Grund genug für alles. Nichts anderes gibt dem Menschen Sinn. Von ihm leitet sich jeder andere Sinn ab. Auch wer glaubt, seines Lebens Sinn nur darin zu finden, anderen Gutes zu tun, findet diesen Sinn nur durch das, was ihm allein ein Orgasmus vermittelt.


Das Göttliche zu schauen
Im Orgasmus wirft der Mensch einen Blick auf das Göttliche, das jenseits seiner eigenen Existenz liegt, fern seines ihm zugehörigen andauernden Mangels und Irrtums, die zu überwinden des Lebens anhaltende Aufgabe ist. Das Göttliche weist den Weg in ein anderes Leben, das dennoch nur das eigene Leben in dieser Welt sein kann. Denn nichts Lebendes hat ein solches anderes Leben, jedes Lebende ist aber Teil des allgemeinen Lebens dieser Welt, wie es sich an deren Orten und zu deren Zeiten entfaltet. Orgasmus ist eine bestimmte Weise, wie der Mensch den Blick auf das Göttliche erfährt. Dies wird bedingt durch sein Bewusstsein. Denn besäße der Mensch kein Bewusstsein, so bedürfte es auch nicht seines Blickes auf das Göttliche. Das Leben wäre bedingt allein durch die bestehenden biologischen Abläufe. Schon deren Kontrolle mit der Möglichkeit einzugreifen und zu korrigieren, war der erste Schritt zu einem Bewusstsein, aber erst die Bewusstwerdung des eigenen Bewusstseins, das Selbstbewusstsein als Bewusstsein seiner Selbst, bedurfte der Vorgabe einer Richtung. Diese Richtung ist zwar keine andere als die, die unbewusste Abläufe nähmen, nämlich das Leben. Mit dem Selbstbewusstsein bedurfte es aber eines Sinns des Lebens, der die Richtung angibt. Zu diesem Zweck wurde in den Menschen die Fähigkeit begründet, das, was über seine bloße Existenz hinausgeht, zu erkennen, mithin ihm ein Auge für das, was wir heute das Göttliche nenen, geöffnet, für einen Blick in eine Welt ohne Mangel und Irrtum, ohne Grund und Ursache, in denen alle Grenzen, auch die des Raumes und der Zeit, ihre Bedeutung verlieren und das bloße Sein jeden Sinn unmittelbar vermittelt.


Im Orgasmus reißt der Himmel auf
Mit diesem Blick und damit auch mit dem Erlebnis eines Orgasmus erfahren wir dieses Göttliche. Das ist der einzige Weg, wie etwas, das über uns hinausgeht, doch von uns erlebt werden kann. Alles andere ist bloße Spekulation, die sich auf alles wie auf nichts erstrecken kann, mithin zum Maßstab untauglich. Im Orgasmus aber sind wir den Göttern am nächsten, weil wir erleben, was sie uns dort zu erleben erlaubt haben. Nur dieses Fenster ist zum Jenseits offen, eines Seins, das außerhalb von uns ist. Dass wir das am deutlichsten im Orgasmus erfahren, liegt an der biologischen Grundlage unseres Lebens als eines Teiles des Lebens auf dieser Erde und in der Welt, die das ganze Universum sein kann. Denn das Leben in der Welt, dessen Teil ein jedes einzelne Leben von einem jeden der Menschen ist, folgt biologisch festliegenden Bedingungen, die auch den Rahmen der Menschheit abstecken und ein jedes Schicksal als Teil der Art mit dem Zweck deren Erhaltung definieren. Diese wichtigste Aufgabe eines jeden Lebens wurde dem Menschen mit dem Orgasmus, den er bei seinen Aktionen zur Arterhaltung erfährt, erklärt. Die Götter rissen ihren Himmel für den Menschen auf, auf dass er sich vermehre. Daher findet der Mensch auf diesem Weg, den der Lust und Liebe, den unmittelbaren Zugang zu seinen Göttern.


Im Glückstreben setzt sich die Fähigkeit zum Orgasmus fort
So wie indessen das Bewusstsein sich nicht auf die Kontrolle der biologischen körperlichen Funktionen beschränkt, sondern ebenfalls in Absprache mit anderen Menschen gesellschaftlich relevante Handlungen ermöglicht, überträgt sich auch die biologische Erfahrung des Orgasmus bei der Fortpflanzung auf gesellschaftliche Aktivitäten und setzt sich in der Form des Strebens nach dem Glück als Träger aller Aktivitäten eines Menschen fort, auch soweit er sich mit anderen abspricht, Gemeinsames zu bewirken. Es ist der Blick auf das Allgemeine und Göttliche, das daher das Glück kennzeichnet und damit zugleich erklärt, warum das Glück selbst als dauerhafter Zustand oder auch als Eigenschaft eines menschlichen Seins nie erreicht werden kann. Denn nichts kann darüber hinaus gehen, was nicht schon biologisch der Orgasmus im Organismus des Menschen abzeichnet. Die Versuche, diesen Zusammenhang zu trennen, sind vielfach und kennzeichnen die meisten zentral gelenkten Kulturen, auch der Religionen, ungeachtet der Unmöglichkeit einer solchen sozialen Verselbständigung – deren Konsequenzen die Einzelnen jeweils mit zusätzlichen Entbehrungen und Leid zu tragen hatten. Denn das Gesellschaftliche kann niemals das Herrschende und das Individuelle nicht das Dienende sein.


Nur im Individuum gibt es Orgasmus, Glück und Leben
Die Fähigkeit zum Orgasmus und damit auch zum Streben nach dem Glück ist eine Eigenschaft des Lebens und ein jedes Leben ist ausschließlich individuell. Die Göttin hat die Seele eines jeden Menschen mit dem inneren Auge, ihre Göttlichkeit im Orgasmus zu schauen, ausgestattet, damit auch mit allen ihren Eigenschaften, wie auch der Idee der Wahrheit. Das bedeutet, dass in unserer Welt die Brücke zum Göttlichen ausschließlich nur über jeden Einzelnen, über das Individuum führt – wie auch nur das Individuum lebt. Es gibt kein Glück der Erde, das nicht an dieser Stelle in jedem einzelnen Wesen anzusiedeln wäre. Nur der Einzelne kann den Orgasmus erfahren und das Wohlbehagen empfinden, wenn er nach Glück strebt. Nur der Einzelne ist sich seines Lebens bewusst und erkennt den Sinn Lebens in dem Glück, wie ihm es von Natur aus im Orgasmus erkenntlich wird. Alles andere entstammt leerer Begrifflichkeit. Daher finden wir die Göttin und werden gar Teil von ihr nur auf dem Weg über die von ihr erleuchtete Seele eines jeden Einzelnen, denn nur dort gibt es ein Organ, um jegliche Göttlichkeit wahrzunehmen. Ohne dieses besondere Auge aber sind wir blind dafür.


Im Orgasmus schauen wir die Göttin stets gemeinsam
Und doch ist das nicht das ganze Leben. Denn schon der Orgasmus, wie ihn die Natur in den Menschen legte, weist auf andere und damit über jeden Einzelnen hinaus. Menschen mögen sich zwar auch selbstbefriedigen, erhalten dabei aber nur einen Abklatsch dessen, was der Orgasmus in seiner biologischen Bestimmung vermag. Einen Sinn vermögen sie nur dort zu finden, wo sich die Orgasmen vereinigen, wenn man mit anderen Menschen aufeinandertrifft. Denn die Göttin hat den Menschen zur ihrer Schau nicht als isoliertes Einzelwesen befähigt, sondern stets nur in Gemeinsamkeit der Vereinigung mit anderen. Das Organ, das Göttliche zu schauen, siedelt zwar in jedem Menschen allein, das, was ein jeder Einzelner damit indessen schauen kann, das Göttliche mithin, weist über ihn und sein Leben hinaus auf andere Leben und auf alles Leben. Schon im Sexuellen liegt diese Bestimmung auf der Hand, mehr noch bei ihrer Übertragung auf den Bereich des Gesellschaftlichen, wenn sich Einzelne zu einem abgestimmten Verhalten verabreden, zu bestimmter Zeit an einem bestimmten Ort Bestimmtes zu tun oder zu unterlassen. Diese soziale Komponente eines jeden Lebens ist die Folge davon, dass das Leben eines jeden Einzelnen wiederum nur Teil des gesamten Lebens ist, das nach Zeit und Ort über jeden Einzelnen hinausweist und das zu erhalten ein jeder Einzelne mitwirkt. Das ist aber auch die einzige reale Grundlage gesellschaftlichen Lebens, alles andere beruht auf dem Willen der Einzelnen, Gemeinsames werden zu lassen. Damit steht fest, nur Einzelnes ist in dem Sinn real, dass es vom Willen Einzelner nicht abhängt. Alles gemeinsam zu Bewirkende, gemeinhin als Gesellschaftliches bezeichnet, ist irreal, weil es davon abhängt, ob die sich zu einem bestimmten Zweck verbundenen Einzelnen auch entsprechend ihrer Zusagen oder sonstiger Erwartungen verhalten werden. Daher dient alles Gesellschaftliche nur dem Glücksstreben des Einzelnen und niemals der Einzelne einem gesellschaftlichen Glück. Denn ein reales Äquivalent eines gesellschaftlichen Glücks, das dem dem Einzelnen von der Göttin verliehenen inneren Auge zu ihrer Schau entspräche, gibt es nicht. Ein solches gesellschaftliches Glück kann immer nur das von anderen Einzelnen verfolgte eigene Glück sein, weswegen mit dieser Begründung gemeinhin auch der Missbrauch der einen Einzelnen durch andere Einzelne eröffnet wird.


Gemeinsames dient stets dem Einzelnen
Das schließt es nicht aus, dass sich Einzelne auch auf Dauer zum gemeinsamen Bewirken verbinden und in dem verfolgten Zweck ein für alle Beteiligten gültiges Gut sehen. Die meisten gesellschaftlichen Errungenschaften beruhen auf solchen Annahmen. Solche Fiktionen erleichtern das Zusammenleben erheblich. Dies darf aber nicht den Blick für die dennoch bestehende Relativität solcher Lösungen verstellen, denn sie gelten nur für den beteiligten Personenkreis, zudem zu bestimmten Zeiten und an bestimmten Orten, und sie schließen stets andere von der Übereinkunft aus, zumeist diejenigen, die zu Gunsten der anderen verpflichtet werden und deren Pflicht nicht selten nur dadurch begründet wird, dass die Belasteten überstimmt werden, sei es quantitativ (den Stimmen nach) oder qualitativ (dem Gewicht und damit der Macht nach). Solche Mechanismen bleiben nur erkennbar, wenn man stets vom dienenden Charakter alles Gesellschaftlichen ausgeht, denn allein im Einzelnen wohnen die Götter. Daher rangiert eine jede Freiheit vor jeder Gleichheit und gebunden wird die Freiheit nur durch die Verantwortung den anderen gegenüber. Gleichheit, ohne dass sie der Freiheit unterstellt wird, entwickelt sich zum Titel der Bereicherung der Einen zu Lasten der Anderen, nicht anders als Macht seit Jahrtausenden ausgeübt wurde.


Der Orgasmus ist das Maß des Einzelnen
Alles Gesellschaftliche lebt ausschließlich vom Einzelnen, denn nichts wird bewirkt, was nicht durch das übereinstimmende Verhalten der daran beteiligten Einzelnen hergestellt würde. Dies belegt den Primat des Einzelnen. Alles Gemeinsame wird nur aufgrund von Erwartungen oder Anforderungen an Einzelne gebildet und dies auch nur solange, wie die beteiligten Einzelnen mitwirken. Somit kommt alles, auch was gemeinschaftlich bewirkt wird, stets nur vom Einzelnen. Das Verhalten des Einzelnen wird aber ausschließlich durch sein Streben nach dem Glück und seiner Fähigkeit, Orgasmen als Höhepunkte zu erleben, bestimmt. Nichts erlebt er, das nicht durch seinen Körper geht und das nicht mit erlebten Orgasmen verglichen würde. Denn hier liegt der seelische wie körperliche Maßstab, dort wo die Göttin dem Menschen ihre Göttlichkeit schauen lässt. Damit rückt vor allem die menschliche Sexualität mit allen Begehrlichkeiten wieder auf den ihr schon evolutionär zukommenden Platz. Deswegen rufe ich euch zu: schämet euch nicht eures Begehrens, denn es ist Gottes Welt, nach der ihr euch sehnt. Es ist der Göttin Wille, dass ihr euch zusammenfindet und euch mit Leib und Seele mit den anderen verbindet, auf dass der Göttin Lust und Liebe, die sie in die Welt brachte, in euch allen entsteht. Nur in diesem Augenblick könnt ihr eine reale Gemeinsamkeit erfahren, die dem Leben entspricht, das die Göttin in die Welt brachte. Der Orgasmus aber, der euch die Anwesenheit der Göttin zeigt, öffnet eure Augen für alles und jedes, das ihr nur schöpfen könnt, auch für eurer Glück. Allein er führt den Einzelnen zum Höchsten. Mehr ist euch nicht möglich, weder an Einzelnem noch an Gemeinsamem. gp

Montag, 13. September 2010

Göttliche Lust und Liebe und das Glück

Franz von Stuck, Salome, 1906, Ausschnitt




Der Seele Mitte Gottes ist,
wo Lust und Liebe sich verteilen,
das Glück mit Strahlen streng vermisst,
wo Gottes Flügel sanft verweilen.


In jedem Herzen glänzt das Licht
der Göttin, ihre Kraft verkündet,
zu weiten aus des Menschen Sicht,
ein jeder ihre Mitte findet.


Nichts Schönes gibt es in der Welt,
nichts Gutes und nichts Wahres,
dass nicht von Gottes Stamme fällt,
nichts Helles und nichts Klares.


Kein Mensch kann ohne sie
in seinem Leben je bestehen,
wenn sie nicht weist ihm, wie
hindurch er hat mit ihr zu gehen.


Die reine Gnade ihm verschafft
allein in göttlichem Gewande,
dass er erlange alle Kraft,
zu winden ein des Glückes Bande.


Es offenbare sich das Glück,
wie es im andren ihn erwarte,
sobald verknüpft er sein Geschick
mit dem, der seines Glückes harrte.


Die Gunst der Göttin den beseelt,
der ihre Lust und Liebe preiset,
in größter Wonne der vergeht,
der ihr Verlangen himmlisch speiset.


Die Pracht, der Taumel, alle Freuden,
die Herrlichkeit und das Entzücken,
sie stets der Götter Huld bezeugen,
mit der den Menschen sie berücken.


Der Seelen Jubel, Leiber Tanz,
des Lieds Gesang in höchsten Tönen,
der Mensch sich gibt der Göttin ganz,
wenn Geist und Körper sich aussöhnen.


Der Göttin Leib vor ihm erstrahlt,
als Kraft und Liebe übersinnlich,
die höchste Lust sie ihm ausmalt
in schäumender Begierde dringlich.


Das Auge des Orkans umtobt
ins Zentrum ihn hinein zu ziehen,
der wilden Kräfte Zucht gelobt,
der tosenden Gewalt zu fliehen.


Wenn Räusche sich bedächtig wandeln,
die Ordnung fiebrig sich zerstäubt
und es verläuft der Menschen Handeln,
wenn alles Leiden wird betäubt.


Dann herrsche überall die Liebe,
mit der die Göttin uns erschuf,
wir finden in der Welt Getriebe
uns nur der Göttin zu Behuf.


Wenn wir gemeinsam uns vereinen,
erkennen wir des Lebens Sinn,
die Götter werden uns erscheinen,
zu bringen uns des Glücks Gewinn.

Dienstag, 7. September 2010

Nur Grundloses kann begründen

In der sinnlosen Verneinung liegt der Großteil der Metaphysik begründet.

Denken ist allein im Leben begründet, dessen Umstände die Möglichkeiten des Denkens ausgestalten.

Leeres Denken ist Denken in Formen, die sich von den ihnen Gestalt gebenden Kräften schon längst gelöst haben.

Dank des Vermögens zur Negation kann man alles denken, ohne indessen allein deswegen Einsichten zu gewinnen.

Denken kann nie begründen, es kann nur Gründe enthüllen.

Im Leben schafft man keine Gründe, Leben selbst ist der Grund, aus dem sich alles ergibt.

Die im Dunklen erstrahlende Blüte der Königin der Nacht hat denselben Grund wie ein jeder Mensch, das Leben.

Wer Gründe verteilt, nimmt sie anderen, weswegen Ideologien stets entgründen.

Ein Grund verliert seine Eigenschaft, sobald man ihn begründet.

Das Grundlose offenbart sich, anders kann man es nicht finden.

Nur Grundloses gibt Gründe.

Wer ins Leben dringt, stößt überall auf Gründe.

Abstraktionen entledigen sich der Gründe, in den Sinnen stolpert man über sie.

Je mehr Leben, umso mehr Gründe.

Gründe erkennt man daran, dass sich Fragen nicht mehr stellen.

In der Natur offenbart sich der Grund, wenn der Trieb befriedigt wird, im Geist, wenn das Glück schimmert.

Der Grund allen Werdens liegt im Glück, von keinem der beiden kann der Mensch je ein Teil werden.

Nur Götter schaffen Gründe.

Kein Grund ohne Gott.

Wer Leben schafft, schafft auch den Grund dafür.

Daher sucht die Gründe und kehrt zu ihnen zurück, wenn ihr sie findet! gp

Sonntag, 5. September 2010

Der Göttin Gründe

Albert Joseph Moore, Summernight, 1890



Alles, was du findest,
gründet auf dem Willen,
dass du dich entwindest,
dunklen Kräften, stillen,
die in toter Erde
eure Seelen binden,
nichts lebendig werde,
alle Kräfte schwinden.

Nur das Werden führte
aus der Gruft empor,
deren Band man spürte,
an Gewalt verlor,
als das Leben quellend
Starres sprießen hieß,
seine Kraft ihm stellend
Neues werden ließ.

Werden ohne Wollen,
was zu tuen ist,
führt zu keinem Sollen,
niemand das vergisst,
ihm ward aufgetragen,
seines Beitrags Sinn
sich nicht zu versagen
um des Ziels Gewinn.

Vorgegeben wird,
das was werden soll,
keiner dabei irrt,
anderem entquoll,
Leben programmierte
in den Genen er,
keiner mehr riskierte
nicht zu werden mehr.

Darin liegt begründet
eines jeden Sein,
allen es verkündet
seinen Grund allein,
den man gab zum Leben
jedem auf den Weg,
dass ihm ward gegeben
unsrer Göttin Steg.

Jeden Grund zum Werden
nur die Göttin schuf,
deren Lust Gebärden
hallen in dem Ruf,
den sie weit verbreitet
in der ganzen Welt,
dass man sie begleitet
durch des Himmels Zelt.

Liebe, Lust und Freude
sind des Lebens Grund,
überall erzeuge
er der Göttin Bund,
den sie mit euch schließe,
wenn sie bei euch weilt,
über euch ergieße
Glück, das euch ereilt.

Daran messet immer,
was als Grund euch deucht,
dass Ihr Odem nimmer
eurem Leib entfleucht,
denn der Göttin Wille
einst das Leben band,
aus der Toten Stille
es zum Werden fand.

© Karsten Cascais